Star Trek - Enterprise (Serie V) Testbericht

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Erfahrungsbericht von northstar

Faith of the Heart

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

\"Enterprise\". Ein Name. Ein Schiff. Eine Tradition. Ein Erbe.

Mit der neuen Star Trek Serie des gleichnamigen Titels erleben Fans in aller Welt nun, wie die Eroberung des Weltalls ihren Anfang nahm.
Lange Zeit vor Kirk, Spock & McCoy, noch länger vor Picard, Sisko oder gar Janeway dreht sich hier alles um die Abenteuer des ersten Raumschiffs mit dem Namen „Enterprise“.

Und gestern hob dieses Schiff auch auf deutschen TV Schirmen zum Jungfernflug ab...


Die Handlung*

Wir schreiben das Jahr 2151. Die Erde ist ein friedlicher Planet geworden. Die Sternenflotte gibt es noch nicht so lange und eine erste Reise ins All steht unmittelbar bevor, jetzt da man den Warp 5 Antrieb erfunden hat. Da stürzt ein Raumschiff auf die Erde ab. An Bord – ein Klingone! Der erste den Menschen je gesehen haben, weshalb er auch direkt von einem Farmer lebensgefährlich verletzt wird, als dieser auf ihn schießt. Zuvor sieht man allerdings noch, wie der Klingone seine Verfolger, merkwürdige Aliens, erledigt.
Schließlich bringt man den Klingonen zur Krankenstation einer Sternenflottenbasis hier auf der Erde. Die Sternenflotte ist völlig überfordert mit dem unbekannten Alien, die Vulkanier leisten zurückhaltend Hilfestellung. Da kommt von Qo’noS, der Heimnatwelt der Klingonen, der Befehl, Klaang, so der Name des Unbekannten, zurück nach hause zu bringen.

Mittlerweile hat man auch Captain Jonathan Archer hinzugezogen. Archer kann seine Vorgesetzten überreden, ihn jetzt schon mit der Enterprise NX-01 auf eine erste Mission zu schicken, eben Klaang zurück nach Qo’noS zu schafen. Der Captain hat nur sehr wenig Zeit seine Crew zusammen zu stellen, rekrutiert aber die in seinen Augen besten Spezialisten für diese erste Mission...

Die Menschheit bricht nun endlich zu den Sternen auf. Sehr zum Leidwesen der Vulkanier, welche die Menschen seitgeraumer Zeit begleitet und beraten haben, aber ihre Entwicklung auch verlangsamt haben. Natürlich nicht böswillig, aber ihrer Logik folgend waren die Menschen bisher nicht reif für solche Reisen ins All. Weshalb der Enterprise Crew auch gleich Sub-commander T’Pol als Wissenschaftsoffizierin hinzugefügt wird. Misstrauig steht man der nun gegenüber: ist sie Freund oder Feind, spioniert sie heimlich die Menschen für die Vulkanier aus, verfolgt sie deren Ziele oder kann sie sich unter ordnen in einer Crew, die für sie doch merklich primitiv ausfallen muss?

So bricht das neue Schiff auf um den Klingonen wieder auf seine Heimatwelt zu überführen. Unterwegs ereignet sich allerdings ein tragischer Zwischenfall, ein Überfall der Suliban. Diese entführen Klaang. Archer und seine Crew nehmen die Verfolgung auf, aber die Suliban sind ihnen immer etwas vorraus. Wie erwartet kommt es zwischenzeitlich auch zu Reibereien mit T’Pol, die sich nur schwer Archer’s Befehlen fügen kann und auch beim Rest der Crew auf Ablehung stösst.

Auf Rigel X erhält man weitere Informationen über Klaang und dessen Mission, von Sarin, ebenfalls einer Suliban, die aber Klaang’s Kontakt auf dieser Welt war. Unbemerkt von allen würde ein temporaler kalter Krieg auf der Heimatwelt der Klingonen herrschen, in dem genetisch veränderte Suliban Unruhe unter den Klingonen stiften sollen, so Sarin; kurz darauf wird sie erschossen, Archer und sein Team können nur knapp fliehen, der Captain wird, als er T’Pol retten will, angeschossen. Diese übernimmt das Kommando, handelt überraschenderweise sogar nach Archer’s Willen, lässt die fliehenden Suliban verfolgen. Versteckt in einem Nebel entdeckt die Enterprise dann eine Helix der Suliban, einen Zusammenschluss meherer Schiffe. Dort an Bord scheint auch der vermisste Klaang zu sein. Man beschließt einen Rettungsversuch, der auch gelingt, allerdings muss Captain Archer an Bord zurück bleiben. Er sabotiert die Helix, diese zerfällt. Da taucht Silik auf, der Anführer der Suliban. Archer steckt in großen Schwierigkeiten, ist ihm der genetisch verbesserte Alien doch haushoch überlegen. T’Pol unternimmt währendessen einen gewagten Rettungsversuch, der Captain wird zurück an Bord gebeamt und ist damit der erste Mensch, der so ins seine Atome zerlegt durch’s All befördert wird! Gerade rechtzeitig, hatte Silik doch einen Sekundebruchteil vorher auf den Captain mit einem Phaser gefeuert...

Mit Klaang an Bord geht es dann nach Qo’noS. Dort entnimmt man dem Klingonen eine Blutprobe und findet darin Daten, die die Verschwörung, den geheimen Krieg im Inneren des Imperiums beweisen. Archer und seine Crew kehren auf die Enterprise zurück. Dort erhalten sie Meldung, dass das Schiff weiterhin im All bleiben soll. Mit an Bord bleibt nun auch T’Pol, die weiterhin Wissenschaftoffizierin sein wird.

Die lange Reise der Enterprise hat begonnen und so verschwindet die Enterprise in den Tiefen des schwarzen Alls...


Die Figuren

Captain Jonathan Archer – Der Captain der Enterprise NX-01 Jonathan Archer ist der geborene Entdecker. Sein Vater Henry Archer hat entscheidend dazu beigetragen, den Warp 5 Antrieb zu entwickeln; umso verständlicher das sein Sohn jetzt die Früchte seine Arbeit erntet, indem er der erste Captain der Sternenflotte ist, der ins All vordringt. Archer ist bisweilen naiv, dennoch abenteuerlustig und auch nicht frei von Vorurteilen, was etwa auch Vulkanier angeht, wie T’Pol ein ums andere Mal merken wird...

Chief Engineer Charles „Trip“ Tucker III – Der fähige Chefingenieur des neuen Raumschiffs hat viel zu tun, hat die Enterprise doch hier und da immer noch ein paar Schönheitsfehler. „Trip“ ist ein alter Freund Archer’s und teilt dessen Durst nach Abenteuern im All...

Sub-commander T\'Pol – Die kühle Vulkanierin ist die zweite in der Kommandohierarchie an Bord des Schiffes. Zunächst hat sie Schwierigkeiten sich Archer’s Befehlen zu beugen, aber nach und nach gliedert sich T’Pol in die Crew der Enterprise ein und kann mit ihrem scharfen Verstand so manche Situation zu Gunsten des Schiffes entscheiden...

Lt. Malcolm Reed – Der Waffenoffizier der Enterprise ist ein vorschriftstreuer Angehöriger der Sternenflotte und stammt aus einer Familie mit einer langen Tradition im Militärdienst. Nach außen hin der stets pflichtbewußte Offizier, ist Reed im Inneren doch recht einsam und unausgeglichen...

Ensign Travis Mayweather – Der Steuermann der Enterprise wuchs auf einem Frachtschiff im All auf und hat so auch Schwierigkeiten sich an die Schwerkraft der Erde oder auch der Enterprise zu gewöhnen. Er ist der geborene Pilot und seit er der Sternenflotte beitrat, geht er ganz und gar auf in der Berufung fremde Welten zu entdecken und zu erforschen...

Ensign Hoshi Sato – Sie ist eine Expertin für fremde Sprache und lernt schnell dazu, ein Muss will man mit fremden Kulturen kommunizieren. Daher ist Hoshi unerlässlich für die Crew der Enterprise, auch wenn bei ab und an Angst aufkommt, ist ihr dieser Trip ins All doch etwas unheimlich...

Dr. Phlox – Der Doktor ist ein Denobulaner. Neugierig und wissbegierig als Arzt und freundlich und positiv dem Leben gegenüber eingestellt ist Phlox sowas wie die gute Seele an Bord. Jeder Moment ist für ihn ein Abentuer und er genießt es die Menschen bei ihren Reisen ins All zu begleiten als auch sie zu studieren...


Die Effekte

State-of-the-art wie bei allen Star Trek Serien. Für TV-Verhältnisse sehr gute Effekte, denkt man an üble Serien wie Andromeda oder etwa Lexx - The Dark Zone. Aber das ist wohl auf den Geldgeber Paramount zurück zu führen, der teure FX-Shots sicher gerne bezahlt, bei einem sicheren Hit wie einer neuen Star Trek Reihe. Die Enterprise wirkt überzeugend, wieder einmal verwendet man Modelle und CGI Aufnahmen zusammen, um uns so den Eindruck des gewaltigen Raumschiffes zu vermitteln. Phaserschüsse oder der Beameffekt sind altbekannt aus den anderen Serien und nicht sonderlich aufregend, aber ansehlich realisiert. Ganz gut dagegn kommen die Suliban daher, welche oftmals temporal verzerrt auftretten, so dass der Computer hier einige nette Spielereien mit dem Bild machen kann. Wie gesagt, state-of-the-art-FX...


Was ist anders?

Da die Serie in der Vergangenheit der Star Trek Welt spielt, sicher eine ganze Menge. Entgegen anderen Star Trek Serien ist alles noch etwas unbeholfener. Das funktioniert der Antrieb noch nicht so richtig, beamen darf man noch keine Lebewesen, Phaser sind die neusten Waffen und außer Vulkaniern kennt man noch nicht sonderlich viele Außerirdische. Lustig daher zu beobachten, wie man Klingone einfach mal in Klingote ändert, wenn man den Namen gerade erst gelehrt hat. Wie gesagt, da alles gut 100 Jahre vor Kirj & gar 200 vor Picard spielt, sollte alles etwas altbacken aussehen. Hmm, wo wir auch schon beim Problem Nummer 1 der Serie wären. Wie bitte sehr kann man es machen, das alles älter aussieht als in der ersten Star Trek Serie aus den 60ern und dennoch ansprechend für ein Publikum der Jetztzeit, sprich 2001 in den USA? Wirken Kirk & Co.’s Kulissen doch alle sehr trashig heutzutage, müsste Archer’s Schiff eingentlich viel schlimmer aussehen, oder? Irrtum, tut’s eben nicht. Das ganze Schiff wirkt wie aus dem neusten Star Trek Kinofilm, ebenso die Computergrafiken an Bord, die Uniformen sind ebenso recht modern, eigentlich ist alles modern. Sicher ein Wiederspruch zur zeitlichen Einordnung der Serie, klar. Dennoch nötig, sonst würde „Enterprise“ ins lächerliche abdriften. Continuity hin oder her, da haben sich die Produzenten einfach drüber weg setzten müssen, wollte man auch Zuschauer jede Woche an den Schirm bannen. Mir jedenfalls gefällt die Ausstattung und sieht T’Pol in ihr seltsames Gerät an der Wissenschaftssation, so fühlt man sich doch gleich an Mr. Spock erinnert, da sah das alles doch recht ähnlich aus.
Ebenso neu: ein Titellied, das gesungen wird, Russell Watson musste hier ran & trällert uns \"Faith of the heart\" vor, ein nettes, belangloses Stück Musik, das aber doch schön den Vorspann untermalt, der uns auf die ersten Reisen ins All einstimmt...


Meine Meinung

„Enterpise“ ist Star Trek wie man es immer sehen wollte. Action, Spannung, interessante, vielschichtige und vielfältige Figuren. Dazu spannende Geschichten, wie man es gewöhnt ist bei sämtlichen Star Trek Reihen.
Im Gegensatz zur letzten Star Trek Serie Voyager braucht man hier auch nicht zu viel Vorwissen. Man ist quasi von Anfang an dabei, wenn die menschheit das All erobert. Hinter jeder Ecke kann etwas neues warten, oder eben auch etwas altes, was man dann aus anderen Serien schon kennt, aber hier vielleicht in einem neuen Licht erscheint. Also nicht nur für Neueinsteiger, sondern auch für Fans der bereits bekannten Serien.

Nachdem ich nun bereits einige Folgen kenne, der Videothek sei Dank, kann ich mit Recht sagen, nie war Science Fiction spannender, nie war Star Trek besser. Freut euch auf interessante Geschichten aus der doch vielleicht gar nicht so fernen Zukunft. Und mit der Zeit werden euch Archer und Co ebenso ans Herz wachsen wie all ihre großen Vorbilder und Vorgänger, Kirk oder Picard, Spock oder Data, bald sind Archer und T’Pol genauso beliebt wie sie.
Denn sicherlich verpflichtet der Name \"Enterprise\" zu Qualität und wenn man einem Schiff endlich wieder diesen Namen verpasst hat, dann darf man auch nichts anderes erwarten als beste Star Trek Qualität - die man eben auch geliefert bekommt!

Schade nur, dass Sat1 so lange mit der Ausstrahlung der Serie gewartet hat und hoffen wir mal, das die Serie lange Zeit an ihrem Sendeplatz überleben wird und nicht direkt ins Samstagnachmittagsprogram wandert...

Fazit: Einschalten lohnt sich auf jeden Fall – Enterprise ist Star Trek wie es sein sollte!


------------------- by Northstar \'03 -----------------


Stats

Star Trek – Enterprise
(Enterprise)
USA ab 2001

Sendeplatz, Stand 15.03.03: Sat 1, Freitags, 20:15


Crew

Produzenten: Rick Berman & Brannon Braga
Kamera: Marvin Rush
Kostüme: Robert Blackman
Musik: Dennis McCarthy
Titellied: Diane Warren, gesungen von Russell Watson
u.v.m.


Cast

Scott Bakula - Captain Jonathan Archer
Connor Trinneer - Chief Engineer Charles Tucker III
Jolene Blalock - Sub-commander T\'Pol
Dominic Keating - Lt. Malcolm Reed
Anthony Montgomery - Ensign Travis Mayweather
Linda Park - Ensign Hoshi Sato
John Billingsley - Dr. Phlox


Tipp

In den USA ist „Enterprise“ derzeit in der zweiten Staffel, während hier in Deutschland die Serie erst am Beginn ihrer Austrahlung steht. Auf Video kann man sich die Folgen schon seit geraumer Zeit ausleihen gehen, wer also nicht auf die neuen Abenteuer von Archer’s Crew warten kann, der sollte zur Videothek gehen und von dort die ersten Kassetten mit nach hause nehmen...

Wer wissen will, wie es zum ersten Kontakt mit den Vulkaniern und damit auch zum ersten Warp Flug kam, dem sei der Film „Star Trek – First Contact“ aus dem Jahr 1996 ans Herz gelegt. Erhältlich auf DVD oder Video, selbstverständlich auch in jeder gut sortierten Videothek....


Links

www.startrek.com -> Paramount’s offizielle US-Seite zum Phänomen Star Trek. Alles was man wissen kann und sicherlich nicht muss. Mit großen Features zu „Enterprise“.


Die Star Trek Serien

1966 - 1969 – Star Trek
1987 - 1994 – Star Trek – The Next Generation
1993 - 1999 – Star Trek – Deep Space Nine
1995 - 2001 - Star Trek – Voyager
2001 ff - Enterprise


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Anmerkung

* Hier beziehe ich mich auf die Handlung des Pilotfilms, da ich sicherlich nicht alle Folgen von \"Enterprise\" nacherzählen werde... ;)

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