Erfahrungsbericht von Joebln
gelungenes Kammerspiel
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Kurz nach dem 2. Weltkrieg lebt Grace (Nicole Kidman) mit ihren Kinder Anne und Nicholas auf einem riesigen viktorianischen Anwesen auf einer englischen Kanalinsel. Ihr Mann ist (noch) nicht aus dem Krieg zurück gekehrt und die Kinder haben eine Lichtallergie. Die beiden dürfen keinem natürlichen Licht ausgesetzt werden. Die Haut würde sofort verbrennen.
So muss Grace sich intensiv um die Kinder und den Haushalt kümmern. Dadurch und dass das Anwesen sehr abgeschieden liegt, kann sie keinerlei Kontakte zu ihrer Umwelt halten.
Doch eines Tages verlässt das Personal über Nacht einfach das Haus. Grace findet keine Nachricht und ist etwas hilflos – schließlich will sie ihre Kinder nicht alleine lassen.
Eines morgens stehen dann Mrs. Mills (Fionnula Flanagan) und ihre Gefährten, der schweigsame Mr. Tuttle und die junge stumme Lydia, vor Graces Tür und bewerben sich als Hauspersonal. Grace ist so erleichtert, dass sie die drei sofort einstellt.
Nach und nach lernt speziell Mrs. Mills die strengen Regeln im Hause kennen. Nicht nur, dass peinlichst auf geschlossene Vorhänge und verschlossene Türen geachtet werden muss. Auch die Kinder werden streng gläubig erzogen.
Da passt es Grace natürlich gar nicht in den Kram, dass Anne immer wieder behauptet, sie sähe Geister und könne sich mit einem kleinen Jungen unterhalten. Grace denkt, dass Anne lügt und bestraft sie immer wieder hart. Bis – ja bis auch sie eines Tages die merkwürdigen Geräusche hört.
Plötzlich sieht sie überall Gefahr und denkt sie verliere langsam den Verstand. Panik macht sich breit. Und was hat die immer nur stoisch wirkende Mrs. Mills mit dem allen zu tun??
Nach \"the sixth sense\" ist dies wieder einer der Filme, bei denen jedes Wort der Bewertung eigentlich schon zu viel über den wahren Inhalt verrät. Deswegen will ich mich – für alle, die ihn sich noch ansehen möchten - nur kurz darüber äußern.
Als erstes darf man keinen wirklichen Horrorfilm erwarten, auch wenn er oftmals in diese Schublade getan wird. Es gibt im Prinzip nur 6 handelnde Personen und das Geschehen spielt sich fast ausschließlich im Haus ab. Ich würde den Film daher eine Art Kammerspiel nennen.
Aufgrund der sehr ruhigen und überlegten Inszenierung sowie der geringen Lokationen und Anzahl an Schauspielern, kommt es natürlich gerade auf deren Können an. Und, obwohl ich keine Fan von Nicole Kidman bin, muss ich ihr hier ein dickes Lob aussprechen. Sie spielt sehr eindringlich und überzeugend. Das Schauspiel ist pointiert und glaubwürdig – keine Übertreibungen, keine laschen Momente. Als weitere Handlungsträger fungieren natürlich die Kinder – auch hier war ich begeistert – und Mrs. Mills – kommt sehr mystisch, wissend, eindringlich und manchmal sogar hinterlistig rüber.
Die Kinder dagegen wirken sehr real in ihrer Mimik und ihrem Auftreten. Haley fand ich ja damals eher übertrieben und eindimensional.
Auch auf Schockeffekte muss man verzichten. Es fließt kein Blut, es gibt entstellten Monster und auch keine blitzenden Messer oder rasselnde Motorsägen. Der Regisseur erzeugt seine Spannung – und davon gibt es reichlich – überwiegend durch Lichteffekte, Geräusche und dem Wissen, dass man genauso hilflos wie Grace der gesamten Geschichte gegenüber steht. Ich saß während des Filmes und habe mitgefiebert und überlegt, wer jetzt hier der/die Verrückte oder gar der/die Böse ist. So greift einen die Story schnell und lässt einen bis zum Ende nicht mehr los.
Auch die Musik fügt sich perfekt in diesen Film ein – mal mystisch, mal hart und bösartig, dann wieder schmeichelnd unterstützt sie die Stimmungen der Situationen und fördert die Spannung beim Zuschauer.
Fazit: ein sehr liebevoll und mit bedacht inszeniertes Kammerspiel, dass von den hervorragenden Darstellern lebt. Nix für Leute, die eimerweise Blut sehen wollen.
So muss Grace sich intensiv um die Kinder und den Haushalt kümmern. Dadurch und dass das Anwesen sehr abgeschieden liegt, kann sie keinerlei Kontakte zu ihrer Umwelt halten.
Doch eines Tages verlässt das Personal über Nacht einfach das Haus. Grace findet keine Nachricht und ist etwas hilflos – schließlich will sie ihre Kinder nicht alleine lassen.
Eines morgens stehen dann Mrs. Mills (Fionnula Flanagan) und ihre Gefährten, der schweigsame Mr. Tuttle und die junge stumme Lydia, vor Graces Tür und bewerben sich als Hauspersonal. Grace ist so erleichtert, dass sie die drei sofort einstellt.
Nach und nach lernt speziell Mrs. Mills die strengen Regeln im Hause kennen. Nicht nur, dass peinlichst auf geschlossene Vorhänge und verschlossene Türen geachtet werden muss. Auch die Kinder werden streng gläubig erzogen.
Da passt es Grace natürlich gar nicht in den Kram, dass Anne immer wieder behauptet, sie sähe Geister und könne sich mit einem kleinen Jungen unterhalten. Grace denkt, dass Anne lügt und bestraft sie immer wieder hart. Bis – ja bis auch sie eines Tages die merkwürdigen Geräusche hört.
Plötzlich sieht sie überall Gefahr und denkt sie verliere langsam den Verstand. Panik macht sich breit. Und was hat die immer nur stoisch wirkende Mrs. Mills mit dem allen zu tun??
Nach \"the sixth sense\" ist dies wieder einer der Filme, bei denen jedes Wort der Bewertung eigentlich schon zu viel über den wahren Inhalt verrät. Deswegen will ich mich – für alle, die ihn sich noch ansehen möchten - nur kurz darüber äußern.
Als erstes darf man keinen wirklichen Horrorfilm erwarten, auch wenn er oftmals in diese Schublade getan wird. Es gibt im Prinzip nur 6 handelnde Personen und das Geschehen spielt sich fast ausschließlich im Haus ab. Ich würde den Film daher eine Art Kammerspiel nennen.
Aufgrund der sehr ruhigen und überlegten Inszenierung sowie der geringen Lokationen und Anzahl an Schauspielern, kommt es natürlich gerade auf deren Können an. Und, obwohl ich keine Fan von Nicole Kidman bin, muss ich ihr hier ein dickes Lob aussprechen. Sie spielt sehr eindringlich und überzeugend. Das Schauspiel ist pointiert und glaubwürdig – keine Übertreibungen, keine laschen Momente. Als weitere Handlungsträger fungieren natürlich die Kinder – auch hier war ich begeistert – und Mrs. Mills – kommt sehr mystisch, wissend, eindringlich und manchmal sogar hinterlistig rüber.
Die Kinder dagegen wirken sehr real in ihrer Mimik und ihrem Auftreten. Haley fand ich ja damals eher übertrieben und eindimensional.
Auch auf Schockeffekte muss man verzichten. Es fließt kein Blut, es gibt entstellten Monster und auch keine blitzenden Messer oder rasselnde Motorsägen. Der Regisseur erzeugt seine Spannung – und davon gibt es reichlich – überwiegend durch Lichteffekte, Geräusche und dem Wissen, dass man genauso hilflos wie Grace der gesamten Geschichte gegenüber steht. Ich saß während des Filmes und habe mitgefiebert und überlegt, wer jetzt hier der/die Verrückte oder gar der/die Böse ist. So greift einen die Story schnell und lässt einen bis zum Ende nicht mehr los.
Auch die Musik fügt sich perfekt in diesen Film ein – mal mystisch, mal hart und bösartig, dann wieder schmeichelnd unterstützt sie die Stimmungen der Situationen und fördert die Spannung beim Zuschauer.
Fazit: ein sehr liebevoll und mit bedacht inszeniertes Kammerspiel, dass von den hervorragenden Darstellern lebt. Nix für Leute, die eimerweise Blut sehen wollen.




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