Steak-Gerichte Testbericht
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- Arbeits- und Zeitaufwand:
- Kosten:
Erfahrungsbericht von Overknees
Steaks mal gescheit
Pro:
schnell gemacht
Kontra:
man muss denken
Empfehlung:
Ja
Was machen wir denn heute?
Heute machen wir mal Steaks (vom Rind, es gibt keine Steaks von anderen Tieren, auf die Idee, Schweinenackenkotellets ausgelöst Steaks zu nennen, sind nur geschäftstüchtige Metzger mal gekommen)
Ok, dieses Rezept soll sich vorwiegend mal an unsere weiblichen Mitbürger wenden, nähern wir uns also zunächst über die Problemzonen.
Hauptproblemzone des homemade Steaks ist meist, dass nachher das Fleisch zäh und hart ist. Dazu läuft aus einem 200g Stück schon mindestens ein Liter Fleischsaft nach dem ersten anschneiden über den Teller. Bäh... mach ich nie mehr!
Kommt Euch bekannt vor?
Euer Schatzi lächelt gequält, wenn Ihr sagt, es gibt Steaks?
Nu denn, dann wollen wir mal die Geheimnisse lüften, wie das in Zukunft zu vermeiden ist.
1. Das Fleisch
*seufz* Na, war das wieder klasse, an der Fleischtheke im Supermarkt das Angebot zu ergattern? Echt? Dann freut sich der Hund... oder kauft Euch einen.
Hier in Deutschland gibt es kaum gutes Rindfleisch.... und wenn, dann ist es schweineteuer. Und das bei Rind.
Aber, der liebe Gott war nett und hat auch Südamerika erschaffen - Da iss Platz genug, da können die Biester Gras fressen, ohne das je der Arzt kommt.
Ergebnis? Die haben gutes Fleisch, den Tierarzt kennen die Rindviecher da nur aus miesen Träumen.
Teuer? Nu ja.... dafür hat der liebe Gott dann ja wieder Aldi und Konsorten erfunden.
Rindfleisch vom Discounter??? Jawoll! Aber nur, wenn als Herkunftsland was südamerikanisches vermerkt ist, Argentinien, Brasilien... that doesn' t really matter.
Für unseren ersten Versuch nehmen wir mal die Rinderhüftsteaks vom Aldi, bitte die nicht marinierten kaufen. Merkt keine Sau, trust me.
2. Das Gerät
Damit das was gibt, braucht es drei Dinge:
- I. eine gescheite Pfanne (dicker Boden, der die Hitze hält, besser Edelstahl als beschichtet)
- II. einen Ofen, der auf 120-140 Grad vorgeheizt ist
- III. Olivenöl und ein Öl, das man wirklich heiss machen kann (Sonnenblumenöl, z.B.)
3. Und jetzt machen wir mal!
Das Aldi-Fleisch im Kühlschrank auftauen lassen, dauert gut einen Tag, nicht draussen, niemals in der Mikrowelle... sonst freut sich schon wieder der Hund.
Pfanne mit dem Ölgemisch (2/3 Olivenöl, 1/3 Keimöl) erhitzen, Backofen vorheizen.
Fleisch kalt abwaschen und mit Küchenpapier gut (für die unter 30jährigen: Bounty!) abtrocknen.
Für die, die es ein bisschen mediterran (seit Tim Mälzer im TV kocht, kann ich das Wort schwer ertragen) mögen: ein-zwei Rosmarinzweige und ein paar ungeschälte Knoblauchzehen mit dem Öl erhitzen, aber bevor sie verbrennen, wieder raus damit, die sollen nur Aroma abgeben. Das ist aber nur eine kann Option, kein Muss.
Wenn das Öl rauchheiss ist (geht mit einem Holzkochlöffel zu testen: Stiel eintauchen, wenn es Bläschen gibt, ist es heiss genug), geben wir das Fleisch rein.
Vom Körper weg einlegen, nicht reinwerfen. Denkt an unser marodes Gesundheitssystem, vermeidet Verbrennungen.
Jetzt das Fleisch nur ganz kurz braten lassen, nach 30-45 Sekunden mit einem Pfannenheber (niemals mit einer Gabel in das Fleisch stechen!!!!) wenden, die andere Seite anbraten, beim wenden die Pfanne runterschalten! Erst nach dem anbraten salzen und pfeffern, egal, was Euch diverse dämliche Fernsehköche erzählen wollen, niemals vorher, das Salz zieht sonst Wasser aus dem Fleisch und der Pfeffer verbrennt.
Jetzt das Fleisch auf je einen Teller geben, in den vorgeheizten Backofen stellen.
Wie lange bleibt es im Ofen?
- Bis 12min bei 120°: rare oder english, also rot
- Bis 15min bei 130°: medium oder rosa
- bis 18min bei 140°: well done oder durch
Das gilt für relativ kleine Steaks wie eben die vom Aldi, grosse Brocken à 300g das Stück brauchen ein wenig länger.
Ok, jeder Herd hat andere Temperaturen, lieber etwas kühler und bissken länger als zu heiss.
Hm... wat machen wir dazu?
Machen wir mal simpel.
Bratkartoffeln
Kartoffeln roh schälen, waschen und in Würfel schneiden.
Wasser zum Kochen bringen, die Kartoffelwürfel zugeben und für 5-8 min blanchieren. Auf ein Sieb abschütten, ausdämpfen lassen.
In die nicht mehr so heisse Steakpfanne einen Stich Butter zum Öl geben, die Pfanne auf mittlere Hitze schalten, Kartoffelwürfel zugeben. (Hallo? Hab ich nicht gesagt, erst ausdämpfen lassen?) Na, siehste, geht doch.
Die Kartoffeln braten lassen, nicht hektisch drin rumrühren. Nicht, hörst Du??? Selten wenden, salzen, pfeffern, eine Prise Zucker drüber.
Wieso haben wir die Dinger eigentlich vorher angekocht (blanchiert)? Janz einfach: das verhindert, das die Kartoffeln literweise Fett saufen. Also machen, auch wenn es mehr Arbeit ist!
Gemüse? Na jut.
Machen wir mal Möhrchen.
Ausser Dose? Ich komm Dir gleich Dose!!!!
Die nehmen wir mal frisch, nur bissken mehr Arbeit als tiefgefroren (ok, die gehen auch).
Also, Möhren schälen (mit nem Sparschäler, nicht schrabben), in Scheiben schneiden, ca. 4-5mm dick.
Wieder Wasser zum kochen bringen, Möhrenscheiben ca. 5-8min blanchieren, in ein Sieb schütten (geht, die Kartoffeln braten ja schon!), mit kaltem Wasser abspülen.
Im Topf ein sattes Stück Butter schmelzen lassen, einen guten Schuss Balsamico oder Zitronensaft zugeben, einen gehäuften Teelöffel Zucker einstreuen, kurz angehen lassen.
Die Möhrenscheiben zugeben, salzen, Deckel drauf, gut durchschütteln, paar Minuten schmurgeln lassen. Bei kleiner Hitze, iss das denn so schwer???
Noch wat dabei?
Ok, paar Zwiebelringe mit Knofel.
Dazu die Zwiebeln schälen und halbieren, dann in nicht zu dünne Scheiben schneiden, zu Ringen zerflücken. Wenn Ihr gut seid, könnt Ihr die in der gleichen Pfanne wie die Kartoffeln braten, aber bitte nicht vermengen.
Wenn die Zwiebelringe braten, zwei Zehen Knoblauch schälen, in dünnstmögliche Scheiben schneiden, erst zu den Zwiebeln geben, wenn die anfangen, Farbe zu bekommen. Wieso? Wenn Ihr die die ganze Zeit mitbratet, wird der Knoblauch nur bitter.
Und noch wat dabei?
Ihr seid anstrengend!
Ok, auf Arbeit habt Ihr eh keinen Bock mehr, nehmen wir also ne fertige Packung Sauce Hollandaise (z.B. von Thomy), davon die Hälfte in einen Topf... sanft erhitzen. Nen Spritzer Zitronensaft oder Weisswein rein, bissken Muskat drüberreiben... feddich!
Da brauchen wir aber wirklich nur ein bischen von.
Und jetzt?
Jetzt holen wir die Teller mit den Steaks aus dem Ofen.
Zwiebeln verteilen wir über das Fleisch, noch einen Kleks Sauce dazu (Kleks heisst: nein, wir ertränken das Fleisch nicht in der der Sauce).
Dazu jeweils Kartoffeln und Möhren geben.
Und wat hammer jetzt?
Jetzt haben wir butterzarte Steaks, aus denen kein Saft läuft beim anschneiden.
Und lecker wat dabei, ohne gleich kiloweise Kalorien zu mampfen.
Trinken tun wir dazu was rundes, ich bevorzuge was Rotes, z.B. einen Pinotage aus Südafrika. Aber nehmt einfach, was euch schmeckt.
Fragen?
Dann fracht!
25 Bewertungen, 5 Kommentare
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06.05.2005, 00:18 Uhr von falke
Bewertung: sehr hilfreichda wird das Steak so wie es sein sollte. Edelstahl oder solche Sachen sind nur was für die Hausfrau. Und ein Steak im Ofen zu halten ist wohl wirklich nicht die richtige Zubereitungsart. Das ist eigentlich was für, na sagen wir mal, unbedarfte!
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24.03.2005, 20:35 Uhr von Nightmare
Bewertung: nicht hilfreichHallo Overknees, Da hast du mich aber auf eine sehr gute Idee gebracht, mal deine Berichte mir genauer anzuschauen und genauso zu Kretisieren oder zu Loben . Ich war mal so frei und habe mir diesen Bericht vor genommen, da ich Ausgebildeter Koch bin
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23.03.2005, 01:35 Uhr von mami_online
Bewertung: sehr hilfreichVegetarier bin, es hört sich gut an. "Lecker" beschrieben. Manchmal musste ich auch grinsen, man kann sich den gedachten Dialog ganz gut vorstellen.... Aber, was ist denn mit der Einfallskunst zur Sauce Hollandaise?? Wirklich keine Lust m
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14.10.2004, 01:58 Uhr von NadineKipphardt
Bewertung: sehr hilfreichAuch auf die Gefahr hin das ich dieses Rezpet NIEMALS nutzen werde habe ich mir den Bericht dennoch aufmerksam durchgelesen....Allerdings musste ich gerade grinsen...war das nicht das was Du am Sonntag gegessen hast :-) Also nunja...bei mir wäre das a
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12.10.2004, 15:50 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichein richtig interessanter rezeptbericht - nicht einfach so kochbuchstil - gefällt mir! LG Silke
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