Ring (Taschenbuch) / Koji Suzuki Testbericht
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Erfahrungsbericht von Divalein
Ganz anders als die Filme - besser?
Pro:
alles
Kontra:
nichts
Empfehlung:
Ja
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RING
(Koji Suzuki)
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„Ganz anders als die Filme – besser?“
Für gewöhnlich hab ich’s ja nicht so mit dem Lesen – das weiß jeder, darauf muss ich an dieser Stelle nicht erst näher eingehen.
Allerdings kommt es hin und wieder vor, dass ich trotz aller grundsätzlichen Aversion doch noch zur Lektüre greife, dann nämlich, wenn es sich um ein besonders aufregendes Thema handelt.
Und für ziemlich aufregend halte ich die Filmreihe „Ring“, sowohl in der japanischen als auch in der US-Version. Im Grunde ähneln sich beide Verfilmungen größtenteils, doch gibt es hier und da einige Unterschiede, die mich grübeln machten.
In mir kam die Frage auf: Was in den Filmen ist denn überhaupt dem Buch „Ring“ vom Japaner Koji Suzuki nachempfunden?
Glücklicherweise hatte ich noch einen 5 EUR-Amazon-Gutschein in petto und konnte damit ein niegelnagelneues „Ring“-Buch statt für 6 EUR für erschwingliche 100 Cent erwerben – hah, ins endlose Fehlkaufsfettnäpfchen hatte ich bei diesem Preis also schon mal nicht gegriffen!
Wie beim vorgenannten Internethändler üblich, hielt ich das Buch in Kürze in Händen. Das knallrot gehaltene Cover mit dem leicht verwischten Fingerabdruck regte mich stark zum alsbaldigen Lesen an.
Und so geschah es dann auch. Mit Interesse flutschten meine Augen von Seite zu Seite, in Windeseile – nicht aber, weil ich so unheimlich schnell lesen kann, sondern weil die Story sehr einfach und interessant niedergeschrieben ist.
Was mich aber vor allem überraschte: Alles ist ganz anders als in den Filmen. Zunächst einmal erfolgt eine größere, langsame Einführung in das Thema. Hierzu taucht man in die Situation eines Mädchens ein, das alleine zu Hause ist. Eigentlich sollte sie sich ja ihren Hausaufgaben widmen, doch lässt sie sich sowohl durch die schwüle Luft als auch durch ihre wirbelnden Gedanken von der konstruktiven Arbeit ablenken. Der Fokus ihres Grübelns ist eine Videokassette, die sie sich vor genau einer Woche bei einem geheimen Berghüttentreffen zusammen mit ihren Freunden angesehen und die am Band-Ende den Tod von allen Zuschauern verkündigt hat.
Was es letzten Endes ist, das den Tod des Mädchens (und ihrer Freunde) verursacht, scheint unklar. Der Leser mag vermuten, dass die schiere Angst, dass etwas passieren KÖNNTE, zum Herzversagen geführt hat.
Der Reporter Asakawa, verwandt mit der Toten, kommt aber nach und nach einer ganz anderen, einer übernatürlichen Todesursache auf die Spur…
Während die Filme relativ schnell zu einem Punkt kommen, an dem üppig recherchiert wird, tastet sich der Roman sehr gemächlich an den Knackpunkt des Buches heran – nämlich das Anschauen der besagten Videokassette. Dies ist gut so und absolut verständlich. Die Filme übertreiben doch ein wenig mit der Zuweisung von Intelligenz und Tatendrang. Es ist nur verständlich, dass es eine Zeitlang dauert, bis man der unglaublichen Wahrheit auf die Spur kommt.
Auch Asakawa sieht sich die Kassette irgendwann an, allein in der fernen Berghütte, eben dort, wo auch die Jugendlichen das Band abgespielt haben.
Was im Film jedoch relativ schnörkellos in einem Rutsch voller Willensstärke und Mut abläuft, wird im Roman als sehr authentisches Rumgetändel mit Haken und Ösen dargestellt, und überhaupt: Es ist wirklich alles ganz anders.
Asakawa ist im Gegensatz zum Film ein Mann, verheiratet und hat eine Tochter. Das Kleinkind scheint übernatürliche Phänomene wahrzunehmen, dies deutet ihre verängstigte Reaktion auf ein Dämonenbildnis an. Asakawa selbst ist auch nicht gerade die Ausgeburt stoischer Ruhe, sondern eher ein nervöser, paranoider Charakter. Sein Weg zur Berghütte wird als recht beschwerlich beschrieben. Seine Art und Weise vorzugehen ist zaghaft und überhöflich. Es ist erstaunlich, dass ein derart schüchterner Mann wie er ein relativ erfolgreicher Journalist sein kann.
Ganz anders als das Film-Video ist jenes im Buch: viel länger und szenenreicher kommt es daher, dafür aber auch weitaus erklärlicher und dechiffrierbarer.
Allein ist Asakawa bei seinen Recherchen nicht – sein alter Schulfreund und jetziger Universitätsprofessor Ryjuji steht ihm bei und ist vor allem seelisch eine große Stütze. Während Asakawa nach der Sichtung des bedrohlichen Filmmaterials zunächst hysterisch und kopflos reagiert, holt Ryjujis abgebrühte, fatalistische Art ihn wieder auf den Boden zurück. Auch der stets zwielichtige Professor schaut sich das Video an und zieht damit den Fluch auf sich, eine Kopie für Detailanalysen wird angefertigt, doch so richtig weiß man dem Problem nicht beizukommen – zumal auf dem Video auch noch ein essentieller Part überspielt wurde – kurzum: die Zeit rennt und mit ihr das Leben der beiden Männer.
Der Überlebenskampf ist von Recherchen gefüllt, aber nicht überschwemmt. Ich las irgendwo eine Meinung, laut welcher, der Verfasser nicht davon begeistert war, dass das Buch vielfache Nachforschungen zum Thema Videokassette und deren Hintergründe in sich trägt. Ich selbst empfinde diese Recherchearbeiten aber als wichtig und richtig. Langweilig wird es nie. Allerdings fehlt auch jedwede Splatterszene. Keineswegs geht es in „Ring“ so vor wie etwa bei Stephen King. Alle Teppiche bleiben sauber, lediglich stinkendes Brunnenwasser wird hier und da fortgeschöpft – natürlich nicht ohne einen triftigen Grund.
Was im Film vor allem beeindruckt, sind jene Szenen, in denen das unheimliche Brunnenmädchen Samara umherwandelt und mit einem einzigen Blick Herzen zum Stillstand bringt. Nach solchen Schocksequenzen kann man im Buch lange suchen.
Es geht hier ausschließlich um Schilderungen von suggestiver Angst. Nirgendwo schreitet eine schaurige Kindsgestalt durch die Gegend, ebenso wenig eine erwachsene. Anders als bei den Verfilmungen ist im Buch nämlich von Samara, der Frau, die Rede. Vieles, was später im Film „Ring 0“ aufkommt, wird schon grundstrukturiert: Samara war im jungen Erwachsenenalter Mitglied einer Theatergruppe, blieb aber immer außen vor, wirkte auf die anderen unheimlich, wurde deshalb auch nicht wirklich freundlich behandelt. Familiär hatte sie Katastrophe um Katastrophe wegzustecken: Nach dem Selbstmord der Mutter, stand es auch schlecht um ihren Vater. In all das Leiden brach dann eines Tages auch noch eine Gewalttat ein. Die Verfilmungen deuten Ähnliches an, das Buch jedoch offenbart schier Unglaubliches und kombiniert die spätere postmortale Rache für die Tat mit einer Seuche. Was sich wirr anhört, ist es aber nicht. Man muss sich nur darauf einlassen.
Da ich ein visueller Mensch bin und auch bleiben werde, kann ich nun nicht sagen, dass ich mich fortan nicht mehr für die „Ring“-Verfilmungen begeistern werde. Nein, nach wie vor bin ich von den schaurigen bzw. splatterigen Umsetzungen fasziniert.
Jedoch bin ich auch Anhängerin dieses Buches geworden, denn es eröffnet ganz andere, weitaus detailliertere Blickwinkel auf eine Geschichte, die ich schon längst für erzählt und ausgeschöpft hielt. Im Buch liegt die Hauptschuld nicht bei einem, im Film monströs wirkenden Menschen, sondern verlagert sich in Richtung der uniformen, alles andere als schlecht verabscheuenden, Gesellschaft.
Neben seiner erzählerischen Kraft hat Koji Suzuki auch seine poetische Ausschmückkunst mit einfließen lassen. In Momenten, in denen Protagonisten und Leser einmal durchatmen können, wagt der Autor immer wieder einmal einen Blick in die schöne Natur, umschmeichelt sie mit romantischen Rosatönen, malt sie zart und verletzlich, beweist, dass eine mysteriöse Story keineswegs in einem blanken Hackstil aufbereitet werden muss.
Ich kann nur jedem anraten, es mal mit diesem Buch zu versuchen.
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© Eminencia / Divalein, 26.10.2006
110 Bewertungen, 39 Kommentare
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18.01.2009, 16:01 Uhr von frankensteins
Bewertung: sehr hilfreich-------------liebe Grüße Werner
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11.08.2008, 11:41 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichSH - Liebe Grüße Simone
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31.07.2008, 22:52 Uhr von try_or_die87
Bewertung: sehr hilfreichSehr Hilfreich! Liebe Grüße
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09.06.2008, 10:26 Uhr von bambie34
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich,lg Tanja
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13.11.2007, 22:01 Uhr von misscindy
Bewertung: sehr hilfreichlg Sylvia
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13.04.2007, 16:44 Uhr von Estha
Bewertung: sehr hilfreichsh und noch nen schönen sonnigen tag
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04.03.2007, 16:32 Uhr von hjid55
Bewertung: sehr hilfreichSh & lg Sarah
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01.12.2006, 01:46 Uhr von LittleSparko
Bewertung: sehr hilfreichlg, daniela
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23.11.2006, 18:52 Uhr von tanja2003
Bewertung: sehr hilfreich~~~ sh ~~~
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20.11.2006, 19:24 Uhr von junior33
Bewertung: sehr hilfreichSH und liebe Grüße, Ingo !
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20.11.2006, 09:49 Uhr von bianca24
Bewertung: sehr hilfreich~~~ Sehr hilfreich! ~~~
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11.11.2006, 15:58 Uhr von 78sunny
Bewertung: sehr hilfreichSchöner Bericht! LG Sunny
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09.11.2006, 03:38 Uhr von darras76
Bewertung: sehr hilfreich*fürchtet sich*
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07.11.2006, 18:03 Uhr von superlativ
Bewertung: sehr hilfreichliebe grüße superlativ!
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04.11.2006, 21:08 Uhr von racejulie
Bewertung: sehr hilfreichHallo, dein Bericht ist echt super. Deshalb kann ich auch gerne ein sehr hilfreich vergeben und wünsche dir noch einen super Tag. Liebe Grüße aus Schweinfurt. Julie
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30.10.2006, 23:21 Uhr von pointofview
Bewertung: sehr hilfreichLG von PoV :-)
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30.10.2006, 14:12 Uhr von indie_hh
Bewertung: sehr hilfreichliebe grüsse. rebecca
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29.10.2006, 23:44 Uhr von Herzenspiratin
Bewertung: sehr hilfreichich les trotzdem lieber 'Der kleine Ritter Trenk' oder 'Philosophinnen seit der Antike'
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29.10.2006, 23:01 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße Edith und Claus
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29.10.2006, 21:05 Uhr von panico
Bewertung: sehr hilfreichlg panico:-)
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29.10.2006, 01:29 Uhr von John_Walser
Bewertung: sehr hilfreichIch und sexy *lacht*
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28.10.2006, 18:36 Uhr von atrachte
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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28.10.2006, 10:50 Uhr von Tweety30
Bewertung: sehr hilfreich▪ sh ▪ Liebe Grüße, Tweety30!
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28.10.2006, 02:27 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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27.10.2006, 22:50 Uhr von Alusru
Bewertung: sehr hilfreichsh und gruß uschi.
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27.10.2006, 16:17 Uhr von Gozo-Bernie
Bewertung: sehr hilfreichDu solltest oefter pausieren - dann wirst du viel besser ...
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27.10.2006, 14:31 Uhr von swissflyer
Bewertung: sehr hilfreichJa, das Ring-Ding... Kenne ja weder Film noch Buch, aber das Buch sollte ich wohl doch mal lesen... Kranke Grüsse, der von Grippe geplagte Pat :o(
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27.10.2006, 13:52 Uhr von topfmops
Bewertung: sehr hilfreichDa haben Sie ein wunderschöne Rezension abgeliefert, die sich wohltuend von den Inhaltsangaben und technischen Daten anderer abhebt. Macht Appetit aufs Lesen.
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27.10.2006, 13:14 Uhr von Volker111
Bewertung: sehr hilfreichTitel Fachfrau für The Ring ;-))
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27.10.2006, 13:05 Uhr von krullinchen
Bewertung: sehr hilfreich◘ *SH* Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende. Liebe Grüße Bine ◘
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27.10.2006, 12:35 Uhr von blackangel63
Bewertung: sehr hilfreich> SH & LG
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27.10.2006, 11:33 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsh :o)
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27.10.2006, 11:10 Uhr von BeWater
Bewertung: sehr hilfreichToller Bericht!^^
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27.10.2006, 02:58 Uhr von sudden23
Bewertung: sehr hilfreichsh, lg Martin
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27.10.2006, 02:46 Uhr von bigmama
Bewertung: sehr hilfreichlg Anett
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27.10.2006, 02:25 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreich«:::S:::» «:::P:::» «:: I :::» «:::T:::» «:::Z:::» «:::E:::»
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27.10.2006, 01:53 Uhr von Zuckermaus29
Bewertung: sehr hilfreich:o) liebe Grüße Jeanny
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27.10.2006, 01:01 Uhr von luxusklasse1
Bewertung: sehr hilfreichsh + lg
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27.10.2006, 00:41 Uhr von schnekuesschen
Bewertung: sehr hilfreichWie immer Klasse...GLG Sandy
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