Tod eines geliebten Menschen Testbericht

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Erfahrungsbericht von maeggyholly

Wenn die Seele friert ....

Pro:

*

Kontra:

Unendliches Leid und Trauer

Empfehlung:

Nein

Wie ich Euch in einem anderen Bericht schon mal erzählt habe , verlor ich eines meiner Kinder .
Für mich persönlich ist es gut das es diese Kategorie gibt , denn es ist gut wenn man darüber sprechen oder wie in diesem Fall darüber schreiben kann .

Heute umm 14 Uhr jährte es sich zum siebten Male das mein Sohn starb. Dieser Tag ist noch so in meinem Gedächtnis als wenn es heute gewesen wäre .
Es war ein richtiger Januartag , regnerisch und kalt .
Markus wollte mit seinem besten Freund bei einem Bekannten das Dach reparieren .
Dachdecker war sein Traumberuf gewesen , sein betser Freund lernte es ja auch , also wolte er es auch werden. Überhaupt waren die beiden wirklich gute Freunde , im Scherz haben wir manchmal gesagt sein Freund bekäme bald einen Hausschlüßel da er öfters bei uns wie bei sich zuhause war .
Er war so stolz gewesen als er nach dem Praktikum die Lehrstelle bekommen hatte. Zusammen haben wir uns gefreut das er es geschafft hatte , denn es ist ja heute gar nicht mehr so einfach eine Lehrstelle zu finden . Es war ein großer Erfolg für den Jungen , denn er hatte es nicht immer leicht in seinem Leben gehabt .

Bevor er zu uns kam war er zwei Jahre im Kinderheim gewesen .
Davor war er schon einmal in einer Pflegefamilie gewesen in der er aber seelisch und auch körperlich mißhandelt wurde von der Pflegemutter .
Vom ersten Tag an war er \" mein Sohn \" und nicht nur ein angenommenes Kind.
Sein Mißtrauen mir gegenüber war die ersten Monate sehr groß , was ja irgendwie auch verständlich war . Also ließ ich ihm Zeit und drängte ihn auch zu nichts . Etwa nach drei Monaten stand er plötzlich neben mir mit einem Blumenstrauß ( natürlich aus Nachbarsgarten) nahm mich in den Arm und sagte nur : \" Ich hab dich lieb \" .
Es war ein bewegender Moment für mich und seid diesem Tag hatten wir ein sehr gutes Verhältnis zu einander . Ich liebte ihn genauso wie ich meine anderen Kinder liebe , er war einer von uns .
Mama tröstete wenn mal eine Klassenarbeit nicht gut ausgefallen war . wenn er krank war und als der Liebeskummer kam und den hatten wir oft .Wie das eben bei Teenagern nun mal ist .

Sicherlich gab es auch mal kleinere Unstimmigkeiten , aber welche Mutter hat die nicht mit ihren Kindern? Wir hatten eine schöne Zeit miteinander und waren eine ganz normale Familie .
Bis zu diesem verhängnisvollen Samstag .

Nie werde ich vergessen als die Polizisten vor unserer Türe standen um uns die Nachricht zu bringen . Ich wußte sofort warum sie gekommen waren ohne das sie ein Wort sagen mußten . Es ist komisch , aber man ahnt es gleich .
Der Unfall passierte um viertel vor zwölf mittags auf dem Weg zurück nach Hause . Sein Freund übersah einige wartende Fahrzeuge die stehen bleiben mußten da ein anderes Auto links abbiegen wollte . Da er noch nicht lange den Führerschein hatte reagierte er in Panik und machte eine Vollbremsung und riß das Steuer nach links um einen Aufprall zu vermeiden . Leider hatte er dabei nicht an den Gegenverkehr gedacht , denn sonst hätte er versucht nach rechts auszuweichen . Da der entgegen kommende Wagen ein sehr schwerer war, hatte Markus der auf dem Beifahrersitz saß keine Chance . Er erlag um vierzehn Uhr seinen schweren Verletzungen im Krankenhaus.

Die nächsten Monate lebte ich wie in Trance , konnte manchmal nicht an seinem Zimmer vorbei gehen ohne Weinkrämpfe zu bekommen . Meine Kinder versuchten mich zu trösten wo es ging , aber irgendwie war alles wie blockiert .
War ich mit Schuld an seinem Tod ? Was wäre gewesen wenn er an diesem Tag nicht gegangen wäre , hätte es dann an einem anderen Tag passieren können ? Unzählige Fragen gingen mir durch den Kopf , ich hatte ihn zuletzt lebend gesehen , hätte ich es verhindern können ?
Heute weiß ich : NEIN!!
Markus war eine sehr starke Persönlichkeit und wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hatte war er schlecht davon abzubringen .
Aber um all das zu begreifen habe ich lange Zeit gebraucht . Viele Jahre habe ich es nicht geschafft persönliche Gegenstände wie seine Schulhefte und Kleidungsstücke wegzugeben , habe sie gehütet , fast schon beschützt .
Aber durch die Liebe und die Kraft und Geduld meines Mannes habe ich es geschafft ihn gehen zu lassen . Dieses Los lassen war ein wichtiger Schritt für mich .
Sicherlich so Tage wie heute oder Geburtstage , Weihnachten , sie tun noch unsagbar weh und ich denke es bleibt auch so .


Heute kann ich ein Bild ansehen und mich gerne an seine letzten Worte erinnnern die er sagte bevor er ging : \" Ich hab Dich sehr lieb Mama \" , und in Gedanken antworte ich ihm dann wie an jenem Tag : \" Ich Dich auch Markus \" .
Die Wunden auf der Seele werde zu Narben und heilen mit der Zeit sagt man , aber sie werden nie verblassen und sind immer zu spüren .
Auch wenn er nicht mehr bei uns ist , in meinem Herzen wird ein Teil von ihm immer sein .

Allen ebenfalls betroffenen Eltern wünsche ich das auch sie wieder die Kraft finden und den Schmerz über den Verlust überwinden können . Es ist besser nicht im Schmerz zu leben sondern mit der Erinnerung .

Ich möchte mich bei Euch bedanken das Ihr Euch die Zeit genommen habt und meinen Bericht bis hier gelesen habt . Danke .

Ps . Meine Bewertung bezieht sich natürlich nur auf die Kategorie


Eure maeggyholly

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