Fußballteam Südkorea Testbericht

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Erfahrungsbericht von mhan2002

Korea, Gastegeber der WM 2002

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Die WM 2002 ist für den südlichen Teil Koreas die insgesamt sechste WM Teilnahme und was besonders bemerkenswert ist, die fünfte hintereinander. Somit ist Korea die erfolgreichste asiatische Nation, was nur die Teilnahmen anbegeht.
1954 wurde man noch eingeladen, aber seit Mexiko 1986 hat man sich stetig sportlich qualifiziert. Dieses mal ist man als Gastgeber natürlich automatisch dabei.
Man freut sich riesig auf dieses Großereignis und man hofft natürlich auf ein erfolgreiches Abschneiden der eigenen Mannschaft.
Der erste Sieg bei einer WM Endrunde und noch besser das Erreichen des Achtelfinales.
Erreicht werden soll dies mit allen Mitteln. Korea hat unter allen Nationen die höchsten Prämien ausgeschrieben, Ansporn für junge Spieler soll sein, dass sie bei Erreichen des Achtelfinales vom Militärdienst befreit werden - dieser ist immerhin bis zu 30 Monate lang - und der Heimvorteil soll vor allem helfen.
Hilfe von außen erhofft man sich in erster Linie auch vom Trainer. Mit Guus Hiddink, dem erfolgreichen niederländischen Trainer, hat man vor zwei Jahren einen Mann verpflichtet, der Korea näher an die Weltspitze bringen soll. Hiddink kennt man als Trainer der niederländischen Nationalmannschaft, die ja dieses mal bekanntlich nicht dabei ist :), von Valencia, Eindhoven und Madrid.
Sollte er es schaffen eine erfolgreiche WM zu spielen wird er zum Helden und zum reichen Mann.

Der Fussball ansich ist in Korea eigentlich nur Volkssport Nummer 2. Baseball rangiert noch vor dem Fussball, sowohl was die Bedeutung in den täglichen Gazetten angeht, als auch den Zuschauerzuspruch.
Die koreanische Profiliga besteht aus zehn Mannschaften, die allesamt Konzernclubs sind, vergleichbar mit Bayer Leverkusen in Deutschland.
Übrigens hat Samsung Blue Wings dieses Jahr die asiatische Clubmeisterschaft gewonnen, die vergleichbar ist mit der europäischen Championsleague.
Mehr als die Hälfte der aktuellen Nationalspieler sind in der koreanischen Liga tätig. Einige spielen in der J-League in Japan und nur zwei in Europa.
Diese sind Ahn in Perugia, Italien und Seol, tätig beim RSC Anderlecht in Belgien. Letzter ist auch zusehen in der aktuellen Nike Werbung.

Das ganze Volk hofft auf alle Fälle auf einen ersten Sieg und ein gelunges Turnier im gesamten.

Wie der Fussball überhaupt nach Korea gekommen ist schildere ich Euch nun. Hierbei handelt es sich um einen Auszug aus einem älteren Bericht von mir, weswegen es sich vielleicht ein wenig geschwollen anklingen mag.

Im Jahr 1882 erhielt das moderne Spiel des Fussballs Einzug in das heutige Korea. Ein britischer Dampfer brachte bei seinem Stop im Hafen von Incheon, der heute drittgrößten Stadt, zum einen einen Ball, sowie die damals geltenden Regeln mit ins Land.
Dieses sind die ersten bekannten Überlieferungen bezüglich der Anfänge des Fussballs in Korea.
Im Laufe der Jahre wurde das Spiel dann auch in den Sportunterricht in der Royal Foreign Language School eingeführt, bevor man dann um 1920 begann das Spiel mehr zu organisieren und offiziel zu machen.
Schnell gewann der Fussball auch in der Bevölkerung an Popularität, da es mit nur geringem Aufwand möglich war es zu betreiben. Spiele zwischen Städten, Universitäten und Schulen, organisiert durch einen übergeordneten Verband, wurden immer häufiger durchgeführt, bis die Besetzungsmacht Japan diesen auflöste.
1948, kurz nach Wiedererlangung der Unabhängigkeit, wurde dann erneut ein Verband gegründet, die heutige Korea Football Association, die sechs Jahre später dann auch offizielles Mitglied im asiatischen- und Weltfussballverband FIFA wurde.
Im selben Jahr nahm Korea an seiner ersten Fussballweltmeisterschaft in der Schweiz teil. Ab 1986 gab es vier weitere Teilnahmen in Folge und Korea ist damit die erfolgreichste asiatische Nation im internationalen Vergleich.

Die koreanische Profiliga wurde 1983 gegründet und besteht heute aus insgesamt zehn Vereinen. Sie wird ausgespielt von vom Frühjahr bis zum Herbst eines Kalenderjahres. In dieser Zeit lockt der Fußball etwa 2.8 Millionen Zuschauer in die Stadien.

Politisch bedingt unterstand nach dem Ende des Koreakrieges 1953 der Aufbau den Vereinigten Staaten von Amerika.
Das Schulsystem wurde nach eigenem Vorbild kopiert, so auch das Verfahren talentierte Sportler aus dem Schulsport zu filtern und gesondert zu fördern.
So gibt es auch heute kein Vereinswesen, sondern es gibt nur Schulmannschaften, die nach Altersgrad gegliedert sind.
Es gibt Grundschulen, Mittelschulen und High Schools im Schulbereich.
Es folgen Universitäten, die ebenfalls Sportmannschaften unterhalten und große Erwartungen in diese setzen.
Insgesamt gibt es in Korea 260 Grundschulmannschaften, 162 Mittelschulmannschaften, 95 High School Teams, 54 Universitätsmannschaften, 13 Amateurteams und, wie bereits erwähnt, 10 Proficlubs.
Neben 433 Berufsfußballspielern gibt es weiterhin 16.912 Jugendliche und Amateure, die beim Verband registriert sind und zum größten Teil den Traum haben das Ziel Berufssportler zu erreichen.


Alles in allem hoffe ich, dass es für alle ein schönes Turnier wird und möge der Beste gewinnen.


Toi, toi, toi, ...



*mfg*


mhan2002

19 Bewertungen, 2 Kommentare

  • McBommels

    25.05.2002, 21:57 Uhr von McBommels
    Bewertung: sehr hilfreich

    ich wollt eigentlich auch über Südkorea schreiben - naja ich such mir ne andere Mannschaft - an dem Artikel kann ich net rütteln - der ist klasse

  • Sascha1982wtal

    24.05.2002, 23:28 Uhr von Sascha1982wtal
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super Bericht