Tauchsicherheit Testbericht

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Erfahrungsbericht von Lachesis

Tauchen - Einführung in ein faszinierendes Hobby

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Seit ich mit elf Jahren das erste mal im Mittelmeer schnorcheln war, wusste ich ich würde irgendwann meinen Tauchschein machen. Fünf Jahre später war es dann soweit. Mitlerweile kann ich auf eine ganze Reihe Tauchgänge zurückblicken und habe gerade auf Gozo (Malta) mehrere Monate für eine Tauchbasis als Assistent und Tauchguide gearbeitet.
Für diejenigen unter euch, die am überlegen sind vielleicht einmal die Unterwasserwelt zu erkunden oder überhaupt einmal wissen möchten wie es möglich ist in zig Meter Tiefe vorzudringen, möchte ich einmal eine verständliche Einführung in die faszinierende Welt des Sporttauchens geben.

[Eine passendere Kategorie als die Tauchsicherheit gab es bisher nicht, aber auch die sollte ja eine große Rolle spielen.]

Was ist eigentlich Sporttauchen?

Ich bin schon öfters gefragt worden, ob es eigentlich einen Unterschied gibt zwischen Tauchen und Schnorcheln. Den gibt es in der Tat. Während man beim Schnorcheln nur von der Oberfläche aus schaut was so im Wasser kreucht und fleucht und dabei durch einen Schnorchel atmet, bewegt man sich beim Tauchen in größere Tiefen. Luft erhält man aus einer Pressluftflasche. Nein, es sind keine Sauerstoffflaschen, wie viele oft glauben! Normale Luft wird geatmet, unter hohem Druck zusammengepresst.
Das normale Sporttauchen richtet sich nach bestimmten Grundregeln. Vor allem sind diese \"Tauche nie alleine\" und \"die Tiefengrenze liegt bei 40 Metern\". Tieftauchgänge haben mit dem üblichen Sporttauchen nicht mehr viel zu tun. Aber es würde zu weit führen, darüber in diesem Beitrag Ausführungen zu machen.

Kann jeder tauchen lernen?

Grundsätzlich einmal: ja. Aber Einschränkungen sind natürlich zu machen. Das Alter in dem angefangen werden darf zu tauchen, wird immer weiter gesenkt und schwankt nach Land und nach Tauchverband. Kindertauchprogramme gibt es ab fünf Jahren, richtig getaucht werden darf inzwischen meist ab zehn, in einigen Ländern (wie Malta) aber erst ab 14.
Nicht tauchen sollten Menschen, die sich im Wasser einfach nicht wirklich wohl fühlen oder nur ans Tauchen denken, weil es vielleicht ein Freund macht oder der Partner. Klaustrophobische Ängste oder Angst vor Dunkelheit können unter bestimmten Bedingungen zum Problem werden.
Bestimmte Krankheiten können ebenfalls zur Tauchuntauglichkeit führen, diese muss allerdings letztenendes ein Arzt festlegen, weshalb ohne vorherige Untersuchung auch nicht getaucht werden darf.
Bei Menschen mit Behinderungen oder auch Lähmungen kann aber durchaus die Möglichkeit bestehen im Wasser ein ganz neues Gefühl von Beweglichkeit und Freiheit zu erfahren.

Was gehört an Equipment dazu?

Viele Leute sind am Anfang erst einmal überrascht was sie alles an Ausrüstung aufbuckeln müssen. Mit der Zeit wird das alles zur Selbstverständlichkeit und wird nicht mehr viel wahrgenommen.
Natürlich ganz wichtig am Anfang: Die ABC-Ausrüstung. Damit sind Maske (das Teil heißt nicht Taucherbrille), Schnorchel und Flossen gemeint.
Und natürlich läuft nix ohne Pressluftflasche. Es gibt verschiedene Größen, die gängisten sind 10- oder 12Liter-Flaschen aus Stahl oder Aluminium. Eine mit 200bar Luft gefüllte 10Liter-Flasche enthält dabei etwa 2000 Liter Luft. Geatmet wird aus einem Atemregler, der mit der Flasche verbunden ist und die komprimierte Luft wieder auf Umgebungsdruck bringt, den man ganz normal atmen kann. Ein Druckmesser (Finimeter) informiert über die noch vorhandene Luft in der Flasche und sagt rechtzeitig wann der Rückweg angetreten werden muss.
Befestigt wird die Flasche heutzutage an einem Tarierjacket. Dieses wird auch dazu verwendet durch das Einfüllen oder Auslassen von Luft die richtige Lage im Wasser zu finden bzw. an der Oberfläche Auftrieb herzustellen und nicht gleich unterzugehen.
Ganz wichtig ist natürlich der Taucheranzug. Es gibt verschiedene Arten, die schon wieder ein großes Extra-Kapitel ausmachen würden. Ich möchte nur den typischen Neopren-Anzug erwähnen. Neopren ist ein Kunststoff mit, einfach gesagt, vielen Bläschen im Material, was sehr gut isoliert. Es gibt verschiedene Dicken und Ausführungen. Eine gewissen Menge Wasser darf immer eindringen zwischen Anzug und Haut, die dann von der Haut Wärme aufnimmt und schön warm hält. Es ist am Anfang sehr ungewohnt sich in das enge Material zu zwängen, aber auch das gehört mit der Zeit einfach dazu.
Damit man überhaupt runterkommt, wird ein Bleigurt benötigt. Wie viel Blei man benötigt, richtet sich nach Körpermasse, Gewässer und Erfahrung.
Auf weitere Ausrüstungsteile wie Tauchcomputer, Lampen oder Taucheruhren möchte ich nicht eingehen, weil dies hier zu weit führen würde.

Woher weiß ich ob das Tauchen richtig für mich ist?

Grundsätzlich rate ich jedem, der über das Tauchen lernen nachdenkt, einmal an einem Schnupperkurs teilzunehmen. Sowas bietet sich im Urlaub immer an. Man bekommt zunächst einiges über das Taucher erzählt, die Ausrüstung wird einem vorgestellt und dann bekommt man die Möglichkeit einmal abzutauchen. Dies ist der Punkt an dem sich häufig entscheidet wer letztendlich wirklich tauchen lernt oder wen der Respekt vor dem Wasser oder sonstige Gründe letztendlich davon abhalten.

Wo kann ich tauchen lernen?

Tauchkurse werden überall angeboten. In Deutschland in vielen Städten oder erst recht im Ausland an beliebten Urlaubsorten. Einen Urlaub zu nutzen, um seinen Tauchschein zu machen, ist die schnellste Möglichkeit. Dort dauert ein Kurs meist vier bis fünf Tage, enthält Theorie und je nach Verband mindestens vier Tauchgänge sowie Flachwassertraining. In Deutschland dauern die Kurse länger und sind intensiver. Man taucht erst im Schwimmbad, dann in einem See. Es bestehen große Unterschiede zwischen einem dunklen, kalten See und dem warmen Wasser des Mittelmeeres. Ich kann beides nicht unbedingt als schlecht empfehlen, doch letztenendes gibt es sehr viel Sicherheit in einem See zu tauchen mit schlechter Sicht und Kälte. Taucher, die sich im See zurecht finden, kann im Meer meist nicht mehr viel schrecken.
Auch an den Verbänden bei denen man seinen Schein machen kann, scheiden sich die Geister. PADI ist der weltgrößte, in Deutschland ist weiterhin CMAS sehr integriert. Es gibt einen ewigen Krieg zwischen diesen beiden. Ich muss sagen, dass ich bei beiden Organisationen bin und letztendlich sagen muss, dass es bei der Anfängerausbildung nicht am Verband liegt, was dabei herauskommt, sondern am Tauchlehrer. PADI richtet sich hauptsächlich nach Urlaubstauchern, CMAS ist sehr vereinsorientiert. Weitere Verbände mit SSI kann ich ebenfalls nicht schlecht nennen, aber die Richtlinien aller Verbände zu kennen, wäre kaum möglich.
Wichtig ist letztendlich sich zu informieren was es für Tauchschulen gibt, welchen Ruf sie haben und nach welchen Richtlinien sie ausbilden.


So, ich hoffe meine Einführung konnte euch weiterhelfen mal einen Einblick ins Tauchen zu bekommen. Wer meint es wäre den Versuch wert - Es ist eine großartige Erfahrung!!!

18 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Wharariki

    18.08.2007, 17:15 Uhr von Wharariki
    Bewertung: sehr hilfreich

    liebe Grüße von Taucherin zu Taucherin