Skoda Favorit Testbericht

Skoda-favorit
Abbildung beispielhaft
ab 15,40
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Erfahrungsbericht von mawirtz

Geizkragens Favorit

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Endlich wieder ein eigenes Auto!!! Und zum ersten Mal ist es wirklich mir ganz allein, nicht auf irgendwen anderes zugelassen oder so, nein, MEINSMEINSMEINS! :o]
Und was für ein Auto, ein Skoda Favorit, allerdings nicht die oben abgebildete Limousine, sondern die Pick- Up- Version mit großer Ladefläche und Hardtop - genau richtig für fette Touren mit meinen beiden Fiffis + Gassihund Amico!!!

Aber erst mal von vorne:

1) Wie ich zu dem Auto kam
Der Wagen gehörte meiner Tante, die ihn aber als „Scheiss Blechkiste\" bezeichnete und das Auto so gut wie nicht benutzt hat. Er ist zwar Baujahr 1992, erstmals zugelassen ist er jedoch 94, dann wurde er 1998 wieder stillgelegt mit gerade mal 13.000 Kilometern auf dem Tacho. Mein Pappa hat ihn meiner Tante für lau abgequatscht, in der Werkstatt eines Bekannten optisch und technisch wieder flott gemacht und beim TÜV zur Generalabnahme vorgeführt (wie ein Neuwagen, weil er mehr als 3 Jahre stillgelegt war), was alles ohne Probleme von statten ging. Und dann hat er den Wagen mir geschenkt! Der ist so gut wie neu!!!

2) Die Optik
Von außen:
Nun ja, siehe Bild, man muss ihn einfach mögen! Im Gegensatz zum heute modernen Design Marke „rundgelutschtes Sahnebonbon\" ist das Aussehen des Skoda Favorit ziemlich markant. Fast schon 70ies- mäßig... mir gefällt er ganz gut, aber ich sitze ja auch meistens drin und nicht davor... meiner ist übrigens weiß, so wie auf dem Bild. Statt Rücksitzbank und Kofferraum hat er eine Ladefläche - so in etwa wie ein VW Caddy.
A propos drinnen:
Nüchternes Funktionaldesign, wo man hinblickt... braune Plaste und Elaste, jedoch alles recht solide. Tacho, Uhr und Tankuhr teilen sich das Armaturenbrett zusammen mit den üblichen Kontrolleuchten. Alles ist übersichtlich und gut erreichbar und erinnert mich sehr an das alte Polo- Innenleben. Pappa hat nachträglich einen Zigarettenanzünder eingebaut, der fehlt nämlich von Haus aus. Dass man so ein Teil braucht, um sein Handy aufzuladen - daran hatten die Skoda- Menschen damals bestimmt noch nicht gedacht...

3) Fahreigenschaften
Insgesamt würde ich das Temperament des Favorit als „extrem gutmütig\" bezeichnen. Abrupte Richtungswechsel bringen ihn ebensowenig aus der Fassung wie scharfe Bremsmanöver. Fährt man zu schnell in die Kurve, untersteuert er nur leicht, wobei das Heck sauber in der Spur bleibt.
Das Fahrwerk ist äußerst weich gefedert, was wohl nicht dem deutschen Geschmack entspricht, ich finde es allerdings geil, weil die Stadt Frankfurt im Moment keine Kohle hat, um die Straßenschäden zu reparieren. Schlaglöcher und Kölner Teller versteckt der Favorit geflissentlich vor meinem „Prinzessin-auf-der-Erbse\"- Hintern...
ABS, ISP und sonstiges sucht man bei dem Skoda Favorit allerdings vergebens... hier bestimmt der Fahrer, wo es lang geht, das hat den Nachteil, dass man nicht zu übermütig fahren darf (soll man sowieso nicht) und den Vorteil, dass der Wagen auch nach einem Kurzschluss noch fahrbereit ist und nicht in die Werkstatt muss *fg*. Verglichen mit anderen Autos in dieser Altersklasse ist das Fehlen solcher Spezifitäten eher Standard...
Motor: 4 Zylinder Ottomotor mit U- Kat; 44 kW bei 5.000 U/min. Trotz 60 PS bei einem Leergewicht von gerade mal 860 kg zieht er nicht gerade die Wurst vom Teller... Der Motor möchte früh geschaltet werden und schnurrt in der Stadt gerne bei Tempo 50 im 4. Gang. Das hilft natürlich beim Sprit sparen, aber ich kann mir gut vorstellen, dass es Leute gibt, die lieber einen flotteren Schuh fahren. Meine Wenigkeit, die es nicht sonderlich eilig hat, kann mit dieser gemütlichen Beschleunigung leben. Man kann den Wagen natürlich auch flotter fahren, was natürlich eine gewisse Lärmtoleranz erfordert... gerade im City- Verkehr lohnt sich das allerdings selten, da die meisten „Grünen Wellen\" auf eine bedächtige Fahrweise ausgelegt sind ;o)
Auf der Autobahn ist bei Tempo 140 Schicht im Schacht - schneller geht es nicht, und Klassische Musik im Radio hören kann man sich bei dem Tempo auch abschminken. Höchstens Rock...

4. Übersichtlichkeit und Wendigkeit
Nun gerade in der Stadt gibt es immer einen Kampf um freie Parkplätze, und die sind nicht gerad üppig formatiert... auf der vergeblichen Suche nach extra langen und breiten „Frauenparkplätzen\" (z.B. an Einfahrten und Kreuzungen) habe ich es bisher noch immer ohne Rempler in die „Landeierparkplätze\" (für eine große Limousine mit ordentlich Platz davor und dahinter) reingeschafft... durch die Kabine, die an den Seiten geschlossen ist, sieht man herzlich wenig und ich muss nur mit Hilfe der Spiegel einparken, was eine gewisse Routine erfordert (und die kommt nicht von heute auf morgen, aber meine Parkplätze werden immer kleiner :o] ). Auch ohne Servolenkung lässt sich der Wagen gut manövrieren, ein paar Fruchtzwerge mehr du dös passt scho... (ich bin eine eher zierlich gebaute kleine weibliche Person mit überwiegend sitzender Tätigkeit und ich dreh mir dabei keinen Wolf - wer was anderes behauptet, bekommt von mir das goldene Weichei im Becher verliehen!!! ).

5. Platzangebot
Vorne haben 2 Leute Platz. Da ich mit meinen 1,63 Metern und Konfektionsgröße 36 bestimmt nicht an die Kapazitätsgrenzen eines Autos stoße, kann ich aufgrund des Volumens um mich herum nur vermuten, dass der Wagen auch für größere und dickere Menschen noch bequem ist... ab 1,90 m könnte ich mir allerdings vorstellen, dass man ein wenig auf seinen Scheitel achten muss...
Die Ladefläche misst etwa 1,50 x 1,60, die abnehmbare Kabine beschränkt das ganze in der Höhe auf etwa 1,40 m. Bei einer Zuladung von 500 kg könnt ihr Euch ja ausmalen, was man da alles mit anstellen kann. Die Wohnmobiltauglichkeit habe ich schon getestet ... wie gesagt, manchmal ist es echt gut, dass ich so klein bin...

6. Kosten / Verbrauch
Soweit ich weiß, hat der Wagen damals neu 12.000 DM gekostet, die Kabine nochmal 3.800 DM. Bezahlt habe ich wie gesagt nix. Der Wagen ist als LKW zugelassen und kostet dadurch in der Steuer jährlich schlappe 78 Euro. Die Versicherung kommt etwas teurer als ein normaler PKW. Da das mein erster eigener Wagen ist und ich mitten in Frankfurt wohne, schlägt das Ganze bei SF2 mit saftigen 600 Euro im Jahr zu Buche. Aber das wird ja immer weniger...
An der Tankstelle kommen einem ja im Moment echt die Tränen... zumal ich den Skoda in der Regel im Berufsverkehr der City fahre und für eine Strecke von vielleicht 6 Kilometern an mindestens 5 Ampeln halten muss. Bei diesem Stop and Go, Anfahren und Bremsen, im Leerlauf warten und wieder losfahren genehmigt das Auto sich 8 bis 10 Liter auf 100 Kilometer, vor allem, weil bei kaltem Motor die Leerlaufautomatik dafür sorgt, dass der Motor schön hoch dreht. Auf der Autobahn ist der Skoda wesentlich genügsamer und nippt so um die 6 Liter.
Da der Wagen noch voll mechanisch funktioniert, halten sich die Reparatur- und Wartungskosten im Rahmen. Vieles kann man (sogar ich) selber machen, ohne in eine teure Werkstatt fahren zu müssen. Die Ersatzteile sind billig, wenngleich auch etwas schwer zu beschaffen (zum Glück weiß ich eine Garage, wo noch 2 Favorit zum Ausschlachten rumstehen - liebe Grüße an dieser Stelle an Herrn Krämer in Beaumarais, vielleicht sie ihm ja mal jemand bei Gelegenheit ausrichten).

7. Sonderzubehör/ Extra- Ausstattung
Nix gibt es. Ein Auto ist ein Auto ist ein Auto. Irgendwie eine sympathische Philosophie in Zeiten, wo einem der moderne Karren schon das Denken abnimmt.

8. Was mir sonst noch so gefällt
Für den Winterbetrieb gilt: Einsteigen - anlassen - losfahren... Zuverlässigkeit auch bei niedrigen Temperaturen zeichnen den Wagen aus, dank einer robusten Startautomatik. Und die Heizung erst.... jeder Hundebesitzer weiß gerade im Winter eine funktionierende Heizung zu schätzen... schon eine halbe Minute nach dem Start wird es wohlig warm!
Diebstahlsicherung: zwar nicht elektronisch, aber effektiv! Man kann mit einem einfachen Handgriff einen Teil der Benzinleitung raushebeln und in die Hosentasche stecken, schon steht der Wagen garantiert so lange an Ort und Stelle, bis man wieder da ist ;oD

Fazit:
Lessness in Reinstform. Und dabei viel Auto für wenig Geld. Für alle, die nur mitsamt Gepäck von A nach B wollen und keine Wert auf Prestige legen, ist der Skoda Favorit ein guter Tipp. Der Wagen ist robust, günstig in der Anschaffung und durchschnittlich im Verbrauch. Was ihn meiner Meinung nach wirklich empfehlenswert macht, ist die Zuverlässigkeit - und natürlich die Heizung *ggg*

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