Sozialismus und Kommunismus Testbericht
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Erfahrungsbericht von Sturmflut
Von der Entstehung bis zum heutigen Erbe
Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Nein
Bei der Entstehung des Kommunismus muss man sofort an eine Person denken: Karl Marx. Marx wurde am 5.Mai 1818 in Trier als Sohn jüdischer Eltern geboren. Von 1835 bis 1841 studierte er Jura, Philosophie und Geschichte. Angetan war er zu dieser Zeit von den Lehren Hegels. Nach dem Erwerben des Doktortitels wurde er 1942 Redakteur der liberalen Rheinischen Zeitung in Bonn. Nach dem Verbot der Zeitung zog er nach Paris, wo er zum ersten mal in den Kontakt mit der sozialistischen Arbeiterbewegung bekam und kehrte sich von Hegel ab. 1845 traf er Friedrich Engels, mit dem er aufgrund ähnlicher Einstellung und Absichten Freundschaft schloß und fortan mit ihm zusammen arbeitete. 1848 verfassten sie gemeinsam das Manifest der Kommunistischen Partei. 1949 wurde Marx ausgewiesen und lebte bis zu seinem Tod am 14.März 1883 in London, wo er sich weitestgehend mit theoretischen Gedanken beschäftigte.
Grundlegend für die marxistische Wirtschaftsauffassung ist der Umstand, dass sich im Produktionsprozeß zwei Klassen unversöhnlich gegenüberstehen: Die Bourgeoisie und das Proletariat, sprich die Kapitalisten und die Arbeiterklasse. Bei der Bourgeoisie handelt es sich um einen kleinen wohlhabenden Kreis, der in dem Besitz der Produktionsmittel ist, während die besitzlose Arbeiterklasse ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten verkauft. Der Arbeiter wird zunächst dem Produkt seiner Arbeit entfremdet, da dieses sich im Privatbesitz des Kapitalisten befindet. Eine Arbeitsentfremdung findet statt, da der Arbeiter bloß ein kleiner Teil des Produktionsprozesses ist und durch die sich immer wieder wiederholenden Aufgaben die Arbeit eintönig und zur Last wird. Dies führt dazu, dass er von sich selbst und seinen Mitmenschen entfremdet wird. Seine Arbeitskraft wird von den Kapitalisten missbraucht, da er für seine geleistete Arbeit einen viel zu geringen Lohn bekommt, der in keinster Weise mit dem Gewinn des Unternehmens übereinstimmt. Nach marxistischer Auffassung ist der Kapitalismus von Grund auf zum Scheitern verurteilt, da Gewinn nicht plan bar ist, und sollte es zu Rezessionen und Absetzungsproblemen der Waren kommen, Bankrotte das Resultat wären. Stärkere Unternehmen würden Schwächere ausschalten. Die Folge alledem wäre eine hohe Arbeitslosigkeit und niedrigere Löhne, wo drunter in erster Linie die Arbeiterklasse zu Leiden hätte. Es würde zwar immer wieder einen Aufschwung geben, wodurch jedoch der Grundstein für die nächste Krise schon gelegt ist.
Die Geschichte ist aus marxistischer Sicht ein festgelegter Lauf, wo im Mittelpunkt der Kampf der Klassen steht (Patrizier und Plebejer, Freier und Sklave, Baron und Leibeigener, Bourgeoisie und Proletariat, etc.). Der Arbeiterklasse, als unterdrückte und ausgebeutete Klasse alleine, sei die historische Rolle der Revolution mit der Niederschlagung des Kapitalismus und der Verwirklichung des Kommunismus zugedacht. In einer „Sozialisierungsphase" soll die Arbeiterklasse den Besitz über die Produktionsmittel übernehmen und auf unbestimmte Zeit diktatorisch regieren, bis der klassenlose Kommunismus verwirklicht wurde. Die Revolution müsse international geschehen und der Staat als solcher zu Existieren aufhören, da er sich in der Geschichte immer als Hilfsmittel der privilegierten, besitzenden Klasse erwiesen hatte.
Soweit zur theoretischen Grundidee des Kommunismus. Der Lauf der Geschichte hat gezeigt, dass sich die ärgsten Befürchtungen der marxistischen Lehre nicht bewahrheitet haben. Die heutige Wirtschaftswelt läßt sich nicht in 2 Klassen einteilen und es kam auch nicht zu einer Verelendung der „Arbeiterklasse". Der Kommunismus verkennt das Sein des Menschen: Alle Menschen sind natürlich nicht gleich. Jeder Mensch hat unterschiedliche Begabungen, Interessen, Talente und Arbeitsauffassungen. Dementsprechend unterschiedlich sind auch die Arbeitsteilungen mit unterschiedlichen Gehältern. Der Kommunismus schneidet zwar ein richtiges Problem an, vertritt aber die falsche Auffassung. Er hetzt zwei Klassen die WERTE SCHAFFEN gegeneinander auf, übersieht aber den wahren Ausbeuter: Den ZINS bzw. das internationale Finanzkapital. Es bietet ein arbeits- und müheloses Einkommen für wenige, das durch die Leistung der Mehrheit erwirtschaftet werden muss. Die Kaufkraft der arbeitenden Bevölkerung wird permanent gemindert, um das parasitäre Dasein einer reichen und mächtigen Minderheit zu finanzieren, die selbst keinerlei Leistung erbringt und keine Werte schafft. Diese Gruppe ist der tatsächliche Ausbeuter, dem es gelungen ist, über das Instrument einer maßlosen privaten und öffentlichen Verschuldung ganze Völker ökonomisch und politisch von sich abhängig zu machen und seine Macht dabei immer noch zu steigern (ich weiß, dass Thema hier lautet Kommunismus. Ich wollte nur kurz, den wahren Feind der heutigen Zeit nennen, und werde in einem anderen zum Thema passenden Beitrag mehr auf dieses Problem eingehen). Natürlich ist der Geschichtslauf nicht vorprogrammiert wie es der Kommunismus suggeriert, sondern Ergebnis nicht vorhersehbarer Ereignisse. Der abwegigste Punkt im Bild des Kommunismus ist der Internationalismus. Die Geschichte hat gezeigt, dass sich die Menschen in erster Linie immer auf ihr Volk berufen, mit dem sie Kultur, Geschichte, Bräuche und Abstammung teilen, was viel höher steht als irgendeine gleiche sogenannte Arbeiterklasse. Durch die verkennende Haltung gegenüber Realitäten und der Dogmatik der Kommunisten wird deutlich, dass dieses System das Selbe in Grün ist, was sie eigentlich bekämpfen wollen: Eine Religion UND KEINE Wissenschaft!
Leider erlebte der Kommunismus seine große Stunde in Europa und in der Welt. Nach der Machtergreifung in Rußland fanden Reformen an den Lehren von Marx und Engels statt, die von Lenin kamen. Der veränderte Marxismus wurde Leninismus genannt auf den ich nun kurz eingehen möchte:
Im Leninismus wurde die bolschewistische Partei in den Mittelpunkt gestellt. Während im Marxismus die Partei bloß eine nötige Institution für die Revolution war, wurde sie im Leninismus Dreh- und Angelpunkt der gesamten revolutionären Bewegung. Lenin baute die Partei zu einem Autoritätsapperat aus, der keine Kritik duldete und „Säuberungen" duldete bzw. sogar begrüßte. Lenins Theorien gehen davon aus, dass der Imperialismus die höchste Stufe des Kapitalismus darstellt, was de facto falsch ist, gab es in jedem denkbaren System imperialistisches Denken, nicht zuletzt auch im Kommunismus. Auch für Lenin war die Internationalität der Revolution wichtig, ging aber davon aus, dass die Revolution nacheinander in den verschiedenen Ländern durchgeführt werden müsse. Im Gegensatz zu Marx, der die friedliche Revolution predigte, stellte Lenin fest, dass der Umsturz nur gewaltsam verlaufen kann.
Dies war eine kurze Beschreibung des Leninismus. Auffallend hier, dass sich die Sowjetunion ein autoritärer Staat mit umfangreicher Bürokratie war, also der totale Gegensatz zu den Theorien von Marx, der die Auflösung des Staates propagierte. Nach dem Tod Lenins konnte sich Josef Stalin die Macht sichern, die er bis zu seinem Tode 1953 behielt. In dieser Zeit gab es weitere Reformen (man spricht vom Stalinismus) die ich kurz umrahmen möchte:
Stalins Ansicht nach kann die sozialistische Revolution auch in einem Land stattfinden, völlig unabhängig von den anderen Ländern. Um die Massen zu mobilisieren, besonders im 2.Weltkrieg, proklamierte Stalin „Sowjetpatriotismus". Worte wie „Vaterland" und „Heimat" fanden wieder regelmäßigen Gebrauch. Anders als die marxistische Theorie es vorgab, befürwortete er die Rolle als uneingeschränkten Führer, der keine Widerworte duldete.
Eine besonders nach dem Zusammenbruch des Ostblocks beliebte linke Taktik ist es, im Zusammenhang mit dem Sowjetimperium nur noch von Stalinismus zu sprechen. Damit soll suggeriert werden, der Kommunismus wurde bloß falsch ausgeführt und war völlig von der ursprünglichen Lehre entartet. Diese Taktik ist durchaus wirksam. Immer noch sind viele Menschen der Ansicht, die Idee sei eigentlich gut gewesen, nur bei der praktischen Umsetzung wären Fehler gemacht worden.
Abschließend möchte ich die Taktik der „Neuen Linken" offen legen, was besonders für unsere heutige Zeit sehr wichtig sein dürfte, sind es doch die „Alt-68er" die zur Zeit die Fäden in der Hand in der BRd haben.
So wenig geschlossen die Ideologie der Neuen Linken auch sein mag, so klar ist es, dass alle ihre Spielarten in einem unüberbrückbaren Gegensatz zum nationalen Weltbild stehen. Nach den Protesten gegen die Annahme der Notstandsgesetze im Frühsommer 1968 begann der revolutionäre Elan zu schwinden. Diese Phase ist als Umbruchszeit anzusehen. Die Aktivisten, ideologisch zerstritten und uneinig über die Strategie, fächerten ihre Tätigkeiten auf. Der vom größten Teil der Protestbewegung eingeschlagene Weg war der „Marsch durch die Institutionen". Ziel war die Destabilisierung des Systems und einen gesellschaftlichen Ruck nach links durchzuführen. Ob in Verwaltungen, Schulen, Justiz, Kirchen, als Schriftsteller oder in anderen einflußreichen Positionen machten sich intellektuelle Linke breit. Eine weitere Taktik war das Einsickern in etablierte Parteien, was vor allem bei der SPD geschah. Die Linken die diesen Weg nicht gehen wollten, landeten in unterschiedlichen kommunistischen Kleinstparteien, die ohne Bedeutung blieben. Viele dieser Mitglieder landeten allerdings später bei den Grünen. Der radikalste Teil der 68er wollte die Revolution sofort und organisierte sich in der RAF oder in anderen militanten Gruppierungen.
Großen Einfluß auf die ideologische Weiterbildung hatte die sogenannte Frankfurter Schule. Hier von geht die sogenannte „Befreiungstheorie" aus, die den Bürger, als eines vom System manipuliertes Wesen sieht. Daher müsse der revolutionäre Anstoß von den Intellektuellen, von Minderheiten (hier kommt die Multi-Kulti-Gesellschaft ins Spiel, was man in ein paar Jahrzehnten deutlich sehen kann, dazu aber in einem anderen Beitrag mehr) und den „Befreiungsbewegungen" der Dritten Welt kommen.
Ein sehr wichtiges Auffangbecken der Linken war die sogenannte linke Gegengesellschaft, ein Netzwerk von Zeitschriften, Verlagen, Läden, Kneipen, Anwaltskanzleien, Wohngemeinschaften, etc.. Dies machte es möglich, dass linke Aktivisten, die von dem System in das soziale Abseits katapultiert wurden, ein Aufbaubecken fanden, wo sie schalten und walten konnten, und vor allem Verbindungen zu anderen Genossen pflegen konnten.
Schaut man sich heutzutage die führende politische Kaste an, so wird deutlich, wie groß der Einfluß der „68er" geworden ist und wie sehr ihre Pläne [LEIDER!] gefruchtet haben.
14 Bewertungen, 3 Kommentare
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27.11.2002, 16:31 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichHallo, einiges was du da ansprichst ist ganz gut zusammengetragen. Das der Staat aber im Kapitalismus schon abstirbt, wie Marx das beschreibt, ist auch eine Tatsache. Der öffentliche Bereich wird immer mehr privatisiert, weil der Staat finanziell gese
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03.05.2002, 15:11 Uhr von PrinceofLies
Bewertung: sehr hilfreichwas Du sehr schön dargestellt hast sind die ideologischen Unterschiede von Marx bis heute.Ich selbst habe zwar ein paar andere Ansichten und einen Punkt hast Du zwar übersehen (Marx sprach nicht von der Abschaffung der Nationen für die Revol
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02.03.2002, 12:36 Uhr von paksekk
Bewertung: sehr hilfreichSehr ausführlicher, hochinteressanter Bericht; deshalb auf jeden Fall 'sehr nützlich' ! Trotzdem bin ich der Meinung, das seine Gedanken und Thesen von den Ostblockstaaten schamlos mißbraucht worden und die Marx'schen Leh
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