Terrorismus Testbericht

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Erfahrungsbericht von pygmaleon

Die Geschichte der IRA

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Der Terrorismus des einen ist der Freiheitskampf des anderen

Die IRA ist ein Kind des Unabhängigkeitskampfes
Irlands von Großbritannien. Politisch wurde dieser Kampf von der Sinn Féin Partei geführt. Der Name der Partei heißt übersetzt „wir selbst“ und ihr Ziel war die politische, wirtschaftliche und kulturelle Unabhängigkeit von Großbritannien. Sie war 1905 von Arthur Griffith gegründet worden.

Der Anglo- Irische Krieg

Im April 1916 besetzten Aufständige der Untergrundorganisation „Irish Volunteers“ strategisch wichtige Plätze in Dublin und proklamierten die Irische Republik. Als dieser Aufstand von britischen Soldaten blutig niedergeschlagen wurde, folgte der Aufstand breiter Volksmassen, der sogenannte „Osteraufstand“. So hatten es wenige Rebellen geschafft, große Teile der Zivilbevölkerung aufzurütteln. Dies wirkte sich auch auf die nächsten Wahlen im November 1918 aus, bei denen die Sinn Féin Partei 73 Unterhausmitglieder erhielt. Die Partei weigerte sich allerdings ihre Sitze im britischen Parlament einzunehmen und erklärte statt dessen Irland für unabhängig und gründete das erste irische Parlament. Dies war der Auslöser für den Anglo- Irischen Krieg (1919-1921). Um diesen Krieg überhaupt führen zu können, brauchte die junge Republik natürlich eine Armee, so daß direkt zu Anfang des Krieges die Irish Republican Army gegründet wurde, die zwar die Ziele der Sinn Féin Partei unterstützte, ihr aber nicht unterworfen war, sondern unabhängig von ihr operierte.

Die Teilung und ihre Folgen

Im Anglo- irischen Vertrag von 1921 wurde Irland schließlich geteilt: in den größeren Freistaat Südirland und in die relativ autonome, dem vereinten Königreich angehörende Provinz Ulster bzw. Nordirland.
Die Spaltung des Landes hatte ebenfalls die Spaltung sowohl der Sinn Féin Partei als auch der IRA zur Folge. Sie spalteten sich jeweils in Befürworter und Gegner des Teilungsvertrages. Die Befürworter in der IRA traten in die regulär aufgebaute Irische Armee ein, so daß die IRA weiterhin eine Untergrundorganisation blieb.
Zwischen beiden Gruppen brach nun 1922 der irische Bürgerkrieg aus, in dem die Teilungsgegner unterlagen, da sie gegen die von den Briten unterstützte Regierung nicht bestehen konnten. Die Bedeutung der IRA und ihr Einfluß sanken und die Köpfe der Armee schlugen unterschiedliche Wege ein, was die Zersplitterung vorantrieb. 1936 wurde sie allerdings erst offiziell verboten.
Im Untergrund führte sie allerdings ihren Kampf für eine Gesamtirische Republik mit Sabotage- und Terroraktivitäten weiter, ebenso wie die protestantische paramilitärische Untergrundorganisation Ulster Defence Association, die allerdings erst 1992 verboten wurde. Sie steht dem loyalistischen Oranierorden nahe, der mit seinen Märschen (zum Gedenken an den Sieg des Protestanten Wilhelm III. von Oranien über den katholischen Stuart- König Jakob II. 1690) jedes Jahr aufs neue den Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten schürt.
Die nationalistische Sinn Féin Partei machte den üblichen Interessensparteien Platz, was sie näher an die IRA heranbrachte, als deren politischer Arm sie zunehmend fungierte.

Bloody Sunday
1969 eskalierte der Konflikt zwischen irischen Katholiken und britischen Protestanten zum Bürgerkrieg. Die Katholiken wollten ihren gesellschaftlichen Status verbessern stießen dabei aber auf erbitterten Widerstand von englischer Seite. Dadurch gewann die IRA wieder an Bedeutung, spaltete sich jedoch noch im selben Jahr ein zweites mal. In der Führung herrschten nämlich starke Differenzen über Notwendigkeit und Zulässigkeit der Anwendung terroristischer Mittel. Sie spaltete sich in die Provisorische IRA, die die Durchsetzung ihrer Ziele mit terroristischen Methoden bejahte, und die Offizielle IRA, die die Vereinigung der irischen Staaten auf friedlichem Wege anstrebte.
Am 30. Januar 1972 erschossen britische Soldaten 13 unbewaffnete Teilnehmer einer nicht genehmigten Demonstration in Londonderry. Dieser Tag ging als „Bloody Sunday“ in die Geschichte Nordirlands ein. Als Reaktion auf die heftige Empörung auch aus dem Ausland, billigt die britische Regierung die Schaffung eines gesamtirischen Rates, wodurch Irland Mitspracherecht bei der Verwaltung Nordirland erhält.
Doch lebten bis 1994 die Nordiren in bürgerkriegsähnlichem Zustand. Als die Nordirische Sinn Féin 1982 ins britische Parlament gewählt wurde, wiederhohlte sich das Drama von 1918. Die Mitglieder weigerten sich ihre Sitze einzunehmen, um ihren Boykott der britischen Regierung zu demonstrieren. Diesen Boykott hielten sie vier Jahre lang aufrecht. 1986 aber spaltete sich die Partei ein zweites mal. der eine Flügel gab den Boykott auf, der andere, die Republican Sinn Féin hielt an ihm fest.

Der Friedensprozess

Im August 1994 verkündete die IRA eine einseitige Waffenruhe zu Gunsten von Friedensgesprächen zwischen der britischen Regierung und Sinn Féin Abgeordneten. Doch als dieser Friedensprozeß 1996 ins Stocken geriet, nahm sie den Terror wieder auf. Der neu gewählte Premierminister Tony Blair bot daraufhin der Sinn Féin eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche an unter der Bedingung, daß die IRA den Terror wieder einstelle. Dies tat die IRA letztendlich zögernd und auf Druck der Sinn Féin.
Die Friedensgespräche führten 1998 unter der Vermittlung Bill Clintons zum Abschluß eines Friedensabkommens. In dem Abkommen legten Irland und England ihre Anspruch auf Nordirland nieder und beschlossen nach Schaffung zahlreicher neuer Institutionen (nordirische Versammlung und Kabinett) einen Volksbefragung über die Zugehörigkeit Nordirlands entscheiden zu lassen. Die IRA sah in dem Abkommen zwar die bürgerkriegsähnlichen Zustände beendet aber sie sah keine Lösung für den eigentlichen Konflikt um die Einheit Irlands. Daher weigerte sie sich, wie im Abkommen gefordert, ihre Waffen abzugeben. Also war der Friedensprozeß aufs Neue stagniert und beide Parteien, der Sinn Féin Chef Gerry Adams und der Protestantenführer (UUP) David Trimble, schoben sich gegenseitig die schuld dafür in die Schuhe. 1999 erklärte sich die IRA bereit, ihre Waffen abzugeben, wenn die Sinn Féin an der Nordirischen Regierung beteiligt würde.
Insgesamt forderte der Bürgerkrieg der pro- und contra-britischen Untergrundgruppen in Nordirland schätzungsweise 3600 Tote.

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