Suppen Testbericht
Auf yopi.de gelistet seit 12/2006
- Arbeits- und Zeitaufwand:
- Kosten:
Erfahrungsbericht von monanina
Bei Oma schmeckt's am besten
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Heute möchte ich euch einmal ein "typisch" bayrisches / österreichisches Gericht vorstellen:
Die saure Milchsuppe.
Zwar ist diese durchaus auch in anderen (Bundes-) Ländern bekannt, aber mit variierenden Zubereitungsarten und Zutaten.
Auch der Name ist nicht immer gleich, mancherorts ist die Bezeichnung "Stosuppe" gebräuchlich.
Das Wort „sto“ kommt dabei vermutlich aus dem Slawischen und bedeutet etwa soviel wie „gerinnen“.
Mein Rezept stammt von meiner Oma aus Niederbayern und man braucht dazu folgendes:
*******************
ZUTATEN:
*******************
- 40 Gramm Mehl
- 1/2 Liter Dickmilch
- 1/2 Liter Wasser
- je 1 Prise Salz und Pfeffer
- 1/8 Liter saurer Rahm
- 1 Teelöffel Gewürz nach Belieben
(Manche geben z.B. einen TL Kümmel hinzu, ich persönlich mag aber keinen Kümmel und verfeinere die Suppe
lieber mit ein wenig Schnittlauch und Petersilie)
An Geschirr benötigt man lediglich einen mittelgroßen Topf, einen Schneebesen und unter Umständen einen
Messbecher (für Leute mit schlechtem Augenmaß ;-), somit kein allzu großer Aufwand und großes
Rumgeklecker mit einem Berg Dreckgeschirr hinterher.
***********************
ZUBEREITUNG:
***********************
Die Dickmilch in einen Topf geben und aufkochen lassen. Währenddessen verrührt man das Mehl mit
dem Wasser. Sobald die Dickmilch kocht, rührt man den Sauerrahm, sowie das Mehl-Wasser-Gemisch darunter.
Unter Zugabe von Salz nun das Ganze erneut aufkochen lassen. Möchte man die Suppe schön "glatt" sollte das
Aufkochen unter stetigem Rühren geschehen, unterlässt man das Rühren, pappt das Mehl zu kleinen Klümpchen
zusammen.
Meine Oma findet, diese Mehl-Klümpchen seien gerade das Beste an der Suppe, ich bin da anderer Meinung,
aber das müsst ihr dann selbst entscheiden, wie es euch besser schmeckt ;-) Für extra viele Klümpchen kann man
am Anfang das Mehl noch mit einem Ei verrühren, bevor man Wasser dazugibt, dann klumpt's nachher noch
schöner ;-)
****************
BEILAGEN:
****************
Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten an Beilagen, die man je nach Belieben in die Suppe hineingeben oder
auf einem Extra-Teller anrichten und zusammen mit der Suppe servieren kann.
Mein Bruder bevorzugt es z.B. einfach nur altes Brot einzubrocken, meine Mutter geröstete Brotwürfel und mir
sind Bratkartoffeln am liebsten ;-) Manche zermatschen die Kartoffeln auch und kochen sie in der Milchsuppe
mit, besser schmeckt's (meiner Meinung nach) aber, wenn man richtige Bratkartoffeln separat zubereitet,
und erst auf dem Teller mit der Milchsuppe übergießt bzw. die Kartoffeln in die Suppe taucht.
Für den Fall, dass jemand nicht weiß, wie Bratkartoffeln zubereitet werden (oder wir da auch ein anderes Rezept
verwenden ;-) schreibe ich das auch noch kurz auf:
Festkochende Kartoffeln in Salzwasser kochen und anschließend abschrecken, pellen (<--- oder vor dem Kochen
schon schälen, wir machen's halt so ^^) und in Scheiben schneiden.
Währendessen 10 g Butterschmalz in einer beschichteten Pfanne erhitzen. Die Kartoffelscheiben von beiden
Seiten anbraten, bis der gewünschte "Bräunungsgrad" erreicht ist. Mit Salz, Pfeffer und evtl. Paprikapulver
(oder halt Kümmel, wer ihn mag) würzen.
Je nach Geschmack kann man zusammen mit den Kartoffelscheiben auch Zwiebel- und / oder
Schinkenwürfelchen anbraten. Ich bevorzuge sie aber "pur" ^^
Meine Oma kocht auch sehr gerne etwas Weichweizengrieß zu der Suppe dazu, ist aber nicht so mein
Geschmack.
***************
VARIANTE:
***************
Meine Nachbarin, die aus Polen stammt, hat mir von einer süßen Variante der Milchsuppe erzählt, mit Zimt und
Zucker (bzw. für Diabetiker mit Flüssigsüßstoff). Diese wird in Polen „Zacierka“ (fragt mich nicht, wie man das
ausspricht ^^) genannt und ist vor allem bei Kindern sehr beliebt.
Hierzu lässt man den Sauerrahm natürlich weg und nimmt stattdessen normale Milch oder gleich Süßmilch.
Man kann auch ein wenig Puddingpulver zum verfeinern unterrühren, schon hat man aus einer eigentlichen
Hauptmahlzeit eine leckere Nachspeise gemacht. Dazu passt gut etwas gewürfeltes Trockenobst, wie
beispielsweise Backpflaumen oder einige Haferflocken, die man direkt in die Suppe hineingibt.
Probiert's am besten selbst aus, wie es euch schmeckt ;-)
Extra-Tipp:
Wenn man die Suppe mit weniger Wasser anrührt, damit sie dicker wird, hat man einen leckeren Babybrei, der
mit Sicherheit nicht ungesünder ist als der gekaufte Fertigbrei.
Mit Vollkornmehl statt normalem Mehl wird das ganze noch einen Tick nahrhafter.
Meiner Tochter hat es sehr gut geschmeckt, problemlos vertragen hat sie es auch, obwohl sie im ersten
Lebensjahr oft Probleme mit der Verdauung hatte, bei der Milchsuppe bzw. dem Milchsuppenbrei gab es
keine Beschwerden.
******************
NÄHRWERT:
******************
Die klassische Variante hat etwa folgende Nährwerte pro 100 ml:
Brennwert / Energie: 85 kcal bzw. 357 kjoule
Kohlenhydrate10,3 g
Fett: 3,3 g
Eiweiß: 3,3 g
Cholesterin:12 mg
Broteinheiten: 0,9 (Die BE berechnen sich nach der Kohlenhydratmenge 1 BE = 12 kh)
Somit ist die Suppe auch geeignet für Diabetiker und Menschen mit erhöhtem Cholesterinspiegel, sowie im
Rahmen eines Diätplans.
Bei den Nährwerten handelt es sich aber nur um zirka Angaben, ich habe im Internet nach Nährwerttabellen
gesucht, die die Milchsuppe enthalten und mehrere dabei gefunden. Bei jeder stand aber was anderes, so habe
ich alle gefundenen Angaben addiert und jeweils die Mittelwerte berechnet, es wird aber so in etwa schon
hinkommen.
***************************
WISSENSWERTES:
***************************
Bei der bereits erwähnten Nährwertrecherche bin ich auf einen witzigen wie interessanten Aspekt zur
Geschichte der sauren Milchsuppe gestoßen, von dem ich bis dato selbst noch nichts wusste.
Ich erlaube mir, den betreffenden Abschnitt hier zu zitieren:
„Geschichtliche Bedeutung hatte die Milchsuppe im Ersten Kappelerkrieg. Dort wurde sie 1529 als
Versöhnungsessen zum Friedensschluss des Ersten Kappeler Landfriedens verwendet.
Dieses Ereignis ist als Kappeler Milchsuppe bekannt geworden.
Dabei steuerten die reformierten Zürcher das Brot und die katholischen Innerschweizer die Milch bei.
Zum Gedenken an diesen Tag wurde der Milchsuppenstein bei Ebertswil am Albis auf der Grenze
der beiden Kantone Zug und Zürich gesetzt.“
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Milchsuppe)
Witzig, oder?
Sogar ein Denkmal wurde der Milchsuppe errichtet, das wäre doch mal einen Besuch wert ;-)
Am Ende meines Berichts werde ich noch ein Foto des „Milchsuppensteins“ beifügen.
*********
FAZIT:
*********
1.) Positives
* Eine billige und leckere Mahlzeit, wird in ländlichen Gegenden auch gerne schon zum Frühstück gegessen.
* Auch geeignet für Senioren und Kleinkinder, da nicht viel gekaut werden muss und die Suppe sehr nahrhaft
und reich an Eiweiß und Calcium ist.
Man bekommt sie auch sehr oft in Krankenhäusern serviert, da die Suppe sehr bekömmlich sowie leicht
verdaulich ist und somit auch gut geeignet für Menschen mit einem empfindlichen Magen, oder die eine
Operation hinter sich haben und noch nichts Festes zu sich nehmen können / dürfen. Zum Beispiel im
Viechtacher Krankenhaus kann man jeden Abend anstelle des regulären Abendessens auch eine saure
Milchsuppe bestellen, wenn man dies möchte. So wie ich bei meinem letzten Krankenhaus-Aufenthalt,
meistens ist Krankenhaus-Essen ja nicht gerade sehr schmackhaft, aber bei Milchsuppe kann man echt
nicht viel falsch machen und sie hat dort auch (fast) genauso gut geschmeckt, wie bei meiner Oma.
* Die Zubereitungszeit beträgt ca. 15 Minuten und man braucht nur sehr wenige Zutaten und Geschirr,
somit auch ideal für Kochfaule und Leute mit begrenzter Zeit ;-)
* Das Gericht eignet sich sowohl als Vorspeise, Nachspeise und auch als Hauptgericht und da es ein „leichtes“
Essen ist, würde ich es nicht nur als Frühstück oder Mittagessen, sondern durchaus auch als Abendessen
empfehlen, denn es belastet den Magen und die Verdauung kaum, sättigt aber trotzdem gut.
2.) Negatives
* Allgemein gibt es zu diesem Rezept keine Kritikpunkte, nur Essen ist halt immer Geschmackssache und wer
Milchsuppe noch nie gegessen hat, für den ist es sicher erst mal gewöhnungsbedürftig. Menschen, die keine
Milchprodukte vertragen werden auch nicht viel Freude daran haben ;-)
* Ach ja, auf einer anderen Plattform auf der ich diesen Bericht bereits veröffentlicht habe, stand in einem
Kommentar, dies klinge so richtig nach einem „arme Dorfbauern-Rezept“ und so was essen nur Leute, die sich
„nichts gescheites“ leisten können *lach* Also ich finde nicht, dass ein günstiger Preis ein negativer Aspekt ist,
und wenn’s dann auch noch gut schmeckt, freu ich mich doch um so mehr, dass es so billig war, oder? Kaviar
zum Beispiel ist sauteuer und schmeckt – meiner Meinung nach – echt widerlich! ;-)
So, und nun wünsche ich euch viel Spaß beim Ausprobieren und einen guten Appetit !!!
VIELEN DANK FÜR’S LESEN, BEWERTEN UND KOMMENTIEREN !!!!
Liebe Grüße, eure Mona
P.S.: Dieser Bericht erschien auch auf anderen Plattformen unter dem Namen „monanina“
56 Bewertungen, 28 Kommentare
-
12.08.2014, 10:11 Uhr von Bina3000
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße, Bina :)
-
17.07.2010, 10:56 Uhr von catmum68
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreicher Bericht, LG
-
31.07.2009, 15:27 Uhr von krullinchen
Bewertung: sehr hilfreichViele Grüße.
-
27.07.2009, 18:15 Uhr von sabtau
Bewertung: sehr hilfreichSehr guter Bericht. Grüßle
-
27.07.2009, 12:09 Uhr von tk7722
Bewertung: sehr hilfreichEin sehr schöner Bericht, liebe Grüße
-
25.07.2009, 10:10 Uhr von Baby1
Bewertung: sehr hilfreich.•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.
-
14.07.2009, 15:35 Uhr von peter_nordberg
Bewertung: sehr hilfreichSchöner Bericht. Freue mich über Gegenbesuch. lg Peter
-
12.09.2008, 22:46 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreicheinen schönen abend wünscht dennis
-
07.09.2008, 23:32 Uhr von dj_lupo
Bewertung: sehr hilfreichliebe grüsse sendet ralf
-
12.07.2008, 16:13 Uhr von sandieheinrich
Bewertung: sehr hilfreichGrüßle
-
24.06.2008, 13:16 Uhr von MichiStephan
Bewertung: sehr hilfreichGanz liebe Grüße, Michi
-
12.06.2008, 16:56 Uhr von [email protected]
Bewertung: sehr hilfreichgruss
-
30.05.2008, 18:21 Uhr von MasterSirTobi
Bewertung: sehr hilfreichBerichte schreiben ist dir wohl in die Wiege gelegt LG und Sh
-
30.05.2008, 10:45 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichliebe gruesse rettchen
-
29.05.2008, 02:47 Uhr von Elli-Spirelli
Bewertung: besonders wertvollkenne ich gar nicht - was mich wundert da ich eigentlich ziemlich viel koche und auch hausmannskost immer schon gekocht habe - gerade oma-rezepte sind die besten das ist wahr
-
27.05.2008, 13:18 Uhr von MaxOscar
Bewertung: besonders wertvollKlasse-Bericht und BW ... Grüße
-
27.05.2008, 11:02 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichSH ... Liebe Grüße Simone
-
27.05.2008, 10:13 Uhr von jeff2006
Bewertung: sehr hilfreichlg............ jeff2006
-
27.05.2008, 07:55 Uhr von bambie34
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich,lg Tanja
-
27.05.2008, 01:24 Uhr von Jerry525
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße sh Jerry
-
27.05.2008, 01:16 Uhr von frankensteins
Bewertung: sehr hilfreichwas hab ich diese Klümpchen gehasst, ich pürriere heute alles, ja keine Klümpchen lg toller Bericht
-
27.05.2008, 01:09 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichlg............ petra
-
26.05.2008, 23:51 Uhr von Trolligun
Bewertung: besonders wertvollvon mir ein bw und lg
-
26.05.2008, 22:40 Uhr von wolli007
Bewertung: sehr hilfreichliebe Grüße, Wolli
-
26.05.2008, 22:26 Uhr von Mondlicht1957
Bewertung: sehr hilfreichKlasse Bericht, liebe Grüsse von Pet
-
26.05.2008, 22:24 Uhr von schnecke1509
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich& Liebe Grüße
-
26.05.2008, 22:13 Uhr von bibihey
Bewertung: sehr hilfreich-Liebe Grüße Bianca-
-
26.05.2008, 22:07 Uhr von paula2
Bewertung: sehr hilfreichviele Grüße
Bewerten / Kommentar schreiben