BenQ-Siemens MC60 Testbericht

Benq-siemens-mc60
ab 13,57
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Summe aller Bewertungen
  • Design:  sehr gut
  • Qualität & Verarbeitung:  gut
  • Ausstattung:  gut
  • Akkulaufzeit:  lang

Erfahrungsbericht von Duvie

Hilfe, ich hab mich im Menü verirrt!

3
  • Design:  gut
  • Qualität & Verarbeitung:  gut
  • Ausstattung:  durchschnittlich

Pro:

praktische Anordnung der Tasten

Kontra:

wirre Menüführung

Empfehlung:

Ja

Ein Handy ist für mich ein Nutz- und kein Prestigegerät, das mir im Wesentlichen dazu dienen soll, zu telefonieren und Kurzmitteilungen zu versenden. Dennoch stelle ich den ein oder anderen kleinen Anspruch daran. Es soll mir optisch zumindest ein wenig gefallen, nicht zu groß sein, aber auch nicht zu kleine Tasten haben, der Akku sollte relativ lange halten und in seiner Bedienung sollte es einfach sein, da ich nicht gerade Meister der technischen Geräte bin und auch keine Lust auf eine Gebrauchsanweisung in der Dicke einer Diplomarbeit habe.

Ich besitze das MC60 in silber-grau. Auf den ersten Blick fällt vor allem eins ins Auge: die Tasten sind nicht in drei Dreierreihen angeordnet, sondern kreisförmig, wobei die 5 in der Mitte platziert ist. Was ich zunächst als dämlichen Schnick-Schnack abtat, der lediglich modernes Aussehen verleihen soll (was noch durch hellgraue x-förmige Bögen entlang der Ränder unterstützt wird), habe ich mittlerweile schätzen gelernt, da die Bedienung – insbesondere beim SMS-schreiben – nun leichter und auch schneller geht. In zwei Bögen über und unter dem Ziffernkreis befinden sich die sechs verbleibenden Tasten zur Menüführung, zum Telefonieren, dem An- und Abstellen der Tastensperre (die sich nach kurzer Zeit auch selbst einrichtet) und zum Abstellen aller Klingeltöne. Die letzt genannte Taste schätze ich sehr an Siemens Handys, da man sich nicht mühsam durch\'s Menü kämpfen muss, um das Handy vor jeder Vorlesung lautlos zu stellen.

Das Display des Handys ist ausreichend groß, sodass man keine Mühe hat SMS zu lesen und angezeigte Symbole zu erkennen. Unterstützt wird die Übersichtlichkeit noch durch das Farbdisplay, das ich für Handys zwar nicht notwendig finde, aber doch ganz gerne mitnehme. Die Farben sind hier sehr gut differenziert und die Auflösung des Displays ist bei den einfachen Funktionsanzeigen absolut ausreichend.

Auf der Rückseite des 86 g schweren Handys, das von der Größe dem S35i ähnelt, sieht man das Kameraauge. Nun sind wir bei einer für mich völlig überflüssigen Funktion angekommen. Die Kamera kann mit der mittig positionierten 5 ausgelöst werden, das Bild erscheint dann sofort auf dem Display, allerdings in einer so schlechten Bildqualität, dass man häufig mehr erahnen muss, was da gerade vor die Linse kam, als man es erkennen kann. Ich habe mir sagen lassen, dass die Bildqualität besser ist, wenn man das Foto auf den Rechner spielt, das kann ich jedoch nicht, da das Anschlusskabel für den Computer nicht zum Standardzubehör des Handys gehört und darum zusätzlich gekauft werden muss. Da ich mit meinem Handy telefonieren und nicht fotografieren möchte, werde ich mir diese Ausgabe ersparen.

Nicht nur über die verzerrten Bilder habe ich mich bereits geärgert, sondern auch über die etwas wirre Menüführung. Öffnet man das Menü, hat man allerlei Symbole vor Augen.

ein Kopfhörer: hierhinter verbirgt sich das Telefonbuch, das man aber auch über eine extra Telefonbuchtaste öffnen kann, ohne über das Menü zu gehen. Das Telefonbuch ist in unterschiedliche Kategorien unterteilt, wie Familie oder VIP, sodass bei verschiedenen Personengruppen verschiedene Klingeltöne eingestellt werden können. Neben der Telefonnummer und dem Namen kann auch die e-mail-Adresse einer Person eingespeichert werden. Ist dies der Fall, wird der Name mit einem @ gekennzeichnet, so weiß man sofort, bei welchen Personen man auch nach dieser Information schauen kann oder sie noch ergänzen muss.

Ein Kalender: hier findet man Funktionen wie einen Terminplaner oder einen Übersichtskalender. Wozu man in einem Handy einen zusätzlichen Ordner für Notizen braucht, ist mir jedoch ein Rätsel.

Ein Wecker: Gleich zu oberst erscheint „Games and More“, jetzt dürfte auch klar sein, dass die Funktionenzuordnung manchmal reichlich undurchsichtig ist. Die Spiele (z.B. ein Puzzle) sind alle wenig aufregend und eher überflüssig. Darunter erscheinen dann Weckeinstellung, Taschenrechner, Stoppuhr, Währungsumrechner und aller möglicher anderer Schnick-Schnack, den man immer mal wieder brauchen kann.

O2: hier verbirgt sich der WAP-Zugang

Eine Kamera: hier wird die Kamera gestartet, man hat nun den Blick durch die Linse auf dem Display. Mit 5 wird ausgelöst, danach kann man Bildausschnitte vergrößern oder die Helligkeit verändern – wirklich gut wird das Bild trotz aller Mühe jedoch nie.

Ein Briefumschlag: hier findet man sämtliche SMS und MMS Funktionen vom Erstellen der neuen bis zum Archiv der erhaltenen und gespeicherten Nachrichten.

Eine Aktenmappe: hier wird alles abgeladen, was irgendwann gespeichert wurde, seien es Bilder, Klingeltöne oder SMS, was ihr aufbewahren wollt, kommt in diesen Ordner.

Ein Handy: hier werden entgangene, angenommene und gewählte Nummern gezeigt.

Ein Werkzeug: so ziemlich alles, was nirgendwo anders reingepasst hat, wurde nun hier untergebracht: Lautstärkeprofile, Uhr, Zubehör, usw...

Das sind aber noch immer nicht alle Teile der Menüführung, wobei ich bei diesen 9 Symbole schon manchmal ins Grübeln komme, wenn ich etwas suche und nicht auswendig weiß, wo es ist.
Zusätzlich gibt es in der Menüübersicht aber auch noch eine Taste „Mein Menü“, wo das ein oder andere noch einmal aufgegriffen wird, manch anderes, wie die Rufumleitung oder das Einstellen der Klingeltöne, aber zum ersten Mal aufaucht.
Dieser Aufbau des Menüs hat mich alles andere als überzeugt, da ich absolut den Überblick verloren habe und tatsächlich schon viel Zeit für\'s Suchen draufging.

Die Auswahl der Klingeltöne (polyphon) ist absolut ausreichend, da die Melodien von chilligen Melodien über jazzigen Sound bis hin zur Klassik alles bieten, wer trotzdem seinen persönlichen Klingelton selbst suchen möchte, kann ihn einfach aufnehmen, z.B. aus dem Radio. Auch die Lautstärkeregelung ist so gelöst, dass jeder für sich einstellen kann, wie laut er\'s denn möchte oder braucht und das je nach Situation durch verschiedene Profile verändern kann.

Beim Schreiben von SMS steht natürlich T9 zur Verfügung, dieses lässt sich beliebig an- und abstellen, sowie auf Klein- und Großbuchstaben festlegen. Darüber hinaus – und das lob ich mir - kann das MC60 neue Wörter lernen, endlich kann ich meinen Namen auch mit T9 schreiben!

Nun aber zum Wichtigsten für mich, der Verbindungsqualität beim Telefonieren. Wenn beide Partner volles, bzw. ausreichend Netz haben, ist die Verständlichkeit genauso gut, wie bei einem Festnetzapparat, bei schlechter Verbindung kommt es aber selbstverständlich zu Rauschen und stellenweise sogar zu kurzen Momenten Komplettausfall, weshalb ganze Wörter nicht mehr verstanden werden können. Da dies dann aber wie bereits erwähnt an der Verbindung liegt, würde ich die Qualität im Großen und Ganzen als sehr gut einstufen.

Der Akku hat mich leider enttäuscht. Stelle ich den Bildschirmschoner auf Energie sparen und telefoniere nur sehr wenig, hält er ziemlich genau eine Woche, jedoch macht er in den meisten Fällen nach 5 Tagen schlapp. Diese Leistung brachte mein altes Handy anfänglich auch und man sollte doch meinen, in den vergangenen zwei Jahren haben sich auch die Akkus weiterentwickelt. Dafür lässt er sich sehr einfach in die Handyhülle einbauen und beim Sim-Kartenwechsel wieder entfernen.

Das Handy ist sehr robust, wie ich es von Siemens generell gewohnt bin. Auch das Glas auf dem Display ist bereit so Manches mitzumachen, ehe es verkratzt.

Die beiliegende Gebrauchsanweisung (englisch und deutsch) ist sehr ausführlich und übersichtlich aufgebaut, sodass man schnell und ausreichend all das findet, was man nicht selbst bei der Bedienung des Handys erschließen kann


Fazit:
Restlos begeistert bin ich von diesem Handy nicht, da ich zwar den Aufbau des Handys an sich für sinnvoll halte, die Bedienung aber zu unübersichtlich ist.
Ich besitze dieses Handy nun ca. 2 Monate und habe es bei Vertragsverlängerung (O2) für 29,95 € erhalten. Für diesen Preis finde ich es ok und würde mich angesichts der anderen angebotenen Handys in dieser Preislage wieder dafür entscheiden.

15 Bewertungen