Titanic Testbericht
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Erfahrungsbericht von heartshh
Titanic - Ein Nachruf
Pro:
Keine Probleme an Tickets zu kommen
Kontra:
Nur Platz 3 der Musicals in HH
Empfehlung:
Nein
Es war ein gigantisches Schiff, was Anfang des 20. Jahrhunderts in England im Hafen lag und zu seiner Jungfernfahrt Richtung New York aufbrechen sollte.
Über dieses Schiff, dass seinen Erwartungen nur wenige Tage lang gerecht werden konnte, existieren unzählige Bücher und Filme. Doch wie kann man dieses Monument in einem Musical darstellen?
Handlung
--------
Wer mit einer Liebesstory àla Leonardo di Caprio rechnet wird bitter enttäuscht. In dem Musical wird nicht eine isolierte Geschichte einiger weniger Personen erzählt, vielmehr werden zahlreiche Einzelschicksale gezeigt, angefangen natürlich vom Captain, über die Maschinenleute, bis zu den Reichen und den Weniger-Reichen und den Armen an Bord.
Es werden immer nur kurze Sequenzen mit Gesprächsausschnitten gespielt um das Treiben an Bord und einige Personen zu charakterisieren. So erfährt man, warum der Funker diesen Beruf gewählt hat und dass er gar nicht so ein Bürokrat sein muss wie man denken mag, denn er läßt einen der Arbeiter an Bord kostenfrei eine Nachricht an seine Geliebte schicken. Auf diesem Weg erhält man Einblicke in dessen Gefühlsleben.
Im Erste-Klasse-Speisesaal trifft sich dann die gehobene Klasse des Schiffes und man kann sich an kurzen Ausschnitten der prunkvoll inszenierten Oberflächlichkeiten erfreuen.
Später am Abend kommt man im Salon zusammen, in dem eine Frau sämtliche konservativen Grenzen niederrennt, indem sie sich einfach zu den Männern gesellt und dort sogar raucht...In dieser Runde pflegt man dann um viel Geld Karten zu spielen, was einen bekannten Betrüger anlockt, der sich unerkannt unter falschen Namen zur feinen Gesellschaft hinzubegibt.
Einige Decks darunter findet das bunte Treiben der meist irischen Auswanderer statt, mit großem Tanz und viel Heiterkeit und sogar einer kleinen Romanze einer Katholikin, die von ihrem Freund schwanger geworden ist und nun aus dem streng gläubigen Dorf fliehen musste, um in Ruhe ihr Kind zu bekommen und aufzuziehen.
Dies war nur ein kleiner Ausschnitt der Vielzahl an Geschichten, die der Zuschauer geboten bekommt.
Bühnenbild
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Wie kann man nun so ein monumentales dynmisches Bauwerk auf einer Musicalbühne darstellen? Es war ein sehr aufwendiger Akt, der auch sehr viel Geld verschlungen hat. Bei der Generalprobe lies man die Titanic nicht sinken, weil diese Spezialeffekte zu teuer gewesen wären.
Auf der Bühne lassen sich bis zu drei verschiedene Decks (drei Plattformen übereinander) hochfahren, so dass man beispielsweise auch das wilde Treiben auf den Unterdecks sieht, während der Captain mit dem Reeder über den Sinn der hohen Geschwindigkeit diskutiert.
Der Höhepunkt hierbei ist natürlich der Untergang des Schiffes. Langsam senkt sich das Bühnenbild in einem beachtlichen Winkel von über 10 Grad, so dass man ein deutliches Gefühl bekommt für das, was da passiert.
Angefangen und beendet wird die Vorführung mit einer Szene der Titanic im Hafen von Southampton, dargestellt mit einer Rumpfwand und der Gangway der White Star Lines. Die Produzenten haben mit viel Liebe zum Detail (ich denke da nur an den prunkvollen Salon) eine perfekte Illusion des Schiffes geschaffen, in die sich der Zuschauer problemlos einfühlen kann.
Musik und Darsteller
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Meiner Meinung nach ist dies der absolute Schwachpunkt eines ansonsten hervorragend inszenierten Stückes.
Im Gegensatz zu anderen Musicals, sind die Musikstücke unbekannt und haben somit für die meisten Zuschauer keine große Bedeutung (da der Wiedererkennungseffekt fehlt und man nicht mitsummen kann :-( ) Außerdem hatte ich das Gefühl, da wurden englische Texte übersetzt und mit aller Gewalt in die Melodie gepreßt, weshalb die Stücke meist nicht über recht monotonen Sprechgesang hinausgingen.
Nur die wenigsten Lieder waren annähernd melodisch.
Schauspielerisch kann man an den Darstellern nicht viel kritisieren, das war in Ordnung. Aber die meisten waren recht dürftige Sänger. Oder netter ausgedrückt: Es gibt begabtere Sänger und weniger begabtere Sänger.
Ausklang
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Vollkommen zu Recht hat dieses Musical den Konkurrenzkampf in Hamburg gegen \"Mamma Mia\" und \"König der Löwen\" verloren. Es wäre ein hervorragendes Theaterstück, ist aber so ein ungenügendes Musical.
Dementsprechend waren auch die Preise. Selten war eine Vorstellung ausverkauft, so dass der Veranstalter die Aktion \"3Tickets kaufen - 4 bekommen\" ins Leben rief. Auf diesem Weg habe ich für 4 Tickets 140 Euro bezahlt, normalerweise geschenkt für ein Musical...
Nun läuft die Titanic einen neuen Hafen an (ich glaube Stuttgart) und hat dort eine neue Chance, die Leute zu verzaubern und die Fehler von Hamburg zu bereinigen.
Über dieses Schiff, dass seinen Erwartungen nur wenige Tage lang gerecht werden konnte, existieren unzählige Bücher und Filme. Doch wie kann man dieses Monument in einem Musical darstellen?
Handlung
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Wer mit einer Liebesstory àla Leonardo di Caprio rechnet wird bitter enttäuscht. In dem Musical wird nicht eine isolierte Geschichte einiger weniger Personen erzählt, vielmehr werden zahlreiche Einzelschicksale gezeigt, angefangen natürlich vom Captain, über die Maschinenleute, bis zu den Reichen und den Weniger-Reichen und den Armen an Bord.
Es werden immer nur kurze Sequenzen mit Gesprächsausschnitten gespielt um das Treiben an Bord und einige Personen zu charakterisieren. So erfährt man, warum der Funker diesen Beruf gewählt hat und dass er gar nicht so ein Bürokrat sein muss wie man denken mag, denn er läßt einen der Arbeiter an Bord kostenfrei eine Nachricht an seine Geliebte schicken. Auf diesem Weg erhält man Einblicke in dessen Gefühlsleben.
Im Erste-Klasse-Speisesaal trifft sich dann die gehobene Klasse des Schiffes und man kann sich an kurzen Ausschnitten der prunkvoll inszenierten Oberflächlichkeiten erfreuen.
Später am Abend kommt man im Salon zusammen, in dem eine Frau sämtliche konservativen Grenzen niederrennt, indem sie sich einfach zu den Männern gesellt und dort sogar raucht...In dieser Runde pflegt man dann um viel Geld Karten zu spielen, was einen bekannten Betrüger anlockt, der sich unerkannt unter falschen Namen zur feinen Gesellschaft hinzubegibt.
Einige Decks darunter findet das bunte Treiben der meist irischen Auswanderer statt, mit großem Tanz und viel Heiterkeit und sogar einer kleinen Romanze einer Katholikin, die von ihrem Freund schwanger geworden ist und nun aus dem streng gläubigen Dorf fliehen musste, um in Ruhe ihr Kind zu bekommen und aufzuziehen.
Dies war nur ein kleiner Ausschnitt der Vielzahl an Geschichten, die der Zuschauer geboten bekommt.
Bühnenbild
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Wie kann man nun so ein monumentales dynmisches Bauwerk auf einer Musicalbühne darstellen? Es war ein sehr aufwendiger Akt, der auch sehr viel Geld verschlungen hat. Bei der Generalprobe lies man die Titanic nicht sinken, weil diese Spezialeffekte zu teuer gewesen wären.
Auf der Bühne lassen sich bis zu drei verschiedene Decks (drei Plattformen übereinander) hochfahren, so dass man beispielsweise auch das wilde Treiben auf den Unterdecks sieht, während der Captain mit dem Reeder über den Sinn der hohen Geschwindigkeit diskutiert.
Der Höhepunkt hierbei ist natürlich der Untergang des Schiffes. Langsam senkt sich das Bühnenbild in einem beachtlichen Winkel von über 10 Grad, so dass man ein deutliches Gefühl bekommt für das, was da passiert.
Angefangen und beendet wird die Vorführung mit einer Szene der Titanic im Hafen von Southampton, dargestellt mit einer Rumpfwand und der Gangway der White Star Lines. Die Produzenten haben mit viel Liebe zum Detail (ich denke da nur an den prunkvollen Salon) eine perfekte Illusion des Schiffes geschaffen, in die sich der Zuschauer problemlos einfühlen kann.
Musik und Darsteller
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Meiner Meinung nach ist dies der absolute Schwachpunkt eines ansonsten hervorragend inszenierten Stückes.
Im Gegensatz zu anderen Musicals, sind die Musikstücke unbekannt und haben somit für die meisten Zuschauer keine große Bedeutung (da der Wiedererkennungseffekt fehlt und man nicht mitsummen kann :-( ) Außerdem hatte ich das Gefühl, da wurden englische Texte übersetzt und mit aller Gewalt in die Melodie gepreßt, weshalb die Stücke meist nicht über recht monotonen Sprechgesang hinausgingen.
Nur die wenigsten Lieder waren annähernd melodisch.
Schauspielerisch kann man an den Darstellern nicht viel kritisieren, das war in Ordnung. Aber die meisten waren recht dürftige Sänger. Oder netter ausgedrückt: Es gibt begabtere Sänger und weniger begabtere Sänger.
Ausklang
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Vollkommen zu Recht hat dieses Musical den Konkurrenzkampf in Hamburg gegen \"Mamma Mia\" und \"König der Löwen\" verloren. Es wäre ein hervorragendes Theaterstück, ist aber so ein ungenügendes Musical.
Dementsprechend waren auch die Preise. Selten war eine Vorstellung ausverkauft, so dass der Veranstalter die Aktion \"3Tickets kaufen - 4 bekommen\" ins Leben rief. Auf diesem Weg habe ich für 4 Tickets 140 Euro bezahlt, normalerweise geschenkt für ein Musical...
Nun läuft die Titanic einen neuen Hafen an (ich glaube Stuttgart) und hat dort eine neue Chance, die Leute zu verzaubern und die Fehler von Hamburg zu bereinigen.
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