Sonstige Konzerte Testbericht

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Erfahrungsbericht von BeastyGirl

Atlantic Affairs - die Show, die bewegt..!

Pro:

anspruchsvolle Texte und Lieder; sehr gute Umsetzung; hervorragende Künstler; tolles Bühnenbild; die Show geht unter die Haut; muss man gesehen haben!

Kontra:

nichts

Empfehlung:

Ja

Udo Lindenberg führt derzeit die Show oder Revue oder wie immer man es nennen will „Atlantic Affairs – Stars, die niemals untergehen“ auf. Diese Show kann man überhaupt nicht mit einem „normalen“ Udo-Lindenberg-Konzert vergleichen, denn in der Hauptsache werden hier Texte von Künstlern vorgetragen, die nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten zwischen 1933 und 1941 aus Deutschland emigrieren mussten.

Ich habe die Show im vergangenen Jahr bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen gesehen und war so fasziniert und begeistert, dass ich euch mal darüber berichten möchte. Es gibt in diesem Jahr noch weitere Termine (s. unten) und derzeit ist Udo in China mit der Show unterwegs!


DIE STORY
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Udo befindet sich an Bord der „Queen Elizabeth II“, auf der Überfahrt von New York nach Bremerhaven. Er macht eine unverhoffte Erbschaft in New York und freut sich schon aufs große Geld, doch stattdessen erbt er 20 mysteriöse Koffer.

Auf dem Schiff öffnet er zusammen mit paar Crew-Mitgliedern die Koffer und findet darin Texte, Noten und Stories von Künstlern der 20er Jahre, die zur Nazi-Zeit aus Deutschland nach Amerika flüchten mussten (z. B. Bertholt Brecht, Thomas Mann, Erika Mann, Kurt Weill, Marlene Dietrich, Friedrich Hollaender etc.)

Udo und die Crew checken das Material und singen die Songs im Stil von heute. Er nennt das „nicht Anbetung der Asche, sondern das Weiterreichen des Feuers!“. So holt Udo die große Musik der 20er und 30er Jahre aus der Versenkung und bringt sie in die Gegenwart. Er baut damit eine Zeitbrücke ins Jetzt.

Zusammen mit den mitwirkenden Künstlern werden diese Songs vorgetragen, wobei der Sound nicht der alte der 20er Jahre ist, sondern die Musik wurde bearbeitet im Stil der heutigen Zeit.


DIE SONGS
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Die folgenden Titel werden u.a. in der Show gesungen bwz. vorgetragen:

Stars die niemals untergehen
Bin nur ein Jonny
Ich hab noch einen Koffer in Berlin
My Ship
Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt
Kannst du pfeifen Johanna?
Irgendwo auf der Welt
Niemandsland
Ich weiss nicht zu wem ich gehöre
Lili Marleen
Es sind die finsteren Zeiten
Father you should have killed Hitler
Ein Koffer spricht
Nangjala
Ich hab noch einen Koffer in Berlin
Der Millionär hat keine Kohle mehr


DIE SHOW
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Die Bühne ist wie ein Schiff hergerichtet, rundherum befindet sich eine Reling, und eine riesige Leinwand im Hintergrund zeigt Fotos und Filme von den Künstlern, deren Texte gesungen werden. Manchmal ist darauf nur das Meer zu sehen und wenn man auf die plätschernden Wellen schaut, fühlt man sich wirklich wie auf einem Schiff, das den über den Ozean fährt.

Auf der Bühne befindet sich die Bar, wo die abendliche Unterhaltung stattfindet. Zusammen mit den Sängern und Sängerinnen des Schiffes übt Udo die Lieder ein, bis sie sich so anhören, wie er es sich vorstellt. Zunächst noch im alten Stil, mit dem Sound der 20er Jahre, dann immer moderner, bis es richtig groovt.

Aber es gibt auch sehr ruhige Lieder, wie z.B. „Lilli Marleen“, das alleine durch die unübertrefflichen Stimmen der Interpreten überzeugt. Ellen ten Damme und Tim Fischer singen so ergreifend, dass man unwillkürlich eine Gänsehaut bekommt!

Ben Becker spielt den Chefsteward und den Erzähler, der sich immer wieder in die Handlung einbringt. Mit seiner kräftigen, sonoren Stimme macht er das sehr überzeugend.

Die Mitwirkenden Künstler sind nicht immer dieselben, einige wechseln bei den einzelnen Aufführungen. Mit dabei sind oder waren:

Ben Becker
Otto Sander
Tim Fischer
Ellen ten Damme
Nena
Nathalie Dorra
Yvonne Catterfeld
Die Prinzen
Helge Schneider
Heinz Hoenig

Und natürlich das legendäre Panik-Orchester!

Nachdem das zunächst letzte Lied gesungen ist, kommt der Chefsteward Ben Becker auf die Bühne und fragt „Herrn Lindenberg“, ob das denn nun schon alles gewesen sein soll und was denn mit der Board-Party sei. Daraufhin geht’s dann noch mal richtig ab: Das Panik-Orchester spielt auf und Udo singt seine größten Hits!


MEINE MEINUNG:
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Nachdem das doch durchweg etwas ältere Ruhrfestspiel-Publikum die ganze Zeit andächtig da saß und zuhörte, tobte am Schluss der Saal! Ich war natürlich die erste, die vom Sitz sprang und laut mitsang. Als alter Udo-Fan kenne ich ja alle Texte und da gibt’s für mich kein Halten mehr! Aber nach und nach zog ich andere mit mir, bis schließlich das gesamte Publikum stand und im Saal wirklich die Party abging!

Wow! Was für eine Show! Lange hatte ich nicht mehr so eine gelungene, ergreifende Show gesehen, die rundherum stimmig war: die Künstler sangen hervorragend, das Bühnenbild war eindrucksvoll und Udo einfach phantastisch!

Die Stimmung war mitreißend und die Texte gingen unter die Haut, da sie teilweise sehr ernst waren. Diese Themen so gut umzusetzen, ist sicher nicht ganz einfach. Aber das hat bei dieser Show wirklich gut funktioniert!

Udo Lindenberg und seinen Kollegen ist es gelungen, die Texte dieser deutschen Künstler wieder ins Bewusstsein zu rufen und hat, wie es seine Absicht war, dazu beigetragen, dass „das Feuer weitergereicht wird“. Ich finde dieses Engagement absolut klasse, denn hier wird einem kein oberflächliches Vergnügen bereitet, sondern Texte mit Tiefgang in unterhaltender Form präsentiert!

Von mir gibt es ein „besonders wertvoll“ für diese gelungene Show und ein besonderes Kompliment an alle Mitwirkenden, die überzeugend gesungen und gespielt haben. Besonders möchte ich noch die holländische Künstlerin Ellen ten Damme erwähnen, die stets mit akrobatischen Einlagen das Publikum verzaubert, aber sich an einem Vortag das Knie verletzt hatte und bei dieser Show im Rollstuhl sitzend mitgewirkt und abgerockt hat. Kompliment!!


TERMINE / PREISE:
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„Atlantic Affairs“ wird auch in diesem Jahr wieder aufgeführt. Bisher sind die folgenden Termine bekannt, weitere sind in Planung:

24.02. – 07.03.04 Shanghai und Peking
24.04.04 Residenztheater München

Informationen u.a. über die Show und die Termine erhaltet ihr unter:

www.atlanticaffairs.de (auf der Seite „News“) oder

www.udo-lindenberg.de (auf der Seite „News“)

Die Kartenpreise liegen bei 30 – 50 Euro, je nach Sitzplatz.

Die Musik von „Atlantic Affairs“ ist auf CD und die Show auf DVD erhältlich.


FAZIT:
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Diese Show ist absolut klasse, man muss sie gesehen haben und zwar nicht nur als Udo-Fan!

Ein besonderer Höhepunkt des Abends war für mich, dass wir anschließend noch Udo getroffen haben und zusammen mit ihm und den anderen Künstlern etwas getrunken und geplaudert haben. Udo, Ben Becker und Tim Fischer haben mir dann noch das Programmheft signiert, was ich jetzt als besonderes Andenken an einen tollen Abend habe!

Ich würde mir die Show gerne noch mal ansehen und sobald es wieder Termine in meiner Nähe gibt, werde ich das auch machen!

Erst kürzlich war ich in Dortmund bei einem Konzert der derzeitigen Jubiläumstour von Udo und dem Panikorchester (Bericht dazu folgt), werde im September zum Open-Air-Konzert in Bonn fahren und ich habe das Gefühl: Udo is back!

Danke fürs Lesen und Bewerten und ich freu mich über eure Kommentare!

Also: KEINE PANIK!

Euer
Udo-Fan
BeastyGirl

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