Topinambur Testbericht

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Erfahrungsbericht von Rioja

Eine Wunderpflanze: Topinambur

Pro:

Ein Allroundtalent unter den Gemüsen

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Ich habe einige Pflanzen geschenkt bekommen, ihnen einen Platz in meinem Garten zugewiesen und mir von Anfang an gemerkt, dass es sich hierbei nicht um Unkraut handelt – denn sonst wären sie gleich beim Jäten des Beetes „abhanden“ gekommen! Doch wusste oder ahnte ich nicht einmal, welche natürliche Power sich in meinem Beet befand. Nach einigen Recherchen und einer Genussprobe möchte ich Euch keinesfalls vorenthalten, wie superlecker und gesund diese Pflanze ist.

Die aus dem südamerikanischen Hochland – der Name entstammt von einem Indianerstamm - stammende Kulturpflanze wird von jeher nicht nur als Viehfutter, sondern auch für die menschliche Ernährung verwendet, da sie kartoffelähnliche, wohlschmeckende Knollen entwickelt.

Der Vorteil dieser Pflanze liegt darin, dass nur einmal gepflanzt werden muss, und dann jährlich von selbst die Vermehrung erfolgt. Topinambur eignet sich hervorragend als Sicht- und Windschutz ebenso als Blütenpflanze, da sie starke Ähnlichkeit mit der Sonnenblume aufweist.

Bei uns sind die braun-violetten Knollen mit dem angenehm nussartigen, leicht süßlichen Geschmack nur vereinzelt im Angebot, also meistens nur im Naturkostgeschäft zu bekommen. Schade eigentlich, denn Topinambur erweist sich als echtes Highlight unter den Gemüsesorten. Zum einen kann sie als Zierpflanze (wie bereits erwähnt) verwendet werden, zum anderen bietet sie mit ihrem Erntezeitraum von Oktober bis Mai selbst im Winter frischen Genuss.

Winterhart ist sie allemal, denn Temperaturen um die Minus 20 Grad können bei der Pflanze keinen Schaden anrichten. Und das, obwohl sie keinen besonderen Anspruch an die Bodenqualität stellt. Sie wächst beinah überall. Einziges Manko hier: man sollte sie alle 4 Jahren umkultivieren – d.h. umsetzen – weil sie schnell die Umgebung eines Beetes ruinieren kann. Sie ist außergewöhnlich vermehrungsstark.

Auf dem Speiseplan zeigt sie außergewöhnliche Qualitäten: Topinambur ist ein pflanzlicher Appetitregulator ohne Nebenwirkungen. Die Superknolle regt den Körper an, seine natürliche Hunger-Sättigungs-Balance wiederzufinden. Der reichhaltige Mineralstoffkomplex und Spurenelemente wie Kalium, Eisen, Magnesium, Phosphor, Kalzium usw. fördern die Funktionen von Muskeln, Nerven usw. Vitamine wie C, A, B1 und B2 runden das Ganze ab. Der Ballaststoffanteil ist sehr hoch. Besondern geeignet ist die Knolle als Diabetikergemüse, denn sie verfügt über einen hohen Anteil von Inulin, was verwandt ist mit Insulin.

Verwendet werden kann sie als Rohkost, gebacken, gekocht oder gedünstet. Ihr Geschmack erinnert im rohen Zustand an Artischocken, gekocht oder gegart kommt ein nussiger Ton heraus.

Mein Resümee: Ich werde meine Topinambur weiterhin kultivieren, ihnen sogar einen Ehrenplatz im Garten zukommen lassen! Denn in Feinkostläden ist dieses Gemüse – obwohl oft mit der Kartoffel verglichen – nicht gerade billig. Wer es etwas deftiger mag, der kann sich nach einem Rezept für Schnaps schlau machen, denn der soll dem Grappa sehr ähnlich sein.

Wohl bekomm`s

24 Bewertungen, 1 Kommentar

  • suwesmile

    11.08.2004, 14:55 Uhr von suwesmile
    Bewertung: sehr hilfreich

    ... Superknolle regt den Körper an, seine natürliche Hunger-Sättigungs-Balance wiederzufinden" also allein dieser Satz hat mich schon überzeugt, diese Knolle mal zu testen!