Sonstige Konzerte Testbericht

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Erfahrungsbericht von Mr.Beka

Hubert von Goisern in Schwäbisch Gmünd

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Schon im Mai 2001 hat ein guter alter Bekannter mir gesagt \"Beka, Hubert von Goisern kommt nach Gmünd\". Tja, ich nix wie los und gesucht und nix gefunden. Hab mir gedacht, der erzählt Mist, doch als ich per Zufall Ausschnitte eines neuen Konzerts im August im Fernseher gesehen hatte, habe ich mich nochmal rangemacht und tatsächlich ... 19. Oktober 2001 in Schwäbisch Gmünd ... also kurz Telefonbuch abtelefoniert und Karten bestellt für die alten Freunde ...

Hatte ich doch viel negatives gelesen über den \"gestrauchelten\" Hubert. Wie konnte er nur die Alpinkatzen sterben lassen...und die Afrika/Tibet-Trips sollen ihn vollends umgeworfen haben...aber ich habe mir gedacht, was solls! Ich bin ein alter Fan und musikalisch ein vielseitiger Mensch. Nicht vorurteilen, erst mal anhören.

In der Zeit bis zum Konzert war ich immer versucht, CD\'s zu bestellen, aber letzlich war ich feige und hab mir gedacht \"Hörst erst mal, was er so bringt\", also warten, warten, warten.

Endlich am Freitag abend war es soweit, raus aus der Maloche, rein ins Auto, die Jungs (und Mädels) abgeholt und ab nach Schwäbisch Gmünd. Zuerst in den Stadtgarten (da finden meistens die Konzerte statt), aber Pustekuchen. Ich hab mich schon gewundert, als ich die ca. 60-70 jährigen Ordnerinnen in grünen Samtjäckchen vom Eingang aus gesehen hatte...und in der Tiefgarage wars auch so leer!!! Falsche Baustelle sagte eine der Beiden...Sporthalle...also los, rüber in die Sporthalle. Vorbei am Tourbus von HvG, der direkt an der Strasse parkt (Hurra, wir sind richtig!) und nun hat auch die Anzahl der Leute gepasst. Wir suchten uns einen Stehplatz in der Mitte und waren ziemlich gespannt. Am Rande bemerkt: die Bühne war meiner Meinung nach mehr als schlecht plaziert und die Stühle hätte man besser ganz weggelassen!

Pünktlich geht\'s Licht aus...erstes Stück \"Spat\" (hab ich erst nach meinem CD-Kauf rausbekommen)...ich bin beeindruckt. Jetzt nach dem Vergleich mit der CD muss ich sagen, dass das Live noch viel besser kommt...mit viel Hall und Herz und einem Alphorn...puuuuuuhhhh...was fürs Herz...und es geht weiter, ich komme aus dem Staunen nicht raus. HvG ist ein musikalische Multitalent. Ein ums andere mal spielt er auf einem neuen Instrument. Und nur neue Stücke. Blues, Jazz, Reggae, Rock, Folk...HvG wandelt mit Bravour durch die verschiedenen Stilarten...zwischendurch ein wenig Kabarett, ja, Geschichten kann er auch erzählen. Wir haben uns halb tot gelacht als er erläutert, warum man öfters wieder beten sollte, und wenn schon nicht zum Herrgott, dann wenigstens zum Fraugott...mit dieser Geschichte stellte er dann den Bezug her zum Lied \"\".

Neue Musiker hat er auch auf die Tour mitgenommen. Bernd Bechtloff hat mich dabei am meisten beeindruckt. So heißt der Mann am Schlagwerk und der ist unglaublich. Baut seine Effekt-Instrumente selbst und nutzt alles auf der Bühne, was irgendwie einen Ton von sich gibt, wenn man drauf haut. Er macht eine super Show und hat einen hervorragenden Rhythmus. Burgi Höller ist die Frau an der Geige. Ein echter Zugewinn, dieses Instrument, aber ein Vergleich sei erlaubt. Mit Sabine (der alten Sängerin der Alpinkatzen) kann Sie es nicht aufnehmen. Aber das fällt mir an diesem Abend nicht negativ auf.

Nach fast 90 Minuten kommt die Pause und ich bin total begeistert...auf zum Rauchen (und TUI-Gummibärchen im Voyer schnorren ;-). Draußen unterhalten wir uns und auch die Kollegen sind begeistert. Aber irgendwie warten wir (alle) darauf, ob er denn wirklich keinen alten Song spielt?

Die zweite Hälfte wird nun etwas \"Volkstümlicher\". Burgi Höller hat nun eine Tracht an und Ihre Geige spielt Duette mit Huberts Diatonischer (das sind die Ziehorgeln, die beim Ziehen und Schieben unterschiedliche Akkorde produzieren)...Nach einigen dieser \"Folksongs\" schwenkt er wieder in Richtung Blues, Jazz usw. und plötzlich...schon nach ca. 30 Minuten im zweiten Teil verabschiedet er sich!!!!

So nicht, ich schrei mir die Seele aus dem Leib und mit Hilfe der ca. 3000 anderen Fans kommt er nochmal, spielt nochmal ein paar seiner neuen Songs und dann! Für den \"Nach-Hause-Weg\"...für die alten Fans...als würdiger Abschluss... das (meine Meinung) schönste Lied der Alpinkatzen ... Heast es net! ... und danach ist Schluss... endgültig... Schade...

Insgesamt war die Stimmung ganz gut aber ohne Bestuhlung wäre der Funke bestimmt noch mehr übergesprungen. Dieses Stühle aufstellen ist im übrigen eine Unart, die sich eingebürgert hat und die oft einem tollen Konzert einen Teil seiner Stimmung nimmt.

Ich bin Hin und Weg vom neuen HvG ... und es kommt mir trotz der vielen Unken-Rufe im Vorfeld der alte Spruch in den Sinn \"Der König ist tot .... es lebe der König\". Sicher hat er durch seine Weiterentwicklung ein paar Fans verloren, aber er hat auch ein paar Neue gefunden. Und allen alten Fans, die sich bisher auf die (oft) schlechten Beurteilung verlassen haben, kann ich nur raten, hört es Euch mal an...ich denke, ihr könnt dem neuen HvG auch einiges abgewinnen. Ich hab mir auf jeden Fall nach diesem Konzert alles an CD\'s gekauft, was nach dem Afrika/Tibet-Trip auf den Markt kam.

Einziger negativer Punkt: Der erste Teil des Konzerts war sehr lang, der zweite viel zu kurz ;-) Eine gleichmäßigere Aufteilung wäre hier wesentlich besser.

Zum Schluss nochmal die neuen Band-Mitglieder:

Burgi Höller - Violine und Gesang
Bernd Bechtloff - Schlagwerk
Burkhard Frauenlob - Allles, was Tasten hat
Toninho Porto - Bass
Wolfgang Blümel - Gitarre

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