Tiergarten Schönbrunn Testbericht

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  • Angebot:  sehr viel
  • Zustand der Einrichtung:  gut
  • Sauberkeit:  sehr gut
  • Preis-Leistungs-Verhältnis:  durchschnittlich
  • Information & Kundenservice:  gut
  • Familientauglichkeit:  sehr hoch
  • Behindertenfreundlichkeit:  gut
  • Empfehlenswert:  ja

Erfahrungsbericht von AvanZaun

Hallo Vikugna, wie gehts dem Manul?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Heute möchte ich euch über eine der positiven Erlebnisse meines letzten Wien-Trips erzählen. Dabei geht es um meinen Besuch im Tiergarten Schönbrunn.

Es fing schon an als ich ein kleiner Junge war. Damals war ich schon zu tiefst fasziniert von allen Arten von Tieren und während unseren häufigen Wien-Besuchen zerrte ich meine Mutter immer wieder in den Tiergarten Schönbrunn. Es war zwar immer wieder ein faszinierendes Erlebnis für mich, aber irgendwie hatte ich immer das Gefühl, die Tiere sind nicht glücklich. Jetzt weiß ich, wie recht ich damals hatte. Von Jahr zu Jahr wurden die Gehege schlechter, kleiner und schäbiger. Von artgerechter Haltung absolut keine Spur. So dauerte es bis heuer, dass ich wieder dort vorbeischaute. Ich hatte gehört, dass sich einiges geändert haben soll, aber ich kann ruhig sagen, ich war positiv überrascht.

Die Anreise ist ganz einfach. Zwei Möglichkeiten sind die U-Bahn Linie 4 oder die Straßenbahn Nr. 58. Ausgestiegen werden muss jeweils bei der Haltestelle \"Hietzing-Kennedybrücke\".
Nach zwei Minuten Gehzeit steht man auch schon vor dem Tor zu Schönbrunner Areal.

Ein paar Schritte und man ist drinnen in den Parkanlagen von Schönbrunn. Obwohl der Zuschauerandrang oft recht groß ist, wirkt das Ambiente auf mich immer wieder sehr beeindruckend. Die perfekten Kieswege, die penibel zugeschnittenen Bäume und Hecken und das Meer an Blumen, eingebettet in einen millimetergenau getrimmten Rasen. Auf diesem Weg, der etwa 5 bis 10 Minuten in Anspruch nimmt, gelangt man vorbei am berühmten Palmenhaus, welches ich noch nie von innen gesehen habe, bis hin zum eigentlichen Eingang des Tiergartens.


Wie bereits gesagt war der Ansturm sehr groß. Drei der fünf Kassen waren offen und darum wurde die Warteschlange relativ kurz gehalten. Die recht unfreundliche Dame an der Kassa nannte mir den Preis, der mir sehr gesalzen vorkam. Ich zahlte 14 Euro für eine Erwachsenen- und eine Stundenten-Karte.

Die Preise belaufen sich wie folgt:

Erwachsene 10,00 Euro
Senioren 6,00 Euro
Ermäßigte 4,00 Euro
Kinder 3,00 Euro

Da gibt es noch ermäßigte Gruppenkarten und Jahreskarten.
Wer sehr viel Zeit hat kann sich noch für einen kleinen Aufpreis eine Kombinationskarte mit dem Palmenhaus kaufen.

Kombinationskarte:

Erwachsene 11,00 Euro
Senioren 8,00 Euro
Ermäßigte 5,00 Euro
Kinder 3,50 Euro


Was sich mir dann im Tiergarten zeigte war wirklich verblüffend. Aus dem veralteten Zoo mit teilweise viel zu kleinen Gehegen war ein wunderschöner Tiergarten geworden. Es war eine unglaubliche Vielzahl an verschiedenen Tieren zu sehen. Vögel, Raubkatzen, Reptilien, Affen, Bären, Fische aller Arten und viel mehr. Wie im Titel meines Berichtes zu lesen ist, sind auch sehr viel nicht ganz so bekannte Tiere dabei. Zu jedem Tier sind Informationen zu lesen und erleben. Ich hatte wirklich den Eindruck, dass man sich sehr bemüht, die Gehege und Terrarien drinnen und draußen möglichst artgerecht zu gestalten. Die Tiere haben den Auslauf den sie brauchen und auch die Möglichkeit sich zurückzuziehen.



Unter der Vielzahl an Tieren fand ich einige ganz besondere Highlights. Der Tiergarten Schönbrunn ist einer von wenigen Zoos in dem Koalas und Pandas gehalten werden. Wie ich gehört habe fühlen sich die Koalas nur darum Wohl, weil die AUA (Austrian Airlines), ein Partner von Schönbrunn, frischen Eukalyptus direkt aus Australien für sie einfliegt!

Sensationell und einzigartig fand ich das neu eröffnete Regenwaldhaus. Als wir durch eine Schleuse in den in den Hang gebauten Glaspalast gelangten, bekamen wir einen ordentlichen Klimaschock von den 28°C bei ungefähr 80 % Luftfeuchtigkeit. Auf über tausend Quadratmetern wird man in den Dschungel von Borneo versetzt und man fühlt sich wirklich so als wäre man mitten drin. Umzingelt von allen Arten exotischer Tiere, kann es natürlich passieren, dass man - die Tropfsteinhöhle verlassend - ausgerechnet in einen tropischen Schauerregen gerät, der sogar von Donner begleitet wird. Am besten haben mir aber die Fische gefallen die mittels Wasserstrahl Mücken abschießen.

Eine weitere Besonderheit die ich noch kurz erwähnen will ist das Aquarien-Terrarien-Haus. Ich sage nur eines – unvorstellbar. Ganze Korallenriffe in denen sich alle vorstellbaren Arten von Wasserlebewesen und Pflanzen tummeln. Toll ist der Bereich in dem durch eine langsame Umstellungsphase Tag und Nacht vertauscht worden sind. Der Höhepunkt ist eindeutig der Glastunnel am Grund eines Aquariums. Habt ist schon einmal einen Rochen über euch vorbeischwimmen gesehen, und das ohne Flossen an den Füßen zu haben?!?


Es gibt aber nicht nur Positives zu berichten. Die Gastronomie im weitläufigen Tiergartenareal ist eher schwach. Unser Mittagessen bestand aus einem Paar Wiener (alias Frankfurter oder Krenwürstchen) zum Preis eines anständigen Mittagessens. Einen feinen Kaffe wollten wir uns im großen Pavillon leisten, der genau im Zentrum des Tiergartens liegt. Ein Fiasko!! Nach fünfmaligen urgieren kam der gestresste und völlig überforderte Kellner zu uns und nahm die Bestellung auf. Rücksicht zeigend ließen wir die wertvolle Zeit im Tiergarten verstreichen.

Danach ging es wieder rein in den Zoo.
Lustig fand ich, dass es möglich ist die Patenschaft für ein Tier zu übernehmen. So hat die Firma Pelikan die Patenschaft einiger Pelikane, Esso die dreier Tiger und ein Herr Rechtsanwalt Geyer die eines Aasgeiers.

Es gibt sicher einige, die sagen, dass Tiere überhaupt nicht in Gefangenschaft gehören. Prinzipiell geb ich dieser Kritik Recht, aber es gibt eben Unterschiede. Wird wirklich versucht den Tieren das Leben so artengerecht wie möglich zu gestalten, und erreicht man das eigentliche Ziel, den Menschen die Tierwelt nahezubringen, ihnen die Augen zu öffnen und sie über die Natur zu lehren und zu bilden?



Nun noch ein paar Infos über den Zoo, die ich während meines Besuches erfahren habe. Bereits vor 250 Jahren (!) eröffnete Franz Stephan von Lothringen, der Gemahl von Maria Theresia, die Wiener Menagerie mit 13 Gehegen. Damit ist er nun der älteste Zoo der Welt. Er wuchs von Jahr zu Jahr. In den letzten Jahren machte er eine sehr positive Qualitäts-Wandlung durch. Wie ich weiß hat Dr. Helmut Pechlaner (seit 2000 Direktor) einen sehr großen Anteil daran. Der Tiergarten ist auch an vielen interessanten Forschungsprojekten beteiligt und hilft auch Tiere vor dem Aussterben zu retten.

Öffnungszeiten sind:
9:00 bis 16:30/18:30 (je nach Jahreszeit)


Fazit:
Für Groß und Klein ist es sicher ein schönes Erlebnis. Aber unbedingt genug Zeit reservieren, denn an einem halben Tag kann man leider nur einen kleinen Teil sehen.



Ich hoffe ich habe euch Lust auf einen Besuch gemacht.

LG

Andiy

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