Früh Kölsch Testbericht
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Erfahrungsbericht von newsboard
Das HEILIGE KÖLN und sein eigenes Bier, das KÖLSCH
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Wer als Rheinländer in den Süden verschlagen wird, der bekommt viel erzählt von alten, recht frommen Biersorten, die Mönchs und Klosternamen tragen, und einzigartig sein sollen, - dabei braut ganz Bayern nach denselben Grundregeln, dem so genannten Reinheitsgebot irgend eines alten Fürsten namens Max, der schon lange tot ist. Jedenfalls unter Münchnern könnte man fast denken die Bayern haben das Bier erfunden, und meinen es deshalb in wuchtigen derben Maßkrügen, literweise saufen zu müssen. Da bleibt dann eben auch mancher auf der Strecke oder unter dem Tisch.
Die Rheinländer gehen da anders vor.
Da hat z.B. Düsseldorf, die Residenz- und Landeshauptstadt sein Üriges, ein würziges, kräftiges Gebräu, das vielen mundet, das heilige Köln hingegen, wie könnte es anders sein, sein eigenes Wässerchen, passend zum Ort „Kölsch“ genannt.
Unter dem Begriff Stange kennt man ein schlankes, schmales aber hohes Bierglas, das typisch ist, da gehen dann aber nur 0,2 l rein, so dass man gleich 5 trinken kann, und immer noch nur einen Liter getrunken hat.
Auch gilt dieses Bier als leichter, bekömmlicher, da kann man ruhig 10 oder 20 Gläsetr trinken, oder auch mehr, am nächsten Morgen hat man keinen schweren Kopf, der uns anbrummt wie ein alter, griesgrämiger Bär.
Recht sachlich sei festgestellt, dass medizinische Untersuchungen ergeben haben, dass das Rheinische Bier, wenn regelmäßig und in angemessenen Mengen genossen, die Gesundheit erheblich fördern soll. Auch bei Erkältungen wird Bier im Rheinland erfolgreich als Therapiemittel eingesetzt, - das ist kein Scherz, - es gibt eine Biersuppe und einen warmes, eigentlich Kochendes Bier, das Bier kochend heiß getrunken, gilt als eines der bewährtesten Hausmittel gegen Schnupfen und Erkältung, seit alters her.
Jedenfalls liebt der Kölner abgöttisch sein Kölsch, wobei es da auch eine Vielzahl von konkurrierenden Geschmacksrichtungen gibt, auch hier könnte man sagen, wie in Bayern, fast jeder Mönch dürfte einstmals sein eigenes Bier gebraut haben, - noch heute finden wir unter den bekanntesten Namen Dom, Gaffel, Gilden, Römer, Sester, Severins, Sion, und Zunft-Kölsch.
Felskrone, Ganser, Giesler, Kurfürsten, Mühlen, Pfäffgen, Peters, Reissdorf und Steffi sollten wir nicht vergessen, - Traditionell, m. E. am bekanntesten sind Küppers Kölsch, ein Begriff wie Löwenbräu in München, und Früh Kölsch, auf welches ich hier als das beste und beliebteste, zurückkommen werde.
Im Bier-Fußball sind die Kölner den Münchnern übrigens eine Nase voraus: Köln hat sogar sein eigenes 1. FC Kölsch Kölsch, - stellt Euch vor die Münchner Bayern hätten ihr eigenes 1. FC Bayern Bräu, - da sind die noch gar nicht drauf gekommen, - oder es kam so schlecht an, dass sie es sofort gelassen haben.
Jedenfalls, das in Köln wohl begehrteste, so wurde ich schon bei meinem ersten Besuch in Köln aufgeklärt, ist das Früh, den örtlichen bekannt als „Früh am Dom“, das ist der Brauereiausschank, wie man anderswo sagen würde, - wie der Name erahnen lässt, noch im Schatten des Domes gelegen, - über den Domplatz zu erreichen.
Gewohnheitsgemäß kann ich es nicht lassen, hier eine berühmte Besonderheit einzuflechten, die Freunde von Feen, Zwergen und Märchen lieben könnten.
Wer hat nicht schon von den lieben, arbeitswilligen Heinzelmännchen gehört, die ehemals in Köln für die Schneider, Schuster und andere Handwerker und ihre Gesellen die Arbeit machten, - Ihr erinnert Euch noch? – Die Kölner, das waren die, wo das Handwerk den goldensten Boden hatte, - verdienten die Handwerker doch ihr Geld im Schlaf, durch die geheime Arbeit der stadtheimischen Wichtelmänner.
Alle kennen das Dilemma, wieder einmal war es eine neugierige Frau, die es genauer wissen wollte, und um gewarnt zu werden wann und wie die Kleinen ihre Arbeit machten, Erbsen im Hause verstreute, so dass die gutmütigen Wichtel, als sie anrückten ganz übel ins Ausrutschen und stolpern kamen, - ob sie sich dabei ernsthaft verletzt haben, ist nicht überliefert, jedenfalls dürfte es niemanden wundern, dass die lieben Kerlchen recht kräftig sauer waren, - erst machten sie unentgeltlich die ganze Arbeit nachts und allein, dann stellte man ihnen noch so üble Fallen, - und, ähnlich wie einst die Ratten in Hameln, beschlossen sie einstimmt auszuziehen, und die heilige, ihnen scheinbar doch recht feindliche Stadt, für immer, jedenfalls als Hauptwohnsitz, endgültig zu verlassen. Auch was die Arbeit anging, da traten sie in Streik und wurden eben nie mehr gesehen.
Warum habe ich Euch das alles erzählt? Erstens ging es um rheinische Vergangenheit, zum anderen ging es um die genauere Lagebeschreibung, gegebenenfalls die Aufklärung des alten Sachverhalts. Als den Heinzelmännchen, - wie in Köln immer ein echt existierender Vorname, - die hießen eben mit Vornamen der Einfachheit halber alle Heinz, mit einem einzigartigen Volkslied eine noch größere Popularität zuwuchs baute man ihnen an der Sytelle der bösen Tat einen großen Springbrunnen, den Heinzelmännchen-Brunnen. Dieser zeigt noch heute die hohe Treppe, die fallenden Wichtel, und oben auf der Treppe die diesen Heimleuchtende neugierige Ehefrau des Handwerksmeisters.
Habt ihr diesen Brunnen, dann habe ihr auch das „Früh am Dom“ gefunden, - es liegt dem Brunnen direkt gegenüber.
Böse Stimmen behaupten ja, dass die armen Heinzelmännchen nur mit dem Gatten der Bösen Frau gegenüber, im Früh am Dom, eins Trinken waren, und etwas über den Durst getrunken hatten und daher auf der Treppe stolperten, - die Erbsen konnte die Polizei jedenfalls, so ist überliefert, der Frau nicht mehr nachweisen.
Vielleicht sollten wir noch zwei Vornamen nachtragen, die wichtig sein könnten, wenn Ihr Euer Kölsch haben wollt: Da gibt es, z.B. im Früh am Dom, viele flinke Kellner, und die heißen, nach der Tradition alle Jakob, - nach einem flinken Jakobus kurz „Köbes“, - so nennt man eben die Kölsch-Kellner hier. Probleme geben könnte es hingegen, wenn jemand bei Peter, hier Pitter, ein Kölsch bestellen wollte, - denn das ebenso berühmte Pittermännchen kann nicht bedienen, es ist zu dick und rund, - ein kölnisches Pittermännchen ist eines der vielen, außer Haus recht beliebten Fässer gefüllt mit Kölsch-Bier.
Was der Kölner liebt, das will er bei sich haben, so kam es zu den Pittermännchen, die es, in verschiedenen Größen, von 10 bis 50 Liter gibt. Ursprünglich für Kölner auf Reisen gedacht, hat sich inzwischen die gute Qualität herumgesprochen, und man exportiert das edle Nass weltweit. Für weniger traditionsbewusste gibt es natürlich auch die Partyfässer zu 5 Liter und Flaschen zu 0,33 und 0,5, sowie 0,33 Liter Dosen, - alles jeweils zu recht angemessenen Preisen, mit denen man gut leben kann.
Nochmals zum Geschmack, das Kölsch schmeckt nicht zu bitter, sondern leicht, spritzig-erfrischend, es gibt Leute die behaupten, das es von Schluck zu Schluck besser und nach mehr schmecke.
Was unser traditionsreiches, beliebtes Früh Kölsch angeht, so ist es wohl das edelste, gediegenste. Es schmeckt nun einmal noch etwas milder, süffiger, - da sollte es niemanden wundern, wenn auch die Heinzelmännchen seinerzeit schon zu tief ins Glas geschaut haben.
Gerade wegen des Gefühls der Leichtigkeit, der Bekömmlichkeit, wird das Kölsch, insbesondere von Bajuwaren, oft auch unterschätzt, - die glauben halt, dass man es hier mit besserem Wasser zu tun habe, - und trinken eben am Ende doch etwas zu viel, - unterschätzt daher bitte nicht den dennoch angemessen hohen Alkohlgehalt von etwa 4,8 % Alkohol, wenn ich mich, richtig erinnere. Dem Geschmack nach würde man dem freundlichen, leckeren Kölsch das niemand zutrauen!
Für Junge und Ortsfremde kurz zusammengefasst: Früh am Dom Kölsch ist Cool, ist Kult, wer Köln besucht sollte es kosten, auch gegen die Warnung seines Arztes oder Apothekers vor zu umfangreichem Verzehr.
Die Rheinländer gehen da anders vor.
Da hat z.B. Düsseldorf, die Residenz- und Landeshauptstadt sein Üriges, ein würziges, kräftiges Gebräu, das vielen mundet, das heilige Köln hingegen, wie könnte es anders sein, sein eigenes Wässerchen, passend zum Ort „Kölsch“ genannt.
Unter dem Begriff Stange kennt man ein schlankes, schmales aber hohes Bierglas, das typisch ist, da gehen dann aber nur 0,2 l rein, so dass man gleich 5 trinken kann, und immer noch nur einen Liter getrunken hat.
Auch gilt dieses Bier als leichter, bekömmlicher, da kann man ruhig 10 oder 20 Gläsetr trinken, oder auch mehr, am nächsten Morgen hat man keinen schweren Kopf, der uns anbrummt wie ein alter, griesgrämiger Bär.
Recht sachlich sei festgestellt, dass medizinische Untersuchungen ergeben haben, dass das Rheinische Bier, wenn regelmäßig und in angemessenen Mengen genossen, die Gesundheit erheblich fördern soll. Auch bei Erkältungen wird Bier im Rheinland erfolgreich als Therapiemittel eingesetzt, - das ist kein Scherz, - es gibt eine Biersuppe und einen warmes, eigentlich Kochendes Bier, das Bier kochend heiß getrunken, gilt als eines der bewährtesten Hausmittel gegen Schnupfen und Erkältung, seit alters her.
Jedenfalls liebt der Kölner abgöttisch sein Kölsch, wobei es da auch eine Vielzahl von konkurrierenden Geschmacksrichtungen gibt, auch hier könnte man sagen, wie in Bayern, fast jeder Mönch dürfte einstmals sein eigenes Bier gebraut haben, - noch heute finden wir unter den bekanntesten Namen Dom, Gaffel, Gilden, Römer, Sester, Severins, Sion, und Zunft-Kölsch.
Felskrone, Ganser, Giesler, Kurfürsten, Mühlen, Pfäffgen, Peters, Reissdorf und Steffi sollten wir nicht vergessen, - Traditionell, m. E. am bekanntesten sind Küppers Kölsch, ein Begriff wie Löwenbräu in München, und Früh Kölsch, auf welches ich hier als das beste und beliebteste, zurückkommen werde.
Im Bier-Fußball sind die Kölner den Münchnern übrigens eine Nase voraus: Köln hat sogar sein eigenes 1. FC Kölsch Kölsch, - stellt Euch vor die Münchner Bayern hätten ihr eigenes 1. FC Bayern Bräu, - da sind die noch gar nicht drauf gekommen, - oder es kam so schlecht an, dass sie es sofort gelassen haben.
Jedenfalls, das in Köln wohl begehrteste, so wurde ich schon bei meinem ersten Besuch in Köln aufgeklärt, ist das Früh, den örtlichen bekannt als „Früh am Dom“, das ist der Brauereiausschank, wie man anderswo sagen würde, - wie der Name erahnen lässt, noch im Schatten des Domes gelegen, - über den Domplatz zu erreichen.
Gewohnheitsgemäß kann ich es nicht lassen, hier eine berühmte Besonderheit einzuflechten, die Freunde von Feen, Zwergen und Märchen lieben könnten.
Wer hat nicht schon von den lieben, arbeitswilligen Heinzelmännchen gehört, die ehemals in Köln für die Schneider, Schuster und andere Handwerker und ihre Gesellen die Arbeit machten, - Ihr erinnert Euch noch? – Die Kölner, das waren die, wo das Handwerk den goldensten Boden hatte, - verdienten die Handwerker doch ihr Geld im Schlaf, durch die geheime Arbeit der stadtheimischen Wichtelmänner.
Alle kennen das Dilemma, wieder einmal war es eine neugierige Frau, die es genauer wissen wollte, und um gewarnt zu werden wann und wie die Kleinen ihre Arbeit machten, Erbsen im Hause verstreute, so dass die gutmütigen Wichtel, als sie anrückten ganz übel ins Ausrutschen und stolpern kamen, - ob sie sich dabei ernsthaft verletzt haben, ist nicht überliefert, jedenfalls dürfte es niemanden wundern, dass die lieben Kerlchen recht kräftig sauer waren, - erst machten sie unentgeltlich die ganze Arbeit nachts und allein, dann stellte man ihnen noch so üble Fallen, - und, ähnlich wie einst die Ratten in Hameln, beschlossen sie einstimmt auszuziehen, und die heilige, ihnen scheinbar doch recht feindliche Stadt, für immer, jedenfalls als Hauptwohnsitz, endgültig zu verlassen. Auch was die Arbeit anging, da traten sie in Streik und wurden eben nie mehr gesehen.
Warum habe ich Euch das alles erzählt? Erstens ging es um rheinische Vergangenheit, zum anderen ging es um die genauere Lagebeschreibung, gegebenenfalls die Aufklärung des alten Sachverhalts. Als den Heinzelmännchen, - wie in Köln immer ein echt existierender Vorname, - die hießen eben mit Vornamen der Einfachheit halber alle Heinz, mit einem einzigartigen Volkslied eine noch größere Popularität zuwuchs baute man ihnen an der Sytelle der bösen Tat einen großen Springbrunnen, den Heinzelmännchen-Brunnen. Dieser zeigt noch heute die hohe Treppe, die fallenden Wichtel, und oben auf der Treppe die diesen Heimleuchtende neugierige Ehefrau des Handwerksmeisters.
Habt ihr diesen Brunnen, dann habe ihr auch das „Früh am Dom“ gefunden, - es liegt dem Brunnen direkt gegenüber.
Böse Stimmen behaupten ja, dass die armen Heinzelmännchen nur mit dem Gatten der Bösen Frau gegenüber, im Früh am Dom, eins Trinken waren, und etwas über den Durst getrunken hatten und daher auf der Treppe stolperten, - die Erbsen konnte die Polizei jedenfalls, so ist überliefert, der Frau nicht mehr nachweisen.
Vielleicht sollten wir noch zwei Vornamen nachtragen, die wichtig sein könnten, wenn Ihr Euer Kölsch haben wollt: Da gibt es, z.B. im Früh am Dom, viele flinke Kellner, und die heißen, nach der Tradition alle Jakob, - nach einem flinken Jakobus kurz „Köbes“, - so nennt man eben die Kölsch-Kellner hier. Probleme geben könnte es hingegen, wenn jemand bei Peter, hier Pitter, ein Kölsch bestellen wollte, - denn das ebenso berühmte Pittermännchen kann nicht bedienen, es ist zu dick und rund, - ein kölnisches Pittermännchen ist eines der vielen, außer Haus recht beliebten Fässer gefüllt mit Kölsch-Bier.
Was der Kölner liebt, das will er bei sich haben, so kam es zu den Pittermännchen, die es, in verschiedenen Größen, von 10 bis 50 Liter gibt. Ursprünglich für Kölner auf Reisen gedacht, hat sich inzwischen die gute Qualität herumgesprochen, und man exportiert das edle Nass weltweit. Für weniger traditionsbewusste gibt es natürlich auch die Partyfässer zu 5 Liter und Flaschen zu 0,33 und 0,5, sowie 0,33 Liter Dosen, - alles jeweils zu recht angemessenen Preisen, mit denen man gut leben kann.
Nochmals zum Geschmack, das Kölsch schmeckt nicht zu bitter, sondern leicht, spritzig-erfrischend, es gibt Leute die behaupten, das es von Schluck zu Schluck besser und nach mehr schmecke.
Was unser traditionsreiches, beliebtes Früh Kölsch angeht, so ist es wohl das edelste, gediegenste. Es schmeckt nun einmal noch etwas milder, süffiger, - da sollte es niemanden wundern, wenn auch die Heinzelmännchen seinerzeit schon zu tief ins Glas geschaut haben.
Gerade wegen des Gefühls der Leichtigkeit, der Bekömmlichkeit, wird das Kölsch, insbesondere von Bajuwaren, oft auch unterschätzt, - die glauben halt, dass man es hier mit besserem Wasser zu tun habe, - und trinken eben am Ende doch etwas zu viel, - unterschätzt daher bitte nicht den dennoch angemessen hohen Alkohlgehalt von etwa 4,8 % Alkohol, wenn ich mich, richtig erinnere. Dem Geschmack nach würde man dem freundlichen, leckeren Kölsch das niemand zutrauen!
Für Junge und Ortsfremde kurz zusammengefasst: Früh am Dom Kölsch ist Cool, ist Kult, wer Köln besucht sollte es kosten, auch gegen die Warnung seines Arztes oder Apothekers vor zu umfangreichem Verzehr.
11 Bewertungen, 1 Kommentar
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02.03.2002, 23:09 Uhr von owesen
Bewertung: sehr hilfreichInteressant !!! Gruß, Sönke ( owi13 )
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