Süddeutsche Zeitung Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 07/2008
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Summe aller Bewertungen
- Informationsgehalt:
- Qualität der Artikel & Reportagen:
- Qualität der Bilder und Fotos:
- Unterhaltungswert:
Erfahrungsbericht von TurboFranky
■ DIE BESTE ZEITUNG ■
Pro:
sauber recherchiert, eigenes Korrespondentennetz
Kontra:
Lokalteil nur für Bayern
Empfehlung:
Ja
Beruflich und privat lese ich sehr viel Zeitung (wer regelmässig meine Berichte gelesen hat, weiss das). Auf meinem Schreibtisch tummelt sich immer ein Berg Zeitungspapier. Und obendrauf liegt seit mehreren Monaten meine Lieblingszeitung: die „SZ“. Exzellenter Journalismus, eine Leser-freundliche Aufmachung und eine saubere Trennung zwischen Bericht und Meinung – das sind für mich die wichtigsten Pluspunkte dieses Blattes. Übrigens: Die „meinungsgeladenen“ Texte werden auf einer eigenen Seite zusammengefasst. Zur Präzisierung sei erwähnt, dass ich hier über die Deutschland-Ausgabe der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG schreibe. (Es gibt in Bayern diverse Lokalausgaben, über die ich mir hier kein Urteil erlauben kann).
Vielleicht kann ich meine Begeisterung für die „SZ“ mit dem Vergleich zu anderen Zeitungen begründen (wobei ich die folgenden Blätter ebenfalls täglich nutze). Demnach ist die „SZ“
- nicht so eine optische Bleiwüste wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“
- nicht so fehlerhaft und einseitig wie die „tageszeitung“
- nicht so parteiisch wie die „Frankfurter Rundschau“ oder die „Welt“.
Natürlich kann das nur ein erster Eindruck sein (der – ich weiss – auch ein Stückchen Geschmackssache bleiben wird)
■ HERAUSRAGEND: DAS „STREIFLICHT“ ■
„Das Streiflicht“ heisst die Kolumne, die jeden Tag die linke Spalte der Titelseite ziert. Und zwar von Anfang an – seit 1946. Mal dreht es sich um ein ganz aktuelles Thema (z.B. die Europameisterschaft) , mal wird es etwas grundsätzlicher (WARUM – und nie steht der Name dessen darunter, der es geschrieben hat. Immer mit leichtem Augenzwinkern, oft sehr originell regt dieser Zeitungsteil zum Nachdenken an. (Witzigerweise schnappe ich mir beim „Streiflicht“-Lesen meistens meinen Kaffee, um es ganz gemütlich zu genießen). Ich bin der Meinung, dass das „Streiflicht“ zu den schönsten Formen des deutschen Printjournalismus gehört.
■ MEISTERKLASSE: „DIE SEITE DREI“ ■
Neben der „schnellen Information“ über das Wichtigste nehme ich mir beim Zeitungslesen gerne etwas Zeit für Hintergrundinformationen, spannende Reportagen oder weitergehende Wissensvermittlung zu aktuellen Themen. Oft werdenn hier sehr spannende Menschen vorgestellt. So gibt es heute zum Beispiel einen Artikel über albanische Menschenhändler, die Kinder nach Athen einschleusen, die dort vor den Olympischen Spielen als bettler die Touristen erweichen sollen. Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG leistet dies auf ihrer „Seite Drei“. Unter Journalisten geniessen die Verantwortlichen dieser Seite ein sehr hohes Ansehen – nicht zuletzt vermutlich, weil die „Seite Drei“ mit jeder Menge Preisen gekrönt wurde.
■ LUXUS: EIGENE KORRESPONDENTEN ■
Die „SZ“ gehört zu den wenigen Tageszeitungen, die sich ein eigenes Korrespondentennetz leisten. 40 Journalisten berichten aus den wichtigsten deutschen und internationalen Städten. Das garantiert journalistische Unabhängigkeit. Viele kleinere Zeitungen verlassen sich da auf die Nachrichtenagenturen, weil sie keine eigenenen Korrespondenten finanzieren können / wollen.
■ MEINE VORLIEBEN ■
Ob ein Feulliton wirklich gut ist, müssen die Kultur-Freaks beurteilen, die Sportfans den Sportteil (den Freunde von mir stets loben). Ich hingegen verstehe nur etwas von Politik. Und in diesem Fall finde ich, dass die SZ nicht nur den aktuellen Sachverhalt richtig wiedergibt, sondern auch zutreffende Einschätzungen und Hintergrundinformationen liefert. Weil Information immer „Vertrauenssache“ ist (schließlich können wir als Leser die Quellen der Journalisten ja kaum selbst überprüfen), möchte ich unterstreichen, dass ich in diesem Fall ein sehr gutes Gefühl habe.
■ DIE GLIEDERUNG ■
Für alle Formal-Begeisterten. Ja, auch die „SZ“ wird von ihren Mchern nicht jeden Tag völlig neu erfunden, sondern besteht aus der Abfolge fester, regelmässiger Rubriken. Als kleinen Überblick hier die Reihenfolge einer Mittwochs-Ausgabe:
Seite 1 – Titelseite (In- und Ausland), wichtigeste Themen, Kurzmeldungen
Seite 2 – Themen des Tages
Seite 3 – „Die Seite Drei“ (siehe oben)
Seite 4 – Meinung (Leitartikel und Kommentare)
Seite 5 – Politik
(ab hier variieren die Seitenzahl je nach Dicke der jeweiligen Ausgabe)
Seite 10 – Leserbriefe
Seite 11 – Wissen
Seite 12 - Panorama
Seite 13 – Feuilleton
Seite 20 - Fernsehprogramm
Seite 21 – Wirtschaft
Seite 28 – Börse und Finanzen
Seite 33 – Sport
Seite 39 – Lokales (München & Bayern)
■ OPTIK ■
Nennt es „Design“ oder ganz wie Ihr wollt. Die „SZ“ hat meiner Meinung nach ein angenehmes Layout. Nicht zu überladen, nicht zu luftig – nicht zu spießig und nicht zu flippig. Aufgelockert mit Fotos (teils bunt), die aber dem Text nicht zu viel Platz wegnehmen. Ich bin damit sehr zufrieden.
■ ERFOLGREICH: EINE WICHTIGE ZEITUNG ■
Erfolgreich, das kann man wohl sagen. Die „SÜDDEUTSCHE ZEITUNG“ erscheint in 150 Ländern der Welt. Wie die Media-Daten (die ich für Euch auf sueddeutsche.de recherchiert habe) sagen, wurde die SZ im ersten Quartal dieses Jahres im Schnitt jeden Tag über 437.000 Mal verkauft. Zum Vergleich: Das sind doppelt so viel Examplare wie die „Welt“ an den Mann bringt. Da eine Zeitung immer von mehr Lesern als Käufern genutzt wird (weil z.B. Paare gemeinsam eine Zeitung nutzen), liegt die tatsächliche Reichweite der SZ erheblich höher: knapp 1,1 Millionen Leser.
Weil bestimmt nicht jeder von Euch von den Zahlen-Reihen der Media-Daten erschlagen werden will, erspare ich mir hier mehr Daten. Dennoch sei gesagt, dass die „SZ“ sehr viele Erkenntnisse über ihre Leser veröffentlicht (Alter, Bildung etc.) Wen’s interessiert, der kann das alles auf der angegebenen website unter dem Link „Media-Daten“ finden.
■ FAZIT ■
Zeitungen sind Geschmackssache. Also: Diese ist nach meinem Geschmack. Wenn ich dieser Tage in den Medien lese, dass auch die „SZ“ mehr oder weniger um ihre Existenz kämpfen muss, erfüllt mich das mit Sorge. Ich finde, es ist eine sehr liberale, sehr gründliche Zeitung, die ich gern habe und vermissen würde.
■ PREIS ■
Die Deutschland-Ausgabe der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG kostet 1,50 Euro. Finde ich einen fairen Preis für all den Inhalt. Es gibt sie an (fast) jedem Kisok und natürlich im Abo.
Vielleicht kann ich meine Begeisterung für die „SZ“ mit dem Vergleich zu anderen Zeitungen begründen (wobei ich die folgenden Blätter ebenfalls täglich nutze). Demnach ist die „SZ“
- nicht so eine optische Bleiwüste wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“
- nicht so fehlerhaft und einseitig wie die „tageszeitung“
- nicht so parteiisch wie die „Frankfurter Rundschau“ oder die „Welt“.
Natürlich kann das nur ein erster Eindruck sein (der – ich weiss – auch ein Stückchen Geschmackssache bleiben wird)
■ HERAUSRAGEND: DAS „STREIFLICHT“ ■
„Das Streiflicht“ heisst die Kolumne, die jeden Tag die linke Spalte der Titelseite ziert. Und zwar von Anfang an – seit 1946. Mal dreht es sich um ein ganz aktuelles Thema (z.B. die Europameisterschaft) , mal wird es etwas grundsätzlicher (WARUM – und nie steht der Name dessen darunter, der es geschrieben hat. Immer mit leichtem Augenzwinkern, oft sehr originell regt dieser Zeitungsteil zum Nachdenken an. (Witzigerweise schnappe ich mir beim „Streiflicht“-Lesen meistens meinen Kaffee, um es ganz gemütlich zu genießen). Ich bin der Meinung, dass das „Streiflicht“ zu den schönsten Formen des deutschen Printjournalismus gehört.
■ MEISTERKLASSE: „DIE SEITE DREI“ ■
Neben der „schnellen Information“ über das Wichtigste nehme ich mir beim Zeitungslesen gerne etwas Zeit für Hintergrundinformationen, spannende Reportagen oder weitergehende Wissensvermittlung zu aktuellen Themen. Oft werdenn hier sehr spannende Menschen vorgestellt. So gibt es heute zum Beispiel einen Artikel über albanische Menschenhändler, die Kinder nach Athen einschleusen, die dort vor den Olympischen Spielen als bettler die Touristen erweichen sollen. Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG leistet dies auf ihrer „Seite Drei“. Unter Journalisten geniessen die Verantwortlichen dieser Seite ein sehr hohes Ansehen – nicht zuletzt vermutlich, weil die „Seite Drei“ mit jeder Menge Preisen gekrönt wurde.
■ LUXUS: EIGENE KORRESPONDENTEN ■
Die „SZ“ gehört zu den wenigen Tageszeitungen, die sich ein eigenes Korrespondentennetz leisten. 40 Journalisten berichten aus den wichtigsten deutschen und internationalen Städten. Das garantiert journalistische Unabhängigkeit. Viele kleinere Zeitungen verlassen sich da auf die Nachrichtenagenturen, weil sie keine eigenenen Korrespondenten finanzieren können / wollen.
■ MEINE VORLIEBEN ■
Ob ein Feulliton wirklich gut ist, müssen die Kultur-Freaks beurteilen, die Sportfans den Sportteil (den Freunde von mir stets loben). Ich hingegen verstehe nur etwas von Politik. Und in diesem Fall finde ich, dass die SZ nicht nur den aktuellen Sachverhalt richtig wiedergibt, sondern auch zutreffende Einschätzungen und Hintergrundinformationen liefert. Weil Information immer „Vertrauenssache“ ist (schließlich können wir als Leser die Quellen der Journalisten ja kaum selbst überprüfen), möchte ich unterstreichen, dass ich in diesem Fall ein sehr gutes Gefühl habe.
■ DIE GLIEDERUNG ■
Für alle Formal-Begeisterten. Ja, auch die „SZ“ wird von ihren Mchern nicht jeden Tag völlig neu erfunden, sondern besteht aus der Abfolge fester, regelmässiger Rubriken. Als kleinen Überblick hier die Reihenfolge einer Mittwochs-Ausgabe:
Seite 1 – Titelseite (In- und Ausland), wichtigeste Themen, Kurzmeldungen
Seite 2 – Themen des Tages
Seite 3 – „Die Seite Drei“ (siehe oben)
Seite 4 – Meinung (Leitartikel und Kommentare)
Seite 5 – Politik
(ab hier variieren die Seitenzahl je nach Dicke der jeweiligen Ausgabe)
Seite 10 – Leserbriefe
Seite 11 – Wissen
Seite 12 - Panorama
Seite 13 – Feuilleton
Seite 20 - Fernsehprogramm
Seite 21 – Wirtschaft
Seite 28 – Börse und Finanzen
Seite 33 – Sport
Seite 39 – Lokales (München & Bayern)
■ OPTIK ■
Nennt es „Design“ oder ganz wie Ihr wollt. Die „SZ“ hat meiner Meinung nach ein angenehmes Layout. Nicht zu überladen, nicht zu luftig – nicht zu spießig und nicht zu flippig. Aufgelockert mit Fotos (teils bunt), die aber dem Text nicht zu viel Platz wegnehmen. Ich bin damit sehr zufrieden.
■ ERFOLGREICH: EINE WICHTIGE ZEITUNG ■
Erfolgreich, das kann man wohl sagen. Die „SÜDDEUTSCHE ZEITUNG“ erscheint in 150 Ländern der Welt. Wie die Media-Daten (die ich für Euch auf sueddeutsche.de recherchiert habe) sagen, wurde die SZ im ersten Quartal dieses Jahres im Schnitt jeden Tag über 437.000 Mal verkauft. Zum Vergleich: Das sind doppelt so viel Examplare wie die „Welt“ an den Mann bringt. Da eine Zeitung immer von mehr Lesern als Käufern genutzt wird (weil z.B. Paare gemeinsam eine Zeitung nutzen), liegt die tatsächliche Reichweite der SZ erheblich höher: knapp 1,1 Millionen Leser.
Weil bestimmt nicht jeder von Euch von den Zahlen-Reihen der Media-Daten erschlagen werden will, erspare ich mir hier mehr Daten. Dennoch sei gesagt, dass die „SZ“ sehr viele Erkenntnisse über ihre Leser veröffentlicht (Alter, Bildung etc.) Wen’s interessiert, der kann das alles auf der angegebenen website unter dem Link „Media-Daten“ finden.
■ FAZIT ■
Zeitungen sind Geschmackssache. Also: Diese ist nach meinem Geschmack. Wenn ich dieser Tage in den Medien lese, dass auch die „SZ“ mehr oder weniger um ihre Existenz kämpfen muss, erfüllt mich das mit Sorge. Ich finde, es ist eine sehr liberale, sehr gründliche Zeitung, die ich gern habe und vermissen würde.
■ PREIS ■
Die Deutschland-Ausgabe der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG kostet 1,50 Euro. Finde ich einen fairen Preis für all den Inhalt. Es gibt sie an (fast) jedem Kisok und natürlich im Abo.
29 Bewertungen, 3 Kommentare
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28.09.2004, 13:14 Uhr von antjeeule
Bewertung: sehr hilfreichDie lese ich oft, wenn ich im Urlaub in NL bin. Mir gefällt die Berichterstattung dieser Zeitung auch sehr gut.
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17.07.2004, 14:22 Uhr von Trollsplitter
Bewertung: sehr hilfreichToller Bericht! Ich bin und bleibe aber Welt-Leser! ;-)
-
30.06.2004, 17:26 Uhr von Tris.
Bewertung: sehr hilfreichEin sehr informativer bericht. Hälle nicht gedacht, das man so viel und so gut über eine Zeitung berichten kann.
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