The Others (DVD) Testbericht

ab 10,06
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Erfahrungsbericht von melannium

Ist da wer...?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

"The Others" ist wie das Shining mit Nicole statt mit Nicholson - Regisseur Amenábar gilt als neuer Shyamalan ("The Sixth Sense", "Unbreakable")...



| S | T | O | R | Y |

Die Kanalinsel Jersey im Jahr 1945. Der Zweite Weltkrieg ist soeben beendet, doch der Ehemann von Grace (Nicole Kidman, "Eyes Wide Shut") ist nicht von der Front heimgekehrt. Isoliert und einsam lebt die strenggläubige Frau in einem unheimlichen viktorianischen Anwesen, wo sie ihre beiden Kinder nach strikten religiösen Prinzipien erzieht.

Anne (Alakina Mann) und Nicholas (James Bentley) sind mit einer fürchterlichen Krankheit geschlagen: Sie leiden unter einer schweren Lichtallergie und dürfen niemals direktem Sonnenlicht ausgesetzt werden! Als drei neue Bedienstete bei Grace vorstellig werden, gelten für sie daher drei Regeln, die stets akribisch genau befolgt werden müssen: Immer muss das Haus ins Halbdunkel getaucht sein. Immer müssen alle Vorhänge zugezogen sein. Immer muss die letzte Tür geschlossen und verriegelt werden, bevor die nächste geöffnet werden darf.

Doch die rigide Ordnung von Grace wird nachhaltig erschüttert. Sie erwacht zu später Stunde und hört aus der Ferne Klaviermusik. Aber wer soll um diese Uhrzeit Klavier spielen, zumal allen im Haus diese Art der "Lärmbelästigung" strengstens verboten ist? Es ist mitten in der Nacht. Sie steht auf und schleicht durch die düsteren Korridore des alten Anwesens zum Musikzimmer. Mit einem Ruck reißt sie die Tür auf. Der Walzer verstummt. Sie tritt ein. Aber da ist niemand. Niemand, den sie sehen kann. Mit zwei, drei Sätzen ist sie am Flügel, knallt den Deckel zu und verschließt ihn. Sie spürt ganz deutlich: Da ist etwas. Wie von Furien gehetzt, stürzt sie aus dem Raum, holt ein Gewehr und ruft nach der Haushälterin Misses Mills. Als sie in ihrer Begleitung zurückkehrt, um das Zimmer zu durchsuchen, ist der Klavierdeckel wieder geöffnet...

Grace und die Kinder werden mit Wahrheiten konfrontiert, die sie sich niemals hätten träumen lassen. Doch keine Sorge "die anderen" werden sich darum kümmern...



| K | R | I | T | I | K |

Der Film ist einfach fantastisch, denn - der Film ist fantastisch einfach. Alles ist auf das Nötigste reduziert. Trotzdem habe ich in der Nacht danach schlecht geschlafen. Das will schon was heißen. Das passiert mir sonst nie.

Vielleicht liegt es an der alten Hitchcock-Grundregel, die Regisseur Alejandro Amenábar mit seinem Film wieder belebt: Die besten Schrecken sind die, die man nicht sieht.
Mit einer einzigen Ausnahme trübt nämlich kein Computertrick die Kraft der eigenen Vorstellung. Blut fließt ohnehin nicht - schließlich ist es ja kein Splatter-Film - und der sepiafarbene Stich der Bilder wirkt wie aus dem letzten Jahrhundert.
Der 29-jährige Amenábar bietet eine angenehme Abwechslung vom stupiden Geisterbahn Getöse, das zuletzt das Genre fast zu zerstören schien: "Das Geisterschloss" war ein protziges FX-Fiasko, "House on Haunted Hill" eine eindimensional unterhaltende Krawall Orgie. "The Others" hingegen ist eine "Symphonie der Stille" (cinema), die einem ganzen Genre ihre puristische Unschuld zurückgibt.

Langsam, fast unmerklich macht sich das Grauen breit: Es sind Stimmen zu hören. Manchmal stehen die Türen sperrangelweit offen. Was hat es zu bedeuten, wenn der Ehemann von Grace aus dem Zweiten Weltkrieg zurückkehrt und sagt: "Ich blute manchmal"? Wer hat die vielen Fotos aufgenommen, auf denen Tote zu sehen sind, die wirken, als würden sie schlafen? Und wer sind sie eigentlich "die anderen"?

Obwohl man während des Films unzählige Theorien im Kopf durchspinnt, was des Rätsels Lösung sein könnte - auf diesen Schluß in seiner einleuchtenden Genialität kommt man nicht. Ich wusste, dass Amenábar wegen der überraschenden Wendung am Ende des Films mit "The Sixth Sense"-Regisseur Shyamalan verglichen wird. Trotzdem konnte ich den Spuk nicht vorher aufklären. Der Film ist eben kein blasser Abklatsch, sondern eine intelligente Abwandlung.

"The Others" lebt aber auch von brillianten Schauspielern und Synchronsprechern. Nicole Kidman überzeugt in der Rolle der strapazierten, streng gläubigen Mutter, die immer nahe am Nervenzusammenbruch ist. In Hollywood gilt sie zur Zeit als heißeste Anwärterin auf den Oscar.
Auch die Leistung der Kinder (James Bentley, Alakina Mann) muss honoriert werden: Den ganzen Film über geht von ihnen eine beunruhigende mysteriöse Ausstrahlung aus.
Auffallend gut gewählt sind die deutschen Stimmen. Besonders positiv sind mir dabei "Misses Mills" und der kleine "Nicholas" aufgefallen.

Der gruselige Score des Film stammt von Amenábar selbst - die viktorianische Gänsehaut-Ausstattung von Oscarbesitzer Benjamin Fernández ("Gladiator").



| F | A | Z | I | T |

Die Angst spielt die zweite Hauptrolle.

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