The Metal Opera - Avantasia Testbericht
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Summe aller Bewertungen
- Cover-Design:
- Klangqualität:
Erfahrungsbericht von djrene
AVANTASIA II - Willkommen in Fantasien
Pro:
Musik, Geschichte, Einzelmusiker usw.
Kontra:
Wie lange dauert es bis zu Teil 3?
Empfehlung:
Ja
Lange erwartet, zigmal verschoben, erfolgte am Montag 26. August 2002 der offizielle Release vom zweiten Teil der Metal-Oper Avantasia. Wie das Werk geworden ist, könnt Ihr hier erfahren.
WAS IST NUN AVANTASIA?
Avantasia ist ein Projekt von Mastermind Tobias Sammet, seines Zeichens Kopf und Sänger der Fuldaer Powermetal-Formation EDGUY. Avantasia ist eine Geschichte von Glauben, Mißtrauen, Angst, Fluch und Wahnsinn. Der junge Novize Gabriel erfährt im Kloster, daß seine Stiefschwester dem Hexenglauben verfallen sein soll und beschließt diesem Gerücht auf den Grund zu gehen. In einer Geschichte voller Irrungen und Wirrungen, in der sich Freunde bald als Feinde erweisen begibt sich Gabriel mit Hilfe des Druiden Lugaid Vandroiy auf der Suche nach Anna in die fremde Welt Avantasia. Soviel zu den Grundlagen der Geschichte.
Der zweite Teil steigt nach der Schlacht am großen Turm ein und führt unsere Helden in ein neues Abenteuer. Auf die Geschichte möchte ich hier gar nicht weiter eingehen, da diejenigen welche den ersten Teil nicht kennen, bestimmt jetzt schon verwirrt genug sind und diejenigen die Ihn kennen sich das Album sowieso zulegen werden (da gehe ich nach dem 1. Meisterwerk einfach mal davon aus). Aber wie immer wandelt Tobias Sammet mit der Geschichte auf dem schmalen Grat zwischen Phantasie und Realität, zwischen Anklage und Vergebung, zwischen Sozialkritik und einfacher Unterhaltung.
DIE CHARAKTERE UND IHRE DARSTELLER (STIMMEN) IN AVANTASIA II
Novize Gabriel – gespielt von Tobias Sammet (Edguy)
Druide Lugaid Vandroiy – Michael Kiske (ex-Helloween)
Mönch Jakob – David Defeis (Virgin Steele)
Gerichtsvollzieher Falk v. Kronenberg – Ralf Zdiarstek (mir nur vom Backgroundgesang bei Edguy bekannt)
Anna Held – Sharon den Adel (Within Temptation)
Bischof von Bicken – Rob Rock (Warrior, Malmsteen, M.A.R.S. usw.)
Papst Clemens VIII – Oliver Hartmann (At Vance)
Elderane der Elf – André Matos (Angra)
Zwerg Regrin – Kai Hansen (ex-Helloween, Gamma Ray)
Der Baum des Wissens – Bob Catley (Magnum, Hard Rain)
DIE WEITEREN MUSIKER
Gitarren: Henjo Richter (Gamma Ray), Norman Meiritz (Edguy), Jens Ludwig (Edguy) und TIMO TOLKKI (Stratovarius)
Bass: Markus Großkopf (Helloween)
Keyboards: Tobias Sammet, Frank Tischer (Musiker aus Fulda)
Schlagzeug: Alex Holzwarth (Rhapsody), ERIC SINGER (u.a. KISS)
TRACKLIST
1. The Seven Angels
2. No Return
3. The Looking Glass
4. In Quest for
5. The final Sacrifice
6. Neverland
7. Anywhere
8. Chalice of Agony
9. Memory
10. Into the Unknown
Gesamtspielzeit 59:12 Minuten
Im einzelnen:
1. THE SEVEN ANGELS (14:15)
Sehr langsam und mit einem sakral anmutenden Chor steigen wir in einen Song ein, der schon alleine durch seine Länge gewisse Erwartung in mir weckt. Als Gabriel einsteigt wird es härter und schneller, jetzt könnte der Titel aus jeder beliebigen Edguy-Scheibe sein. Aber dann: Der Papst und der Bischof melden sich zu Wort und das Ganze bekommt einen völlig anderen Charakter. Des Papstes Stimme erinnert ziemlich an Altmeister Ronnie Dio. Auch Lugaid ist zwischendurch zu hören. Ein wenig könnte man diesen Teil mit Black Sabbath zu Dio-Zeiten (wen wundert’s) vergleichen. Lugaid singt in dieser Phase den immer wieder kehrenden Teil „He is not the one. If they only knew“. Kurz hören wir auch einmal Jakob. Nach einem Gitarrensolo beginnt ein neuer Teil.
Getragen und sehr sehr ruhig, unterstützt von einem Orchester hören wir Gemurmel und dann eine Stimme aus dem Turm. Sehr bombastisch. --- Gitarrensolo (Tolkki)
Nur zu Piano hören wir Gabriel, bevor das Ganze mittels Gitarren fast zu einem Meatloaf-Song mutiert. Lugaid gesellt sich dazu um Gabriel weise Ratschläge zu geben. Der Song schwankt nun ständig zwischen ruhigen (nachdenklichen) und härteren (aufmunternden) Teilen hin und her. Gabriel bekommt noch von Regrin und Elderane Mut für seine Mission zugesprochen (You may feel us from inside). Man bekommt in diesem Opener die meisten der Charaktere einmal stimmlich zu hören und es ist schon phantastisch welche Stimmakrobaten Tobias hier um sich versammelt hat. Das ist ein Stück welches solch genialen Titeln wie „Keeper of the seven Keys“ oder „Suite Sister Mary“ kaum nachsteht.
Wertung 10/10
2. NO RETURN (4:28)
Ein schnellerer Titel mit den Rollen von Gabriel, Lugaid und Elderane. Man kann es als Verabschiedung der Freunde sehen. Mit einem überragenden Pre-Chorus und einem eingängigen passablen Refrain geht der Song nach dem bombastischen Opener etwas unter und fällt gegenüber diesem natürlich auch ganz klar ab.
Wertung: 7/10
3. THE LOOKING GLASS (4:48)
Ein Zwiegespräch zwischen Gabriel und dem Baum des Wissens erwartet uns. In einem Midtemposong kann Gabriel so richtig schön seine geniale Stimme spielen lassen. Toll gemacht sind hier auch die Überleitungen zu den einzelnen Teilen. Und wer schon Sachen vom „Baum des Wissens“ gehört hat weiß wie gut er seine Stimme in solch epochale Werke einbauen kann. Das Lied bezieht einen Großteil seiner Spannung aus den hier wirklich total gegensätzlichen Stimmen. Hier der Jüngling und dort die Weisheit.
Wertung: 8/10
4. IN QUEST FOR (3:52)
Weiter geht das Gespräch der beiden. Ein ruhiges Piano unterlegt den kompletten Song. Wieder genial wie die beiden Stimmen miteinander arbeiten. Gabriel erhält wertvolle Tips für seine weitere Entwicklung auf spiritueller Ebene. Ein sehr schweres und getragenes Stück, das aber deswegen nicht minder reizvoll ist.
Wertung: 8/10
5. THE FINAL SACRIFICE (5:00)
Mittels einer Kirchenorgel begeben wir uns auf die Reise. Und es muß, dem Song nach zu urteilen, eine harte und verdammt schnelle Reise sein. Doublebass-Rhythmus. Wahnsinn wie brachial hier die Stimmen von Gabriel und Jakob, den beiden Protagonisten des Songs klingen. Dazwischen sind immer wieder tolle melodische Chöre gesetzt, so daß es eigentlich zu keiner Zeit zuuuu hart wird.
Wertung: 9/10
6. NEVERLAND (4:57)
Ein Titel der von Anfang an an Helloween oder Edguy erinnert. Schnell, melodisch und mit einem präzisen, melodischen und unglaublich eingängigen Refrain ausgestattet. Gabriel und der Bischof befinden sich in einer Diskussion. Aber was diesen Titel außer den genialen Stimmen vor allem ausmacht ist ein Refrain, wie ich ihn besser einfach noch nicht gehört habe. Vermutlich geht das auch nicht. Bei „Caught in Neverland, heat and fire, snow and ice. They call nether world what we call a paradise“ drückts mir regelmäßig die Tränen in die Augen. Definitiv ein Anspieltip. Kein Rapper kann besser reimen, ach was, niemand kann einen besseren Chorus schreiben.
Wertung: 10/10
7. ANYWHERE (5:26)
Hier handelt es sich um ein Solostück von Gabriel. Dementsprechend klingt es auch nach einer Edguy-Ballade. Gabriel denkt über seine Aufgabe, seinen Weg und sein Schicksal nach. Ein bombastischer Refrain unterstützt seine Gedanken.
Wertung: 7/10
8. CHALICE OF AGONY (6:00)
Da zaubert der Sammet doch noch so einen Song wie „Neverland“ aus dem Ärmel. Schnell, sehr schnell, mit einer treibenden Doublebass. Und der nächste absolute Hammer-Refrain „Out of the wine, out of the chalice of Agony – Welcome to Avantasia“. Perfekt. Die drei Freunde Gabriel, Elderane und Regrin stehen an der Pforte zur realen Welt und sind unsicher (bis auf Gabriel) ob sie den nächsten Schritt wagen sollen. Die Melodieführung im Refrain ist vermutlich bewußt nahe am Song „Avantasia“ von der ersten Scheibe gehalten und das Solo hätte Helloween wohl auch zu Glanzzeiten nicht besser hinbekommen.
Wertung: 10/10
9. MEMORY (5:39)
Die Härte der Songs läßt nicht nach. Aber es ist jetzt auf Midtempo gestutzt. Falk berichtet von seinem Alptraum und vom angeblichen Fluch den Anna über ihm verbreitet hat. Der Song enthält außergewöhnlich viele Breaks, welches das Gefühl von knackiger Härte noch deutlich verstärken. Fast überflüssig zu erwähnen, daß es wieder einen tollen Refrain gibt. In einem etwas softeren Teil hören wir noch einmal Gabriel voller Sorge über seine Stiefschwester nachdenken.
Wertung: 9/10
10. INTO THE UNKNOWN (4:24)
Wir hören zum einzigen Male Anna selbst, die sich fragt, warum Ihr der Weg zu einem neuen Leben wohl verwehrt bleibt. Gabriel sagt einige Worte wie „Träumer kommen und gehen, Träume jedoch sind unendlich“. Das ganze in einer Bombast-Ballade verpackt und ohne konkretes Ende und wir haben Teil 2 der Oper erreicht und harren der Dinge die da bis zu Teil 3 in Land gehen werden.
Wertung: 7/10
Gesamtwertung: 8,5/10
FAZIT
Ein geniales Werk, das seinen Reiz nicht nur aus der interessanten und einmaligen Geschichte zieht, sondern auch aus den begnadeten Einzelmusikern. 10 verschiedene Charaktere von 10 Sängern darbieten zu lassen, das ist im Rock-Bussiness wohl einmalig. Wer den ersten Teil der Saga zu Hause hat, darf beim Zweiten ohne Bedenken zugreifen, auch wenn ich finde, daß man noch Zwischensequenzen mit Sprache einbauen hätte können um das Konzeptalbum perfekt zu machen und um eventuell die einzelnen Songs miteinander zu verbinden. Herausragend meiner Meinung nach sind die beiden Titel „The Seven Angels“ und „Neverland“ die ich hiermit auch als Anspieltips nenne. Tobias Sammet ist es mit diesem Album wieder einmal gelungen neue Wege im Rockgeschäft zu betreten und es bleibt zu hoffen, daß es irgendwann eine Bühnen- oder zumindest DVD-Version von Avantasia geben wird. Die längere Pause mit seiner Band Edguy könnte ein Indiz dafür sein. Eine Auslegung oder gar Deutung der Geschichte wage ich übrigens nicht, das sollen mal lieber andere tun.
Ich rate übrigens allen vom Kauf dieser CD ab, die Musik nur als Berieselung im Hintergrund laufen haben. Das hat die Scheibe nicht verdient. Hier heißt es zuhören, mitlesen und das am besten mit dem Kopfhörer auf den Ohren. Denn leicht zu genießen und verdauen ist sie nun wirklich nicht diese Metal Oper Avantasia pt.2. Britney- oder No Angels-Fans dürfen also getrost an dieser CD vorbeigreifen, sie würden das Gebotene vermutlich sowieso nicht verstehen. Allen die jedoch noch ein Ohr und die Muse für handwerklich einwandfreie Musik und ein Faible für gute Geschichten haben sei sie wärmstens ans Herz gelegt.
Die CD ist von mir ein ultimativ subjektiver Pflichtkauftip.
Keep on rockin‘ and stay tuned,
René
WAS IST NUN AVANTASIA?
Avantasia ist ein Projekt von Mastermind Tobias Sammet, seines Zeichens Kopf und Sänger der Fuldaer Powermetal-Formation EDGUY. Avantasia ist eine Geschichte von Glauben, Mißtrauen, Angst, Fluch und Wahnsinn. Der junge Novize Gabriel erfährt im Kloster, daß seine Stiefschwester dem Hexenglauben verfallen sein soll und beschließt diesem Gerücht auf den Grund zu gehen. In einer Geschichte voller Irrungen und Wirrungen, in der sich Freunde bald als Feinde erweisen begibt sich Gabriel mit Hilfe des Druiden Lugaid Vandroiy auf der Suche nach Anna in die fremde Welt Avantasia. Soviel zu den Grundlagen der Geschichte.
Der zweite Teil steigt nach der Schlacht am großen Turm ein und führt unsere Helden in ein neues Abenteuer. Auf die Geschichte möchte ich hier gar nicht weiter eingehen, da diejenigen welche den ersten Teil nicht kennen, bestimmt jetzt schon verwirrt genug sind und diejenigen die Ihn kennen sich das Album sowieso zulegen werden (da gehe ich nach dem 1. Meisterwerk einfach mal davon aus). Aber wie immer wandelt Tobias Sammet mit der Geschichte auf dem schmalen Grat zwischen Phantasie und Realität, zwischen Anklage und Vergebung, zwischen Sozialkritik und einfacher Unterhaltung.
DIE CHARAKTERE UND IHRE DARSTELLER (STIMMEN) IN AVANTASIA II
Novize Gabriel – gespielt von Tobias Sammet (Edguy)
Druide Lugaid Vandroiy – Michael Kiske (ex-Helloween)
Mönch Jakob – David Defeis (Virgin Steele)
Gerichtsvollzieher Falk v. Kronenberg – Ralf Zdiarstek (mir nur vom Backgroundgesang bei Edguy bekannt)
Anna Held – Sharon den Adel (Within Temptation)
Bischof von Bicken – Rob Rock (Warrior, Malmsteen, M.A.R.S. usw.)
Papst Clemens VIII – Oliver Hartmann (At Vance)
Elderane der Elf – André Matos (Angra)
Zwerg Regrin – Kai Hansen (ex-Helloween, Gamma Ray)
Der Baum des Wissens – Bob Catley (Magnum, Hard Rain)
DIE WEITEREN MUSIKER
Gitarren: Henjo Richter (Gamma Ray), Norman Meiritz (Edguy), Jens Ludwig (Edguy) und TIMO TOLKKI (Stratovarius)
Bass: Markus Großkopf (Helloween)
Keyboards: Tobias Sammet, Frank Tischer (Musiker aus Fulda)
Schlagzeug: Alex Holzwarth (Rhapsody), ERIC SINGER (u.a. KISS)
TRACKLIST
1. The Seven Angels
2. No Return
3. The Looking Glass
4. In Quest for
5. The final Sacrifice
6. Neverland
7. Anywhere
8. Chalice of Agony
9. Memory
10. Into the Unknown
Gesamtspielzeit 59:12 Minuten
Im einzelnen:
1. THE SEVEN ANGELS (14:15)
Sehr langsam und mit einem sakral anmutenden Chor steigen wir in einen Song ein, der schon alleine durch seine Länge gewisse Erwartung in mir weckt. Als Gabriel einsteigt wird es härter und schneller, jetzt könnte der Titel aus jeder beliebigen Edguy-Scheibe sein. Aber dann: Der Papst und der Bischof melden sich zu Wort und das Ganze bekommt einen völlig anderen Charakter. Des Papstes Stimme erinnert ziemlich an Altmeister Ronnie Dio. Auch Lugaid ist zwischendurch zu hören. Ein wenig könnte man diesen Teil mit Black Sabbath zu Dio-Zeiten (wen wundert’s) vergleichen. Lugaid singt in dieser Phase den immer wieder kehrenden Teil „He is not the one. If they only knew“. Kurz hören wir auch einmal Jakob. Nach einem Gitarrensolo beginnt ein neuer Teil.
Getragen und sehr sehr ruhig, unterstützt von einem Orchester hören wir Gemurmel und dann eine Stimme aus dem Turm. Sehr bombastisch. --- Gitarrensolo (Tolkki)
Nur zu Piano hören wir Gabriel, bevor das Ganze mittels Gitarren fast zu einem Meatloaf-Song mutiert. Lugaid gesellt sich dazu um Gabriel weise Ratschläge zu geben. Der Song schwankt nun ständig zwischen ruhigen (nachdenklichen) und härteren (aufmunternden) Teilen hin und her. Gabriel bekommt noch von Regrin und Elderane Mut für seine Mission zugesprochen (You may feel us from inside). Man bekommt in diesem Opener die meisten der Charaktere einmal stimmlich zu hören und es ist schon phantastisch welche Stimmakrobaten Tobias hier um sich versammelt hat. Das ist ein Stück welches solch genialen Titeln wie „Keeper of the seven Keys“ oder „Suite Sister Mary“ kaum nachsteht.
Wertung 10/10
2. NO RETURN (4:28)
Ein schnellerer Titel mit den Rollen von Gabriel, Lugaid und Elderane. Man kann es als Verabschiedung der Freunde sehen. Mit einem überragenden Pre-Chorus und einem eingängigen passablen Refrain geht der Song nach dem bombastischen Opener etwas unter und fällt gegenüber diesem natürlich auch ganz klar ab.
Wertung: 7/10
3. THE LOOKING GLASS (4:48)
Ein Zwiegespräch zwischen Gabriel und dem Baum des Wissens erwartet uns. In einem Midtemposong kann Gabriel so richtig schön seine geniale Stimme spielen lassen. Toll gemacht sind hier auch die Überleitungen zu den einzelnen Teilen. Und wer schon Sachen vom „Baum des Wissens“ gehört hat weiß wie gut er seine Stimme in solch epochale Werke einbauen kann. Das Lied bezieht einen Großteil seiner Spannung aus den hier wirklich total gegensätzlichen Stimmen. Hier der Jüngling und dort die Weisheit.
Wertung: 8/10
4. IN QUEST FOR (3:52)
Weiter geht das Gespräch der beiden. Ein ruhiges Piano unterlegt den kompletten Song. Wieder genial wie die beiden Stimmen miteinander arbeiten. Gabriel erhält wertvolle Tips für seine weitere Entwicklung auf spiritueller Ebene. Ein sehr schweres und getragenes Stück, das aber deswegen nicht minder reizvoll ist.
Wertung: 8/10
5. THE FINAL SACRIFICE (5:00)
Mittels einer Kirchenorgel begeben wir uns auf die Reise. Und es muß, dem Song nach zu urteilen, eine harte und verdammt schnelle Reise sein. Doublebass-Rhythmus. Wahnsinn wie brachial hier die Stimmen von Gabriel und Jakob, den beiden Protagonisten des Songs klingen. Dazwischen sind immer wieder tolle melodische Chöre gesetzt, so daß es eigentlich zu keiner Zeit zuuuu hart wird.
Wertung: 9/10
6. NEVERLAND (4:57)
Ein Titel der von Anfang an an Helloween oder Edguy erinnert. Schnell, melodisch und mit einem präzisen, melodischen und unglaublich eingängigen Refrain ausgestattet. Gabriel und der Bischof befinden sich in einer Diskussion. Aber was diesen Titel außer den genialen Stimmen vor allem ausmacht ist ein Refrain, wie ich ihn besser einfach noch nicht gehört habe. Vermutlich geht das auch nicht. Bei „Caught in Neverland, heat and fire, snow and ice. They call nether world what we call a paradise“ drückts mir regelmäßig die Tränen in die Augen. Definitiv ein Anspieltip. Kein Rapper kann besser reimen, ach was, niemand kann einen besseren Chorus schreiben.
Wertung: 10/10
7. ANYWHERE (5:26)
Hier handelt es sich um ein Solostück von Gabriel. Dementsprechend klingt es auch nach einer Edguy-Ballade. Gabriel denkt über seine Aufgabe, seinen Weg und sein Schicksal nach. Ein bombastischer Refrain unterstützt seine Gedanken.
Wertung: 7/10
8. CHALICE OF AGONY (6:00)
Da zaubert der Sammet doch noch so einen Song wie „Neverland“ aus dem Ärmel. Schnell, sehr schnell, mit einer treibenden Doublebass. Und der nächste absolute Hammer-Refrain „Out of the wine, out of the chalice of Agony – Welcome to Avantasia“. Perfekt. Die drei Freunde Gabriel, Elderane und Regrin stehen an der Pforte zur realen Welt und sind unsicher (bis auf Gabriel) ob sie den nächsten Schritt wagen sollen. Die Melodieführung im Refrain ist vermutlich bewußt nahe am Song „Avantasia“ von der ersten Scheibe gehalten und das Solo hätte Helloween wohl auch zu Glanzzeiten nicht besser hinbekommen.
Wertung: 10/10
9. MEMORY (5:39)
Die Härte der Songs läßt nicht nach. Aber es ist jetzt auf Midtempo gestutzt. Falk berichtet von seinem Alptraum und vom angeblichen Fluch den Anna über ihm verbreitet hat. Der Song enthält außergewöhnlich viele Breaks, welches das Gefühl von knackiger Härte noch deutlich verstärken. Fast überflüssig zu erwähnen, daß es wieder einen tollen Refrain gibt. In einem etwas softeren Teil hören wir noch einmal Gabriel voller Sorge über seine Stiefschwester nachdenken.
Wertung: 9/10
10. INTO THE UNKNOWN (4:24)
Wir hören zum einzigen Male Anna selbst, die sich fragt, warum Ihr der Weg zu einem neuen Leben wohl verwehrt bleibt. Gabriel sagt einige Worte wie „Träumer kommen und gehen, Träume jedoch sind unendlich“. Das ganze in einer Bombast-Ballade verpackt und ohne konkretes Ende und wir haben Teil 2 der Oper erreicht und harren der Dinge die da bis zu Teil 3 in Land gehen werden.
Wertung: 7/10
Gesamtwertung: 8,5/10
FAZIT
Ein geniales Werk, das seinen Reiz nicht nur aus der interessanten und einmaligen Geschichte zieht, sondern auch aus den begnadeten Einzelmusikern. 10 verschiedene Charaktere von 10 Sängern darbieten zu lassen, das ist im Rock-Bussiness wohl einmalig. Wer den ersten Teil der Saga zu Hause hat, darf beim Zweiten ohne Bedenken zugreifen, auch wenn ich finde, daß man noch Zwischensequenzen mit Sprache einbauen hätte können um das Konzeptalbum perfekt zu machen und um eventuell die einzelnen Songs miteinander zu verbinden. Herausragend meiner Meinung nach sind die beiden Titel „The Seven Angels“ und „Neverland“ die ich hiermit auch als Anspieltips nenne. Tobias Sammet ist es mit diesem Album wieder einmal gelungen neue Wege im Rockgeschäft zu betreten und es bleibt zu hoffen, daß es irgendwann eine Bühnen- oder zumindest DVD-Version von Avantasia geben wird. Die längere Pause mit seiner Band Edguy könnte ein Indiz dafür sein. Eine Auslegung oder gar Deutung der Geschichte wage ich übrigens nicht, das sollen mal lieber andere tun.
Ich rate übrigens allen vom Kauf dieser CD ab, die Musik nur als Berieselung im Hintergrund laufen haben. Das hat die Scheibe nicht verdient. Hier heißt es zuhören, mitlesen und das am besten mit dem Kopfhörer auf den Ohren. Denn leicht zu genießen und verdauen ist sie nun wirklich nicht diese Metal Oper Avantasia pt.2. Britney- oder No Angels-Fans dürfen also getrost an dieser CD vorbeigreifen, sie würden das Gebotene vermutlich sowieso nicht verstehen. Allen die jedoch noch ein Ohr und die Muse für handwerklich einwandfreie Musik und ein Faible für gute Geschichten haben sei sie wärmstens ans Herz gelegt.
Die CD ist von mir ein ultimativ subjektiver Pflichtkauftip.
Keep on rockin‘ and stay tuned,
René
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