BenQ-Siemens S35i Testbericht

Benq-siemens-s35i
ab 31,10
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5 Sterne
(33)
4 Sterne
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3 Sterne
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2 Sterne
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Summe aller Bewertungen
  • Design:  gut
  • Qualität & Verarbeitung:  sehr gut
  • Ausstattung:  gut
  • Akkulaufzeit:  lang

Erfahrungsbericht von Harko

Ein zuverlässiges Arbeitsgerät

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Es gab da mal eine Zeit, da hat man die wichtigen Leute unserer Gesellschaft daran erkannt, dass sie mit einem Aktenkoffer mit angebautem Hörer durch die Stadt gelaufen sind und es waren mitnichten die Herren Präsidenten der damaligen Supermächte aus West und Ost die mit ihren Atomkoffern spazieren gegangen sind. Es waren die ersten ständig Erreichbaren die ihr Statussymbol Funktelefon offen durch die Stadt trugen, weil sie es aus unerklärbaren Gründen einfach nicht in die Handytasche ihres Sakko bekommen haben.

Nun, diese Zeiten sind ja bereits lange vorbei. Handys passen in Jackentaschen und da fast jeder ein Handy sein Eigen nennt kann man es wohl auch nicht mehr als Statussymbol betrachten.

„Das beste Handy der Welt“ lautete vor gut 2 Jahren die Bewertung meines kleinen Begleiters und ich möchte nach 2 Jahren Nutzung einmal Stellung nehmen zu dieser Bewertung des Siemens S35i.

Vorweg sei noch gesagt, dass ich dem Teenageralter schon etwas entwachsen bin und bei meiner Bewertung des Gerätes weniger auf Funktionen wie Klingeltöne, Logos oder Spiele eingehen werde. Ich benutze es als tägliches Arbeitsgerät um Frau und Kinder zu ernähren und werde daher nur auf die für mich relevanten Dienstmerkmale eingehen.

Wie eingangs bereits erwähnt, passen moderne Handys in Jackentaschen und haben keinen separaten Haltegriff mehr. So natürlich auch das S35i. Mit knapp 100 gr. Gewicht lässt es sich von seinen Außenmaßen und auch dank der im Gehäuse integrierten Antenne her problemlos in Jacken-, Hosen und auch Hemdtaschen verstauen. Trotz der handlichen Größe sind jedoch noch ein ansprechend großes (5 Zeilen) Display und Hartgummitasten in einer Größe untergebracht, dass weder ein Mikroskop für die Identifizierung noch eine Eingabehilfe für großfingerige Menschen erforderlich sind.

Trotz einer sehr intensiven Nutzung (etwa 2 Stunden täglich an- und abgehende Anrufe) sind die Ziffern und Buchstaben noch nicht abgegriffen. Allerdings lässt die Druckempfindlichkeit der Tastatur mit zunehmenden Alter nach, so dass durchaus erst ein zweites Drücken der jeweiligen Taste zum gewünschten Erfolg führt.
Sollten alle Stricke reißen und die Tastatur die Arbeit gänzlich einstellen wollen bleibt dem S35 Besitzer noch die Möglichkeit die 20 wichtigsten Nummern in der Sprachwahlsteuerung zu speichern.

Was auf der einen Seite einen praktischen Nutzung bei der Unterbringung des Gerätes hat, hat oft auch einen Haken. Bei dem S35i ist aufgrund der integrierten Antenne die Empfangsleistung spürbar schlechter als bei Geräten mit Außenantenne.
Als E-Plus Kunde bin ich teilweise ohnehin nicht mit übermäßigem Funkempfang ausgestattet und so habe ich mit der Kombination aus S35 und E-Plus oft spürbare Nachteile. Im Vergleich hat die Kombination C35 und E-Plus Karte einen, manchmal sogar zwei Balken Empfangsstärke mehr.
Die Gesprächsqualität hingegen lässt nach meinen Erfahrungen keine Wünsche offen, vorausgesetzt entsprechender Empfang ist gegeben.

Das Kraftwerk dieses Gerätes besteht aus einem Lithium-Ionen Akku mit Vibrationsalarm. Das ist ein ganz klares Plus, da Lithium-Ionen Akkus keine Probleme mit dem sogenannten Memory Effekt haben und zwischendurch aufgeladen werden können ohne damit die Akkuleistung allmählich zu verringern. Wunschgedanken der Fa. Siemens ist es, dass der Akku eine Standbyzeit von bis zu 220h und 6 h Gesprächszeit haben soll. „Bis zu“ ist hier die Betonung auf die es ankommt. In der Realität werden diese Werte, was mir der Siemensservice aufgrund einer Beschwerde ausführlich erklärt hat, nur unter Laborbedingungen mit vollster Empfangsstärke und unter Ausschaltung aller Dienstmerkmale des Gerätes erreicht. Was macht das für einen Sinn die Werte so hoch anzusetzen? Hat man ein Handy um alle Leistungen auszuschalten und es nur an einem Ort mit gutem Empfang zu lagern?
In meinem täglichem Gebrauch reicht ein voller Akku für etwa 2 Tage, wobei die Akkustandanzeige nicht dem tatsächlichen Ladestand entspricht. Das erste Viertel der Anzeige scheint deutlich mehr Energie zu beinhalten als der Rest – komisch. Bei mir ist Fakt, dass ich mit der Anzeige „halb voll“ am morgen das Haus nicht verlassen muß, am frühen Nachmittag bin ich ohne Nachladen dann nicht mehr erreichbar.
Das Problem stellt sich nicht wenn man viel im Auto unterwegs ist und das Gerät über die Freisprechanlage nachladen kann.

Der enthaltene Vibrationsalarm macht in gewissen Situationen Sinn, ist insgesamt jedoch zu schwach, da man die Vibration, Handy in einer etwas weiteren Jacke oder auch gehend in der Hosentasche getragen, nicht unbedingt spürt.

Soweit zu den mir wichtigsten Punkten Handlichkeit, Empfang, Gesprächsqualität und Akkuleistung.

Neben Telefonieren kann man mit dem Gerät natürlich auch noch andere Dinge vollbringen. Als da wären SMS mit Unterstützung der Texterkennung T9 schreiben (interessant was für Wörter es gibt) und auch mittels WAP in den Weiten des Internets surfen, was ich nach einem erfolglosem, sieben minütigen Versuch eine Zugverbindung zu erfragen wieder aufgegeben habe.
Nutzbar soll es auch als Organizer bzw. Minioffice sein, da ein Terminplaner, Kalender, Taschenrechner, Diktiergerät und Telefonbuch enthalten sind. Praktisch ist eine professionelle Nutzung in diesem Sinn aufgrund mangelnder Speicherkapazität nicht möglich. Wer kann schon seine Diktate in 20 sec abhandeln? Allerdings als Kurzspeicher für Telefonnummern ausreichend. Der Terminplaner streckt nach wenigen Einträgen alle Viere von sich und auch das Telefonbuch ist mit 220 Einträgen bei mir bereits erschöpft (hier kann es bei der Speicherkapazität zu Abweichungen durch andere Netzbetreiber kommen).
Einen sinnvollen Einsatz findet das Gerät bei mir auf Dienstreisen und Tagungen schlichtweg als funktionierender Wecker.

Weiterhin enthalten ist ein Modem mit Infrarotschnittstelle, die einen Datenübertragung mittels Laptop möglich macht. Ob sinnvoll oder nicht mag ich nicht beurteilen, da ich mich doch nicht für so wichtig halte, dass ich ständig mit Handy und Laptop online gehen muß. Für längere Dienstreisen allerdings eine gute Möglichkeit seine Emails abzurufen.

Nicht so geeignet halte ich das Gerät für Spielsüchtige, Klingeltonfanatiker und Logofans, da hier nur ein begrenzter Speicherplatz zur Verfügung steht. Nokia Handys bieten hier deutlich bessere Möglichkeiten.

Insgesamt vergebe ich vier Sterne für das Gerät, welches als Dualbandhandy für D- und E-Netze genutzt werden kann. Drei für ein durchaus solides und haltbares Gerät (die Abstürze kann ich schon nicht mehr zählen) mit leichten schwächen in Punkto Empfang und Speicherkapazitäten und einen für den Siemensservice, der ohne Komplikationen schnell einen Geräte- und Akkuaustausch in der Garantiezeit (bisher 1 Jahr) vorgenommen hat. Ohne Laufzeitvertrag ist das Gerät zur Zeit für etwa 200 Euro erhältlich.

Man kann damit telefonieren und das ist die Hauptsache.


© Harko 2001

8 Bewertungen, 1 Kommentar

  • tepungaatewaka

    30.06.2002, 20:59 Uhr von tepungaatewaka
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich besitze dieses Handy und bin absolut zufrieden. gruß von tepu