Starsky & Hutch (VHS) Testbericht

Starsky-hutch-vhs-actionfilm
ab 16,98
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2004

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Erfahrungsbericht von CiscoGianino

Üble Typen mit noch übleren Frisuren

Pro:

Humor, Ausstattung, Besetzung, Musik

Kontra:

Story sehr dünn, manchmal etwas zu albern

Empfehlung:

Ja

Im September 1975 startete in den USA eine TV-Serie, die zwei Männer und ein Auto weltberühmt machen sollte: Paul Michael Glaser und David Soul waren die Superbullen „Starsky & Hutch“, die mit ihrem rot-weißen Ford Gran Torino in den Straßen der fiktiven Stadt Bay City patrouillierten.
Gut 30 Jahre später hat sich im Grunde nicht viel geändert; mal abgesehen von der Besetzung und der Länge: Für 90 Minuten dürfen die beiden Gesetzeshüter jetzt noch einmal auf die Leinwand zurückkehren und liefern eine Art Prequel zur Serie...

Wie in jedem guten Buddy-Movie stehen im Mittelpunkt zwei Menschen, die sich aufgrund ihrer Verschiedenheiten anfangs nicht besonders gut leiden können. Zum einen wäre da David Starsky (Ben Stiller), der ein penibler Hitzkopf ist und zum anderen gibt es da noch Ken Hutchinson (Owen Wilson), der von allen nur „Hutch“ genannt wird und es mit dem Gesetz nicht so genau nimmt. Wie es der Zufall nun einmal so will, werden die beiden von Captain Dobey (Fred Williamson), seines Zeichens Polizeichef von Bay City, zu Partnern gemacht und stoßen schon bald auf erste Probleme; nicht nur untereinander, sondern auch in Form einer Wasserleiche.
Die Spur führt zum undurchsichtigen Geschäftsmann Reese Feldman (Vince Vaughn), der Kokain entwickelt hat, das nicht aufzuspüren ist und wie Süßstoff schmeckt. „Wäre der Scheiß nicht illegal, würden wir den Nobelpreis kriegen“, protzt er vor seinen potentiellen Kunden. Doch da hat er die Rechnung ohne die beiden Cops und ihren Informanten Huggy Bear (Snoop Dogg) gemacht...

Aufgrund der gemeinsamen Vergangenheit als 70er-Jahre-TV-Serie werden schnell Vergleiche zwischen „Starsky & Hutch“ und „3 Engel für Charlie“ angestellt, doch wo letzterer sich total von dem Original abhebt und eigentlich nur noch parodistisch aufgefasst werden kann, behandelt Regisseur Todd Phillips („Oldschool“) in „Starsky & Hutch“ die Serie sehr viel mehr mit Respekt. Das heißt jetzt natürlich nicht, dass sich der Film total zurücknimmt und sich nicht über die merkwürdige Mode mit viel zu engen Jeans, furchtbar bunten Hemden und geschmacklosen Frisuren lustig macht, aber der Zuschauer merkt doch durchgehend, was den Machern am Original gelegen war.
Anders als „3 Engel für Charlie“ wurde „Starsky & Hutch“ nicht aus den 70ern in die heutige Zeit verlegt und bezieht genau daraus seinen Reiz, denn die Ausstattung ist großartig und der Soundtrack groovt unheimlich, so dass man im Kinosessel fröhlich mitwippt.

Außerdem stand Phillips ein hervorragendes Ensemble zur Verfügung: Ben Stiller und Owen Wilson liefern hier bereits ihren sechsten gemeinsamen Film ab, was man ihnen auch anmerkt: Das Timing ist zu jeder Zeit perfekt und die beiden interagieren unheimlich gut, so dass es einfach eine Freude ist, zu zuschauen wie sie sich gegenseitig den letzten Nerv rauben.
Ebenfalls perfekt besetzt ist Rap-Star Snoop Dogg, der den Informanten Huggy Bear gibt, der im Original vom großartigen Blaxploitation-Star Antonio Fargas („Foxy Brown“, „Straße zum Jenseits“) gemimt wurde. Sicher wird Snoop nie mehr ein großer Schauspieler, aber er schafft es, an solide Leistungen wie in John Singletons „Baby Boy“ anzuknüpfen und macht damit den Ausrutscher in „Bones“ vergessen. Außerdem besitzt er eine Garderobe, die selbst sein alter ego Big Jeffrey neidisch machen würde.
Ein weiterer Kultmime des Blaxploitation-Kinos tummelt sich mit Fred „Black Caesar“ Williamson in der Besetzungsliste, der den Polizeichef ruhig etwas energischer spielen könnte, aber dafür wird man mit einer guten Performance von Vince Vaughn mit Pornoschnauzbart entschädigt. In Nebenrollen treten unter anderem Juliette Lewis („Natural Born Killers“) als Vaughns verblödete White-Trash-Freundin auf und Carmen Electra („Scary Movie“) und Amy Smart („Roadtrip“) erfreuen den männlichen Zuschauer als Mitglieder der „Bay City Kitties“-Cheerleadertruppe.

„Starsky & Hutch“ ist einfach großartiges gute-Laune-Kino, das wirklich tolle Gags bietet, wenn z.B. der sonst eher angespannte Starsky aufgrund eines versehentlichen Kokainkonsums zum Discotier mutiert und selbst den jungen John Travolta von der Tanzfläche gefegt hätte. Ansonsten gibt es noch ein paar Parodien zeitgenössischer Filme wie „Easy Rider“ oder „Die durch die Hölle gehen“, die aber wirklich nur sehr locker eingeflochten sind und bei weitem nicht so aufdringlich erscheinen wie in „3 Engel für Charlie“. Auch verzichtete Todd Phillips auf eine abgeleckte MTV-Clip-Ästhetik und präsentiert seinen Film in einer den 70ern angemessenen Form. Dass die Story im Grunde genommen nur eine Nummernrevue zusammenhält stört wirklich nicht und wenn Ben Stiller und Owen Wilson am Ende des Films auf die Originale David Soul und Paul Michael Glaser treffen, denen sie das Staffelholz quasi weiterreichen, dann wird man schon ein wenig Wehmütig und würde gern noch einmal die TV-Serie sehen, die, ohne nostalgische Verklärung betrachtet, eigentlich nicht besonders viel Spaß macht.



Originaltitel: Starsky & Hutch
Produktionsland & -jahr: USA 2004
Regie: Todd Phillips
Darsteller: Ben Stiller, Owen Wilson, Snoop Dogg, Vince Vaughn, Juliette Lewis, Carmen Electra, Amy Smart, Fred Williamson, Will Farrell, Paul Michael Glaser, David Soul, Chris Penn

15 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Tuvok

    11.07.2004, 01:41 Uhr von Tuvok
    Bewertung: sehr hilfreich

    die typen auch wieder nicht