Standing On The Shoulder Of Giants (2000) - Oasis Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Summe aller Bewertungen
- Cover-Design:
- Klangqualität:
Erfahrungsbericht von helden_gesucht
They might be giants
Pro:
Abwechslungsreichtum,genialer Sound,2 versch. Stimmen
Kontra:
ein schlechterer Song
Empfehlung:
Ja
Vorwort
======
Ich bin ständiger Gast in der örtlichen Musikbibliothek, weil es einfach die billigste Methode ist, sich einmal ausgiebig neue Alben anzuhören und zu testen. Außerdem ist es so viel einfacher einmal einen Eindruck von einer CD oder von einer Band zu bekommen, denn ich hab auch schon die Erfahrung gemacht, dass mir eine CD im Musicstore nicht gefallen hat, aber als ich mir sie noch mal angehört habe bei einem Kumpel, dann fand ich sie einfach nur genial.
Und so war es auch vor etwas längerer Zeit, als ich wiedereinmal in der Bibliothek gastierte. „Oasis“ hing mir schon lange im Gedächtnis und ich wollte einfach einmal mehr über diese Band wissen. Bisher kannte ich nur „Wonderwall“ und diesen Song schätzte ich bis dahin als besten Song ein – Fehler!
Die einzige CD die zur Zeit vorhanden war, war „Standing on the Shoulder of Giants“. Langer Titel, ein irgendwie ungewöhnliches Cover und eine Tracklist, die mir zu dieser Zeit noch nichts sagte. Probieren geht über studieren und so lieh ich mir die CD für viel zu kurze 14 Tage...
Die Band
=======
Für diejenigen, denen der Name „Oasis“ nichts sagt, für die gibt es hier noch einpaar kurze Facts über die Band und ihr bisheriges Schaffen.
Wir schreiben das Jahr 1991 als Noel Gallaghers jüngerer Bruder, Liam, mit seinen Schulfreunden Paul \"Bonehead\" Arthurs, Paul McGuigan und Tony McCaroll eine Band gründete. McGuigan und McCaroll hatten schon vorher zusammengespielt unter dem Bandnamen „Rain“, allerdings ohne zählenswertem Erfolg. Bald darauf stieß auch Noel zu der Band, allerdings nur unter der Bedingung, dass er die Kontrolle über die Band haben würde und nur er Lyrics und Songs schreiben durfte. Diese Bedingung sollte in ferner Zukunft immer wieder zu Reibereien zwischen den Gallagher-Brüdern führen, aber gerade diese Rivalität machen die Musik von Oasis zu etwas ganz besonderem.
Liam Gallagher (Vocals)
Noel Gallagher (Gitarre, Vocals)
Paul \"Bonehead\" Arthurs (Gitarre)
Paul McGuigan (Bass)
Tony McCaroll (Drums)
Das Album
========
„Standing on the Shoulder of Giants“ ist das 2002er Album der Combo um die Gallagher-Brüder. Es finden sich 10 Songs auf der Platte, welche jedoch stark zwischen Brit-Pop und Oasis-Sound hin und her schwanken.
Das Cover, das ich vorhin schon einmal angesprochen hatte, zeigt die Skyline einer Großstadt (leider bin ich noch nicht dahintergekommen, welche Stadt das sein soll). Genau in der Mitte steht das größte Gebäude – gemäß dem Titel. Alles ist im Dämmerungszustand fotografiert worden. Zwar sieht man im Hintergrund noch das letzte Abendrot, jedoch ist schon das Lichtermeer der Großstadt erwacht. Schönes, innovatives Cover. Kannte ich vorher noch nicht.
Tracklist
======
#1 Fuckin’ In The Bushes
#2 Go Let It Out
#3 Who Feels Love ?
#4 Put Yer Money Where Yer Mouth Is
#5 Little James
#6 Gas Panic!
#7 Where Did It All Goes Wrong?
#8 Sunday Morning Call
#9 I Can See A Liar
#10 Roll It Over
…und nun die Tracks im Einzelnen
==========================
> Fuckin’ In The Bushes < - Der Opener ist im Grunde ein reines Instrumental. Ein treibender Schlagzeugbeat, eine rockige Gitarre, die keinesfalls übertrieben klingt. Ein simples Riff, das sich durch den gesamten Titel zieht untermalt von Elektroorgeltönen. Eine zweite Gitarre improvisiert über das Grundriff ein nettes Solo. Dann erklingen immer wieder Audiofetzen, die wahrscheinlich aus irgendwelchen Radio- und TV-Sendungen stammen. Die eingängige Melodie reißt einen einfach vom Hocker. Als ich die CD das erste Mal hörte, war ich an der Stelle schon positiv überrascht. So konnte es weitergehen. Leider nur etwas kurz, aber trotzdem genial. Hat auf keinen Fall etwas mit dem typischen Brit-Pop-Sound zu tun.
(5/5) -> (3:18)
> Go Let It Out < - “Go let it out” sollte eigentlich ein Titel sein, den jeder wenigstens vom Namen her schon einmal gehört hat. Es ist eine der zahlreichen Singleauskopplungen, der „Oasis“ bisher auf den Markt geworfen haben. Ein rhythmisches Schlagzeugintro führt in den Track ein und hört man noch ein leises „One, Two, Three, Four“. Dann beginnt ein unverzerrtes, simples Akkordgespiele und Liam beginnt zu singen. Für die, die wirklich noch nie etwas von „Oasis“ gehört haben – Liams Stimme klingt wie eine Mischung aus Kettenraucher (seit 25 Jahren), Alkoholiker (ebenfalls 25 Jahre) und britischem Arbeiterslang. Wer süße, zarte Melodien und ebenso zarte Stimmchen erwartet, sollte gewarnt sein – „Oasis“ ist eine richtige Männerband. Keine Schwulenboygroup.
Die Begleitung bleibt eine ganze Zeit so relativ einfach, dach dann wird der Klangteppich im Hintergrund voller und derber. Verzerrte E-Gitarren und ein nettes Bassriff im Hintergrund geben dem Song innerhalb von Sekunden einen satten, tiefgehenden Sound, der einfach mitreißt. Der Text ist relativ einfach gehalten. Der Refrain ist mitgröhlverdächtig. Wer auf Soli hofft, wird irgendwann enttäuscht sein, denn „Soli“ im eigentlichen Sinne gibt es nicht. Nur angedeutete Sachen. Dafür ist der musikalisch alternativ gestaltete Sound eine Weiterentwicklung des Ur-Brit-Pops. „Oasis“ haben ihre eigenen Ideen dazugedichtet um den Sound noch fetter klingen zu lassen.
(5/5) -> (4:38)
> Who Feels Love ? < - Verträumte Klänge, die entweder aus einem Keyboard stammen könnten, aber auch sonst woher, eröffnen den Titel. Ein simpler Schlagzeugbeat mischt sich unter die hindumäßig anmutende Stimme. Der Song hat eine beruhigende, träumerische, warme Note. Langgezogene Gitarrenklänge, Echowirkungen sowohl in der Stimme als auch bei der musikalischen Untermalung charakterisieren „Who Feels Love“ als eher einen Song, der anscheinend aus einer Bierlaune heraus entstanden ist. Ganz nett, aber zu sehr dem Klischee des Brit-Pops verfallen. Auch relativ langweilig, da kaum Abwechslung.
(3/5) -> (5:44)
> Put Yer Money Where Yer Mouth Is < - Ein langer, anhaltender Ton eröffnet hier den Reigen der Oasis-typischen Instrumente. Eine einfache Begleitung aus einem Ton aus einer Elektroorgel und einem leichtem Schlagzeugbeat geben Liams Stimme einen kleinen Rückhalt. Allerdings passt dies Untermalung super zur Stimme. Die Verrauchtheit kommt hier voll zum Tragen. Eine Stimmung hängt über jeder Note, als würde jeden Moment etwas losbrechen und nach einem Refrain und einpaar Strophen bricht ein Schreiorkan los. Danach ist wie aus dem Nichts plötzlich eine zweite Gitarre mit on der Partie. Alles ist mit einem Rock’n’Roll-Charakter komponiert und zeigt die junge Wildheit der frühen Oasismusik.
Der Text ist im „Leck-Mich-Am-Arsch-Style“ geschrieben. „Steck dir dein Geld doch in die Fresse!“ – ein Satz, der wohl unmissverständlicher nicht sein könnte.
(5/5) -> (4:27)
> Little James < - „Little James“ beginnt mit einem Coldplay–typischem Klavierintro. Dann mischt sich, nachdem Liam herzzerreisend anfängt mit singen, eine Accoustic-Gitarre mit in den Song. Alles ist sehr ruhig und ausgeglichen gehalten. Leichtes „Haaa...“ im Hintergrund geben dem Song noch eine wehleidige Klage. In „Little James“ geht es um Kindheit und die daraus resultierende Unbeschwertheit. Doch die Kindheit ist kurz. Sehr viel ist hier instrumental gestaltet. Gegen Ende kommt ein leichter Kirchencharakter dazu. Alles hat diesen sanften, weiten, hallenden Charakter.
(4/5) -> (4:15)
> Gas Panic! < - Mein persönlicher Favourit. Das ist einmal etwas ganz anderes. Schon die Einleitung, die aus einem merkwürdig verzerrtem Schlagzeugrhythmus und einer Accoustic-Gitarre besteht, macht einen unruhigen Eindruck. Der gesamte Song wirkt und ist sehr depressiv und anklagend gehalten. Liam beginnt sehr ruhig mit singen. Es hat den schein als wäre der Song in einer kalten Nacht an einem Ort, wo es etwas hallt (Wald), aufgenommen worden. Dadurch hat der Song eine leicht beunruhigende Stimmung. In der zweiten Strophe wird die Gangart deutlich härter und dem Hörer schlägt ein „kalter“ Wind entgegen. Trotz der lauten Instrumente geht Liam nie unter im Wirrwarr aus Schlagzeug, Bass, der hier deutlich zu hören ist, und Gitarre. Auch gibt es wieder viele ungewöhnliche Nebengeräusche. Auch wurde sich hier wieder an so etwas wie einem Solo versucht, allerdings ist das nur mäßig gelungen. Es ist kein herkömmliches Solo, eher eine Art Variation oder Überleitung.
(5/5) -> (6:08)
> Where Did It All Goes Wrong < - Dies ist wieder ein typischer Brit-Pop-Song. Gesungen wird er diesmal nicht von Liam, sonder von Noel. Im Gegensatz zu Liam hat Noel eine weichere, melodischere Stimme, welche allerdings auch bei Live-Auftritten schnell neben einem etwas lauter eingestelltem Verstärker verschwindet.
Jeder kennt diese Stimmung, wenn man glaube, dass das gesamte Pech der Welt sich auf einen selber konzentriert. Für manche führt es dann eben soweit, dass sie sich da Leben nehmen, aber soweit muss es nicht kommen. Hier ist ein nettes, kleines Solo verarbeitet worden, allerdings würde mich interessieren, was Liam gemacht hat, als dieser Song aufgenommen wurde? Eine nette Abwechslung neben der verrauchten Stimme Liams
(5/5) -> (4:26)
> Sunday Morning Call < - Es ist Sonntag. Der Tag, an dem man eigentlich ausschlafen kann. Der Tag, an dem keiner Arbeiten muss, an dem keiner stört und doch ist es wieder der Tag, an dem das Telefon klingeln muss. Doch heute Sag ich mir mal: „Lass es doch klingeln. Lass den Mann an der Tür klopfen bis er platzt. Ich bleib liegen.“
Unverzerrte Gitarren und verschnörkelte, wasserorgelanmutige Keyboardklänge bilden den einfachen Klangteppich auf dem sich Noel mit seiner Stimme ausbreitet. Ein sehr, sehr ruhiger Song. Besonders an solchen kalten Tagen zu genießen mit einer heißen Tasse Cappuccino auf der Couch.
Das Ende ist dann mehr rockig und mit Rock’n’Roll-Charakter gestaltet. Die Melodie lädt zum Träumen, Hoffen und sich Treiben lassen ein...
(5/5) -> (5:12)
> I Can See A Liar < - Noch rockiger als alles, was bisher auf der Scheibe zu finden war, präsentiert sich dieser Titel. Ein Anfang im Stile von AC/DC und ein treibender, rhythmischer Schlagzeugbeat. Wieder singt Noel. Einfaches Quintenspiel auf der Leadgitarre geben dem Song das Grundgerüst. Obwohl der Song recht einfach gestrickt ist, macht der dennoch umso mehr Spaß. Ein Song zum Austoben. Ungeahnt wilde Seiten von „Oasis“ werden sicht- und hörbar. „Oasis“ sind doch rockbar. Leider viel zu kurz...
(5/5) -> (3:12)
> Roll It Over < - Verträumte, sanfte Gitarrenakkorde ertönen, begleitet von leichten Schlagzeugbeats. Ein leichter Jazzcharakter ist nicht zu verkennen. Liam ist wieder zurück am Mikro und singt wahrscheinlich den besten Song seines Lebens. So viel Zärtlichkeit hätte man dem „Rockrüpel himself“ nicht zugetraut. Der Song könnte ebenso gut Titelsong eines Hollywood-Streifens sein, so sanft und charakteristisch ist er. Ein gelungener Abschluß.
(5/5) -> (6:31)
Fazit
====
Das fünfte Album der Manchester-Boys besticht durch Vielseitigkeit, Ideenreichtum, Klasse – kurz, es hat alles, was ein Hit-Album braucht. Jedoch fallen „Oasis“ in letzter Zeit mehr durch Negativschlagzeilen auf als mit ihren Alben. Ich habe erst durch dieses Album einen Zugang zur Musik von Liam&Noel Gallagher bekommen und ich kann diese Musik nur jedem empfehlen. Man muss die Band nicht mögen, man kann die Überheblichkeit der beiden Brüder anprangern, aber man muss auch sagen, sie haben verdammt gute Ideen und nicht nur deswegen sind ihre Konzerte stets restlos ausverkauft. Ich kann die band und die Musik nur wärmstens empfehlen.
2004 ist das nächste Studioalbum geplant. Mal sehen, was uns die beiden Hitzköpfe da wieder für musikalische Leckerbissen liefern.
Wer Bilder von Live-Auftritten gern einmal sehen möchte oder sich noch wieter über die Band informieren will, denn die Biografie ist schon noch etwas umfangreicher, asl der Abriss am Anfang, der schaut unter
http://www.laut.de/wortlaut/artists/o/oasis/biographie/index.htm
oder für Bilder von Konzerten in Deutschland
http://www.laut.de/wortlaut/artists/o/oasis/fotogalerie/index.htm
nach.
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Ich bin ständiger Gast in der örtlichen Musikbibliothek, weil es einfach die billigste Methode ist, sich einmal ausgiebig neue Alben anzuhören und zu testen. Außerdem ist es so viel einfacher einmal einen Eindruck von einer CD oder von einer Band zu bekommen, denn ich hab auch schon die Erfahrung gemacht, dass mir eine CD im Musicstore nicht gefallen hat, aber als ich mir sie noch mal angehört habe bei einem Kumpel, dann fand ich sie einfach nur genial.
Und so war es auch vor etwas längerer Zeit, als ich wiedereinmal in der Bibliothek gastierte. „Oasis“ hing mir schon lange im Gedächtnis und ich wollte einfach einmal mehr über diese Band wissen. Bisher kannte ich nur „Wonderwall“ und diesen Song schätzte ich bis dahin als besten Song ein – Fehler!
Die einzige CD die zur Zeit vorhanden war, war „Standing on the Shoulder of Giants“. Langer Titel, ein irgendwie ungewöhnliches Cover und eine Tracklist, die mir zu dieser Zeit noch nichts sagte. Probieren geht über studieren und so lieh ich mir die CD für viel zu kurze 14 Tage...
Die Band
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Für diejenigen, denen der Name „Oasis“ nichts sagt, für die gibt es hier noch einpaar kurze Facts über die Band und ihr bisheriges Schaffen.
Wir schreiben das Jahr 1991 als Noel Gallaghers jüngerer Bruder, Liam, mit seinen Schulfreunden Paul \"Bonehead\" Arthurs, Paul McGuigan und Tony McCaroll eine Band gründete. McGuigan und McCaroll hatten schon vorher zusammengespielt unter dem Bandnamen „Rain“, allerdings ohne zählenswertem Erfolg. Bald darauf stieß auch Noel zu der Band, allerdings nur unter der Bedingung, dass er die Kontrolle über die Band haben würde und nur er Lyrics und Songs schreiben durfte. Diese Bedingung sollte in ferner Zukunft immer wieder zu Reibereien zwischen den Gallagher-Brüdern führen, aber gerade diese Rivalität machen die Musik von Oasis zu etwas ganz besonderem.
Liam Gallagher (Vocals)
Noel Gallagher (Gitarre, Vocals)
Paul \"Bonehead\" Arthurs (Gitarre)
Paul McGuigan (Bass)
Tony McCaroll (Drums)
Das Album
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„Standing on the Shoulder of Giants“ ist das 2002er Album der Combo um die Gallagher-Brüder. Es finden sich 10 Songs auf der Platte, welche jedoch stark zwischen Brit-Pop und Oasis-Sound hin und her schwanken.
Das Cover, das ich vorhin schon einmal angesprochen hatte, zeigt die Skyline einer Großstadt (leider bin ich noch nicht dahintergekommen, welche Stadt das sein soll). Genau in der Mitte steht das größte Gebäude – gemäß dem Titel. Alles ist im Dämmerungszustand fotografiert worden. Zwar sieht man im Hintergrund noch das letzte Abendrot, jedoch ist schon das Lichtermeer der Großstadt erwacht. Schönes, innovatives Cover. Kannte ich vorher noch nicht.
Tracklist
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#1 Fuckin’ In The Bushes
#2 Go Let It Out
#3 Who Feels Love ?
#4 Put Yer Money Where Yer Mouth Is
#5 Little James
#6 Gas Panic!
#7 Where Did It All Goes Wrong?
#8 Sunday Morning Call
#9 I Can See A Liar
#10 Roll It Over
…und nun die Tracks im Einzelnen
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> Fuckin’ In The Bushes < - Der Opener ist im Grunde ein reines Instrumental. Ein treibender Schlagzeugbeat, eine rockige Gitarre, die keinesfalls übertrieben klingt. Ein simples Riff, das sich durch den gesamten Titel zieht untermalt von Elektroorgeltönen. Eine zweite Gitarre improvisiert über das Grundriff ein nettes Solo. Dann erklingen immer wieder Audiofetzen, die wahrscheinlich aus irgendwelchen Radio- und TV-Sendungen stammen. Die eingängige Melodie reißt einen einfach vom Hocker. Als ich die CD das erste Mal hörte, war ich an der Stelle schon positiv überrascht. So konnte es weitergehen. Leider nur etwas kurz, aber trotzdem genial. Hat auf keinen Fall etwas mit dem typischen Brit-Pop-Sound zu tun.
(5/5) -> (3:18)
> Go Let It Out < - “Go let it out” sollte eigentlich ein Titel sein, den jeder wenigstens vom Namen her schon einmal gehört hat. Es ist eine der zahlreichen Singleauskopplungen, der „Oasis“ bisher auf den Markt geworfen haben. Ein rhythmisches Schlagzeugintro führt in den Track ein und hört man noch ein leises „One, Two, Three, Four“. Dann beginnt ein unverzerrtes, simples Akkordgespiele und Liam beginnt zu singen. Für die, die wirklich noch nie etwas von „Oasis“ gehört haben – Liams Stimme klingt wie eine Mischung aus Kettenraucher (seit 25 Jahren), Alkoholiker (ebenfalls 25 Jahre) und britischem Arbeiterslang. Wer süße, zarte Melodien und ebenso zarte Stimmchen erwartet, sollte gewarnt sein – „Oasis“ ist eine richtige Männerband. Keine Schwulenboygroup.
Die Begleitung bleibt eine ganze Zeit so relativ einfach, dach dann wird der Klangteppich im Hintergrund voller und derber. Verzerrte E-Gitarren und ein nettes Bassriff im Hintergrund geben dem Song innerhalb von Sekunden einen satten, tiefgehenden Sound, der einfach mitreißt. Der Text ist relativ einfach gehalten. Der Refrain ist mitgröhlverdächtig. Wer auf Soli hofft, wird irgendwann enttäuscht sein, denn „Soli“ im eigentlichen Sinne gibt es nicht. Nur angedeutete Sachen. Dafür ist der musikalisch alternativ gestaltete Sound eine Weiterentwicklung des Ur-Brit-Pops. „Oasis“ haben ihre eigenen Ideen dazugedichtet um den Sound noch fetter klingen zu lassen.
(5/5) -> (4:38)
> Who Feels Love ? < - Verträumte Klänge, die entweder aus einem Keyboard stammen könnten, aber auch sonst woher, eröffnen den Titel. Ein simpler Schlagzeugbeat mischt sich unter die hindumäßig anmutende Stimme. Der Song hat eine beruhigende, träumerische, warme Note. Langgezogene Gitarrenklänge, Echowirkungen sowohl in der Stimme als auch bei der musikalischen Untermalung charakterisieren „Who Feels Love“ als eher einen Song, der anscheinend aus einer Bierlaune heraus entstanden ist. Ganz nett, aber zu sehr dem Klischee des Brit-Pops verfallen. Auch relativ langweilig, da kaum Abwechslung.
(3/5) -> (5:44)
> Put Yer Money Where Yer Mouth Is < - Ein langer, anhaltender Ton eröffnet hier den Reigen der Oasis-typischen Instrumente. Eine einfache Begleitung aus einem Ton aus einer Elektroorgel und einem leichtem Schlagzeugbeat geben Liams Stimme einen kleinen Rückhalt. Allerdings passt dies Untermalung super zur Stimme. Die Verrauchtheit kommt hier voll zum Tragen. Eine Stimmung hängt über jeder Note, als würde jeden Moment etwas losbrechen und nach einem Refrain und einpaar Strophen bricht ein Schreiorkan los. Danach ist wie aus dem Nichts plötzlich eine zweite Gitarre mit on der Partie. Alles ist mit einem Rock’n’Roll-Charakter komponiert und zeigt die junge Wildheit der frühen Oasismusik.
Der Text ist im „Leck-Mich-Am-Arsch-Style“ geschrieben. „Steck dir dein Geld doch in die Fresse!“ – ein Satz, der wohl unmissverständlicher nicht sein könnte.
(5/5) -> (4:27)
> Little James < - „Little James“ beginnt mit einem Coldplay–typischem Klavierintro. Dann mischt sich, nachdem Liam herzzerreisend anfängt mit singen, eine Accoustic-Gitarre mit in den Song. Alles ist sehr ruhig und ausgeglichen gehalten. Leichtes „Haaa...“ im Hintergrund geben dem Song noch eine wehleidige Klage. In „Little James“ geht es um Kindheit und die daraus resultierende Unbeschwertheit. Doch die Kindheit ist kurz. Sehr viel ist hier instrumental gestaltet. Gegen Ende kommt ein leichter Kirchencharakter dazu. Alles hat diesen sanften, weiten, hallenden Charakter.
(4/5) -> (4:15)
> Gas Panic! < - Mein persönlicher Favourit. Das ist einmal etwas ganz anderes. Schon die Einleitung, die aus einem merkwürdig verzerrtem Schlagzeugrhythmus und einer Accoustic-Gitarre besteht, macht einen unruhigen Eindruck. Der gesamte Song wirkt und ist sehr depressiv und anklagend gehalten. Liam beginnt sehr ruhig mit singen. Es hat den schein als wäre der Song in einer kalten Nacht an einem Ort, wo es etwas hallt (Wald), aufgenommen worden. Dadurch hat der Song eine leicht beunruhigende Stimmung. In der zweiten Strophe wird die Gangart deutlich härter und dem Hörer schlägt ein „kalter“ Wind entgegen. Trotz der lauten Instrumente geht Liam nie unter im Wirrwarr aus Schlagzeug, Bass, der hier deutlich zu hören ist, und Gitarre. Auch gibt es wieder viele ungewöhnliche Nebengeräusche. Auch wurde sich hier wieder an so etwas wie einem Solo versucht, allerdings ist das nur mäßig gelungen. Es ist kein herkömmliches Solo, eher eine Art Variation oder Überleitung.
(5/5) -> (6:08)
> Where Did It All Goes Wrong < - Dies ist wieder ein typischer Brit-Pop-Song. Gesungen wird er diesmal nicht von Liam, sonder von Noel. Im Gegensatz zu Liam hat Noel eine weichere, melodischere Stimme, welche allerdings auch bei Live-Auftritten schnell neben einem etwas lauter eingestelltem Verstärker verschwindet.
Jeder kennt diese Stimmung, wenn man glaube, dass das gesamte Pech der Welt sich auf einen selber konzentriert. Für manche führt es dann eben soweit, dass sie sich da Leben nehmen, aber soweit muss es nicht kommen. Hier ist ein nettes, kleines Solo verarbeitet worden, allerdings würde mich interessieren, was Liam gemacht hat, als dieser Song aufgenommen wurde? Eine nette Abwechslung neben der verrauchten Stimme Liams
(5/5) -> (4:26)
> Sunday Morning Call < - Es ist Sonntag. Der Tag, an dem man eigentlich ausschlafen kann. Der Tag, an dem keiner Arbeiten muss, an dem keiner stört und doch ist es wieder der Tag, an dem das Telefon klingeln muss. Doch heute Sag ich mir mal: „Lass es doch klingeln. Lass den Mann an der Tür klopfen bis er platzt. Ich bleib liegen.“
Unverzerrte Gitarren und verschnörkelte, wasserorgelanmutige Keyboardklänge bilden den einfachen Klangteppich auf dem sich Noel mit seiner Stimme ausbreitet. Ein sehr, sehr ruhiger Song. Besonders an solchen kalten Tagen zu genießen mit einer heißen Tasse Cappuccino auf der Couch.
Das Ende ist dann mehr rockig und mit Rock’n’Roll-Charakter gestaltet. Die Melodie lädt zum Träumen, Hoffen und sich Treiben lassen ein...
(5/5) -> (5:12)
> I Can See A Liar < - Noch rockiger als alles, was bisher auf der Scheibe zu finden war, präsentiert sich dieser Titel. Ein Anfang im Stile von AC/DC und ein treibender, rhythmischer Schlagzeugbeat. Wieder singt Noel. Einfaches Quintenspiel auf der Leadgitarre geben dem Song das Grundgerüst. Obwohl der Song recht einfach gestrickt ist, macht der dennoch umso mehr Spaß. Ein Song zum Austoben. Ungeahnt wilde Seiten von „Oasis“ werden sicht- und hörbar. „Oasis“ sind doch rockbar. Leider viel zu kurz...
(5/5) -> (3:12)
> Roll It Over < - Verträumte, sanfte Gitarrenakkorde ertönen, begleitet von leichten Schlagzeugbeats. Ein leichter Jazzcharakter ist nicht zu verkennen. Liam ist wieder zurück am Mikro und singt wahrscheinlich den besten Song seines Lebens. So viel Zärtlichkeit hätte man dem „Rockrüpel himself“ nicht zugetraut. Der Song könnte ebenso gut Titelsong eines Hollywood-Streifens sein, so sanft und charakteristisch ist er. Ein gelungener Abschluß.
(5/5) -> (6:31)
Fazit
====
Das fünfte Album der Manchester-Boys besticht durch Vielseitigkeit, Ideenreichtum, Klasse – kurz, es hat alles, was ein Hit-Album braucht. Jedoch fallen „Oasis“ in letzter Zeit mehr durch Negativschlagzeilen auf als mit ihren Alben. Ich habe erst durch dieses Album einen Zugang zur Musik von Liam&Noel Gallagher bekommen und ich kann diese Musik nur jedem empfehlen. Man muss die Band nicht mögen, man kann die Überheblichkeit der beiden Brüder anprangern, aber man muss auch sagen, sie haben verdammt gute Ideen und nicht nur deswegen sind ihre Konzerte stets restlos ausverkauft. Ich kann die band und die Musik nur wärmstens empfehlen.
2004 ist das nächste Studioalbum geplant. Mal sehen, was uns die beiden Hitzköpfe da wieder für musikalische Leckerbissen liefern.
Wer Bilder von Live-Auftritten gern einmal sehen möchte oder sich noch wieter über die Band informieren will, denn die Biografie ist schon noch etwas umfangreicher, asl der Abriss am Anfang, der schaut unter
http://www.laut.de/wortlaut/artists/o/oasis/biographie/index.htm
oder für Bilder von Konzerten in Deutschland
http://www.laut.de/wortlaut/artists/o/oasis/fotogalerie/index.htm
nach.
12 Bewertungen, 3 Kommentare
-
19.01.2009, 22:16 Uhr von Jerry525
Bewertung: sehr hilfreichEinen lieben Gruß und einen schönen Abend vom JERRY
-
08.12.2008, 17:12 Uhr von misscindy
Bewertung: sehr hilfreichEin sehr guter Bericht, lg Sylvia
-
14.09.2008, 00:00 Uhr von frankensteins
Bewertung: sehr hilfreichliebe Grüße Werner
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