Siemens SL45 Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Design:  sehr gut
  • Qualität & Verarbeitung:  gut
  • Ausstattung:  gut

Erfahrungsbericht von counter

Mit dem "i" zu Java

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Der Clou des Gerätes ist der integrierte Java-Interpreter: Er kann beliebige Programme ausführen, die der J2ME-Spezifikation entsprechen.
Eckdaten
Das Siemens SL 45i entspricht in den Eckdaten exakt dem SL 45, so auch in Sachen Größe (123 x 46 x 21 Millimeter) und Gewicht (90 Gramm). Der Lithium-Ionen-Akku erlaubt eine Stand-by-Zeit von bis zu 170 Stunden und eine Sprechzeit von höchstens 240 Minuten - das ist nur Mittelmaß.

Dafür eignet sich das große Display gut fürs WAPpen und SMS-Lesen. Zum Lieferumfang gehören neben einem Stereo-Headset und einer kombinierten Lade-Daten-Cradle auch eine MMC-Speicherkarte mit 32 MByte und Software zum Datenaustausch zwischen PC und Handy. Die Preis-Empfehlung des Herstellers liegt bei 490,44 Euro.

Funktionen
Zur umfangreichen Ausstattung gehören T9, ein Adressbuch mit 500 ausführlichen Einträgen, Profile, VIP-Funktionen, Terminverwaltung, Kalender, Sprachmemo und Sprachwahl - also alles, was ein Business-Handy braucht. 42 variantenreiche Klingeltöne, von denen Sie drei selbst editieren können, zahlreiche Spiele, und der integrierte MP3-Player sorgen unterwegs für Unterhaltung.

Daten-Funktionen
Das SL 45 besitzt eine Infrarot-, eine serielle Schnittstelle und ein integriertes Modem (9,6 kbit/s). Der WAP-Browser kann bequem offline eingerichtet und verwaltet werden. Das Laden neuer Java-Programme per WAP ist möglich, aber die Einrichtung dieser Funktion ist kompliziert und sehr schlecht dokumentiert. Der Standard-WAP-Zugang des Netzbetreibers kann zur Programm-Übertragung nicht benutzt werden, Datenfunktionen wie HSCSD oder GPRS fehlen.

Java-Funktionen
J2ME steht für \"Java 2 Platform Micro Edition\" und bezeichnet eine abgespeckte Java-Version für mobile Endgeräte. Da es sich um einen offenen Industrie-Standard handelt, können auch Drittanbieter Programme für das SL 45i oder andere J2ME-fähige Handys entwerfen. Das lässt für die Zukunft auf eine große Programmvielfalt hoffen.

Ein Beispiel für die flexible Erweiterbarkeit des SL 45i ist der mitgelieferte, durchaus praxistaugliche E-Mail-Client. Insgesamt legt Siemens 18 vorinstallierte Programme bei. Freuen darf sich der Anwender zum Beispiel über sechs neue Spiele, ein Cocktail-Rezeptbuch und einen wissenschaftlichen Taschenrechner. Die Programme liefen im Test problemlos, litten aber zum Teil noch unter Kinderkrankheiten.

E-Mail aufs Handy
Hervorheben wollen wir den E-Mail-Client: Das Programm erlaubt es, E-Mails offline zu lesen sowie mehrere Konten einzurichten und abzufragen. Zudem können Sie ein E-Mail-Adressbuch führen. Leider übernimmt das Programm die E-Mail-Adressen nicht direkt aus dem Telefonbuch. Die strukturierte Ablage von Mails in selbst anzulegende Ordner ist nicht möglich. Und ein spezieller Programmfehler macht deutschen Benutzern das Leben zusätzlich schwer: Wenn in unserem Test im Text einer E-Mail ein Umlaut vorkam, so wurde nur der Kopf der Email (Absender, Empfänger, Betreff) geladen, nicht aber der eigentliche Text. Hier sollte Siemens dringend nachbessern.

Bedienung/Handhabung: Öfters nach den Updates schauen

Das SL 45i ist wie das baugleiche SL 45 ein kompaktes und rundum gut verarbeitetes Handy. Die Tasten sind zwar klein, aber gut zu bedienen. Das große Display ist übersichtlich und kontrastreich.

Bedienung
Ein Vier-Wege-Knopf ermöglicht das Vor- und Zurückblättern in den Menüs. Ansonsten navigieren Sie über zwei kontextabhängige Tasten unterhalb des Displays. Dank grafischer und textlicher Unterstützung können Sie sich auch in den Untermenüs gut orientieren. Sowohl eine Sondertaste als auch die Zifferntasten können für einen schnellen Zugriff mit Funktionen belegt werden. Im nicht immer übersichtlichen Handbuch werden die mitgelieferten Java-Anwendungen gar nicht erläutert. Angesichts der Fülle an Funktionen, die das SL 45 bietet, ist das nicht gerade nutzerfreundlich.

Java-Bedienung
Unter \"Surf & Fun\" findet sich die Funktion \"Java\". Durch die Auswahl des Icons einer Java-Applikation starten Sie das Programm. Geschwindigkeitswunder darf man nicht erwarten, für Action-Spiele reicht die Rechenpower des SL 45i nicht aus. Neue Programme installieren Sie, in dem Sie die erforderlichen Dateien vom PC aus über die Daten-Cradle per Data Exchange Software (im Lieferumfang des SL 45i enthalten) in einen neuen Ordner auf der MMC-Speicherkarte des Handys kopieren. Die Programme können anschließend direkt ausgeführt werden.

Eine weitere Möglichkeit ist der direkte Download per Mobilfunk (OTA - Over the Air). Hier wählen Sie von der entsprechenden WAP-Seite einfach den Link für den Download des Programms aus und geben an, in welchem Ordner es gespeichert werden soll. Die Konfiguration der OTA-Funktion ist allerdings mühselig, wenn der Netzbetreiber nicht ein vorgefertigtes Profil bereitstellt, denn der Standard-WAP-Zugang kann zur Programm-Übertragung nicht genutzt werden. Ein PDF-Dokument auf der beigelegten CD-ROM (Ordner \"WAP_OTA\") weist auf dieses Problem hin und gibt Lösungshinweise.

Käufer des SL 45i sollten öfter einen Blick auf die Produktseiten des Herstellers werfen, denn hier finden sich Updates der Java-Software. Insgesamt bereichern der Java-Interpreter und die noch recht frischen Anwendungen das mobile Leben enorm: Er macht es einfach, sinnvolle und lustige Funktionen nachträglich aufs Handy zu laden. Das Angebot an Applikationen (zum Beispiel von www.midletcentral.com) wächst täglich.

Fazit: Mit Java in die Zukunft

Verarbeitung und Ausstattung sind vorbildlich, die Funktionen können sinnvoll und einfach genutzt werden.
Siemens gibt sich mit dem innovativen SL 45i keine Blöße - abgesehen von den nicht mehr zeitgemäßen Datenfunktionen (Modem mit 9,6 kbit/s). Die Verarbeitung ist in Ordnung und auch das Display ist einen zweiten Blick wert.

Absolutes Highlight ist der Java-Interpreter. Mit seiner Hilfe können aus einem immer größer werdenden Software-Angebot lustige und nützliche Programme direkt auf dem Handy abgespeichert und ausgeführt werden. Dadurch rückt das Handy in die Nähe eines PDAs.

Auch Palm verdankt den Erfolg seiner PDAs vor allem dem riesigen Software-Angebot von Drittanbietern – und genau diesen Schritt vollzieht Siemens mit dem SL 45i. Die Rechenleistung des Handys könnte allerdings größer sein, komplexere Programme laufen oft quälend langsam ab.

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