The Ketchup Song - Las Ketchup Testbericht

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ab 3,17
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Summe aller Bewertungen
  • Cover-Design:  gut
  • Klangqualität:  sehr gut

Erfahrungsbericht von Daverigger

Ich will keinen Ketchup, ich will Bluuuuuuuuuuuuuuuut!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Jeden Sommer wird die Menschheit von einem Phänomen heimgesucht, das seinesgleichen wohl noch nicht gefunden hat. Die Leute drehen von einem Tag auf den anderen durch, tanzen nackt auf den Straßen und brüllen nach Fehlartikulation klingende Laute wie „Baila baila“ oder „Asereje heh!“. Meist lässt sich dieses seltsame Verhalten auf sonnigen Inseln beobachten, die, abgeschottet von der weitgehend zivilisierten Welt, ein Dasein in Alkoholexzessen und Partywut fristen.

Wovon ich rede? Na, von Sommerhits natürlich!

Las Ketchup. Dieser Name klingt genauso dämlich wie die Musik der Band, die ihn trägt. Drei dürre junge Magermilchmodels haben sich mit einem Sommerhit von Heute auf Morgen an die Spitze der Charts geträllert, der zumindest eines nicht vermissen lässt: Sommerferienstimmung. Dummerweise erschien der Song hier erst zum Ende der Feriensaison.

Die Single beinhaltet insgesamt 4 Tracks, die alle mehr oder weniger gleich klingen und es überraschenderweise eigentlich auch sind.

1 , Spanglish Version
Der Song in einer textlichen Mixtur aus Englisch und Spanisch. Lockerleicht und typisch Ibiza-mäßig rattert die Musik zum recht flotten Gesang der drei Pseudo-Bikini-Models vor sich hin. Perfekt für Cluburlauber in Sommer, Sonne und am Strand, für alle anderen Menschen eine regelrechte Qual. Es klingt nach Party. Leider wird der Refrain zigmal wiederholt und jedes Mal will man lauter schreien, vor Angst, vor Wut, vor purer Agonie. Letzteres wenn man den Song schon mehrmals anhören musste. Die Menschheit kann froh sein, dass unsere Wohnung gut schallisoliert ist ...
„Aserejè ja de jè de jebe tu de jebere seibiunouva, majavi an de bugui an de buididipi“


2 , Album Version
Was soll ich sagen? Es ist im Prinzip die „Spanglish Version“, nur hört man den Text komplett in Spanisch. Mit diesem Remix erspart man sich die lästigen, noch relativ verständlichen Fetzen des dümmlichen und abgehakten Textes. Trotzdem würde ich mir deswegen den Song nicht auch nur eine Sekunde länger antun.
„Aserejè ja de jè de jebe tu de jebere seibiunouva, majavi an de bugui an de buididipi“


3 , Chiringuito Club Single Edit
Was soll uns diese Bezeichnung für den schwachsinnigen Remix sagen? Gar nichts, und das ist auch gut so! Das Geheimnis dieser Version liegt einfach darin begründet, das sie, genauso wie Nr. 4, einfach nur die Gesamtspielzeit der ohnehin überflüssigen Single ein wenig nach oben schrauben soll, da nur 2 Versionen für die Kiddies dann doch ein bisschen wenig wären.
Es klingt aus irgendeinem Grund ein wenig nach Südamerika. Nein, wir sind hier nicht in irgendeiner Kaffeewerbung, es ist immer noch Ketchup. Es kommt auch kein kleiner Junge mit einer Kaffeetasse so groß wie sein halber Kopf um die Ecke gedüst weil er Papi etwas beichten will. Mir scheint, man hat versucht, ein wenig Gloria Estefan zu imitieren, das ging aber aufgrund der synthetischen Klänge gründlich in die Hose!
„Aserejè ja de jè de jebe tu de jebere seibiunouva, majavi an de bugui an de buididipi“


4 , Motown Club Single Edit
Ach du Schande, warum denn jetzt bitte auch noch Jazz? Soll das dem ganzen zum Schluss noch ein etwas elitäreres Flair verpassen? Ein wenig Pseudo-Intelligenz einhauchen? Nicht zu fassen! Ich halte mich kurz ... der Song klingt jetzt nicht mehr so sehr nach Strand, sondern ein wenig mehr nach einschlafen. Eben Jazz. Sogar ein paar kleine Bläser dürfen sich mittelprächtig austoben, was aber an dem sowieso schon stark verschandelten Song auch nichts mehr ändert.
„Aserejè ja de jè de jebe tu de jebere seibiunouva, majavi an de bugui an de buididipi“



Nachdem ich die 4 Tracks der Single zu Ende gehört hatte war ich froh, dass noch genug Altbier im Fass draußen enthalten war. Die CD wurde gewechselt, Pink hämmerte „M!ssundaztood“ in meine Gehörgänge und meine Welt war wieder einigermaßen in Ordnung.
Wo ich mich befinde? Na auf der Geburtstagsparty eines Freundes, dessen Schwester die Ketchup-Single entgegen unserer Proteste eingelegt hat. Glaubt ihr, ich würde mir die Single ernsthaft in mein Zimmer holen, womöglich sogar noch Geld für so etwas ausgeben? Nope!
Insgesamt halte ich Las Ketchup und ihren Song für ein Kapitel Musikgeschichte, das man am besten verbrennt um die Asche mit dem Mantel des Schweigens einzudecken. Wenn man das Zeug überhaupt Musik nennen kann!

Dem aufmerksamen Leser wird aufgefallen sein, das ich bei jedem Song die gleiche Zeile als Textbeispiel angegeben habe. Warum? Ganz einfach, jede Version ist gleich und geht einem genau gleich stark auf die strapazierten Nerven! Vielleicht ist der Rhythmus ein wenig langsamer, die Sprache hier und da ein wenig anders, aber die Grundessenz bleibt: dümmlicher Text, dümmlicher Beat und drei dümmliche Sängerinnen, die nicht mal halb so gut aussehen wie sie sich scheinbar fühlen.

Genauso seltsam wie interessant ist das dunkelgrüne Cover der Single. Auf diesem sieht man die drei Sängerinnen, ausgelassen fröhlich und lachend. Ich würde auch lachen wenn ich mit so einem Blödsinn haufenweise Geld scheffeln würde. Angst macht mir nur eins: Auf dem Cover sieht man Tomaten, und zwar exakt 42 (!) an der Zahl, die drei Köpfe der Damen nicht mitgerechnet. Was soll dem Hörer, bzw. Betrachter dadurch gesagt werden? Ganz klar:
TOMATEN – DER SINN DES LEBENS! Meinen die damit auch die Wassertaschen aus Holland?
(Randnotiz: Ein Freund und ich haben übrigens nur 7 kleine Altbier gebraucht, um die Sache mit der 42 zu bemerken. Aber bei zwei Douglas-Adams Fans war das sowieso nur eine Sache der Zeit und der Menge an Bier! Nach der Ketchup Erkenntnis fühlten wir uns verpflichtet, auch noch den Rest des Fässchens zu vernichten. Wir konnten die Schmähung der heiligen 42 nicht ertragen. Mr. Adams würde sich sicherlich im Grabe umdrehen! Auf Dein Wohl Doug ...)


Ich weiß nicht, ob ich angesichts dieser Single lachen oder weinen soll. Lachen über die Anspruchslosigkeit der deutschen Ballermanngänger, die auf den Song abfahren, oder weinen über die Machtlosigkeit der Ketchup-Gegner, absolut gar nichts gegen die Verbreitung solcher Gehörgangquälenden Pseudo-Musik machen zu können?
Ich habe selbst resigniert, denn egal wie viele Berichte bei Ciao geschrieben werden, egal wie viele Menschen auf die Straße gehen würden, Gruppen wie Las Ketchup, Bro’Sis, NoAngels oder Einzelgängerinnen wie Britney Spears und Shakira werden immer weiter existieren und uns quälen, denn die Medien erschaffen immer wieder gerne über Nacht einen Hype und schlachten diesen aus, da sie wissen, wie man die breite Masse für sich gewinnen kann. So ist das eben.

Von mir gibt es jedenfalls KEINE Empfehlung für diesen Song, eine andere Version des Songs, die Single, das Album von Las Ketchup oder irgendein anderes Produkt, das damit zu tun hat. Ca. 5 Euro für diese Single sind mir eindeutig 6 Euro zu viel. Aber wenigstens lässt sich das Cover aus Pappe noch irgendwie recyceln ...

Ich mag sowieso lieber Mayo als Ketchup! Oder Senf ... aber den hab ich ja jetzt schon dazugegeben ...

30 Bewertungen