The Village - Das Dorf (DVD) Testbericht
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Erfahrungsbericht von Tut_Ench_Amun
Wald-Sterben
Pro:
Intelligente, soziologische Parabel Kameraführung Sound Nützliches Bonusmaterial
Kontra:
Falsch vermarktet Einige Lücken in der Geschichte Kein Audiokommentar
Empfehlung:
Ja
Zur Story
Das Dorf-Idyll des kleinen auf einer Lichtung gelegenen Covington in den Wäldern Pennsylvanias ist trügerisch. Hier wo die Zeit auf dem Level des 19. Jahrhunderts stehen geblieben zu sein scheint, existieren einige Beschränkungen. Den Bewohnern ist es nicht erlaubt den umgebenen Wald zu betreten oder gar zu durchqueren, denn dort - so heißt es - hausen grausame, fleischfressende Wesen, die so genannten "Unaussprechlichen", sodass es den Menschen nicht vergönnt ist ihre Isolation zu durchbrechen und beispielsweise in die angrenzende Stadt zu gelangen, ohne diese Kreaturen zu provozieren. Diese reagieren zudem ausgesprochen gereizt auf die Farbe Rot, weswegen auch alles Rote verboten ist und unverzüglich vergraben werden muss. Es gibt allerdings einen Pakt der - etwas Geheimnis krämerischen - Dorfältesten mit den Unaussprechlichen, dass solange niemand den Wald betritt auch keine Übergriffe auf das Dorf stattfinden.
Kleinere Regelübertretungen, etwa durch die übermütige Dorfjugend, werden für gewöhnlich durch ein schmackhaftes Tieropfer wieder ausgebügelt. Dieser Frieden hält nun schon lange Jahre. So hat etwa keiner der Jüngeren je das scheußliche Antlitz eines dieser Wesen zu Gesicht bekommen, dennoch ist man stets ängstlich, überaus misstrauisch und bewacht den fackelbeleuchteten Waldrand des Nächtens mit Argusaugen vom Wachturm aus. Dann aber ereignen sich gleich mehrere Dinge, welche die Verhältnisse inner- und außerhalb der Dorfgemeinschaft nachhaltig stören sollen. In letzter Zeit werden gelegentlich Nutztiere tot aufgefunden, die gausig zugerichtet wurden. Der Rat gibt die Parole heraus, dass es sich hierbei um das Werk von Raubtieren handelt. Gemunkelt wird in der Gemeinschaft natürlich etwas ganz anderes, denn Raubtiere häuten ihre Beute bekanntlich nicht und lassen sie einfach herumliegen.
Der grüblerisch-introvertierte Lucius bittet den Ältestenrat, trotz der grade stattfindenden Vorfälle in die Stadt aufbrechen zu dürfen. Er möchte Medizin besorgen. Hintergrund ist der kürzliche Todesfall eines Kindes, dass nur aufgrund medizinischer Defizite hat sterben müssen. Der sensible junge Mann findet, dass so etwas nicht wieder vorkommen darf. Der Rat lehnt sein Anliegen aber ab, woraufhin er einen zaghaften Versuch startet Covington heimlich zu verlassen. Er macht zwar nach ein paar Dutzend Metern Wald sogleich wieder kehrt, doch auch diese minimale Grenzverletzung blieb nicht unbemerkt. Das Dorf bekommt des Nächtens ungebetenen Besuch und unmissverständliche Warnzeichen solcherlei Exkursionen zukünftig doch besser zu unterlassen. Lucius plagt nun das schlechte Gewissen, den Pakt gebrochen und die Gemeinschaft dadurch in Gefahr gebracht haben, doch es soll für ihn und seine frisch Verlobte Ivy noch schlimmer kommen.
Eindrücke
Diesen vielschichtigen Film zu rezensieren ist nicht einfach, denn zu schnell läuft man Gefahr zuviel vorweg zu nehmen, was dem unbedarften Zuschauer die Spannung rauben könnte. Wobei, nebenher bemerkt, nicht wenige, die den Film sahen, ihn als spannungsfreie Langeweiler-Kost schmähten. Das ist jedoch so nicht richtig - es kommt wie immer auf die Erwartungen an. Das heißt in diesem Fall, dass der, eventuell vom absolut irreführenden Trailer angefixte, splattergeile Horror-Freund besser einen großen Bogen darum macht, denn als Grusel- oder Horrorfilm taugt "The Village" in der Tat soviel, wie der Sägefisch zum Hobeln. Überdies fällt das Einsortieren in eine bestimmte Schublade generell sehr schwer, da sich Shyamalan wieder einmal einer ganzen Reihe Genres bedient hat. Mystery-Thriller und Drama dürften wohl die passendsten Begriffe sein, die ruhigen Gewissens anwendbar sind.
Natürlich spielt er, wie bei ihm üblich, mit subtil-einfachen aber effizienten Mitteln auf der Klaviatur menschlicher Ängste. Dennoch ist diese, seine bislang letzte Produktion gleichzeitig auch seine ungewöhnlichste. Den übersinnlichen Einschlag behält er zwar bei, spart sich diesmal aber eine paranormale Ausrichtung in letzter Konsequenz. Allerdings, so verrät er im auf der DVD befindlichen Interview, dass die Grundrichtung des Filmes zu Beginn eine andere war und sich erst quasi mitten in der Produktion änderte. Angeblich,als er zwischenzeitlich den wirklich gelungenen und perfekt austarierten Score mit seinem Leib- und Magen Komponisten J. N. Howard durchging. Hier liegt dann auch die eigentliche Crux, denn durch diesen ad hoc Kurswechsel schlichen sich kleinere Ungereimtheiten und handwerkliche Schwächen in die Inszenierung, was man von dem sonst äußerst akribisch vorgehenden Filmemacher so nicht kennt.
Selbstverständlich hat er auch bei "The Village" fast von Beginn an jede Menge kleiner Hinweise und Metaphern versteckt, welche sich langsam zum Gesamtbild aufsummieren. Manchmal offenbaren sich diese gar erst nach mehrmaligem Ansehen des Films, was auch dringend anzuraten ist, will man alle Nuancen dieses sehr beschaulich-ruhig präsentierten, gesellschaftskritischen - und zuweilen recht perfiden - Kammerspiels vollständig erfassen. Das einzige Problem, so es denn eins ist, liegt wohl darin, dass durch die geänderte Storyline die Climax im letzten Drittel vollständig kippt und sich bis zum Finale auch nicht wieder vollständig erholen kann, da der der Zuschauer ab dort in wichtige Details eingeweiht wurde, welche den Spannungsbogen nachhaltig konterkarieren. Die Preisgabe dieser Informationen wäre vielleicht besser erst kurz vor dem Ende geschehen. Dennoch bekommt die Geschichte trotz (oder gerade wegen?) dieses etwa inhomogen wirkenden Twists eine ganz eigenwillige Note.
Ausstattungsseitig und insbesondere von der Besetzung her, hieß es klotzen und nicht kleckern. Eine recht illustre Schar versammelte sich vor der Kamera. Allesamt lieferten eine exzellente Performance ab, wobei der hochgelobte Joaquin "Gladiator" Phoenix zwar irgendwo eine - recht wortkarge - Hauptrolle innehat, die Hauptfigur jedoch eindeutig von Bryce Dallas Howard ("Das Mädchen aus dem Wasser" und überdies Tochter des Komponisten James Newton Howard), als seine blinde Verlobte Ivy, verkörpert wird. Shyamalan bewies auch mit dem Rest des Casts eine treffliche Hand: William Hurt, Sigourney Weaver, Adrien Brody und Brendan Gleeson sind beileibe auch keine Anfänger. Um Covington zum Leben zu erwecken war nicht nur das Dorf von der Pike auf aufzubauen, sondern auch über 60 Statisten heranzukarren. Der ganze Aufwand hat sich gelohnt, "The Village" ist bildgewaltig und besticht durch atmosphärisch dichte Kameraarbeit ebenso wie durch ausgeklügeltes Sound-Engineering.
DVD und Bonusmaterial
Shyalamans Produktion beschränkt sich nicht allein auf das Fertigstellen des Filmes an sich, er kümmert sich auch stets darum, wie und was auf die entsprechende DVD kommt. Daher gelten seine Releases stets als reichhaltig, auch wenn es hier "nur" zu einer Single-Disk reichte. Das Hintergrundmaterial kann sich sehen lassen und bietet interessante Einblicke hinter die Kulissen und klärt gelegentlich sogar manch offene Frage, die sich eventuell aufdrängt. Leider gibt es keinen Audiokommentar, das wäre das Sahnehäubchen gewesen, offensichtlich reichte die Kapazität einer einzigen DVD-9 dafür nicht aus. Auf den fehlenden Trailer kann man hingegen gerne verzichten. Bild und Ton sind dafür aber in absoluter Bestform. Unumgänglich ist es den Film mit geeignetem DTS- oder zumindest DD 5.1-Equipment anzuschauen, der fein abgestimmte Sound ist nämlich ein wichtiger Darsteller und kommt nur so richtig zur verdienten Geltung.
Fazit
Ein nachdenklich machender und über weite Strecken intelligent inszenierter Film abseits des Mainstreams. Manchem mag er schwer zugänglich, ja gar langweilig,erscheinen. Schlaflose Nächte erzeugt er sicher nur bei denjenigen, die sich über das Gesehene Gedanken machen, nicht wegen irgendwelcher Horror-Ambitionen. Die leisen Spuren von Grusel und Mystery sind nur untergeordnete Elemente dieser soziologischen Parabel. Punktabzug gibt es lediglich für die in letzter Instanz nicht ganz schlüssige Ausführung und kleinerer handwerklicher Unzulänglichkeiten, was aber teilweise unter die Rubrik künstlerische Freiheit und Interpretation fällt. Die DVD ist akzeptabel, kommt aber bedauerlicherweise ohne Audiokommentar und - verglichen mit anderen Shyamalan-Produktionen - recht lieblos daher, was sich schon allein im sachlich falschen Covertext widerspiegelt.
Die DVD-Daten auf einen Blick:
OT: "The Village"
USA 2004
Genre: (Mystery-)Thriller, Drama
DVD 2005, Touchstone, Buena Vista
Version: Single Disk, FSK 12
EAN: 8717418016517
Laufzeit: ca. 103 Min.
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,85:1)
Soundformat: DTS, DD 5.1 (Deutsch und Englisch)
Bonusmaterial: Making Of Featurettes, Deleted Scenes, Fotogalerie u.a.
Produktion: Scott Rudin, Sam Mercer
Story, Drehbuch: M. Night Shyamalan
Musik: James Newton Howard
Kamera: Roger Deakins
Regie: M. Night Shyamalan
Darsteller u.a.: William Hurt (Edward Walker), Joaquin Phoenix (Lucius Hunt), Bryce Dallas Howard (Ivy Walker), Adrien Brody (Noah Percy), Sigourney Weaver (Alice Hunt), Brendan Gleeson (August Nicholson)
52 Bewertungen, 25 Kommentare
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01.06.2009, 14:08 Uhr von krullinchen
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße!
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20.03.2009, 19:07 Uhr von LiFo
Bewertung: sehr hilfreichSehr schön berichtet! Liebe Grüße, Lifo
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07.03.2009, 13:38 Uhr von campino
Bewertung: sehr hilfreichLG und ein schönes Wochenende, Andrea
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03.03.2009, 20:53 Uhr von knopfi
Bewertung: besonders wertvollDen Bw-Gebern schließe ich mich an! merci@knopfi
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01.03.2009, 00:46 Uhr von frankensteins
Bewertung: sehr hilfreichganz liebe grüße Werner
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28.02.2009, 10:47 Uhr von sandraberg
Bewertung: sehr hilfreichkenne den film ! guter bericht. glg sandra
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25.02.2009, 23:34 Uhr von Mondlicht1957
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich und liebe Grüsse
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25.02.2009, 01:17 Uhr von ingoa09
Bewertung: sehr hilfreichEin feiner Bericht! Liebe Grüße, Ingo
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17.02.2009, 01:40 Uhr von sindimindi
Bewertung: besonders wertvollGuter Tipp! - würde ich mir anschauen! :-) LG, Roland
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16.02.2009, 23:11 Uhr von MasterSirTobi
Bewertung: sehr hilfreichBerichte schreiben ist dir wohl in die Wiege gelegt LG und Sh
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16.02.2009, 12:50 Uhr von mima007
Bewertung: besonders wertvollBW! Liebe Gruesse, mima007
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15.02.2009, 13:56 Uhr von Miraculix1967
Bewertung: besonders wertvollSuper Bericht - BW von mir! Schönen Sonntag und LG aus dem gallischen Dorf in die Pyramide Miraculix1967
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15.02.2009, 12:51 Uhr von Zzaldo
Bewertung: besonders wertvollliebe Grüße sendet dir Stephan
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15.02.2009, 10:05 Uhr von nikita86
Bewertung: besonders wertvolltoller bericht. freu mich über gegenlesung. lg, nikita
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15.02.2009, 02:13 Uhr von Baby1
Bewertung: sehr hilfreich.•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.
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15.02.2009, 01:34 Uhr von daisy123
Bewertung: sehr hilfreichEinen schönen Sonntag und lg !
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15.02.2009, 00:18 Uhr von leupi123
Bewertung: besonders wertvollSchönes Wochenende :) Freu mich auf Gegenlesungen LG
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14.02.2009, 23:44 Uhr von timecode001
Bewertung: sehr hilfreichKlasse geschrieben! Liebe Grüße und ein schönes Wochenende. timecode001
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14.02.2009, 23:14 Uhr von Puenktchen3844
Bewertung: sehr hilfreichEin schöner Bericht. LG
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14.02.2009, 22:31 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichich wünsche dir ein schönes wochenende lg. petra
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14.02.2009, 22:08 Uhr von sigrid9979
Bewertung: sehr hilfreichWünsche dir ein schönes Wochenende,, lg Sigi
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14.02.2009, 22:02 Uhr von jacki0987
Bewertung: sehr hilfreichIch wünsche dir einen wunderschönen Samstagabend! Liebe Grüße von Jacqueline
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14.02.2009, 22:00 Uhr von carmaxx
Bewertung: besonders wertvollSehr schöner Bericht!
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14.02.2009, 21:58 Uhr von 4money
Bewertung: sehr hilfreich::: LG und schönes Wochenende :::
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14.02.2009, 21:56 Uhr von droehn
Bewertung: sehr hilfreichToller Bericht, lg droehn
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