Standing On The Shoulder Of Giants (2000) - Oasis Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Summe aller Bewertungen
- Cover-Design:
- Klangqualität:
Erfahrungsbericht von McCoize
...and on the 6th day God created MANchester?
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Tja, gute Frage: schuf Gott am sechsten Tag MENSCHester??? *g*
Und das vielleicht deshalb, weil er dieses Album hörte??? *gg*
Oder ist das alles nur reine Spekulation, da Gott ja eigentlich DJ ist, und daher wohl eher mit Plattendrehen zu tun hat??? *ggg*
Fragen über Fragen, die ich hier und heute wahrscheinlich sowie so nicht beantworten kann, denn -und jetzt haltet Euch fest- ich bin NICHT allwissend!!! *lach* So, nun ist es raus - ich habe mich „geoutet“. ;-)
Im Jahre 2000 nach Christus ist nichts mehr so wie es scheint...
Die „Oase“, ehemals Heimat von Paul „Bonehead“ Arthurs und „Paul „Guigsy“ McGuigan (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Regisseur), gibt es in ihrer Urbesetzung von 1991 nicht mehr.
Guigsy und Bonehead haben die Band verlassen, um sich um ihre Familien bzw. Soloprojekte zu widmen. Nach Tony McCarroll 1995 sind nun also schon drei Mitglieder der Anfangsformation nicht mehr an Bord. Während man für den Schlagzeuger Tony relativ schnell einen Ersatzmann fand, nämlich Alan „Whitey“ White, war die Suche nach einem neuen Bassisten bzw. Gitarristen nicht ganz so einfach. Doch nach einiger Zeit hatte man endlich ein paar passende Musiker gefunden: Colin „Gem“ Archer (Gitarre) und Andy Bell (Bass) - beide eingefleischte Oasis-Fans und nebenbei auch noch recht bekannte Musiker in der englischen Musikszene, die mit ihren eigenen Bands allerdings nicht so großen Erfolg wie Oasis einheimsen konnten.
Halten wir also fest, 2000 sieht die Bandbesetzung so aus:
> Liam Gallagher - Gesang und Tamburin
> Noel Gallagher - Gitarren und (Background-) Gesang
> Gem Archer - Gitarren
> Andy Bell - Bass
> Alan White - Schlagzeug und Percussions
Und mit genau dieser Besetzung gingen die Engländer dann auch schließlich von April bis August 1999 ins Studio, um ihr viertes Album “Standing on the shoulder of giants” (oder SOTSOG wie wir Oasis-Fans dieses Album liebevoll nennen *g*) aufzunehmen.
Auf dem Cover des Albums sehen wir die Innenstadt von New York:
Die linke Hälfte des Fotos zeigt die Stadt bei Tag, mit blauem Himmel und kleinen Wölkchen, die andere Hälfte wurde hingegen bei Nacht aufgenommen. Da das Ganze aber nahtlos ineinander übergeht, entsteht ein richtig cooler Effekt und wahrscheinlich fällt einem beim ersten Betrachten sowie so gar nicht auf, dass es Tag + Nacht zeigt (war bei mir nämlich der Fall *g*).
Ganz weit in der Ferne (wirklich sehr winzig) ist noch das World Trade Center zu erkennen, na ja, da kann man irgendwie froh sein, dass sich die Band das Empire State Building als Cover-Mittelpunkt ausgesucht hat... nach all den Geschehnissen im letzten Jahr...
Das Booklet enthält alle Songtexte, sowie Fotomontagen der Band bzw. Aufnahmen aus dem Studio die in schwarz-weiß gehalten oder hin und wieder auch mal eingefärbt sind. Auf einer der ersten Seiten ist ein Schloss zu erkennen. Wenn man das Bild ganz genau betrachtet, wird man feststellen, dass es Wasser (ein Teich/See?) ist, den man fotografiert hat und in dem sich das besagte Schloss spiegelt. Vorher ist mir das -ehrlich gesagt- nie aufgefallen, aber jetzt, bei intensiver Beschäftigung mit diesem Kram, erfährt man dann doch noch ganz nette/neue Dinge. ;-)
Aber nun Genaueres zu den 10 Songs des Albums:
~~~ 01 ~ FUCKIN’ IN THE BUSHES ~~~ 3:18
Ups, böses Wort… wer hatte denn da seine Fingerchen im Spiel? ;-) „F***in’ in the bushes“ ist der bisher einzige „schmutzige“ Song der Band und gleichzeitig der Grund dafür, dass dieses Album einen netten schwarz-weißen Aufkleber mit der Aufschrift „Parental Advisory Explicit Lyrics“ bekam. Das Kuriose dabei ist, dass die Band bzw. Sänger Liam das Wort „F***“ nicht mal selbst in den Mund nimmt, sondern das Ganze auf ein paar Samples beruht. Die Band nutzte hier Audioeinspielungen des Murray Lerner Films „Message To Love-Isle of Wight 1970“. Was das Thema dieses Films war, kann ich Euch aber beim besten Willen nicht sagen, da ich es nicht weiß.
Der Song an sich kann daher wohl auch eher als „Instrumental“-Stück bezeichnet werden. Wir hören drei wundervolle E-Gitarren, wobei jede ihr eigenes Solo spielt, eine Hammondorgel und ein Chor, der im Hintergrund „oohs“ und „aahs“ wiedergibt und eigentlich wie ein Kirchenchor klingt. Der Song an sich könnte recht gut in die 70er Jahre passen, da sich das Gitarrenspiel sehr auf diese Zeit bezieht. Rockig, gut gewähltes Tempo - das erinnert uns das Ganze fast ans legendäre Woodstock-Festival. ;-)
~~~ 02 ~ GO LET IT OUT ~~~ 4:38
Die erste Singleauskopplung dieses Albums - Nr. 1 in England. Auch dieses Lied bedient sich bei einem anderen Künstler, nämlich bei dem Song „I walk on gilded splinters“ von Johnny Jenkins - wer immer das auch sein mag. ;-)
„Go let it out“ hat absoluten Ohrwurmcharakter. Eine schöne weiche Gitarrenmelodie, ein süßes Zusammenspiel von Hammondorgel und Flöte im Hintergrund, ein netter Midtempo-Rhythmus und fertig ist ein typischer Oasis-Song. ;-)
Der Text des Refrains erinnert mich persönlich aber eher an einen Dancesong,
> So go let it out - go let it in
> Go let it in - don’t let it in
> Go let it out - go let it in
~~~
< Also, lass’ es raus - lass’ es rein
< Lass’ es rein - lass’ es nicht rein
< Lass’ es raus - lass’ es rein...
weil: genau so einfalls- und abwechslungsreich. *g*
Egal, trotzdem wurde hier ein richtig schöner Song geschrieben.
~~~ 03 ~ WHO FEELS LOVE? ~~~ 5:44
Wie der Titel schon verrät, handelt es sich hierbei um ein Liebeslied. Das Stück wurde mit Slide-Gitarren, Synthesizereffekten, Sitarklängen und Bongos als zusätzliches Schlaginstrument sehr psychedelisch gehalten. Das Tempo ist ziemlich schleppend, wobei man aber sagen muss, dass ein schnellerer „Beat“ wohl etwas unpassend gewesen wäre. Liams Stimme geht bei diesem Stück besonders unter die Haut...
> Thank you for the sun the one that shines on everyone
> Who feels love
> Now there’s a million years between my fantasies and fears
> I feel love
~~~~~
< Ich danke dir für die Sonne, diejenige, die auf jeden scheint,
< Der Liebe fühlt
< Jetzt liegen eine Million Jahre zwischen meinen Phantasien und Ängsten
< Ich fühle Liebe
~~~ 04 ~ PUT YER MONEY WHERE YER MOUTH IS ~~~ 4:27
Rock’n’Roll vom Feinsten. Fetzige Gitarren, ein ordentliches Schlagzeugspiel und ein dazu passender frecher Gesang. Wo liegt also das Problem? Ganz einfach im Text. Das Thema “doofe Textpassagen” hatte ich ja heute schon mal und es wird uns auch im restlichen Teil des Albums begleiten - leider. ;-)
> Put yer [your] money where yer mouth is
> Yer pappa sez [says] that you was real
Ähm… ja genau. Muss man das verstehen? - Ich meine, da hab’ ja selbst ich Probleme das nachzuvollziehen. Welch ein Glück, dass die Musik bei diesem Song so gut ausgefallen ist, ansonsten wäre das Lied nämlich bei mir glatt durchgefallen. ;-)
~~~ 05 ~ LITTLE JAMES ~~~ 4:15
Die ersten songwriterischen Versuche von Sänger Liam. Er schrieb das Lied für den Sohn seiner Ex-Frau Patsy Kensit und als genau das ist es meiner Meinung nach auch zu verstehen: nämlich als Kinderlied.
Die Melodie ist bei diesem Stück recht ruhig und besinnlich ausgefallen. Begleitet wird der Song durch kitschiges Keyboard-Geplänkel - hätte man dieses weggelassen und dafür die (Akustik-) Gitarren stärker hervorgehoben, wäre der Song eine richtig klasse Ballade geworden. Aber so? Nee, eher peinlich. Hinzu kommt dann noch Liams furchtbarer Gesang, der manchmal den Ton nicht so richtig trifft. Und als wenn das noch nicht alles schlimm genug wäre, wird uns jetzt noch ein ziemlich primitiver Text dargeboten, der wohl mal als „lieb“ gemeint war, nun aber mehr in die Kategorie „schmalzig“ gehört...
> I’m singing this song for you and your mum that’s all
~~~~~
< Ich singe dieses Lied für dich und deine Mutter, das ist alles
~~~ 06 ~ GAS PANIC! ~~~ 6:08
Kommen wir nun zu meinem absoluten Lieblingsstück auf diesem Album: “Gas panic!” Das Lied ist sehr psychedelisch angehaucht und schöpft seine gesamte Kraft aus den zahlreichen Synthesizer-, Drumcomputer- und Gitarren-Effekten. Computer und E-Gitarren gelten ja oft als unvereinbar, besonders bei Rockbands, aber „Gas panic!“ zeigt ein fantastisches Beispiel dafür, wie man diese Gegensätze so vereinbaren kann, dass man einen richtig coolen Track schaffen kann.
Der Sound, sowie der Gesang wirken ziemlich unnahbar und bedrohlich, daher auch das Prädikat „cool“ - das Stück ist eben ziemlich „unterkühlt“. Aber es ist genau diese Kühle von der das Lied lebt. Außerdem haben wir hier auch endlich mal wieder einen guten Text...
> My family don’t seem so familiar
> And my enemies all know my name
> And when you hear me tap on yer window
> You better get on yer knees and pray panic is on the way
~~~~~
< Meine Familie scheint mir nicht mehr so vertraut
< Und meine Feinde kennen alle meinen Namen
< Und wenn du mich ans Fenster klopfen hörst
< Gehst du besser auf die Knie und betest, denn Panik ist auf dem Weg hierher
~~~ 07 ~ WHERE DID IT ALL GO WRONG? ~~~ 4:26
Bei diesem Stück übernimmt, Gitarrist und Liam-Bruder, Noel den Gesangspart. Der Inhalt handelt von all den Beziehungen und Situationen, die in unserem Leben falsch laufen und der Tatsache, dass sich auch in Zukunft nichts großartig daran ändern wird. In früheren Jahren wäre so ein Song bei Oasis wohl noch mit einer recht fröhlich-ironischen Melodie davongekommen, heutzutage hingegen besticht der Track durch seine Nachdenklich- und Eindringlichkeit. Besonders bestechend ist dabei das beschwörende Gitarrenspiel, sowie Noels leidenschaftliche Stimme...
> Do you keep the receipts for the friends that you buy? […]
> But I hope you know that it’ won’t let go
> It sticks around with you until the day you die
~~~~~
< Behältst du eigentlich alle Kassenzettel der Freunde, die du dir erkauft hast? [...]
< Aber ich hoffe, dass du weißt, dass es niemals aufhören wird
< Es wird bis zu dem Tag, an dem du stirbst, bei dir bleiben
~~~ 08 ~ SUNDAY MORNING CALL ~~~ 5:12
Ein weiteres von Noel gesungenes Stück. Und ich muss sagen, der Junge hat ein Gespür für Tiefe - nicht nur in musikalischer Hinsicht. ;-) Eine bittersüße Melodie, die auf der „engelschorgleichen“ Keyboardbegleitung basiert und später im Song tatkräftig durch die E-Gitarren unterstützt wird. Noels Stimme wirkt gar zart und zerbrechlich, und in dem Moment, in dem wir glauben, dass sie endgültig zerbricht, schiebt sich ein fettes Gitarrensolo vor den Gesang. Inhaltlich geht es um das Gefühl, das man hat, wenn man völlig mit seinen Nerven und Kräften am Ende ist...
> When you’re lonely and you start to hear the little voices in your head at night
> You will only sniff away the tears…
~~~~~
< Wenn du einsam bist und anfängst nachts diese kleinen Stimmen in deinem Kopf zu hören
< Wirst du nur einfach deine Tränen hinwegschniefen...
~~~ 09 ~ I CAN SEE A LIAR ~~~ 3:12
Tja, gleiches Problem wie bei “Put yer money where yer mouth is”: geile Mucke, aber Scheiß Text. ;-) Ist es denn wirklich so schwierig einer klasse Melodie einen guten Text zu geben? Ich meine, wir haben großartige, rockige Gitarren, die sich hauptsächlich in den tieferen Klangbreiten befinden, ein tolles Schlagzeug und Liams Stimme wirkt auch endlich mal wieder rotzfrech und hochnäsig. Die Melodie ist auch ein Ohrwurm - warum muss also, der Text so mies ausfallen?
> I can see a liar, sitting by the fire
~~~~~
< Ich kann einen Lügner sehen, er sitzt am Lagerfeuer
War wohl ein Genie am Werk - grottenschlecht... ;-)
~~~ 10 ~ ROLL IT OVER ~~~ 6:31
Nach dem ich mich eben noch so aufgeregt hab’, kommt nun das überaus gelungene und versöhnliche Gegenstück: „Roll it over“.
Schleppender Rhythmus, eindringliche Gitarrensoli und ein Liam in Höchstform. Hin und wieder werden ein paar Klavierpassagen eingeworfen, die man aber kaum wahrnimmt und wenn dann schließlich noch der unglaublich tolle Backgroundchor erklingt, da ist uns eines klar: ein Oasis-Klassiker wurde hier geschrieben. ;-) Ein Song, der so sehr unter die Haut geht, hat man von den Jungs lange nicht mehr gehört. Selbst der Song-Text lässt ein paar philosophische Anflüge aufkommen...
> Look around at all the plastic people
> Who live without a care
> Try to sit with me around my table
> But never bring a chair
~~~~~
< schau dir all diese künstlichen Leute an
< Die ohne jegliche Sorge leben
< Sie versuchen alle mit mir an einem Tisch zu sitzen
< Aber bringen nie einen Stuhl mit
FAZIT:
Mal kitschig, mal leidenschaftlich, mal psychedelisch, mal rockig, mal leicht, mal bittersüß, mal unnahbar, mal rotzfrech... ich glaube bei diesem Album ist für wirklich jeden Musikgeschmack etwas dabei.
Tja, hat Gott nun am sechsten Tag MENSCHester erschaffen? Das kann ich immer noch nicht sagen, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass sich an diesem Tag SOTSOG auf seinem Plattenspieler drehte. ;-)
***ANMERKUNG***
Das Zitat „...and on the 6th God created MANchester“ stammt übrigens aus dem Stone Roses-Video zu „Sally Cinnamon“ - wollte ich nur gesagt haben, damit später keine rechtlichen Schritte gegen mich unternommen werden können. ;-)
Und das vielleicht deshalb, weil er dieses Album hörte??? *gg*
Oder ist das alles nur reine Spekulation, da Gott ja eigentlich DJ ist, und daher wohl eher mit Plattendrehen zu tun hat??? *ggg*
Fragen über Fragen, die ich hier und heute wahrscheinlich sowie so nicht beantworten kann, denn -und jetzt haltet Euch fest- ich bin NICHT allwissend!!! *lach* So, nun ist es raus - ich habe mich „geoutet“. ;-)
Im Jahre 2000 nach Christus ist nichts mehr so wie es scheint...
Die „Oase“, ehemals Heimat von Paul „Bonehead“ Arthurs und „Paul „Guigsy“ McGuigan (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Regisseur), gibt es in ihrer Urbesetzung von 1991 nicht mehr.
Guigsy und Bonehead haben die Band verlassen, um sich um ihre Familien bzw. Soloprojekte zu widmen. Nach Tony McCarroll 1995 sind nun also schon drei Mitglieder der Anfangsformation nicht mehr an Bord. Während man für den Schlagzeuger Tony relativ schnell einen Ersatzmann fand, nämlich Alan „Whitey“ White, war die Suche nach einem neuen Bassisten bzw. Gitarristen nicht ganz so einfach. Doch nach einiger Zeit hatte man endlich ein paar passende Musiker gefunden: Colin „Gem“ Archer (Gitarre) und Andy Bell (Bass) - beide eingefleischte Oasis-Fans und nebenbei auch noch recht bekannte Musiker in der englischen Musikszene, die mit ihren eigenen Bands allerdings nicht so großen Erfolg wie Oasis einheimsen konnten.
Halten wir also fest, 2000 sieht die Bandbesetzung so aus:
> Liam Gallagher - Gesang und Tamburin
> Noel Gallagher - Gitarren und (Background-) Gesang
> Gem Archer - Gitarren
> Andy Bell - Bass
> Alan White - Schlagzeug und Percussions
Und mit genau dieser Besetzung gingen die Engländer dann auch schließlich von April bis August 1999 ins Studio, um ihr viertes Album “Standing on the shoulder of giants” (oder SOTSOG wie wir Oasis-Fans dieses Album liebevoll nennen *g*) aufzunehmen.
Auf dem Cover des Albums sehen wir die Innenstadt von New York:
Die linke Hälfte des Fotos zeigt die Stadt bei Tag, mit blauem Himmel und kleinen Wölkchen, die andere Hälfte wurde hingegen bei Nacht aufgenommen. Da das Ganze aber nahtlos ineinander übergeht, entsteht ein richtig cooler Effekt und wahrscheinlich fällt einem beim ersten Betrachten sowie so gar nicht auf, dass es Tag + Nacht zeigt (war bei mir nämlich der Fall *g*).
Ganz weit in der Ferne (wirklich sehr winzig) ist noch das World Trade Center zu erkennen, na ja, da kann man irgendwie froh sein, dass sich die Band das Empire State Building als Cover-Mittelpunkt ausgesucht hat... nach all den Geschehnissen im letzten Jahr...
Das Booklet enthält alle Songtexte, sowie Fotomontagen der Band bzw. Aufnahmen aus dem Studio die in schwarz-weiß gehalten oder hin und wieder auch mal eingefärbt sind. Auf einer der ersten Seiten ist ein Schloss zu erkennen. Wenn man das Bild ganz genau betrachtet, wird man feststellen, dass es Wasser (ein Teich/See?) ist, den man fotografiert hat und in dem sich das besagte Schloss spiegelt. Vorher ist mir das -ehrlich gesagt- nie aufgefallen, aber jetzt, bei intensiver Beschäftigung mit diesem Kram, erfährt man dann doch noch ganz nette/neue Dinge. ;-)
Aber nun Genaueres zu den 10 Songs des Albums:
~~~ 01 ~ FUCKIN’ IN THE BUSHES ~~~ 3:18
Ups, böses Wort… wer hatte denn da seine Fingerchen im Spiel? ;-) „F***in’ in the bushes“ ist der bisher einzige „schmutzige“ Song der Band und gleichzeitig der Grund dafür, dass dieses Album einen netten schwarz-weißen Aufkleber mit der Aufschrift „Parental Advisory Explicit Lyrics“ bekam. Das Kuriose dabei ist, dass die Band bzw. Sänger Liam das Wort „F***“ nicht mal selbst in den Mund nimmt, sondern das Ganze auf ein paar Samples beruht. Die Band nutzte hier Audioeinspielungen des Murray Lerner Films „Message To Love-Isle of Wight 1970“. Was das Thema dieses Films war, kann ich Euch aber beim besten Willen nicht sagen, da ich es nicht weiß.
Der Song an sich kann daher wohl auch eher als „Instrumental“-Stück bezeichnet werden. Wir hören drei wundervolle E-Gitarren, wobei jede ihr eigenes Solo spielt, eine Hammondorgel und ein Chor, der im Hintergrund „oohs“ und „aahs“ wiedergibt und eigentlich wie ein Kirchenchor klingt. Der Song an sich könnte recht gut in die 70er Jahre passen, da sich das Gitarrenspiel sehr auf diese Zeit bezieht. Rockig, gut gewähltes Tempo - das erinnert uns das Ganze fast ans legendäre Woodstock-Festival. ;-)
~~~ 02 ~ GO LET IT OUT ~~~ 4:38
Die erste Singleauskopplung dieses Albums - Nr. 1 in England. Auch dieses Lied bedient sich bei einem anderen Künstler, nämlich bei dem Song „I walk on gilded splinters“ von Johnny Jenkins - wer immer das auch sein mag. ;-)
„Go let it out“ hat absoluten Ohrwurmcharakter. Eine schöne weiche Gitarrenmelodie, ein süßes Zusammenspiel von Hammondorgel und Flöte im Hintergrund, ein netter Midtempo-Rhythmus und fertig ist ein typischer Oasis-Song. ;-)
Der Text des Refrains erinnert mich persönlich aber eher an einen Dancesong,
> So go let it out - go let it in
> Go let it in - don’t let it in
> Go let it out - go let it in
~~~
< Also, lass’ es raus - lass’ es rein
< Lass’ es rein - lass’ es nicht rein
< Lass’ es raus - lass’ es rein...
weil: genau so einfalls- und abwechslungsreich. *g*
Egal, trotzdem wurde hier ein richtig schöner Song geschrieben.
~~~ 03 ~ WHO FEELS LOVE? ~~~ 5:44
Wie der Titel schon verrät, handelt es sich hierbei um ein Liebeslied. Das Stück wurde mit Slide-Gitarren, Synthesizereffekten, Sitarklängen und Bongos als zusätzliches Schlaginstrument sehr psychedelisch gehalten. Das Tempo ist ziemlich schleppend, wobei man aber sagen muss, dass ein schnellerer „Beat“ wohl etwas unpassend gewesen wäre. Liams Stimme geht bei diesem Stück besonders unter die Haut...
> Thank you for the sun the one that shines on everyone
> Who feels love
> Now there’s a million years between my fantasies and fears
> I feel love
~~~~~
< Ich danke dir für die Sonne, diejenige, die auf jeden scheint,
< Der Liebe fühlt
< Jetzt liegen eine Million Jahre zwischen meinen Phantasien und Ängsten
< Ich fühle Liebe
~~~ 04 ~ PUT YER MONEY WHERE YER MOUTH IS ~~~ 4:27
Rock’n’Roll vom Feinsten. Fetzige Gitarren, ein ordentliches Schlagzeugspiel und ein dazu passender frecher Gesang. Wo liegt also das Problem? Ganz einfach im Text. Das Thema “doofe Textpassagen” hatte ich ja heute schon mal und es wird uns auch im restlichen Teil des Albums begleiten - leider. ;-)
> Put yer [your] money where yer mouth is
> Yer pappa sez [says] that you was real
Ähm… ja genau. Muss man das verstehen? - Ich meine, da hab’ ja selbst ich Probleme das nachzuvollziehen. Welch ein Glück, dass die Musik bei diesem Song so gut ausgefallen ist, ansonsten wäre das Lied nämlich bei mir glatt durchgefallen. ;-)
~~~ 05 ~ LITTLE JAMES ~~~ 4:15
Die ersten songwriterischen Versuche von Sänger Liam. Er schrieb das Lied für den Sohn seiner Ex-Frau Patsy Kensit und als genau das ist es meiner Meinung nach auch zu verstehen: nämlich als Kinderlied.
Die Melodie ist bei diesem Stück recht ruhig und besinnlich ausgefallen. Begleitet wird der Song durch kitschiges Keyboard-Geplänkel - hätte man dieses weggelassen und dafür die (Akustik-) Gitarren stärker hervorgehoben, wäre der Song eine richtig klasse Ballade geworden. Aber so? Nee, eher peinlich. Hinzu kommt dann noch Liams furchtbarer Gesang, der manchmal den Ton nicht so richtig trifft. Und als wenn das noch nicht alles schlimm genug wäre, wird uns jetzt noch ein ziemlich primitiver Text dargeboten, der wohl mal als „lieb“ gemeint war, nun aber mehr in die Kategorie „schmalzig“ gehört...
> I’m singing this song for you and your mum that’s all
~~~~~
< Ich singe dieses Lied für dich und deine Mutter, das ist alles
~~~ 06 ~ GAS PANIC! ~~~ 6:08
Kommen wir nun zu meinem absoluten Lieblingsstück auf diesem Album: “Gas panic!” Das Lied ist sehr psychedelisch angehaucht und schöpft seine gesamte Kraft aus den zahlreichen Synthesizer-, Drumcomputer- und Gitarren-Effekten. Computer und E-Gitarren gelten ja oft als unvereinbar, besonders bei Rockbands, aber „Gas panic!“ zeigt ein fantastisches Beispiel dafür, wie man diese Gegensätze so vereinbaren kann, dass man einen richtig coolen Track schaffen kann.
Der Sound, sowie der Gesang wirken ziemlich unnahbar und bedrohlich, daher auch das Prädikat „cool“ - das Stück ist eben ziemlich „unterkühlt“. Aber es ist genau diese Kühle von der das Lied lebt. Außerdem haben wir hier auch endlich mal wieder einen guten Text...
> My family don’t seem so familiar
> And my enemies all know my name
> And when you hear me tap on yer window
> You better get on yer knees and pray panic is on the way
~~~~~
< Meine Familie scheint mir nicht mehr so vertraut
< Und meine Feinde kennen alle meinen Namen
< Und wenn du mich ans Fenster klopfen hörst
< Gehst du besser auf die Knie und betest, denn Panik ist auf dem Weg hierher
~~~ 07 ~ WHERE DID IT ALL GO WRONG? ~~~ 4:26
Bei diesem Stück übernimmt, Gitarrist und Liam-Bruder, Noel den Gesangspart. Der Inhalt handelt von all den Beziehungen und Situationen, die in unserem Leben falsch laufen und der Tatsache, dass sich auch in Zukunft nichts großartig daran ändern wird. In früheren Jahren wäre so ein Song bei Oasis wohl noch mit einer recht fröhlich-ironischen Melodie davongekommen, heutzutage hingegen besticht der Track durch seine Nachdenklich- und Eindringlichkeit. Besonders bestechend ist dabei das beschwörende Gitarrenspiel, sowie Noels leidenschaftliche Stimme...
> Do you keep the receipts for the friends that you buy? […]
> But I hope you know that it’ won’t let go
> It sticks around with you until the day you die
~~~~~
< Behältst du eigentlich alle Kassenzettel der Freunde, die du dir erkauft hast? [...]
< Aber ich hoffe, dass du weißt, dass es niemals aufhören wird
< Es wird bis zu dem Tag, an dem du stirbst, bei dir bleiben
~~~ 08 ~ SUNDAY MORNING CALL ~~~ 5:12
Ein weiteres von Noel gesungenes Stück. Und ich muss sagen, der Junge hat ein Gespür für Tiefe - nicht nur in musikalischer Hinsicht. ;-) Eine bittersüße Melodie, die auf der „engelschorgleichen“ Keyboardbegleitung basiert und später im Song tatkräftig durch die E-Gitarren unterstützt wird. Noels Stimme wirkt gar zart und zerbrechlich, und in dem Moment, in dem wir glauben, dass sie endgültig zerbricht, schiebt sich ein fettes Gitarrensolo vor den Gesang. Inhaltlich geht es um das Gefühl, das man hat, wenn man völlig mit seinen Nerven und Kräften am Ende ist...
> When you’re lonely and you start to hear the little voices in your head at night
> You will only sniff away the tears…
~~~~~
< Wenn du einsam bist und anfängst nachts diese kleinen Stimmen in deinem Kopf zu hören
< Wirst du nur einfach deine Tränen hinwegschniefen...
~~~ 09 ~ I CAN SEE A LIAR ~~~ 3:12
Tja, gleiches Problem wie bei “Put yer money where yer mouth is”: geile Mucke, aber Scheiß Text. ;-) Ist es denn wirklich so schwierig einer klasse Melodie einen guten Text zu geben? Ich meine, wir haben großartige, rockige Gitarren, die sich hauptsächlich in den tieferen Klangbreiten befinden, ein tolles Schlagzeug und Liams Stimme wirkt auch endlich mal wieder rotzfrech und hochnäsig. Die Melodie ist auch ein Ohrwurm - warum muss also, der Text so mies ausfallen?
> I can see a liar, sitting by the fire
~~~~~
< Ich kann einen Lügner sehen, er sitzt am Lagerfeuer
War wohl ein Genie am Werk - grottenschlecht... ;-)
~~~ 10 ~ ROLL IT OVER ~~~ 6:31
Nach dem ich mich eben noch so aufgeregt hab’, kommt nun das überaus gelungene und versöhnliche Gegenstück: „Roll it over“.
Schleppender Rhythmus, eindringliche Gitarrensoli und ein Liam in Höchstform. Hin und wieder werden ein paar Klavierpassagen eingeworfen, die man aber kaum wahrnimmt und wenn dann schließlich noch der unglaublich tolle Backgroundchor erklingt, da ist uns eines klar: ein Oasis-Klassiker wurde hier geschrieben. ;-) Ein Song, der so sehr unter die Haut geht, hat man von den Jungs lange nicht mehr gehört. Selbst der Song-Text lässt ein paar philosophische Anflüge aufkommen...
> Look around at all the plastic people
> Who live without a care
> Try to sit with me around my table
> But never bring a chair
~~~~~
< schau dir all diese künstlichen Leute an
< Die ohne jegliche Sorge leben
< Sie versuchen alle mit mir an einem Tisch zu sitzen
< Aber bringen nie einen Stuhl mit
FAZIT:
Mal kitschig, mal leidenschaftlich, mal psychedelisch, mal rockig, mal leicht, mal bittersüß, mal unnahbar, mal rotzfrech... ich glaube bei diesem Album ist für wirklich jeden Musikgeschmack etwas dabei.
Tja, hat Gott nun am sechsten Tag MENSCHester erschaffen? Das kann ich immer noch nicht sagen, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass sich an diesem Tag SOTSOG auf seinem Plattenspieler drehte. ;-)
***ANMERKUNG***
Das Zitat „...and on the 6th God created MANchester“ stammt übrigens aus dem Stone Roses-Video zu „Sally Cinnamon“ - wollte ich nur gesagt haben, damit später keine rechtlichen Schritte gegen mich unternommen werden können. ;-)
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