The Others (DVD) Testbericht

ab 10,06
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Erfahrungsbericht von Crazy-Noodle

Gott, ist das langweilig...

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Grace lebt während des 2. Weltkrieges mit ihren beiden Kindern auf einer englischen Kanalinsel in einem ebenso riesigen wie düsteren, einsam gelegenem Herrenhaus. Wegen einer schlimmen Lichtallergie der beiden Kinder muss das gesamte Haus ständig verdunkelt sein. Nachdem die Kinder bereits von \"Victor\", einem Kind, dass angeblich auch mit im Haus wohnt, bemerkt Grace erst nach und nach, dass sie nicht allein im Haus sind...

Die Bedingungen hätten für einen Gruselfilm kaum besser sein können: Ein einsam gelegenes, nebelverhangenes Herrenhaus das zudem die meiste Zeit über mit schweren Vorhängen verdunkelt wird.

Ideale Voraussetzungen also für einen gepflegten Grusel. Und trotzdem hat es Regisseur Alejandro Amenabar vermurkst!

Um alle Missverständnisse gleich von vornherein auszuschliessen: Ich bin kein Freund von Ekel- und Splatter-Filmen vom Schlage der (vergleichsweise harmlosen) Freddy-Krueger-Serie oder ähnlichen Vertretern. Diese Filme sind auch kaum spannend sondern nur blutig. Ich mag Horrorfilme, wo man sich wirklich gruseln kann. Filme, bei denen man in manchen Szenen hinter einem Kissen oder über den Brillenrand hinweglinst.

Genau so ein Film soll The Others allen Kritiken zu Folge ja sein. Und trotzdem oder gerade deswegen ist The Others für mich eine Riesenenttäuschung!

Die ganze Geschichte kommt erst nur träge in die Gänge. Die Atmosphäre wird aufgebaut und die Charaktere werden herausgearbeitet. Leider kommt aber keine rechte Spannung auf, von Grusel ganz zu schweigen.

Es gibt über den Film verteilt etwa eine handvoll Szenen, in denen man echte Spannung hätte erzeugen können. Leider lässt der Regisseur diese Gelegenheiten ungenutzt verstreichen, indem er nicht \"nachsetzt\".

Ein Beispiel: So hört Grace nachts plötzlich Musik. Sie geht mit einer Kerze durch das dunkle Haus und betritt das \"Musikzimmer\", in dem der Flügel steht, findet dort allerdings nichts vor. Nachdem sie kurz mit der Tür \"spielt\", wird diese plötzlich von innen heftig zugeschlagen. Als sie versucht, die Tür erneut zu öffnen, ist diese plötzlich verschlossen bzw. wird von innen zugehalten.

An dieser Stelle denkt man als Zuschauer \"Endlich geht es los...\", zumal der Film zu diesem Zeitpunkt bereits über 45 Minuten läuft. Aber was passiert weiter? Nichts! Der Film gleitet anschliessend wieder in die Langeweile ab. Hätte der Regisseur hier konsequent nachgesetzt und die Spannung weiter angezogen, hätte es ein Grusel-Film der Spitzenklasse werden können. So aber kann man den Film lediglich als Lehrstück der verpassten Chancen ansehen.

Selbst der Schluss kann nicht überzeugen. Hier ist oftmals von einem \"überraschenden Knüller\" die Rede, dabei ist hier einfach dreist bei The Sixth Sense abgekupfert worden.

Das einzig bemerkenswerte an The Others sind die schauspielerischen Leistungen aller Darsteller, die schon in der deutschen Synchronisation überzeugen, aber erst im englischen Original richtig beeindruckend sind.

Das wirklich sensationelle an dem Film ist für mich allerdings die Tatsache, dass The Others bei der Kritik so gut wegkommt. Da wird beispielsweise \"Das Geisterschloss\" (Liam Neeson, Catherine Zeta-Jones) gnadenlos runtergemacht, aber The Others ebenso gnadenlos über den grünen Klee gelobt. Nun ist \"Das Gruselschloss\" zugegebenermassen sicherlich kein Meisterwerk. Aber das ist The Others genauso wenig.

The Others ist ein atmosphärisch dichter Film mit einer guten Story, guten Schauspielern und glaubwürdigen Charakteren. Ein guter Film ist es jedoch eindeutig nicht geworden und ein Gruselfilm schon überhaupt nicht, da jede Spannung oder Grusel fehlen.

Dem traurigen Filmerlebnis steht dann letzten Endes eine genauso traurige Ausstattung der DVD gegenüber. Hier finden sich neben dem Film in deutscher und englischer Sprache lediglich Interviews mit den Darstellern, die allerdings aufgrund ihrer Kürze kaum aussagekräftig sind. Weiterhin sind auf der DVD noch eine Handvoll Trailer vorhanden und starre Texttafeln mit Biographien. Und das war es dann auch schon.

Dann doch lieber \"Sleepy Hollow\" oder \"From Hell\", da stimmt nicht nur die Atmosphäre, sondern auch die Spannung...

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