TV neu Testbericht
ab 197,97 €
Billiger bei eBay?
Bei Amazon bestellen
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
Erfahrungsbericht von blokk
Info-Recycling made bei Springer
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Was wäre ein Fernseher ohne Fernbedienung! Ein wahrhaft mühseliges Geschäft, müsste man sich mit der Kurbel durch die Kanäle zippen.
Damit es auch ganz ohne Zippen geht, hat man die Programmzeitschriften erfunden. Eine der billigsten aus dieser Sparte ist die TV neu, für läppische 70 Cent jede Woche am Kiosk zu haben.
Sie wird vom Springer Verlag auf den Markt gebracht, Chefredakteur ist Florian von Heintze.
Das Outfit der Zeitschrift ist eher bieder, das Titelblatt wirkt überladen. Es erweckt den Eindruck geballter Informationen im Inneren des 64 Seiten starken Heftes.
Die meisten Artikel der aktuellen Ausgabe befassen sich, wie sollte es anders sein, mit der WM. Auf der Startseite mit dem Inhaltsverzeichnis bekommt der Fußballfan mit dem richtigen Riecher Gelegenheit, seinen Tipp auf den neuen Weltmeister abzugeben.
Ist euch schon einmal aufgefallen, dass die meisten Preisausschreiben das Übermitteln der Lösung über eine 0190ger Nummer erwarten? Ganz dreist soll hier der blauäugige Leser in die Gebührenfalle gezogen werden. Wohl nach dem Motto „Was alle tun, kann doch nicht schlecht sein“ ist auch hier eine 0190ger Nummer angegeben, allerdings alternativ auch eine Postanschrift. Zu gewinnen gibt es eine einwöchige Reise nach London im Wert von, man lese und staune, 2.000 Euro. Das muss wohl Breakfast with Fergie inclusive sein.
Weiter geht’d mit der WM auf den Seiten 8 und 9. Ein Thema, dass alle deutschen Fans schlaflose Nächte bereiten wird: Liebesverbot bei der WM. Recht so, die Jungs sollen auf dem Rasen ihr Können zeigen und nicht im Lotterbett.
In typischer Springermanier werden auch gleich die Beziehungen der Fußballstars auf einen kurzen prägnanten Satz gebracht. So Oliver Kahn über seine ihm Anvertraute: „Unser Liebesgeheimnis ist, dass wir uns immer aufeinander freuen.“ Na, wer hätte soviel Tiefsinn einem Fußballer zugetraut?
Nebenbei erfährt der Leser auch, dass die Amis im nicht zu hoffenden Falle der Weltmeisterschaft 543.000 Euro absahnen. Pro Nase! Da stehen unsere Jungs richtig auf schmale Kost: 92.000 Euro sind ihnen pro Nase versprochen, wenn sie den Titel nach Deutschland holen. Neid ist für mich ja ein Fremdwort, aber kann mir mal einer sagen, wo das Geld wieder herkommen soll?
Die Seiten 3 und 4 beschäftigt sich mit Fernsehleuten. Genauer gesagt, Klatsch über Aufsteiger und Absteiger. Ein echter Lichtblick in meinen Augen, heißt es doch, dass Dauernerver Jürgen von der Lippe sich auf dem absteigenden Ast befindet. Zwar 20 Jahre zu spät, aber besser spät als nie.
Auch Verbrauchers Teuro- Wut wird tiefschürfend auf zwei halben Seiten abgehandelt. Ich werde auf die Rabattcoupons diverser Springerblätter hingewiesen und dass ich doch nach Billigprodukten suchen kann. Auch die Sparte Gaststätten wird nicht vergessen. So soll man sich freuen, dass das Spezi, für Hochdeutsche: halb Cola, halb Fanta, statt 12,25 Euro nur noch 8,16 Euro kosten. Das muss man sich mal reinziehen: Für einen halben Liter gefärbtes Zuckerwasser über 8 Euro! Bei den Preisen können die Biergärten von mir aus dicht machen. Mich kriegt keiner von der Liegewiese weg.
Der bunte redaktionelle Reigen setzt sich fort mit dem Test: Wie gut sind TV-Ratgeber? Test ist in diesem Fall wohl etwas übertrieben, aber immerhin werden ein paar Ratgeber- Sendungen im Telegrammstil vorgestellt und butterweich beurteilt. Immer nach dem Motto: Tu keinem Weh, wer weiß, wann du ihn mal brauchst.
Nach dem Programmteil auf den Seite 54 neue Kinofilme kurz vorgestellt. Der Informationsgehalt tendiert gegen Null. Auf Grund der Miniartikel erfahre ich im Grunde eigentlich nur, dass es den Film gibt.
Es folgt der abgeschlossene Leserroman. Ohne der Freizeitautorin zu Nahe treten zu wollen, aber ich möchte doch erwähnen, dass ich hier schon lesenswertere geistige Ergüsse zu Gesicht bekommen habe. Ach das anschließende Horoskop ist nicht das Gelbe vom Ei. Für jedes Sternzeichen einen halben Satz, den man nach Belieben auch anderen Sternzeichen zuordnen kann, macht noch kein Horoskop.
Kommen wir zum lukullischen Teil des Heftes. Vier Grillgerichte werden zur Nachahmung vorgestellt: Gefüllte Auberginenscheiben, Putenspieße, gegrillte Gemüseplatte und Koteletts Forum Romanum. Gemessen am bisherigen Inhalt kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Rezepte auf dem Mist der Redaktion gewachsen sind. Eine umfassende Zutatenliste findet sich, eine kurze, aber aussagekräftige Kochanleitung sowie eine Angabe über die Zubereitungs- und Grillzeit. Kalorienbewusste Esser erfahren auch, wie viel Kalorien sie sich mit einer Portion anessen. Ein echter Lichtblick im sonst eher trüben Redaktionsteil!
Die medizinische Fraktion der Redakteure befasst sich mit der Heilkunst der Laserstrahlen. Aufmacher ist die Sendung „Visite“ vom 18.06. im NDR. Erstaunlich ist ein Hinweis auf die Sendung „Hauptsache gesund“ im MDR. Es geht dabei um die preisgünstigere medizinische Versorgung im Ausland z.B. bei Zahnersatz oder in der Schönheitschirurgie.
Hat man sich endlich durch die Zeitschrift gearbeitet, erfreut das männliche Auge ein Blick auf die anstehende Bademode. „Pareos“ heißt das Zauberwort der Saison. Früher nannte man das gleiche Stoffteil schlicht und einfach Hüfttuch. Bringt man es auf den Punkt, geht es hier um ein Stück nett bedruckten Stoff, der groß genug ist, um um die Hüften gewickelt werden zu können. Das ist natürlich zu banal ausgedrückt, wenn frau/mann 200 Euro dafür berappen soll.
Das Reisen kommt auch nicht zu kurz. Auf der Götterinsel Kreta kann frau ihren Pareos zwischen Strand und Altertümern spazieren führen. Die Tipps für die Insel sind eher allgemein gehalten. Nach dem ultimativen Geheimtipp wird man vergeblich suchen.
Das Beste zum Schluss. Was wäre eine Fernsehzeitung auch ohne Fernsehprogramm, nicht wahr? Wie man bei 70 Cent erwarten muss, ist auch der Programmteil eher schlicht gehalten. Auf zwei Seiten werden die nach Auffassung der Redaktion interessantesten Sendungen des Tages, getrennt nach den Genres Spielfilm – Serie – Report/Info – Sport - Kinder vorgestellt.
Auf den nachfolgenden vier Seiten erscheint das Programm von 22 Sendern mit kurzen Angaben über die einzelnen Sendungen. Das Programm von weiteren 12 Sendern erscheint nur mit der Titelangabe. Bei den meisten Sendungen ist der VPS- Code angegeben.
Eine umfassende Information über die einzelnen Sendungen ist in dieser Kürze nicht gegeben. Der Käufer dieser Zeitschrift wird das auch nicht erwarten.
Der optisch günstige Preis von 70 Cent ist bei genauerer Betrachtung zu teuer. Erstens erscheint diese Zeitschrift wöchentlich, zweitens ist ihr Informationsgehalt gleich Null und letztendlich habe ich für das tägliche Fernsehprogramm in meiner Lokalzeitung eine ausführlichere Informationsquelle. Die einzig erfreuliche Seite ist die Rezeptseite – aber dafür brauche ich keine Fernsehzeitschrift.
Damit es auch ganz ohne Zippen geht, hat man die Programmzeitschriften erfunden. Eine der billigsten aus dieser Sparte ist die TV neu, für läppische 70 Cent jede Woche am Kiosk zu haben.
Sie wird vom Springer Verlag auf den Markt gebracht, Chefredakteur ist Florian von Heintze.
Das Outfit der Zeitschrift ist eher bieder, das Titelblatt wirkt überladen. Es erweckt den Eindruck geballter Informationen im Inneren des 64 Seiten starken Heftes.
Die meisten Artikel der aktuellen Ausgabe befassen sich, wie sollte es anders sein, mit der WM. Auf der Startseite mit dem Inhaltsverzeichnis bekommt der Fußballfan mit dem richtigen Riecher Gelegenheit, seinen Tipp auf den neuen Weltmeister abzugeben.
Ist euch schon einmal aufgefallen, dass die meisten Preisausschreiben das Übermitteln der Lösung über eine 0190ger Nummer erwarten? Ganz dreist soll hier der blauäugige Leser in die Gebührenfalle gezogen werden. Wohl nach dem Motto „Was alle tun, kann doch nicht schlecht sein“ ist auch hier eine 0190ger Nummer angegeben, allerdings alternativ auch eine Postanschrift. Zu gewinnen gibt es eine einwöchige Reise nach London im Wert von, man lese und staune, 2.000 Euro. Das muss wohl Breakfast with Fergie inclusive sein.
Weiter geht’d mit der WM auf den Seiten 8 und 9. Ein Thema, dass alle deutschen Fans schlaflose Nächte bereiten wird: Liebesverbot bei der WM. Recht so, die Jungs sollen auf dem Rasen ihr Können zeigen und nicht im Lotterbett.
In typischer Springermanier werden auch gleich die Beziehungen der Fußballstars auf einen kurzen prägnanten Satz gebracht. So Oliver Kahn über seine ihm Anvertraute: „Unser Liebesgeheimnis ist, dass wir uns immer aufeinander freuen.“ Na, wer hätte soviel Tiefsinn einem Fußballer zugetraut?
Nebenbei erfährt der Leser auch, dass die Amis im nicht zu hoffenden Falle der Weltmeisterschaft 543.000 Euro absahnen. Pro Nase! Da stehen unsere Jungs richtig auf schmale Kost: 92.000 Euro sind ihnen pro Nase versprochen, wenn sie den Titel nach Deutschland holen. Neid ist für mich ja ein Fremdwort, aber kann mir mal einer sagen, wo das Geld wieder herkommen soll?
Die Seiten 3 und 4 beschäftigt sich mit Fernsehleuten. Genauer gesagt, Klatsch über Aufsteiger und Absteiger. Ein echter Lichtblick in meinen Augen, heißt es doch, dass Dauernerver Jürgen von der Lippe sich auf dem absteigenden Ast befindet. Zwar 20 Jahre zu spät, aber besser spät als nie.
Auch Verbrauchers Teuro- Wut wird tiefschürfend auf zwei halben Seiten abgehandelt. Ich werde auf die Rabattcoupons diverser Springerblätter hingewiesen und dass ich doch nach Billigprodukten suchen kann. Auch die Sparte Gaststätten wird nicht vergessen. So soll man sich freuen, dass das Spezi, für Hochdeutsche: halb Cola, halb Fanta, statt 12,25 Euro nur noch 8,16 Euro kosten. Das muss man sich mal reinziehen: Für einen halben Liter gefärbtes Zuckerwasser über 8 Euro! Bei den Preisen können die Biergärten von mir aus dicht machen. Mich kriegt keiner von der Liegewiese weg.
Der bunte redaktionelle Reigen setzt sich fort mit dem Test: Wie gut sind TV-Ratgeber? Test ist in diesem Fall wohl etwas übertrieben, aber immerhin werden ein paar Ratgeber- Sendungen im Telegrammstil vorgestellt und butterweich beurteilt. Immer nach dem Motto: Tu keinem Weh, wer weiß, wann du ihn mal brauchst.
Nach dem Programmteil auf den Seite 54 neue Kinofilme kurz vorgestellt. Der Informationsgehalt tendiert gegen Null. Auf Grund der Miniartikel erfahre ich im Grunde eigentlich nur, dass es den Film gibt.
Es folgt der abgeschlossene Leserroman. Ohne der Freizeitautorin zu Nahe treten zu wollen, aber ich möchte doch erwähnen, dass ich hier schon lesenswertere geistige Ergüsse zu Gesicht bekommen habe. Ach das anschließende Horoskop ist nicht das Gelbe vom Ei. Für jedes Sternzeichen einen halben Satz, den man nach Belieben auch anderen Sternzeichen zuordnen kann, macht noch kein Horoskop.
Kommen wir zum lukullischen Teil des Heftes. Vier Grillgerichte werden zur Nachahmung vorgestellt: Gefüllte Auberginenscheiben, Putenspieße, gegrillte Gemüseplatte und Koteletts Forum Romanum. Gemessen am bisherigen Inhalt kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Rezepte auf dem Mist der Redaktion gewachsen sind. Eine umfassende Zutatenliste findet sich, eine kurze, aber aussagekräftige Kochanleitung sowie eine Angabe über die Zubereitungs- und Grillzeit. Kalorienbewusste Esser erfahren auch, wie viel Kalorien sie sich mit einer Portion anessen. Ein echter Lichtblick im sonst eher trüben Redaktionsteil!
Die medizinische Fraktion der Redakteure befasst sich mit der Heilkunst der Laserstrahlen. Aufmacher ist die Sendung „Visite“ vom 18.06. im NDR. Erstaunlich ist ein Hinweis auf die Sendung „Hauptsache gesund“ im MDR. Es geht dabei um die preisgünstigere medizinische Versorgung im Ausland z.B. bei Zahnersatz oder in der Schönheitschirurgie.
Hat man sich endlich durch die Zeitschrift gearbeitet, erfreut das männliche Auge ein Blick auf die anstehende Bademode. „Pareos“ heißt das Zauberwort der Saison. Früher nannte man das gleiche Stoffteil schlicht und einfach Hüfttuch. Bringt man es auf den Punkt, geht es hier um ein Stück nett bedruckten Stoff, der groß genug ist, um um die Hüften gewickelt werden zu können. Das ist natürlich zu banal ausgedrückt, wenn frau/mann 200 Euro dafür berappen soll.
Das Reisen kommt auch nicht zu kurz. Auf der Götterinsel Kreta kann frau ihren Pareos zwischen Strand und Altertümern spazieren führen. Die Tipps für die Insel sind eher allgemein gehalten. Nach dem ultimativen Geheimtipp wird man vergeblich suchen.
Das Beste zum Schluss. Was wäre eine Fernsehzeitung auch ohne Fernsehprogramm, nicht wahr? Wie man bei 70 Cent erwarten muss, ist auch der Programmteil eher schlicht gehalten. Auf zwei Seiten werden die nach Auffassung der Redaktion interessantesten Sendungen des Tages, getrennt nach den Genres Spielfilm – Serie – Report/Info – Sport - Kinder vorgestellt.
Auf den nachfolgenden vier Seiten erscheint das Programm von 22 Sendern mit kurzen Angaben über die einzelnen Sendungen. Das Programm von weiteren 12 Sendern erscheint nur mit der Titelangabe. Bei den meisten Sendungen ist der VPS- Code angegeben.
Eine umfassende Information über die einzelnen Sendungen ist in dieser Kürze nicht gegeben. Der Käufer dieser Zeitschrift wird das auch nicht erwarten.
Der optisch günstige Preis von 70 Cent ist bei genauerer Betrachtung zu teuer. Erstens erscheint diese Zeitschrift wöchentlich, zweitens ist ihr Informationsgehalt gleich Null und letztendlich habe ich für das tägliche Fernsehprogramm in meiner Lokalzeitung eine ausführlichere Informationsquelle. Die einzig erfreuliche Seite ist die Rezeptseite – aber dafür brauche ich keine Fernsehzeitschrift.
Bewerten / Kommentar schreiben