Erfahrungsbericht von egonman
Die Geister sind um uns !
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
The Others“ , Regie Alejandro Amenaber .
Mit Nicole Kidman , Fionula Flanagen und Alakina Mann .
Je länger im Kino die Gänsehaut lacht , desto gelungener ist der Schrecken . In den letzten Jahren ist diese Art ziemlich aus der Mode gekommen , Filme-Macher benutzen lieber kurze Schocks und den Vorschlag-Hammer , um uns außer Gefecht zu setzen . Dabei vergessen sie , dass der Kino-Gänger auf die Weise nicht in den Dialog eintreten kann , der zu den lebhaftesten Kino-Erlebnissen führen kann , wenn praktisch das ganze Publikum ächzt und stöhnt , wenn es nicht damit getan ist , dass man dem Helden zurufen will : „Nein , nicht da lang ! Dreh dich um“ ! Wenn man selbst nicht haargenau weiß , woher die Gefahr kommen könnte - denn in den besten Filmen des Genres ist sie überall .Und nicht zuletzt in den Helden selbst . Vielleicht ist das die beste Erklärung für den stillen Siegeszug von „The Others“ , einem Horror-Film der alten Schule : mit quieteschnden Türen , dunkelen Zimmern , verstörenden Geräuschen in der Nacht und undurchsichtigen Figuren mit unklaren Absichten .
Grace führt ein strenges Regiment in ihrem Landhaus . Ihr Mann ist aus dem Zweiten Weltkrieg (noch) nicht zurückgekehrt , es gibt eine Menge auf dem Anwesen zu erledigen , und ihre Kinder sind so lichtempfindlich , dass selbst das trübste englische Tageslicht zu ihrer Erblindung führen könnte . Also ist es nicht damit getan , dass sie unter keinen Umständen aus dem Haus dürfen - obendrein ist jeder Raum abgedunkelt , und um die Kinder nicht zu gefährden , gilt es , jede Tür vor und hinter ihnen auf- und abzuschließen .
Wir erleben diese gespenstische Prozedur erstmals mit , wenn Grace ihren neuen Bediensteten das Anwesen zeigt , und wir wissen nicht , vor wem wir uns mehr fürchten müssen : vor den drei verhutzelten Wesen , die ein wenig zu devot und sehr wissend wirken , oder doch vor Grace , deren inbrünstiger Kontroll-Fimmel bereits die Schwelle zum Irrsinn berührt . Grace könnte uns nicht nur unheimlich , sondern auch unsympathisch sein , aber der Regisseur Alejandro Amenabar ist dieser Falle auf sehr clevere Art entgangen : Er hat die Haupt-Rolle mit Nicole Kidman besetzt , jene Schauspielerin , die wie derzeit kaum eine andere anziehend und abstoßend zugleich erscheinen kann . So weckt fortwährend den Beschützer-Instinkt in uns - und hält uns mit ihrer Eiseskälte zugleich stets auf Distanz . Ist sie nun sympathisch oder schrecklich ? Die Antwort von Amenabar und Kidman : einfach schrecklich sympathisch . Wenn Grace Kelly je einen Horror-Film gedreht hätte , wäre sie wohl stolz gewesen , so wie Nicole Kidman in diesem Film zu wirken . Auf jeden Fall spukt es in diesem Haus , schon lange bevor „The Others“ auf den Plan treten . Die Tochter bemerkt sie als Erste , die immer konspirativer agierende Haushälterin bestädigt sie , als die Mutter schon längst den Strafen-Katalog erweitert hat . Grace will von all dem nichts wissen , und es bedarf schon einiger unerklärlicher Vorfälle , um sie zweifeln zu lassen .
Das ist ja von jeher eine der gemeinsten und damit auch schönsten Geschichten des Genres : dass die Haupt-Figuren langsam (und unwillig) einsehen , dass sie von Geistern umgeben sind . Und langsam schwant uns : Die Erkenntnis , dass Grace & Co. Nicht allein sind , wird nicht die eigentliche Überraschung sein . Man ahnt also , dass sich hinter dem Geheimnis der seltsamen Vorkommnisse eine wirkliche Sensation verbirgt (im Grunde : verbergen muss !) , aber wenn es dann so weit ist , handelt es sich doch um eine der verblüffendsten Lösungen , die uns das Kino in den letzten Jahren beschert hat : so nah , so klar , so greifbar - und doch so unvorstellbar , ja schockierend . Und ungeheuer befriedigend !
Mit Nicole Kidman , Fionula Flanagen und Alakina Mann .
Je länger im Kino die Gänsehaut lacht , desto gelungener ist der Schrecken . In den letzten Jahren ist diese Art ziemlich aus der Mode gekommen , Filme-Macher benutzen lieber kurze Schocks und den Vorschlag-Hammer , um uns außer Gefecht zu setzen . Dabei vergessen sie , dass der Kino-Gänger auf die Weise nicht in den Dialog eintreten kann , der zu den lebhaftesten Kino-Erlebnissen führen kann , wenn praktisch das ganze Publikum ächzt und stöhnt , wenn es nicht damit getan ist , dass man dem Helden zurufen will : „Nein , nicht da lang ! Dreh dich um“ ! Wenn man selbst nicht haargenau weiß , woher die Gefahr kommen könnte - denn in den besten Filmen des Genres ist sie überall .Und nicht zuletzt in den Helden selbst . Vielleicht ist das die beste Erklärung für den stillen Siegeszug von „The Others“ , einem Horror-Film der alten Schule : mit quieteschnden Türen , dunkelen Zimmern , verstörenden Geräuschen in der Nacht und undurchsichtigen Figuren mit unklaren Absichten .
Grace führt ein strenges Regiment in ihrem Landhaus . Ihr Mann ist aus dem Zweiten Weltkrieg (noch) nicht zurückgekehrt , es gibt eine Menge auf dem Anwesen zu erledigen , und ihre Kinder sind so lichtempfindlich , dass selbst das trübste englische Tageslicht zu ihrer Erblindung führen könnte . Also ist es nicht damit getan , dass sie unter keinen Umständen aus dem Haus dürfen - obendrein ist jeder Raum abgedunkelt , und um die Kinder nicht zu gefährden , gilt es , jede Tür vor und hinter ihnen auf- und abzuschließen .
Wir erleben diese gespenstische Prozedur erstmals mit , wenn Grace ihren neuen Bediensteten das Anwesen zeigt , und wir wissen nicht , vor wem wir uns mehr fürchten müssen : vor den drei verhutzelten Wesen , die ein wenig zu devot und sehr wissend wirken , oder doch vor Grace , deren inbrünstiger Kontroll-Fimmel bereits die Schwelle zum Irrsinn berührt . Grace könnte uns nicht nur unheimlich , sondern auch unsympathisch sein , aber der Regisseur Alejandro Amenabar ist dieser Falle auf sehr clevere Art entgangen : Er hat die Haupt-Rolle mit Nicole Kidman besetzt , jene Schauspielerin , die wie derzeit kaum eine andere anziehend und abstoßend zugleich erscheinen kann . So weckt fortwährend den Beschützer-Instinkt in uns - und hält uns mit ihrer Eiseskälte zugleich stets auf Distanz . Ist sie nun sympathisch oder schrecklich ? Die Antwort von Amenabar und Kidman : einfach schrecklich sympathisch . Wenn Grace Kelly je einen Horror-Film gedreht hätte , wäre sie wohl stolz gewesen , so wie Nicole Kidman in diesem Film zu wirken . Auf jeden Fall spukt es in diesem Haus , schon lange bevor „The Others“ auf den Plan treten . Die Tochter bemerkt sie als Erste , die immer konspirativer agierende Haushälterin bestädigt sie , als die Mutter schon längst den Strafen-Katalog erweitert hat . Grace will von all dem nichts wissen , und es bedarf schon einiger unerklärlicher Vorfälle , um sie zweifeln zu lassen .
Das ist ja von jeher eine der gemeinsten und damit auch schönsten Geschichten des Genres : dass die Haupt-Figuren langsam (und unwillig) einsehen , dass sie von Geistern umgeben sind . Und langsam schwant uns : Die Erkenntnis , dass Grace & Co. Nicht allein sind , wird nicht die eigentliche Überraschung sein . Man ahnt also , dass sich hinter dem Geheimnis der seltsamen Vorkommnisse eine wirkliche Sensation verbirgt (im Grunde : verbergen muss !) , aber wenn es dann so weit ist , handelt es sich doch um eine der verblüffendsten Lösungen , die uns das Kino in den letzten Jahren beschert hat : so nah , so klar , so greifbar - und doch so unvorstellbar , ja schockierend . Und ungeheuer befriedigend !
19 Bewertungen, 3 Kommentare
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02.04.2002, 17:12 Uhr von ch_zocker
Bewertung: sehr hilfreichgute Meinung, kannst ja auch mal bei mir reinschauen, würde mich freuen
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02.04.2002, 17:07 Uhr von TrAgIc
Bewertung: sehr hilfreichEin muss nicht unbedingt sein Film
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02.04.2002, 16:55 Uhr von Crazy666
Bewertung: sehr hilfreichFindest Du wirklich, dass bei Angestellten direkt zu Anfang schon "devot" und "zu wissend" wirken? Doch eher, wenn man weiß, wer die Drei sind...anfangs fand' ich sie eher harmlos-nett!




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