Erfahrungsbericht von derDude87
SoftAir - Das inoffzielle SoftAir-Event in Augkrug nahe Hamburg
Pro:
- weckt Urinstinkte - macht mit richtigem Equippment eine Mordsgaudi - fordert die Sinne - trainiert Bein- und Armmuskulatur
Kontra:
- billige Imitate gehen schnell kaputt - gute Waffen kosten eine Menge Geld - Munition geht schnell alle - bei unzureichender Panzerung extreme Verletzungsgefahr!
Empfehlung:
Ja
Als mein Nachbar sein aus Polen für 5 Euro gekaufte, federbetriebenes Kalashnikow-Imitat zeigte, wusste ich erstmal nicht, was ich davon halten sollte, bis er mit dem Teil auf meinen linken Fuss schoss. Ein extrem unangenehmes Ziehen machte sich unter der nicht schützenden Socke breit, aber irgendwie fand ich das Ding goil (auch wenn es bereits nach einer Woche oder so im Arsch war...).
Doch genau dieser Schuss brachte mich näher an \"Counterstrike real\", wie ich es nur noch nenne: SoftAir-Sport der extremen Art! Zum Glück fand bald ein Konzert der Band statt, in der sein (der Nachbar) Vater drin war, und genau dieses Konzert war in der Nähe eines großen Wohnhauses in einem kleinen Ort namens Augkrug, der circa 40 Kilometer nördlich von meiner Heimatstadt Hamburg liegt.
Hier gab es direkt neben dem Haus ein riesiges Grundstück mit einem Zeltplatz auf einer planen Fläche, auf der anderen Seite war ein Feld mit hohem Gras, zwischen den beiden Arealen war ein kleines Waldstück und das gesamte Gelände war von Wald umzäunt - ideale Bedingungen für ein zünftiges SoftAir-Match...
Da Marco (der Nachbar) und ich uns perfekt ausstaffiert hatten, mit aus dem Internet bestellten Marken-SoftAirs, dazugehöriger Munition und sogar echten gebrauchten Bundeswehr-Uniformen, Sturmhauben, (natürlich) Schutzbrillen für die Augen und Stiefeln, fühlte ich mich in voller Montur wie ein echter Soldat - ein großatriges Gefühl. Wir hatten uns (wie fast alle anderen) im Zelt umgezogen und kamen auch da herausgestiefelt. Meine Eltern waren schockiert, aber nahmen es hin, dass wir unseren Urinstinkt (SPIELEEEN!!) unbedingt ausleben wollten.
Bald merkten wir, dass die Konkurrenz nicht geschlafen hatte: In Altersklassen zwischen 14 und 21 krochen sie, einige mehr, einige kaum gepanzert, aber voll bewaffnet, aus ihren Zelten und sammelten sich in der Mitte des Zeltplatzes. Es sah aus wie ein Camp von Taliban-Terroristen. Apropos Taliban: Einige hielten es für eine großartige Idee, sich als Taliban/ El Quaida-TErroristen auszuputzen, wickelten ein T-Shirt um ihren Kopf, setzten eine präparierte Taucherbrille auf und trugen Army-Hosen - ein extrem komischer Anblick, der sich für sie allerdings später als kleiner Nachteil erweisen sollte...
Dann ging es los: Wir teilten uns in zwei faire Teams auf. Ich kam mit Marcos zum Glück in daselbe Team, von daher wurde es für mich noch spaßiger. Wir machten folgendes aus: Eine Gruppe verschanzt sich im kleinen Waldstück, die andere greift aus dem Teil mit dem hohen Gras an und versucht, die Stellung zu erobern. Was mit einem Zeitfenster von zwanzig Minuten gesetzt wurde, zog sich fast drei Stunden hin: Die Angreifer trauten sich nciht, vorzustoßen. Die, die es versuchten, wurden schmerzhaft von den Verteidigern mit einem Trommelfeuer von Plastikkügelchen empfangen, das sich gewaschen hatte. Also sprang alles in eine kleine Nische vor dem Waldstück, die ungefähr zehn Meter vor demselben war. Ein Stellungskrieg wie im Ersten Weltkrieg hatte sich gebildet, bei dem Urinstinkte hochkamen. Das Adrenalin pumpte wie blöde das Blut in jede einzelne Vene, der Schmerz, wenn die Kugeln auf die eher nicht so gut gepanzerten Stellen (sprich: Augenbrauenregion, Wangen, Waden, Hände) auftraten, war höllisch. Diejenigen, die keine Knarre hatten, aber dennoch mitmachen wollten, ladeten für die Leute mit Wummen die Waffen nach, während über uns die Kügelchen mit fast 90 km/h oder mehr um die Ohren flogen. Und während uns die Munition ausging, hatten die Verteidiger keine Ahnung, als die \"Taliban-Gruppe\" (die aufgrund ihrer nicht allzu großen Ahnung vom SoftAir-Sport und der dazugehörigen Panzerung erst nicht mitmachen wollten) sich urplötzlich in das Geschehen einmischte und das Kampfchaos perfekt machte. Ohne Rücksicht auf Verluste holte sich die \"Taliban-Gruppe\" das Waldstück von unseren ehemaligen Feinden, die sich jetzt uns anschlossen. Zusammen haben wir dann den \"Taliban\" die Hölle heiss gemacht, die immer wieder einen Ausbruch aus ihrem Bunker veruschten, aber niemals über die Grenze zwischen Wäldchen und Feld kamen. Irgendwann gaben sie auf, da sie doch eine ganze Menge blaue Flecken und einer sogar einen Knöchelbruch (er war im Wäldchen über eine Baumwurzel gestolpert und hatte sich den Fuss umgeknickt) hinnehmen mussten. Uns ging es nciht anders: Von den Angreifern (23 Leute) blieben nur zwei Leute ohne irgendwelche Blessuren, der Rest (auch unsere 8 Naychladejungs/-mädels) war mit blauen Flecken im Gesicht, an den Händen, den Waden und dem Rücken übersät - kein schöner Anblick. Auch das ehemalige Verteidigerteam (19 Leute) hatte solche Blessuren, hier waren aber alle irgendwie getroffen worden. Und das Chaos-Taliban-Team (27 Leute) - naja, siehe oben...
kurzum, es war schon ein Spaß der seinesgleichen sucht, aber große Mankos sind die hohe Verletzungsgefahr, die Gefahr, dass die billigen Polen-Knarren schnell kaputt gehen (meine hielt, war aber auch keine billige Polen-Version, sondern kostete fadt 50 Euro...), und ausserdem, dass die Munition extrem flott ausgeht, und, wenn man sich ordentlich schützen und ausrüsten will, ist man schnell 90 Euro für gutes Equippment los.
Pros sind natürlich: Man ist an der frischen Luft, \"Counterstrike real\" macht eine Mordsgaudi, fordert die Sinne, gibt einem den gewissen Adrenalinkick und es weckt Urinstinkte, die man wahrscheinlich schon fast vergessen hat...
Doch genau dieser Schuss brachte mich näher an \"Counterstrike real\", wie ich es nur noch nenne: SoftAir-Sport der extremen Art! Zum Glück fand bald ein Konzert der Band statt, in der sein (der Nachbar) Vater drin war, und genau dieses Konzert war in der Nähe eines großen Wohnhauses in einem kleinen Ort namens Augkrug, der circa 40 Kilometer nördlich von meiner Heimatstadt Hamburg liegt.
Hier gab es direkt neben dem Haus ein riesiges Grundstück mit einem Zeltplatz auf einer planen Fläche, auf der anderen Seite war ein Feld mit hohem Gras, zwischen den beiden Arealen war ein kleines Waldstück und das gesamte Gelände war von Wald umzäunt - ideale Bedingungen für ein zünftiges SoftAir-Match...
Da Marco (der Nachbar) und ich uns perfekt ausstaffiert hatten, mit aus dem Internet bestellten Marken-SoftAirs, dazugehöriger Munition und sogar echten gebrauchten Bundeswehr-Uniformen, Sturmhauben, (natürlich) Schutzbrillen für die Augen und Stiefeln, fühlte ich mich in voller Montur wie ein echter Soldat - ein großatriges Gefühl. Wir hatten uns (wie fast alle anderen) im Zelt umgezogen und kamen auch da herausgestiefelt. Meine Eltern waren schockiert, aber nahmen es hin, dass wir unseren Urinstinkt (SPIELEEEN!!) unbedingt ausleben wollten.
Bald merkten wir, dass die Konkurrenz nicht geschlafen hatte: In Altersklassen zwischen 14 und 21 krochen sie, einige mehr, einige kaum gepanzert, aber voll bewaffnet, aus ihren Zelten und sammelten sich in der Mitte des Zeltplatzes. Es sah aus wie ein Camp von Taliban-Terroristen. Apropos Taliban: Einige hielten es für eine großartige Idee, sich als Taliban/ El Quaida-TErroristen auszuputzen, wickelten ein T-Shirt um ihren Kopf, setzten eine präparierte Taucherbrille auf und trugen Army-Hosen - ein extrem komischer Anblick, der sich für sie allerdings später als kleiner Nachteil erweisen sollte...
Dann ging es los: Wir teilten uns in zwei faire Teams auf. Ich kam mit Marcos zum Glück in daselbe Team, von daher wurde es für mich noch spaßiger. Wir machten folgendes aus: Eine Gruppe verschanzt sich im kleinen Waldstück, die andere greift aus dem Teil mit dem hohen Gras an und versucht, die Stellung zu erobern. Was mit einem Zeitfenster von zwanzig Minuten gesetzt wurde, zog sich fast drei Stunden hin: Die Angreifer trauten sich nciht, vorzustoßen. Die, die es versuchten, wurden schmerzhaft von den Verteidigern mit einem Trommelfeuer von Plastikkügelchen empfangen, das sich gewaschen hatte. Also sprang alles in eine kleine Nische vor dem Waldstück, die ungefähr zehn Meter vor demselben war. Ein Stellungskrieg wie im Ersten Weltkrieg hatte sich gebildet, bei dem Urinstinkte hochkamen. Das Adrenalin pumpte wie blöde das Blut in jede einzelne Vene, der Schmerz, wenn die Kugeln auf die eher nicht so gut gepanzerten Stellen (sprich: Augenbrauenregion, Wangen, Waden, Hände) auftraten, war höllisch. Diejenigen, die keine Knarre hatten, aber dennoch mitmachen wollten, ladeten für die Leute mit Wummen die Waffen nach, während über uns die Kügelchen mit fast 90 km/h oder mehr um die Ohren flogen. Und während uns die Munition ausging, hatten die Verteidiger keine Ahnung, als die \"Taliban-Gruppe\" (die aufgrund ihrer nicht allzu großen Ahnung vom SoftAir-Sport und der dazugehörigen Panzerung erst nicht mitmachen wollten) sich urplötzlich in das Geschehen einmischte und das Kampfchaos perfekt machte. Ohne Rücksicht auf Verluste holte sich die \"Taliban-Gruppe\" das Waldstück von unseren ehemaligen Feinden, die sich jetzt uns anschlossen. Zusammen haben wir dann den \"Taliban\" die Hölle heiss gemacht, die immer wieder einen Ausbruch aus ihrem Bunker veruschten, aber niemals über die Grenze zwischen Wäldchen und Feld kamen. Irgendwann gaben sie auf, da sie doch eine ganze Menge blaue Flecken und einer sogar einen Knöchelbruch (er war im Wäldchen über eine Baumwurzel gestolpert und hatte sich den Fuss umgeknickt) hinnehmen mussten. Uns ging es nciht anders: Von den Angreifern (23 Leute) blieben nur zwei Leute ohne irgendwelche Blessuren, der Rest (auch unsere 8 Naychladejungs/-mädels) war mit blauen Flecken im Gesicht, an den Händen, den Waden und dem Rücken übersät - kein schöner Anblick. Auch das ehemalige Verteidigerteam (19 Leute) hatte solche Blessuren, hier waren aber alle irgendwie getroffen worden. Und das Chaos-Taliban-Team (27 Leute) - naja, siehe oben...
kurzum, es war schon ein Spaß der seinesgleichen sucht, aber große Mankos sind die hohe Verletzungsgefahr, die Gefahr, dass die billigen Polen-Knarren schnell kaputt gehen (meine hielt, war aber auch keine billige Polen-Version, sondern kostete fadt 50 Euro...), und ausserdem, dass die Munition extrem flott ausgeht, und, wenn man sich ordentlich schützen und ausrüsten will, ist man schnell 90 Euro für gutes Equippment los.
Pros sind natürlich: Man ist an der frischen Luft, \"Counterstrike real\" macht eine Mordsgaudi, fordert die Sinne, gibt einem den gewissen Adrenalinkick und es weckt Urinstinkte, die man wahrscheinlich schon fast vergessen hat...
6 Bewertungen, 1 Kommentar
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23.12.2005, 13:02 Uhr von Saunagaenger
Bewertung: sehr hilfreichsehr guter bericht
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