Taking Lives (VHS) Testbericht

Taking-lives-vhs-thriller
ab 18,39
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Erfahrungsbericht von T_Goose

Wie ein Einsiedlerkrebs

Pro:

Ethan Hawke, gute Musik, anfängliche Spannung

Kontra:

Angelina Jolie, nachlassende Spannung

Empfehlung:

Nein

Hallo liebe Community. Angelina Jolie, die uns allen noch aus Tomb Raider bekannt ist, spielt aktuelle in “Taking Lives” die Rolle eine Profilerin des FBI. Sie ist auf der Spur eines Serienmörders, der seine Opfer verstümmelt, um dann in ihre Identität zu schlüpfen. Die Trailer zu diesem Film haben mich schon aufmerksam gemacht und so freute ich mich schon darauf, dass ich mir den Film gestern Abend ansehen konnte.

.:: Story ::.

Es ist 1983, irgendwo in Kanada. Martin Asher kauft sich ein Busticket, um von zu Hause wegzukommen. Während der Busfahrt, lernt er den etwa gleichaltrigen Jungen kennen, der vor der Army geflohen ist. Als der Bus eine Panne hat, beschließen die beiden, ein Auto zu mieten um selbst weiterzufahren. Als sie unterwegs eine Reifenpanne haben, wechselt der andere Junge den Reifen. Als plötzlich ein anderes Auto kommt, stößt Martin den Jungen vor das näherkommende Auto. Anschließend schlägt er mit einem großen Stein dessen Gesicht kaputt, um dann sein Leben anzunehmen.

19 Jahre später gibt es in Montreal einige ungeklärte Mordfälle. Da die hiesige Polizei nicht mehr weiter weiß, rufen sie die FBI-Agentin Illeana Scott ( Angelina Jolie ) um Hilfe. Mit ihren eher unkonventionellen Ermittlungsmethoden, stößt sie bei ihren Kollegen Paquette ( Oliver Martinez ) und Leclair ( Tcheky Karyo ) auf Unverständnis. Schnell kommt sie dem Mörder auf die Spur, dass er die Identität seiner Opfer zerstört, in denen er ihnen das Gesicht zertrümmert und die Hände abschneidet, um dann in ihre Identität zu schlüpfen.
Bei einem weiteren Mord gibt es einen Zeugen. John Costa ( Ethan Hawke ) ist Maler und hat den Mord zufällig beobachtet. Er fertigt sogar ein Phantombild an, mit dessen Hilfe schnell ein Verdächtiger gefunden ist. Zwar findet die Polizei in dessen Wohnung einen abgetrennten Finger, doch vom Täter fehlt weiterhin jede Spur. Und plötzlich findet sich John Costa in der Rolle des Opfer wieder, da er es ist, der ihm gefährlich werden kann.

Scott möchte nach diesen Fortschritten vom Fall entbunden werden, da sie ihre Arbeit erledigt hat. Außerdem befürchtet sie, dass ihr Urteilsvermögen getrübt sein könnte, da sie sich einer Liebesaffäre mit John Costa hingibt. Doch sie bleibt, da sie den Mörder unbedingt schnappen möchte. So steckt auch sie vollkommen unerwartet selbst in dem Fall tief mit drin. Wird es für alle noch ein entkommen geben?

.:: Meinung ::.

Der Film beginnt recht harmlos und ich war mir zuerst auch gar nicht sicher, ob wir denn im richtigen Film waren. Es ist 1983 und es ist ein kleiner unschuldiger Junge zu sehen, der einfach nur von zu Hause wegwollte. Er kauft sich ein Busticket und lernt auf der Fahrt einen anderen Jungen kennen. Nichts ungewöhnliches. Doch dann dauert es nicht lange, dann ist man auch schon mittendrin im Film. Doch als sich die beiden Teenager selbst mit dem Auto auf den Weg machen, und sie eine Reifenpanne haben, ist man mitten drin im Film. Dort stößt Martin Asher den Fremden vor ein herankommendes Auto! Das ist der erste Schockmoment in diesem Film. Aber es kommt gleich darauf noch schlimmer, als Martin mit einem Stein das Gesicht des schwerverletzten Jungen zertrümmert. Kurz darauf sieht man, wie er mit den Sieben-Sachen des Opfer auf und davon marschiert. Hier wird dem Zuschauer auf schnelle Weise klar gemacht, was Martin Asher vorhat.

Die darauffolgende Blende in die Gegenwart und die ratlose Polizei über zahlreiche ungelöste Mordfälle in Montreal lassen schnell die Vermutung zu, dass Martin Asher weiter gemordet hat. Und so ist es auch. Er sucht sich immer neue Opfer, um deren Identität anzunehmen. Ist ihm seine alte Rolle nicht mehr gut genug, sucht er sich eine neue. Wie ein Einsiedlerkrebs, der sich auch nach einer neuen Behausung umsieht, wenn die alte zu klein ist.

So befindet man sich nun mit in den polizeilichen Ermittlungsarbeiten, die aber nicht besonders erfolgreich sind. Da muss sich die Polizei von Montreal Hilfe bei einer Special-Agentin des FBI holen, was ich als kleinen Seitenhieb gegenüber Kanada empfinde. Denn auch dort gibt es sicherlich genügend Spezialkräfte, die diesen Fall lösen könnten. Doch so kommt Angelina Jolie ins Spiel, die in der Rolle der Illeana Scott auf unkonventionelle Ermittlungsmethoden setzt. Als sie zum ersten Mal zu sehen ist, liegt sie in dem Grab, in dem die Leiche gefunden worden ist, um sich so ein besseres Bild von der Tat zu machen! Ein grausiger Gedanke, wie ich finde. Somit kann ich auch die anfängliche Skepsis ihrer Kollegen verstehen. Doch es geht noch weiter, schaut sie sich Bilder von den ungeklärten Morden, die sehr brutal aussehen, da jedem das Gesicht zertrümmert wurde und die Hände abgetrennt wurden, beim Essen oder in der Badewanne an, ja sogar über ihrem Bett hat sie welche aufgehängt. Das finde ich sehr merkwürdig und die Frau muss auch schon einen kleinen Schaden haben, dass sie sich so präsentiert.
Überzeugen kann mich Angelina Jolie mit ihrer Rolle allerdings kaum. Sie bleibt recht blass und setzt kaum Höhepunkte im Film. Ihre Mimik ist fast durchgängig die selbe und sie passt mit ihrem nahezu perfekten Aussehen einfach nicht in diese Rolle. Sie ist absolut furchtlos und immer sofort zur Stelle, wenn irgendwo etwas passiert, was meiner Meinung nach einfach nicht zu ihr passt.

Ethan Hawke, der den Maler John Costa spielt, bekommt sie aber einen guten Gegenpart. Seine Rolle gefällt mir sehr gut, da er deutlich mehr Gefühlsregungen zeigt, als Jolie. Als er bei der polizeilichen Vernehmung ist, nachdem er den Mord an einem Opfer beobachtet und den Täter verjaget hat, zeigt er eine ganze Palette von Gefühlen. Ist es doch zuerst die Verzweiflung und der Schock, kommt später als das Tatwerkzeug gezeigt wird, immer mehr die Angst bei ihm durch, was man sehr gut an seinem Gesicht ablesen kann. Paquette, der von Oliver Martinez gespielt wird, ist ihm gegenüber zwar misstrauisch, was Scott aber schnell widerlegen kann.
Insgesamt finde ich die Rolle von Hawke spitze und sie ist für mich die beste im gesamten Film.

Oilver Martinez und Kiefer Sutherland spielen eher eine Nebenrolle, was ich persönlich recht enttäuschend finde. Gerade von Kiefer Sutherland hätte ich mir mehr erwartet. Sie hätten deutlich mehr zeigen können, wenn man ihnen dazu nur die Chance gegeben hätte.

Die Spannung im Film halte ich für erwähnenswert. Der Film beginnt in der Vergangenheit, irgendwo in Kanada. Ein Junge kauft eine Busfahrkarte und möchte nur verschwinden. Das hört sich zu Beginn sehr langweilig an, und so ist es auch. Ich habe wirklich überlegt, ob ich im richtigen Film sitze. Doch dadurch, dass Martin Asher seinen Kumpel vor ein heranfahrendes Auto stößt, bekommt der Film plötzlich eine unerwartete Wendung, die ich nicht erwartet habe. Von diesem Moment an, gibt es einen sehr großen Spannungsmoment. Und die bleibt auch recht hoch, da man mit der Blende in die Gegenwart mitten in den Ermittlungsarbeiten drinnen ist. Das hat mir ausgezeichnet gefallen. Auch als der Täter gesehen wurde und ein Zeuge existiert, steigt die Spannung weiter an. Sie wird weiterhin auf diesem Niveau gehalten, als die Mutter von Martin Asher vernommen wird, und sie irgendetwas verheimlicht. Auch gibt es Szenen, wo plötzlich jemand fremdes aus der Dunkelheit auftaucht und einem einen kräftigen Schrecken einjagt. Die Musik ist zusätzlich recht düster, was dem Film eine gewisse Grundspannung verleiht. Doch spätestens nach der Liebesszene von Illeana Scott und John Costa, man kann Angelina Jolie sogar so bewundern, wie Gott, oder die Ärzte sie geschaffen haben, war für mich klar, wie der Film enden wird. Mir war es einfach schlagartig klar, und das obwohl es noch eine halbe Stunde dauerte, bis der Film vorbei war. Von da an habe ich mich in meinem Sessel mehr oder weniger nur noch gelangweilt und es kam am Ende so, wie ich es mir gedacht hatte. Wirklich sehr enttäuschend, dass die Spannung so früh draußen war, obwohl es so gut angefangen hat. So sind die 103 Minuten am Ende doch noch etwas lang geworden!

Die Altersfreigabe von 16 Jahren halte ich gerechtfertigt. Die Szenen, in den Opfer mit Steinen erschlagen werden oder aber abgetrennte Arme bzw. Hände zu sehen sind, ist einfach nicht für unter 16jährige.

.:: Daten zum Film ::.

Land / Jahr : USA 2003
Titel : Taking Lives
Verleih : Warner Bros.
Länge : 103 Minuten
FSK : ab 16 Jahren
Regie : D.J. Caruso
Drehbuch : Hillary Seitz & Jon Bokenkamp
Schauspieler : Angelina Jolie ( Illeana Scott ), Ethan Hawke ( John Costa ), Kiefer Sutherland ( Hart ), Oliver Martinez ( Paquette ), Tcheky Karyo ( Leclair ), Jean-Hugues Anglade ( Duval ), Gena Rowlands ( Mrs. Asher )
FSK : ab 16 Jahren
Kinostart : 08.04.2004
Internet: www.takinglives.warnerbros.com

.:: Fazit ::.

Taking Lives ist ganz nett anzusehen, mehr aber auch nicht. Es gibt keine nennenswerten Highlights und gegen Ende plätschert der Film nur noch so vor sich hin. Die Spannung ist zu Beginn recht hoch, kann aber im letzten Drittel nicht mehr überzeugen. Auch die schauspielerische Leistung ist nur Mittelmaß, einzig Ethan Hawke konnte mich überzeugen. Somit gibt es für den Film auch nur 3 Sterne, da er mich schon enttäuscht hat. Empfehlenswert halte ich den Film allerdings nicht.

Ich danke für eure Aufmerksamkeit.

Ciao T_Goose

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