Tatort Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Unterhaltungswert:  sehr gut
  • Informationsgehalt:  durchschnittlich
  • Präsentation:  sehr gut
  • Spaß:  viel
  • Spannung:  viel
  • Romantik:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von TurboFranky

So macht Mord Spaß!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

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SO MACHT MORD SPASS
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Sonntagabend, 20.15 Uhr. Niemand darf mich jetzt stören, denn jetzt ist „Tatort“-Zeit. 90 Minuten lang ist Frank ab sofort unansprechbar. Fernbedienung griffbereit, im „Ersten“ läuft bereits das Wetter der „Tagesschau“. Anrufbeantworter angeschaltet, damit kein Telefon nervt, Bier kalt gestellt, Sessel vor dem Fernseher rechtzeitig besetzt. So auch gestern. „Der Fremdwohner“ vom Bayrischen Rundfunk war dran. Ein Psycho, der sich in Wohnungen anderer aufhält, während diese im Job oder im Urlaub sind. Dummerweise sieht er bei einem seiner heimlichen Besuche irgendwann einen Mord. Hübsche Idee, die mich aber schnell in ihrer langweiligen Umsetzung gelangweilt hat. Anlass, um ein bisschen über den „Tatort“ von gestern und dann über die insgesamt hervorragende Krimi-Reihe zu schreiben.
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DER FREMDWOHNER
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Veronika Burger macht einen Fehler: Sie kommt zu früh heim. Dadurch überrascht sie den „Fremdwohner“ (Pieringer, gespielt von August Zirner), der sich gerade in ihrer Münchner Wohnung aufhält. Doch es kommt noch schlimmer für sie: Es sind noch mehr Leute in der Wohnung: ein Pärchen, das die Verwaltungsangestellte umbringt - die beiden sind etwas schräg drauf und fotografieren den Mord. Beim Angucken der Abzüge sehen sie im Spiegelbild eines Aquariums den „Fremdwohner“. Jetzt sind die Kommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitel) dran. Und ab da wird’s kompliziert. Jede Menge Handlungsstränge, die den „Tatort“ zwar abwechslungsreich, aber auch ein bisschen kompliziert machen. Der EX-Lover der Toten versucht an ihr Schließfach ranzukommen und wird verdächtigt. Letztlich laufen die Spuren aber zu einer durchgeknallten Fotografin und ihrem Begleiter, die zufällig über einen früheren Arbeitgeber, einem Notar, der Toten Kontakt zu dieser hatten. Damals hatte sie eine Testamentsänderung mitbekommen und dieses Wissen sollte ihr zum Verhängnis werden. In all diesem Dickicht, in dem irgendwie jeder jeden erpressen will und mancher mit mancher zwischendurch in die Kiste hüpft, gerät der „Fremdwohner“, der dann mal schnell Hauptverdächtiger wird. Nach wie vor eine schöne Idee, aber die Dialoge diesmal sehr gestelzt, zwischendurch fangen auch die Bayern-Kommissare an zu singen (Manfred Krug lässt grüßen). Klar hatte die Mörderin eine Drogen-Therapie hinter sich und klar hatte der „Fremdwohner“ ein Trauma, weil er sein Kind vor vielen Jahren bei einem Unfall verloren hatte. Viele, viele Figuren wurden eingeführt, viele Handlungsstränge eröffnet – und manches „unterwegs“ im Laufe der Geschichte verloren. Ziemliches Wirr-Warr, nett anzusehen, mit einer Prise von allem. Aber eben unentschieden – und das gefällt mir nicht.
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„TATORT“ – grundsätzlich geil
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Ja, ich gehöre zu den „Tatort“-Süchtigen. Klasse finde ich am „Tatort“ schon allein den Vorspann. Seit der ersten Sendung im Jahr 1970 hat sich daran nichts geändert: der Laufende Mann, das Auge, die verschränkten Hände, die dramatische Musik – und das alles im Fadenkreuz. Schön altmodisch! Während auch im deutschen Fernsehen alles immer moderner und high-tech-mässiger produziert wird, bin ich für diese „Tradition“ echt dankbar.
„Tatorte“ sind recht aufwendig gemachte, von den ARD-Anstalten, bzw. ihren Tochter-Firmen, hergestellte Krimis. Meines Wissens nach produziert nur der Hessische Rundfunk seine „Tatorte“ noch völlig selbst. Die Stories sind nicht immer perfekt, aber oft – eigentlich meistens – sehenswert.
Lobenswert finde ich ebenfalls, dass der „Tatort“ als ARD-Sendung mit vielen beteiligten Anstalten Stimmungen aus mehreren Teilen der Republik spiegelt. Also nicht immer „Einsatz auf St. Pauli“, sondern quer durch Deutschland. Jeder „Tatort“-Fan hat bestimmt „seine“ Lieblings-Kommissare, bei mir sind dies die WDR und SWR-Tatorte. Durch die unterschiedliche Machart bekommt man als Zuschauer vollkommen unterschiedliche Konzepte serviert – vom Kommissaren-Team bis zum Einzelermittler. Auch dafür ein Lob.
Auch ich habe es heftig bedauert, als Götz George als „Schimi“ das Handtuch geworfen hat. Aber vielleicht ist es auch ganz gut so. Denn er ist als Einzelfigur schon ziemlich rausgestochen – und „Tatorte“ sind Teamarbeit – die Arbeit von vielen Teams. Die Liste ließe sich fortsetzen, zum Beispiel Manfred Krug war in meinen Augen lange ein absoluter Höhepunkt der Serie.
FAZIT: Meiner Meinung nach sind die „Tatort“ gutgemachte Spielfilme, meist spannend und gut besetzt. Das absolut Richtige für einen entspannten Sonntagabend, vor allem jetzt im Winterhalbjahr.
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NICHTS ALS FAKTEN
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- „Tatort“ ist die älteste Krimireihe im Deutschen free-TV, inzwischen sind über 500 Folgen ausgestrahlt worden.
- Der erste Tatort wurde am 29. November 1970 vom Norddeutschen Rundfunk ausgestrahlt. (Titel: „Taxi nach Leipzig“)
- Durchschnittlich wird der „Tatort“ von rund siebeneinhalb Millionen Menschen gesehen
- Bisher haben in den „Tatorten“ 68 Kommisar-Teams ermittelt.
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DIE KOMISSARE:
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[München] Bayrischer Rundfunk: Haupkommissar Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Hauptkommissar Ivo Batic (Miroslav Nemec)
[Frankfurt] Hessischer Rundfunk: Oberkommissarin Charlotte Sänger (Andrea Sawatzki) und Kommissar Fritz Dellwo (Joerg Schüttauf)
[Leipzig] Mitteldeutscher Rundfunk: Hauptkommissar Bruno Ehrlicher (Peter Sodann) und Hauptkommissar Kain (Bernd Michael Lade)
[Hamburg] Norddeutscher Rundfunk: Leitender Kriminalhauptkommissar Jan Casstorff (Robert Atzorn)
[Hannover] Norddeutscher Rundfunk: Kommissarin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler)
[Bremen] Radio Bremen: Hauptkommissarin Inga Lürsen (Sabine Postel) und Kommissar Stedefreund (Oliver Mommsen)
[Berlin] Sender Freies Berlin Till Ritter (Dominic Raacke) und Felix Stark (Boris Aljinovic)
[Saarbrücken] Saarländischer Rundfunk: Kommissar Max Palu (Jochen Senf)
[Bodensee] Südwestrundfunk: Klara Blum (Eva Mattes)
[Ludwigshafen] Südwestrundfunk: Hauptkommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Oberkommissar Mario Kopper (Andreas Hoppe)
[Schwaben] Südwestrundfunk: Hauptkommissar Bienzle (Dietz Werner Steck)
[Köln] Westdeutscher Rundfunk: Hauptkommissar Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Hauptkommissar Freddy Schenk (Dietmar Bär)
[Wien] Österreichischer Rundfunk: Chefinspektor Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Gerichtsmedizinerin Renata Lang (Gundula Rapsch)
[Schweiz] Kommissar Philipp von Burg (László I. Kish) und Wachtmeister Markus Gertsch (Ernst C. Sigrist)

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