Tequila Sunrise Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Aussehen:  gut
  • Geschmack:  sehr gut
  • Erfrischungsfaktor:  sehr hoch
  • Arbeits- und Zeitaufwand:  niedrig
  • Wirkungsgrad:  hoch
  • Nachwirkungen:  keine
  • Kosten:  niedrig

Erfahrungsbericht von blokk

Viva Mexiko

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Es wird erzählt, dass der Begriff „Cocktail“ aus Südamerika kommt. Dort, wo seit Jahrhunderten Hahnenkämpfe Tradition sind, hat der Besitzer des gewinnenden Hahnes das Recht, dem unterlegenen Hahn eine Schwanzfeder als Trophäe auszurupfen.

Auf diese Feder wiederum gibt er einen Drink aus, der „On the cock’s tail“, also „auf den Schwanz des Hahnes“, genannt wird.

Ich nehme an, dass es sich dabei in der Regel um Tequila pur handelt. Dabei lässt sich diese köstliche Nass um soviel veredeln. Einige meiner Lieblingsvarianten möchte ich euch nicht vorenthalten.

Für die –noch- unschuldigen Seelen ein paar erklärende Worte über den Hauptbestandteil der Drinks, den Tequila.

Zu verdanken haben wir ihn den spanischen Eroberern der Neuen Welt. Ihnen war der bei den Indianern sehr beliebte Mezcal –Wein, Pulque genannt, zu lasch. Sie destillierten ihn weiter und heraus kam Mescal – Brandy. Dieser Name war allgemein gebräuchlich bis ins späte 19. Jahrhundert. Warum der Brandtwein danach Tequila genannt wird, ist nicht überliefert.

Echter Tequila wird heute wie früher überwiegend in der Hochland- Provinz Oaxaca, genauer gesagt in der Stadt Tequila, hergestellt. Nur in dieser Provinz ist das Klima günstig für den kultivierten Anbau der blauen Agaven, deren Saft der Grundstoff für den echten Tequila ist.
Die Pflanze gehört übrigens nicht zu Kakteen sondern ist eine Sukkulente . Sie kann bis zu knapp 3 Meter hoch werden und hat einen Durchmesser von bis zu 4 Metern. Archäologen datieren den ersten kultivierten Anbau auf das Jahr 7.000 v.Chr.

In Mexiko wachsen über 130 Arten von Agaven, aber nur die blaue Agave, agave tequilana weber azul, darf zum destillieren von Tequila verwendet werden. Der Brand andere Sorten ist zwar erlaubt, der Alkohol wird dann jedoch Sotal, Raicilla, Bacanora bzw. Pulque genannt, je nach Agaven- Art.

Die mexikanische Regierung hat in den letzten Jahrzehnten sehr strenge Vorschriften für das Brennen von Tequila erlassen, die nicht nur von ihr selbst, sondern auch von der sogenannten „Vereinigung der Tequilahersteller“ rigoros durchgesetzt werden.

Die weltweite Beliebtheit des mexikanischen Brandys, vor allem in den USA, hat die Nachfrage so sprunghaft steigen lassen, dass diese Regellungen notwendig wurden, um die Qualität zu sichern.

Echter 100%iger Tequila ist in Mexiko selbst kaum unter 30 US$ zu haben; für einen guten, im Geschmack samtigen Tequila sollte man mit 50 US$ rechnen.

Tequilas unter 20 US$ sind Mischungen mit Mescal, vergleichbar mit blended Scotch: ein Fingerhut vom Echten und der Rest ist Nur-Alkohol.

Nach oben gibt es keine Grenze. Ähnlich guten Weinen werden sogar Tequilas in nummerierten Flaschen angeboten, die von einem ganz bestimmten Feld stammen.

Aber letztlich sollte nicht der Preis entscheidend sein, sondern der Geschmack des Einzelnen. Manche mögen den jungen Blanco, der etwas rau im Geschmack ist und sehr an die Agave erinnert.

Andere werden den Reposado mit seinem scharfen, pfefferigen Nachgeschmack bevorzugen.

Und so manch einer, wozu ich mich auch selbst zähle, gibt dem sanften, leicht holzigem Anejo den Vorzug.

Für meinen Einführungscocktail, einen Margerita, bevorzuge ich allerdings den Reposado.
2 Teile Reposado
2 Teile frischen Zitronensaft
1 Teil Cointreau oder Grand Marnier

Den Rand des Cocktailglases mit einem Stück Zitrone anfeuchten und in Meersalz zuckern. Den gut geshakten Cocktail hineingeben und schon kann die Party losgehen.

Über die Herkunft des Rezeptes sind viele Stories im Umlauf. Eine besagt, das ein gewisser Carlos \'Danny\' Herrera, seinerzeit Barmann auf der Rancho La Gloria bar in Tijuana den Cocktail für sein Idol, die Filmschauspielerin Marjorie (Margarita) King, kreiert haben soll.

Möglich wär’s. Marjorie war als Frau bekannt, die jede Art von Alkohol ablehnt. Und bei dieser Mischung merkt frau tatsächlich nicht, was sie sich gutes antut.

Naht der Abend, kommt der Sonnenuntergang, die richtige Zeit für einen Tequila Sunrise.
2 Teile Tequila
4 Teile Orangensaft
1 Teil Grenadine

Tequila und Orangensaft mit Eis shaken, den Grenadinesaft ins Cocktailglas geben. Nun langsam den Drink darüber geben.


Sollten sich die Gäste zu schlaff auf den Barhockern lümmeln, mag dieser Wake-up Drink helfen. Er nennt sich aus mir unerklärlichen Gründen „Ixtapa“
2 Teile herben Kaffelikör
1 Teil Tequila, bevorzugt Reposado.

Beides mit gestoßenem Eis in den Shaker und ohne Eis serviert macht er dem müdesten Gockel schnell wieder Beine.


Lust auf mehr?
Hier geht’ weiter: http://www.craigs.de hat alles, was das Herz begehrt zum Thema Tequila. Die Website wäre einen eigenen Bericht wert. Unverschnittenen Tequila, Rezeptbücher und jede Menge Infos über den edlen Saft.

In diesem Sinne: Viva Mexiko

17 Bewertungen, 3 Kommentare

  • giselamaria

    01.09.2008, 18:49 Uhr von giselamaria
    Bewertung: sehr hilfreich

    "im Meersalz zuckern" finde ich ganz besonders putzig ;-) :-))))

  • hamse

    15.06.2002, 16:05 Uhr von hamse
    Bewertung: sehr hilfreich

    Was bin ich froh, dass die Spanier solche Eroberer waren... *hicks*

  • Sleepingignotium

    04.06.2002, 23:44 Uhr von Sleepingignotium
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein wirklich guter Beitrag, der mit vielen Ideen ausgeschmückt ist.