Titanic Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von magnifico
Wenn die Geschichte zum Drehbuch wird...
Pro:
ohne Krimskrams, sehr eindrucksvoll und mitreißend
Kontra:
wird viel zu schnell wieder abgesetzt
Empfehlung:
Ja
...so muss daraus noch lange kein schlechtes Musical werden. Zwar zeichnen sich gewöhnlich Musicals eher durch phantasievolle und weniger am Realen angeknüpfte Inhalte aus, wie etwa „Starlight Express“, „Cats“, „Tanz der Vampire“, „Die Schöne und das Biest“ oder auch „Das Phantom der Oper“ belegen. Doch ist „Titanic“ längst nicht das einzige Musical, das sich mit historischen Begebenheiten befasst: „Ludwig II.“ und „Elisabeth“ haben ebenfalls einen historisch belegbaren Hintergrund.
Und dennoch zeichnet sich Titanic, derzeit noch in Hamburg aufgeführt, durch eine Besonderheit auch gegenüber den beiden zuletzt erwähnten Musicals aus: hier gibt es keine Einflüsse aus dem Reich der Phantasie. Tritt bei Elisabeth der Tod als Brautwerber und abgewiesener Nebenbuhler um Elisabeth, Kaiserin von Österreich-Ungarn, auf, so sind es in Ludwig II. drei Wassernymphen, die in etwas schriller Weise dem jungen König sein Schicksal prophezeien, abgesehen von der ebenfalls nicht sondern ansprechenden Ballonfahrt in den Träumen des Königs – zwei Elemente, die wohl eher auf den Bedarf von Neuschwansteintouristen zugeschnitten sind, wie auch das gesamte Musical-Arrangement befürchten lässt.
Titanic hingegen kommt ganz ohne derartige „Mysterien“ aus. Hier regiert das Faktum, soweit es die Geschichtsschreibung bzw. Zeugenaussagen und das Logbuch des gesunkenen Superschiffs vorgegeben. Keine das Schicksal, die Vorsehung oder Zukunft personifizierende Figur betritt die Bühne, auch nehmen keine unrealistischen Aspekte die Zügel in die Hand.
Der Inhalt kann unschwer mit dem einstigen Kinohit „Titanic“ verglichen werden bzw. dürfte jedem, der die dramatische Jungfernfahrt der Titanic irgendwann einmal gelesen oder vernommen hat, ein Begriff sein:
Die Titanic, neuester Superdampfer der White Star Line, läuft von Southampton nach New York zu ihrer ersten Fahrt, der Jungfernfahrt, aus. Mit an Bord sind neben den obersten Zehntausend in der Ersten Klasse auch die gehobene Mittelschicht in der Zweiten Klasse sowie Hunderte, die sich in der Dritten Klasse drängen und auf ein neues, besseres Leben in Amerika hoffen. Gedrängt von Bruce Ismay, dem Eigentümer der Titanic und Inhaber der White Star Line, beschließt der genervte E. J. Smith, Kapitän des stolzen und weltgrößten Passagierschiffs, die Geschwindigkeit fortwährend zu erhöhen und zudem die Nordroute zu wählen, um die Titanic in Rekordzeit nach New York zu bringen und somit eine Schlagzeile mehr zu erlangen.
Während die Erste Klasse ihre Luxusgelage genießt und die Zweite Klasse voller Staunen eben diesen Komfort der Reichen begutachtet und beneidet, häufen sich bei William Murdoch, dem Ersten Offizier, und Kapitän Smith die Eisbergwarnungen von anderen Schiffen. Unbekümmert lässt der Kapitän allerdings Kurs und Geschwindigkeit beibehalten, um seine Passagiere aus der Ersten Klasse bei Laune zu halten. Auch die Dritte Klasse versteht sich unterdessen aufs Feiern.
Am Abend des Schicksalstages, Sonntag, den 14. April 1912, erspäht der Ausguck in einer mond- und sternenlosen Nacht unerwartet einen riesigen und unmittelbar auf Kurs liegenden Eisberg. Murdoch, diensthabender Offizier, lässt das Schiff beidrehen und ordnet „volle Kraft zurück“ an. Doch es ist zu spät. Die Titanic rammt den unter Wasser liegenden Teil des Eisberges und wird auf mehr als 90 Meter Länge in der Bordwand stark geschädigt. Wasser tritt ein und für Thomas Andrews, dem Konstrukteur der Titanic, ist klar, dass das Schiff in wenigen Stunden sinken wird.
Zugleich wird den Führenden, Andrew, Smith und Ismay, klar, dass für die über 2.200 Passagiere nicht genügend Rettungsboote vorhanden sind, worauf Smith anordnet, dass die Passagiere der Ersten und Zweiten Klasse sich in die Rettungsboote begeben sollen. Die verzweifelten Funksprüche der Titanic werden zwar von einem entfernteren Schiff vernommen, doch ein in nächster Nähe befindliches Schiff kann nicht erreicht werden. Während die Dritte Klasse um ihr nacktes Überleben kämpft und versucht, die von den Besatzung zum eigenen Schutz errichteten Barrikaden zu durchbrechen, beginnt die Todesfahrt der Titanic dem Meeresgrund entgegen – während zahlreiche Rettungsboote nur halb besetzt abgefiert werden.
1.517 Menschen forderte der vermeintliche Triumph von menschlicher Technik über die Natur, lediglich 711 Überlebende konnten von der Stunden später am Unglücksort einlaufenden Carpathia gerettet werden.
Das Musical, das sich bereits durch seine nüchterne Tatsachenwiedergabe von so ziemlich allen anderen Musicals auszeichnet, hebt sich auch noch in anderer Weise von seinen „Artgenossen“ ab: ein Happy-End wird man hier vergeblich suchen. Streng an der Historie entlang und insoweit auch mit dem Film „Titanic“ vergleichbar, erlebt der Zuschauer zum einen die Verzweiflung der eingesperrten Passagiere der Dritten Klasse, die Ohnmacht von Andrews, der seinen eigenen Konstruktionsfehler in den letzten Minuten seines Lebens erkennt, sowie den Egoismus von Ismay, der nicht nur sämtliche Schuld an dem Unglück auf Smith und Andrews abwälzen will, sondern sich auch an Bord eines Rettungsbootes drängt, obgleich „Frauen und Kinder zu erst“ befohlen wurde.
Nicht eingearbeitet, aber auch kein Nachteil, ist die im Kino-Film dominierende Liebesgeschichte zwischen dem jungen Portraitisten und der schönen Passagierin aus der Ersten Klasse – mir sind leider die Namen entfallen und lediglich noch die Tatsache, dass Leonardo DiCaprio den Künstler spielte, bekannt. Denn so erlebt die Dramatik dieser Katastrophe einen zusätzlichen, ernüchternden, Anstrich, der sicherlich eine Herausforderung für ein Musical darstellt.
Beinahe schon überflüssig zu erwähnen ist, dass die musikalische Aufbereitung ebenso wie die gesanglichen Leistungen der Akteure das ihre tun, um zum einen die Dramatik, zum anderen aber auch der Faszination des Stückes selbst zu unterstreichen. Wer allerdings nach den in Musicals gewohnter Weise zum Einsatz kommenden phantasie- und prunkvollen Kostümen Ausschau hält, wird in gewisser Weise enttäuscht werden: auch hier dominiert der real-historische Rahmen, in dem mit Ausnahme der aufwendigeren Abendgarderobe der Ersten Klasse für anderweitigen Prunk wenig Raum ist.
Das Musical, das nur noch wenige Wochen in der Neuen Flora in Hamburg gastiert, kann ich nur uneingeschränkt empfehlen. Denn obgleich es in mancher Weise sich von den anderen Musicals abhebt, ist es in keiner Weise ein „Musical Zweiter Klasse“, sondern versteht sich eher als musikalisch aufbereitete Dokumentation der einstigen Tragödie.
Die Eintrittspreise staffeln sich auch hier in vier Kategorien, PK1 bis PK4, und sind weiterhin vom Aufführungstermin abhängig. So kosten Eintrittskarten für die Vorstellungen am Mittwoch Abend, 18:30 Uhr, und Donnerstag Abend, 20:00 Uhr, 69,- € für PK1, 59,- € für PK2, 39,- € für PK3 und 25,- € für PK4. Sonntags um 14:00 Uhr oder 19:00 Uhr sind bereits 79,-/69,-/49,-/35,- € für die entsprechende Kategorie fällig. Besucher der Vorstellungen am Freitag Abend, 20:00 Uhr, sowie Samstag Nachmittag, 15:00 Uhr, zahlen bereits 88,-/78,-/58,-/44,- €. Schließlich schlägt die primetime-Vorstellung am Samstag Abend, 20:00 Uhr, mit 95,-/85,-/65,-/50,- € zu Buche.
Auch hier sollte bei der Auswahl der Kategorie der Aspekt beachtet werden, dass mit zunehmender Entfernung von der Bühne, sowohl im Parkett wie aber insbesondere auch im Rang, die Atmosphäre und das Einwirken der Vorstellung erheblich abfallen. So kann ich mir durchaus vorstellen, dass Besucher in PK4, die letzten Reihen im Rang, aus dem Stück mit einem eher enttäuschten und frustrierten Eindruck herauskommen, da das Ganze dann doch zunehmend zu „Fernsehen“ im engeren Sinne wird: sieht man die Darsteller erst mal über zwanzig oder mehr Meter hinweg nur noch in gröberen Details, entgehen einem nicht nur die feingearbeiteten Kostümarbeiten und Einzelheiten in den Mienenspielen, sondern eben auch einiges an der Ausstrahlung. Ich selbst, noch Nutznießer der studentischen Ermäßigung, habe mir die Aufführung von der PK2 aus angesehen, zwar etwas nach rechts „entrückt“, aber dennoch in idealer Zuschauerposition.
Es empfiehlt sich, insbesondere, wenn man nicht unerhebliche zusätzliche Aufwendungen für Anreise und gegebenenfalls auch Übernachtung hinnehmen muss, daher sicherlich nicht, an dem Eintrittspreis zu sparen, da hierdurch zugleich auch am Erlebniswert „gespart“ wird. Am Ende könnte somit leicht der Trugschluss stehen, dass es ja gut war, nicht mehr Geld ausgegeben zu haben, da das Ganze ja längst nicht so toll gewesen ist und sich somit eine teuere Eintrittskarte nie gelohnt hätte.
Wer also die Gelegenheit hat, noch vor dem Abgang des Musicals in Hamburg und seinem bis dato wohl noch ungewissen Wiederaufleben andernorts nach Hamburg zu kommen, sollte sich als Musical-Fan dieses Meisterwerk nicht entgehen lassen, denn eindrucksvoll ist es alle Mal.
Und dennoch zeichnet sich Titanic, derzeit noch in Hamburg aufgeführt, durch eine Besonderheit auch gegenüber den beiden zuletzt erwähnten Musicals aus: hier gibt es keine Einflüsse aus dem Reich der Phantasie. Tritt bei Elisabeth der Tod als Brautwerber und abgewiesener Nebenbuhler um Elisabeth, Kaiserin von Österreich-Ungarn, auf, so sind es in Ludwig II. drei Wassernymphen, die in etwas schriller Weise dem jungen König sein Schicksal prophezeien, abgesehen von der ebenfalls nicht sondern ansprechenden Ballonfahrt in den Träumen des Königs – zwei Elemente, die wohl eher auf den Bedarf von Neuschwansteintouristen zugeschnitten sind, wie auch das gesamte Musical-Arrangement befürchten lässt.
Titanic hingegen kommt ganz ohne derartige „Mysterien“ aus. Hier regiert das Faktum, soweit es die Geschichtsschreibung bzw. Zeugenaussagen und das Logbuch des gesunkenen Superschiffs vorgegeben. Keine das Schicksal, die Vorsehung oder Zukunft personifizierende Figur betritt die Bühne, auch nehmen keine unrealistischen Aspekte die Zügel in die Hand.
Der Inhalt kann unschwer mit dem einstigen Kinohit „Titanic“ verglichen werden bzw. dürfte jedem, der die dramatische Jungfernfahrt der Titanic irgendwann einmal gelesen oder vernommen hat, ein Begriff sein:
Die Titanic, neuester Superdampfer der White Star Line, läuft von Southampton nach New York zu ihrer ersten Fahrt, der Jungfernfahrt, aus. Mit an Bord sind neben den obersten Zehntausend in der Ersten Klasse auch die gehobene Mittelschicht in der Zweiten Klasse sowie Hunderte, die sich in der Dritten Klasse drängen und auf ein neues, besseres Leben in Amerika hoffen. Gedrängt von Bruce Ismay, dem Eigentümer der Titanic und Inhaber der White Star Line, beschließt der genervte E. J. Smith, Kapitän des stolzen und weltgrößten Passagierschiffs, die Geschwindigkeit fortwährend zu erhöhen und zudem die Nordroute zu wählen, um die Titanic in Rekordzeit nach New York zu bringen und somit eine Schlagzeile mehr zu erlangen.
Während die Erste Klasse ihre Luxusgelage genießt und die Zweite Klasse voller Staunen eben diesen Komfort der Reichen begutachtet und beneidet, häufen sich bei William Murdoch, dem Ersten Offizier, und Kapitän Smith die Eisbergwarnungen von anderen Schiffen. Unbekümmert lässt der Kapitän allerdings Kurs und Geschwindigkeit beibehalten, um seine Passagiere aus der Ersten Klasse bei Laune zu halten. Auch die Dritte Klasse versteht sich unterdessen aufs Feiern.
Am Abend des Schicksalstages, Sonntag, den 14. April 1912, erspäht der Ausguck in einer mond- und sternenlosen Nacht unerwartet einen riesigen und unmittelbar auf Kurs liegenden Eisberg. Murdoch, diensthabender Offizier, lässt das Schiff beidrehen und ordnet „volle Kraft zurück“ an. Doch es ist zu spät. Die Titanic rammt den unter Wasser liegenden Teil des Eisberges und wird auf mehr als 90 Meter Länge in der Bordwand stark geschädigt. Wasser tritt ein und für Thomas Andrews, dem Konstrukteur der Titanic, ist klar, dass das Schiff in wenigen Stunden sinken wird.
Zugleich wird den Führenden, Andrew, Smith und Ismay, klar, dass für die über 2.200 Passagiere nicht genügend Rettungsboote vorhanden sind, worauf Smith anordnet, dass die Passagiere der Ersten und Zweiten Klasse sich in die Rettungsboote begeben sollen. Die verzweifelten Funksprüche der Titanic werden zwar von einem entfernteren Schiff vernommen, doch ein in nächster Nähe befindliches Schiff kann nicht erreicht werden. Während die Dritte Klasse um ihr nacktes Überleben kämpft und versucht, die von den Besatzung zum eigenen Schutz errichteten Barrikaden zu durchbrechen, beginnt die Todesfahrt der Titanic dem Meeresgrund entgegen – während zahlreiche Rettungsboote nur halb besetzt abgefiert werden.
1.517 Menschen forderte der vermeintliche Triumph von menschlicher Technik über die Natur, lediglich 711 Überlebende konnten von der Stunden später am Unglücksort einlaufenden Carpathia gerettet werden.
Das Musical, das sich bereits durch seine nüchterne Tatsachenwiedergabe von so ziemlich allen anderen Musicals auszeichnet, hebt sich auch noch in anderer Weise von seinen „Artgenossen“ ab: ein Happy-End wird man hier vergeblich suchen. Streng an der Historie entlang und insoweit auch mit dem Film „Titanic“ vergleichbar, erlebt der Zuschauer zum einen die Verzweiflung der eingesperrten Passagiere der Dritten Klasse, die Ohnmacht von Andrews, der seinen eigenen Konstruktionsfehler in den letzten Minuten seines Lebens erkennt, sowie den Egoismus von Ismay, der nicht nur sämtliche Schuld an dem Unglück auf Smith und Andrews abwälzen will, sondern sich auch an Bord eines Rettungsbootes drängt, obgleich „Frauen und Kinder zu erst“ befohlen wurde.
Nicht eingearbeitet, aber auch kein Nachteil, ist die im Kino-Film dominierende Liebesgeschichte zwischen dem jungen Portraitisten und der schönen Passagierin aus der Ersten Klasse – mir sind leider die Namen entfallen und lediglich noch die Tatsache, dass Leonardo DiCaprio den Künstler spielte, bekannt. Denn so erlebt die Dramatik dieser Katastrophe einen zusätzlichen, ernüchternden, Anstrich, der sicherlich eine Herausforderung für ein Musical darstellt.
Beinahe schon überflüssig zu erwähnen ist, dass die musikalische Aufbereitung ebenso wie die gesanglichen Leistungen der Akteure das ihre tun, um zum einen die Dramatik, zum anderen aber auch der Faszination des Stückes selbst zu unterstreichen. Wer allerdings nach den in Musicals gewohnter Weise zum Einsatz kommenden phantasie- und prunkvollen Kostümen Ausschau hält, wird in gewisser Weise enttäuscht werden: auch hier dominiert der real-historische Rahmen, in dem mit Ausnahme der aufwendigeren Abendgarderobe der Ersten Klasse für anderweitigen Prunk wenig Raum ist.
Das Musical, das nur noch wenige Wochen in der Neuen Flora in Hamburg gastiert, kann ich nur uneingeschränkt empfehlen. Denn obgleich es in mancher Weise sich von den anderen Musicals abhebt, ist es in keiner Weise ein „Musical Zweiter Klasse“, sondern versteht sich eher als musikalisch aufbereitete Dokumentation der einstigen Tragödie.
Die Eintrittspreise staffeln sich auch hier in vier Kategorien, PK1 bis PK4, und sind weiterhin vom Aufführungstermin abhängig. So kosten Eintrittskarten für die Vorstellungen am Mittwoch Abend, 18:30 Uhr, und Donnerstag Abend, 20:00 Uhr, 69,- € für PK1, 59,- € für PK2, 39,- € für PK3 und 25,- € für PK4. Sonntags um 14:00 Uhr oder 19:00 Uhr sind bereits 79,-/69,-/49,-/35,- € für die entsprechende Kategorie fällig. Besucher der Vorstellungen am Freitag Abend, 20:00 Uhr, sowie Samstag Nachmittag, 15:00 Uhr, zahlen bereits 88,-/78,-/58,-/44,- €. Schließlich schlägt die primetime-Vorstellung am Samstag Abend, 20:00 Uhr, mit 95,-/85,-/65,-/50,- € zu Buche.
Auch hier sollte bei der Auswahl der Kategorie der Aspekt beachtet werden, dass mit zunehmender Entfernung von der Bühne, sowohl im Parkett wie aber insbesondere auch im Rang, die Atmosphäre und das Einwirken der Vorstellung erheblich abfallen. So kann ich mir durchaus vorstellen, dass Besucher in PK4, die letzten Reihen im Rang, aus dem Stück mit einem eher enttäuschten und frustrierten Eindruck herauskommen, da das Ganze dann doch zunehmend zu „Fernsehen“ im engeren Sinne wird: sieht man die Darsteller erst mal über zwanzig oder mehr Meter hinweg nur noch in gröberen Details, entgehen einem nicht nur die feingearbeiteten Kostümarbeiten und Einzelheiten in den Mienenspielen, sondern eben auch einiges an der Ausstrahlung. Ich selbst, noch Nutznießer der studentischen Ermäßigung, habe mir die Aufführung von der PK2 aus angesehen, zwar etwas nach rechts „entrückt“, aber dennoch in idealer Zuschauerposition.
Es empfiehlt sich, insbesondere, wenn man nicht unerhebliche zusätzliche Aufwendungen für Anreise und gegebenenfalls auch Übernachtung hinnehmen muss, daher sicherlich nicht, an dem Eintrittspreis zu sparen, da hierdurch zugleich auch am Erlebniswert „gespart“ wird. Am Ende könnte somit leicht der Trugschluss stehen, dass es ja gut war, nicht mehr Geld ausgegeben zu haben, da das Ganze ja längst nicht so toll gewesen ist und sich somit eine teuere Eintrittskarte nie gelohnt hätte.
Wer also die Gelegenheit hat, noch vor dem Abgang des Musicals in Hamburg und seinem bis dato wohl noch ungewissen Wiederaufleben andernorts nach Hamburg zu kommen, sollte sich als Musical-Fan dieses Meisterwerk nicht entgehen lassen, denn eindrucksvoll ist es alle Mal.
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