Six Feet Under Testbericht

Six-feet-under
ab 6,33
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5 Sterne
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Summe aller Bewertungen
  • Unterhaltungswert:  sehr gut
  • Informationsgehalt:  gut
  • Präsentation:  sehr gut
  • Spaß:  sehr viel
  • Spannung:  sehr viel
  • Romantik:  viel

Erfahrungsbericht von c_obst

Die Kunst einer Leiche zuzuhören

5
  • Unterhaltungswert:  sehr gut
  • Informationsgehalt:  sehr gut
  • Präsentation:  gut
  • Spaß:  sehr viel
  • Spannung:  viel
  • Romantik:  durchschnittlich

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Seit einiger Zeit läuft jetzt schon die Serie „Six Feet Under“ auf VOX und weil ich bisher noch keine Folge verpasst habe (glaub ich jedenfalls) will ich euch jetzt mal meine Meinung über diese hervorragende Serie mitteilen.

Die Hauptpersonen
Die Fishers
„David Fisher“ gespielt von Michael C. Hall ist Anfangs der Inhaber des Familienunternehmens „Fisher & Sons“, schwul (was keiner erfahren darf) und der Bruder von
„Nathaniel Fisher“ gespielt von Richard Jenkins, der sich einst von seiner Familie und dem Bestattungsinstitut abgewendet hatte und erst nach dem Tod seines Vaters wieder zu seiner Familie zurückfand. Inzwischen ist er Teilhaber der Firma und versucht seine Bestatter-Prüfung abzulegen. Dann gibt es noch die Schwester der Beiden, nämlich
„Claire Fisher“ gespielt von Lauren Ambrose, die Jüngste der drei. Sie geht noch zur Schule und ist total durchgeknallt. In einer der ersten Folgen legte sie z. B. ihrem Ex-Freund einen abgetrennten (echten) Fuß in seinen Spind. Sie kifft und ist auch ziemlich gruftig drauf.
„Ruth Fisher“ gespielt von Frances Conroy ist die Mutter, die nach dem Tod ihres Mannes nicht mehr im Bestattungsunternehmen arbeitet. Sie ist eine sehr reservierte Persönlichkeit mit Kontrollzwang und fertigt jetzt Blumengestecke für
„Nikolai“, den Inhaber des Blumengeschäfts, der etwas von ihr will.
„Brenda Chenowith“ gespielt von Rachel Griffiths ist die Freundin von Nathaniel. Sie ist sehr Emanzipiert und hat einen ausgesprochenen Dickkopf. Außerdem hat sie einen manisch depressiven Bruder, der sich zwischen die Verliebten drängen will und immer mehr zu einem Problem wird.
„Frederico Diaz“ gespielt von Freddy Rodríguez ist der Präparator bei Fisher & Sons und ein Genie in seinem Fach. Er hat eine Frau und seit heute 2 Söhne. Frederico war ein paar folgen lang zum großen Konkurrenten des Familienunternehmens übergelaufen, nämlich
„Kroner“ einer Bestattungsindustrie, die Leichen in Fliesbandarbeit zentral herrichten und alle kleinen Bestattungsunternehmen, auch „Fisher & Sons“ vom Markt drängen wollen.

Die Darsteller
Die Darsteller sind alle samt erste Garde. Jeder einzelne schlüpft perfekt in die Rolle und bringt diese auch sehr realistisch rüber. Die Probleme jedes einzelnen lassen Platz sich selbst damit zu identifizieren. Die Serie stellt viele gesellschaftliche Probleme an den Pranger ohne aber den mahnenden Zeigefinger zu erheben. Eine hervorragende Synthese von Regie und Darstellern.

Die Folgen
Die einzelnen Folgen sind, wie bei jeder anderen Serie auch, immer nach dem gleichen Schema gestrickt. Es gibt ganz zu beginn immer einen Toten (außer es ist Sommerloch), um diese Geschichte wird dann ein zweiter Handlungsstrang, der mehr oder weniger mit dem Verstorbenen zu tun hat, gesponnen. Der zweite Handlungsstrang befasst sich aber immer mit etwas ganz alltäglichen, so kann sich mal die Mutter nicht zwischen ihren Freunden entscheiden oder nimmt mal aus versehen XTC, ist die Tochter auf einem geführten Selbsterfahrungstrip in den Bergen unterwegs und wird wegen Kiffen zurück geschickt, oder David hat mal wieder Probleme wegen seiner Homosexualität. Dieser kombinierte Gegensatz macht die Serie auch so einzigartig. Es wird mit Leben und Tod als alltägliches Geschäft umgegangen, ohne pietätlos zu erscheinen und die Psychen der Hauptdarsteller immer wieder in eine andere Richtung seziert. Das ist auch der Grund dafür, dass immer wieder neue Geheimnisse über jeden einzelnen ans Tageslicht kommen. Außerdem spinnen alle Folgen einen fortlaufenden Handlungsstrang, dem man aber auch noch folgen kann wenn man einige Folgen verpasst hat, und jede Folge an sich bildet eine eigene, abgeschlossene Geschichte.

Der Stand der Dinge
Ich schreib jetzt noch eine kleine Zusammenfassung des Gesamthandlung um die Leute, die erst jetzt bei „Six Feet Under“ einsteigen auch noch mitkommen.
Wie schon gesagt, der alte Herr ist schon längere Zeit tot und David hat das Geschäft im griff als Nathaniel auftaucht um seinem Bruder zu helfen. Das größte Problem der beiden ist ihr großer Widersacher KRONER, der die Firma der beiden aus dem Geschäft drängen will und androht gegenüber von Fisher & Sons eine Filiale zu eröffnen.
Diese Filiale brennt dann eines Nachts ab. Der erste Verdacht fällt natürlich auf die Fishers, aber das ist falsch, wie sich herausstellte hat der Chef von KRONER selbst das Haus angezündet um von der Versicherung abzukassieren, dafür gibt es aber leider keine Beweise, doch die Fishers stehen nicht mehr unter Tatverdacht.
Ruth arbeitet nicht mehr im Geschäft mit und hat stattdessen in einem Blumenladen angefangen und kann sich nicht entscheiden wen sie jetzt wirklich liebt, den Chef des Ladens oder einen guten Freund.
David hat riesen Probleme mit seiner Homosexualität und versucht es so gut es eben geht zu verheimlichen. Dazu kommt auch noch, dass sein Freund, ein Polizist, mit ihm schlussgemacht hat.
Die Beziehung von Nathaniel funktioniert zwar recht gut (mit Höhen und Tiefen), aber der Bruder von Brenda, der bekanntlich manisch depressiv ist und auch mal seine Medikamente weglässt nur um auszuprobieren wie er sich fühlt, wird immer mehr zu einem Problem. Der Bruder ist total fixiert auf Brenda und kann sich mit ihrem Freund nicht wirklich anfreunden, er hat das Gefühl, dass ihm Nathaniel seine Schwester wegnimmt und drängt sich mehr und mehr in derer Leben.
Frederico arbeitete eine Zeit lang bei KRONER weil die ihm eine eigene Filiale versprochen hatten. Aus der Filiale wurde nichts und er kam zu Fisher & Sons zurück. Sein großer Traum wäre es Partner in der Firma zu werden aber das wird wohl nie passieren. Er hat übrigens eine Frau und zwei Kinder.
Claire hat riesen Probleme mit ihrem Freund, da dessen kleiner Bruder (9 Jahre alt) sich aus versehen selbst erschoss. Ihr Freund hat sich auch schon einen Selbstmordversuch hinter sich und wie es mit den beiden weiter geht liegt noch vollkommen im Dunkeln.
Soviel zu meiner kurzen Zusammenfassung.

Fazit
„Six Feet Under“ ist endlich mal wieder eine Serie, die keine Replica einer anderen ist. Der vorbehaltlose Umgang mit Leben und Tod und der tiefe Blick in die Seelen der Figuren macht sie zu etwas ganz besonderem. Das ist eine Serie die, wenn sie Ihr Format behält, noch Ewigkeiten laufen kann.

Die Serie läuft übrigens Dienstags um 22:15 Uhr auf VOX.

18 Bewertungen, 1 Kommentar

  • pauline

    21.07.2004, 02:44 Uhr von pauline
    Bewertung: sehr hilfreich

    ... Bericht. Ich habe leider einige der Folgen verpasst, aber jetzt da die Serie eine Stunde früher kommt, dürfte das nicht mehr passieren. Und Dank erstklassiger Berichte, findet man ja auch wieder rein. Viel Spass und weiterhin Erfolg wün