Casino Empire (PC Strategiespiel) Testbericht

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Erfahrungsbericht von Klops

Casino Empire - Erbaue dein eigenes Imperium!

Pro:

viele lustige Ideen; seltenes Spielkonzept, welches sehr viel Spaß macht; intuitive Steuerung; kein Ruckeln

Kontra:

etwas zu leicht; veraltete Grafik

Empfehlung:

Ja

1.Einleitung

Wer träumt nicht davon: Einmal nach Las Vegas fahren und dort in einem Casino spielen und den ganzen Luxus der Stadt genießen. Sierra geht noch einen Schritt weiter und überlässt dem Spieler im virtuellen Las Vegas im Spiel Casino Empire sein eigenes Casino, welches er aufbauen und pflegen muss. Ich war gespannt, ob das Spielprinzip, das man im PC-Genre nun wirklich selten antrifft, funktionieren kann.

2.Das Spiel

Nach einem recht hübschen Intro, welches einen ersten netten Eindruck von Las Vegas abliefert und mit swingender Musik unterlegt ist, kommt man in ein sehr karges und nicht gerade freundliches Menü hinein. Die einzige Spielmöglichkeit ist zu Beginn der Imperium-Modus; für den Sandkasten-Modus, in dem man ohne Ziele alle Casinos spielen kann, muss man die jeweiligen Casinos erst frei spielen. In den Optionen kann man leider nicht sehr viel verstellen, lediglich Lautstärke und einige andere weniger wichtige Dinge, sind hier veränderbar.

Zwangsweise entscheidet man sich nun für den Imperium-Modus und kommt in eine Übersicht, in der man nun schon alle Casinos sehen kann, allerdings ist nur das erste anwählbar. Sogar eine kleine Story haben die Designer von Sierra eingebaut: Dein abgewrackter Cousin bittet dich, ihm aus der Patsche zu helfen, da er Probleme mit dem örtlichen Mafiaboss hat. Hier beginnt also der erste Auftrag mit geringen Zielen. Gleichzeitig dient dieses erste Casino als Tutorial, welches man auch ruhig spielen sollte, da es verständlich die wichtigsten Funktionen zeigt und veranschaulicht. Nett wäre hier eine Sprachausgabe gewesen, wie man sie bei den Briefings für die jeweiligen Casinos noch vorfindet.

Die ersten Schritte, sind es, in seinem Hotel Spieltische und Automaten aufzubauen. Zu Beginn stehen neben Video-Poker und ganz einfachen Spielautomaten nur Craps und Blackjack-Tische zur Verfügung, welche noch nicht wirklich hohe Gewinne abwerfen. Nun sollte man sich darum kümmern, dass die Gäste gut versorgt werden, das heißt man baut in dafür vorgegebenen „Zellen“ an der Wand Toiletten, Cafes und Kassenhäuschen, damit sich die Gäste wohlfühlen und überhaupt an Spielchips herankommen. Natürlich muss man hier auch Personal einstellen, bei welchem man aber leider nicht die Gehälter einstellen kann, was den Schwierigkeitsgrad vielleicht etwas höher geschraubt hätte. Wenn das Casino größer wird, empfiehlt es sich, Bankautomaten aufzustellen, damit die Gäste nicht irgendwann ohne Geld dastehen. Nun muss man sich entscheiden, wieviel man in sein Marketing stecken will: hofft man so auszukommen oder setzt man auf viel Werbung in allen Medien? Ich kann nur empfehlen, dem Marketing einen hohen Stellenwert einzuräumen, da ohne Werbung nicht viel läuft. Hier hätte der Hersteller Sierra vielleicht noch etwas mehr Mikromanagement einbauen können. Ich hätte mich gerne näher mit der Werbung befasst. Um Besucher anzulocken sollte man auch zusehen, dass das Casino von außen etwas hermacht. Dazu baut man einfach eine protzige Beleuchtung und schöne Pflanzen an, die den Wert des Casinos gleich anheben, was auch in einer Wertung dargestellt ist. Neben dieser Anzeige finden sich auch noch welche für die Besucherzahlen, für den Kontostand und für das Datum.

Kommen nun einige Besucher in das Casino, so ist es empfehlenswert, die Spieleinsätze etwas nach oben zu drehen, damit schneller Geld in die Kassen fließt. Mit zunehmenden Besucherzahlen ist es meistens auch erforderlich, eine Sicherheitszentrale zu bauen und einige Kameras anzubringen, die das Casino vor Langfingern und Ganoven schützen. Diese Kameras sind zwar teuer, zahlen sich aber später auch aus. Nach einiger Zeit hat man dann neben seinen Gästen auch viel Personal in seinem Casino, welches sich um die Automaten oder die Sauberkeit des Casinos kümmert.

Schon relativ früh gibt es neben den normalen Aufgaben noch Zusatzaufgaben, die das Prestige des Casinos erheblich steigern. So erhält man gleich im ersten Casino den Anreiz, dass ein Film im selbigen gedreht werden soll, falls man einige Bedingungen erfüllen kann. Diese Aufgaben sind immer innerhalb eines Monats zu erledigen. Hierbei ärgert es mich immer ein wenig, dass keine spezielle Tagesanzeige, sondern nur eine Anzeige für Monat und Jahr vorhanden ist, wobei hier nicht auf die Jahreszahl zurückgegriffen wird, sondern es beispielsweise nur: Juni, Jahr 1 heißt. So kann es schon passieren, dass man die Aufgabe erfüllen will, aber einige Sekunden zu spät dran ist.

Möchte man wissen, wie man sich schlägt, so kann man immer den Auftraggeber befragen, welcher einen manchmal hilfreichen Kommentar abgibt, aber keine speziellen Tipps und Tricks auf Lager hat. Zudem sollte man immer die Gästeliste betrachten, da man hier sehen kann, wie unzufrieden oder glücklich die Besucher des Casinos sind. Die Gäste einzeln zu befragen bringt nicht sonderlich viel, da diese oft nicht konkret sagen, was ihnen nicht gefällt. Gut finde ich es, dass die Spielertypen unterschieden sind: neben den normalen Touristen gibt es auch Profispieler oder sogar VIPs, die in die Casinos kommen und ihr Geld verspielen oder vermehren. Die Namen sind alle leicht abgeändert, aber doch erkennbar: Die ersten meiner prominenten Besucher waren Arnold Schwarzenegger und Clint Eastwood.

Für seine Gäste sollte man auch Betten und Luxussuiten bauen, um die Besucher zum längeren Bleiben zu verleiten und den Gewinn weiter zu steigern. Nach einiger Zeit dürften alle Betten und Suiten ausgebucht sein, hier ist das Baulimit vielleicht etwas zu niedrig angesetzt.

Hat man nun in den Grundzügen sein Casino aufgebaut, sollte man sich bemühen schnellstmöglich die verschiedenen Ausbaustufen wahrzunehmen, denn diese bringen viele sinnvolle Extras. So kann man auf späteren Ausbaustufen endlich auch Klassiker wie Roulette, Poker oder Bakkarat anbieten, welche auch die mit Abstand größten Gewinne abwerfen. Auch Automaten, die richtig bombastisch wirken, kann man nun aufstellen. Zudem bringen die vier Ausbaustufen viele neue Einrichtungen, wie zum Beispiel einen Saal für hohe Einsätze oder ein Fahrgeschäft. Später kann man in den Zimmern auch Internetanschlüsse und Videospiele anbieten, sodass man schon echte Luxuszimmer zur Verfügung stellen kann. Will man Risikospieler anlocken, so kann man neben speziellen Sälen auch spezielle Bereiche für Profispieler anbieten, wo diese nur unter sich sind und nach Herzenslust mit hohen Einsätzen spielen können.

Sinnvoll ist es auch, den Gästen manchmal ein Geschenk in Form eines kleinen Geldbetrages in die Hand zu drücken, um diese etwas anzuspornen und ihnen noch mehr Geld zu entlocken. Die meistens Gäste freuen sich sicher über diese Zuwendung, einige lassen aber auch mal einen recht gemeinen Spruch los und durchschauen das Vorhaben, welches man im Hinterkopf hat. Anfangs denkt man regelmäßig, man könne die neue Herausforderung nicht schaffen, hat man sich in jedem Casino aber erst einmal die Gegebenheiten angeguckt, sind die Casinos (ich bin jetzt im sechsten) doch machbar, vielleicht sogar etwas zu leicht geraten, da man diese doch viel zu leicht schafft. Ich habe bisher nie mehr als zwei Versuche gebraucht und habe mich oftmals doch etwas unterfordert gefühlt. Nach einiger Zeit dürften alle Flächen für Spielautomaten vollgestellt sein und auch alle „Zellen“ dürften bebaut sein. Man wird allerdings nicht nur Spielautomaten erblicken, sondern auch viele Gegenstände, die der Spieler aufstellen muss, um die Attraktivität der Automaten und Tische zu steigern. Alle Besucher wollen sich beim Spielen wohlfühlen und deshalb muss man diese Gegenstände aufbauen. Telweise handelt es sich nur um Pflanzen, später kann man aber auch schon mal einen Sportwagen in sein Casino stellen, der dann auch entsprechend teurer ist, aber auch einen höheren Attraktivitätsgewinn bedeutet.

Sehr praktisch sind auch die sogenannten Overlays, mit denen man die verschiedensten Dinge anschauen kann. Man kann hier prüfen, ob die Tische und Automaten alle attraktiv sind, wie hoch die Einnahmen liegen und vieles weitere. Ich denke, auf diese wichtigen Overlays, wird jeder Spieler von Casino Empire einmal zurückgreifen. Natürlich wird nicht nur die Inneneinrichtung immer luxuriöser, sondern auch das Äußere macht nun richtig was her. Draußen kann man Fahrgeschäfte und sogar eine Monorailbahn anbieten, was ich für eine tolle Idee halte.

Ab dem zweiten Casino hat man es auch mit Konkurrenz zu tun. Man kann für jedes Casino einen Spion anstellen und von nun an Angriffe gegen die Casinos ausführen, welche man allerdings nicht sehen kann, sondern nur in einem Textfenster benachrichtigt wird, ob der Angriff Erfolg hatte. Natürlich muss man selber auch mit Angriffen der Konkurrenz rechnen, diese werden dank eines Spions aber immer vorher angekündigt und so kann man nun das Sicherheitspersonal steigern, wodurch die ungebetenen Gäste schnell wieder vertrieben sein dürften. Alternativ kann man auch probieren, die Angreifer mit 1000$ zu bestechen, diese können allerdings das Geld auch annehmen und dann trotzdem angreifen, den Spieler also hintergehen. Bisher haben mir die Angreifer nie große Probleme bereitet, ich bin selbige dank viel Sicherheitspersonal immer schnell losgeworden. Eine nette Idee der Designer ist es hier auch, die Angreifer verschieden auftreten zu lassen. Es können Anwälte ins Casino kommen, welche Gäste einschüchtern, aber auch Clowns, die Automaten kaputt machen oder Besucher bestehlen.

Anfangs ist es übrigens ganz normal, dass die Konkurrenz mit besseren Werten dasteht. Ich investiere meistens recht viel und bekomme dann auch relativ schnell hohe Einnahmen, während der Computer sein Casino eher bedächtig und langsam aufbaut. Im Endeffekt hat meine Taktik bisher immer geklappt. Teilweise dachte ich schon, ich würde Ziele nicht schaffen, habe dann aber in nur einem Jahr 400.000$ Gewinn gemacht. Freut man sich anfangs über die ersten erwirtschafteten 50.000$, so stößt man doch relativ schnell in ganz andere Dimensionen vor.

Leider gibt es nur acht Casinos zum durchspielen. Selbst ich als Gelegenheitsspieler habe das Spiel ohne große Probleme bis ins sechste Casino gespielt. Dieses habe ich bisher noch nicht probiert, werde es aber in Angriff nehmen, wenn ich wieder etwas mehr Zeit habe. Eine kleine Entschädigung für die wenigen Casinos ist es, dass alle ein verschiedenes Thema haben. Ist das erste Casino noch ganz normal, so ist das zweite an Ägypten und seine Architektur angelehnt. Ein weiteres Casino erinnert an ein Ritterschloss und wiederum ein anderes erinnert von seinem Stil her, stark an die 60er Jahre. Auch die Besitzer unterscheiden sich grundlegend voneinander. Im dritten Casino erinnern die beiden Besitzer beispielsweise sehr an Siegfried und Roy. Im zweiten Casino ist der Besitzer auch wirklich an das ägyptische Flair angepasst. Dementsprechend anders sehen natürlich auch Einrichtungen und Gegenstände aus. Nur Automaten und Tische bleiben immer gleich. Um den Schwierigkeitsgrad etwas zu erhöhen, hat man in einigen Casinos ein kleines Handicap, muss also beispielsweise jeden Monat einen bestimmten Geldbetrag an die Mafia zahlen oder ähnliches.

Interessant ist es auch, dass man an den Tischen, den Vorteil für die Bank verstellen kann. Hier kann man auch über das erlaubte Limit hinausgehen und die Leute richtig betrügen, was allerdings die Besucherzahlen mindern und den Prüfer auf den Plan rufen kann, was hohe Strafen und Prestigeverluste für das Casino zur Folge hätte. Hier sollte man also genau abwägen, ob man dieses Risiko wirklich eingehen möchte oder es nicht doch auf dem ehrlichen Weg versuchen will. Wenn man Pech hat, können Prüfer auch alle Serviceeinrichtungen schließen, wenn das Casino nicht sauber genug ist. Auch das hat selbstverständlich Imageverluste zur Folge und kostet ganz abgesehen davon auch eine Menge Geld.

3.Grafik, Sound und Steuerung

In den Casinos selber betrachtet man alles aus einer isometrischen 2D-Perspektive, sieht also alles von schräg oben. Man hat die Möglichkeit, näher rein zu zoomen oder auch raus zu zoomen. Das rauszoomen kann spielerisch durchaus sinnvoll sein, wenn man mehrere Tische oder Automaten auf einmal anlegen will. Eine sehr nahe Perspektive macht spielerisch kaum Sinn und dient nur dazu, näher am Geschehen zu sein. Ich spiele meistens in der ganz normalen Perspektive, da man in dieser alles gut sieht und dennoch auch spielerisch alles im Griff hat. In der nahen Perspektive offenbaren sich die Grafikschwächen am meisten, da die Grafik doch etwas pixelig und grobkörnig geraten ist und nicht sehr detailreich ist. Das ganze ist zwar nicht hässlich, aber der recht karge Eindruck des Menüs überträgt sich auch auf das ganze Spiel, was ich etwas schade finde. Eine 3D-Ansicht wäre vermutlich nicht umsetzbar, da das gesamte Spiel dann zu unübersichtlich werden würde. Etwas bedauerlich finde ich es, dass man das Spielfeld nicht drehen kann und so teils wichtige Details verloren gehen bzw. einige Automaten schlecht zu erreichen sind, wenn man den Spieleinsatz ändern möchte. Positiv ist allerdings, dass ich noch nie ein Ruckeln festgestellt habe und die Grafik bisher immer flüssig lief.

Manchmal muss man, wie erwähnt, auch draußen etwas bauen. Hierzu muss man in eine komplett andere Perspektive wechseln und findet sein Casino als vorgerendertes Gebäude vor, was heißt, dass das Casino nicht berechnet wird, sondern vorgezeichnet ist. Dennoch ist diese Ansicht recht hübsch geraten und später schaut man sich vor allem bei Nacht gerne sein Casino von draußen an und betrachtet die tollen Änderungen, wie Lichterketten, Feuerwerke und riesige Scheinwerfer.

Die nicht gerade überragende Grafik hat aber natürlich den Vorteil, dass die Systemanforderungen nicht sehr hoch sind. Um Casino Empire zu spielen, benötigt man lediglich einen Pentium mit 300 Mhz, 64 MB Ram und nicht mal eine 3D-Karte. Diese muss nur kompatibel zu Windows sein und eine Auflösung von 800 mal 600 Pixeln darstellen können. Diese Ausstattung dürfte heutzutage bei wirklich jedem Computer vorhanden sein.

Den Sound des Spieles selber habe ich nur einmal laufen lassen. Die Musik ist in Ordnung, passt recht gut zum Casino, ist aber absolut nicht mein Fall. Zum Glück ist eine Option integriert, dass man seine eigenen MP3s laufen lassen kann. Dazu kopiert man diese einfach in einen speziellen Ordner im Spiel und hört von nun an, was man gerne hören möchte. Leider geht dadurch die Sprachausgabe der Gäste im Spiel manchmal verloren bzw. kommt nur bruchstückhaft an, aber meistens sind diese Kommentare sowieso nicht von großer Bedeutung. Die Sprachausgabe der einzelnen Auftraggeber ist relativ gut gelungen und passt zu den Personen, leider ist diese nicht lippensynchron gelungen, sodass es manchmal doch etwas komisch aussieht, wenn die Personen sprechen.

Das gesamte Spiel kann mit der Maus gespielt werden, die Tastatur wird im Grunde nicht benötigt, kann manchmal aber dennoch hilfreich sein. Manchmal kann man einzelne Automaten leider nicht anklicken, hier muss man dann eine ganze Gruppe markieren, indem man einen Rahmen um diese zieht. Das markieren von Besuchern fällt manchmal etwas fummelig aus, dennoch steuert sich Casino Empire sehr leicht und intuitiv, vor allem das aufbauen von Tischen und Automaten ist sehr leicht.

4.Fazit

Normalerweise spiele ich nicht so sehr gerne Wirtschaftssimulationen, aber der Ausflug in dieses Genre hat sich wirklich gelohnt und mir viel Spaß gemacht. Casino Empire wartet mit unzähligen tollen Ideen auf, hätte an einigen Stellen vielleicht aber noch ein wenig mehr Mikromanagement enthalten können, aber auch so ist man durchgängig beschäftigt oder betrachtet in den freien Minuten sein Casino. Über die Schwächen in der Grafik kann ich hinwegsehen, für die nicht gerade überzeugende Spieltiefe ziehe ich allerdings einen Stern ab, sodass ich Casino Empire am Ende 4 Sterne und die verdiente Empfehlung gebe. Zudem kommt Casino Empire der niedrige Preis sehr zugute. Man bezahlt hier im Internet für viel Spaß lediglich 12,99€.

Vielen Dank für das Lesen meines Berichtes. Über Kommentare und Gästebucheinträge freue ich mich immer.

Gruss, euer Stefan.

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