Pucki kommt in die höhere Schule (gebundene Ausgabe) / Magda Trott Testbericht

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Erfahrungsbericht von Haramis

Bücher mit einem Extra-Schuß Herz

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Früher gab es zuhause nie genug Bücher für mich zu Lesen, so daß schon bald die Bücher der Verwandtschaft herhalten mußten. Meine Tante lieh mir daraufhin ihre Pucki-Bücher, und mit meinen damals 10 Jahren war ich davon so begeistert, daß ich die Geschichten um das Försterkind Pucki nie mehr vergessen konnte. 15 Jahre später habe ich mir nun nach und nach die ganze Serie bei ebay ersteigert und noch einmal alle Bücher durchgelesen.



Die Bücher
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Die Reihe besteht aus 12 Büchern, die ich am Ende meiner Meinung auflisten werde. Sie sind aus Halbleinen und haben jeweils 160 Seiten. Die meisten Ausgaben, die ich besitze, sind schon so alt, daß sie noch nicht einmal eine ISBN, geschweige denn eine Jahresangabe haben. Das erste Pucki-Buch stammt jedoch laut Internet schon aus dem Jahr 1935, das letzte von 1941.



Inhalt
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Alle Bücher drehen sich rund um Hedwig Sandler, das kleine Försters-Töchterlein, daß wegen ihrer Streiche immer nur Pucki gerufen wird. Dieser Spitzname bleibt ihr die ganze Serie hindurch erhalten.

Pucki ist ein wildes Kind, das so mancherlei Schabernack treibt, egal ob sie in einem Kofferraum eingeschlossen eine ganze Nacht in der Garage bleibt oder einem Rennfahrer wegen einem Autogramm hinterherläuft. Haramis. Trotz allem aber ist sie ein liebenswertes Mädchen, das es stets versteht, den Mitmenschen eine Freude zu machen und später, als Erwachsene, weise Ratschläge auszuteilen.

Im ersten Band ist Pucki erst ein paar Jahre alt. Nach und nach geht der Leser mit ihr durch sämtliche Stationen ihres Lebens, von der Grundschule bis zur Ehe. Wo Pucki im ersten Band noch das älteste von drei Töchtern des Försters Sandler war, da ist sie im letzten die Ehefrau des Arztes Claus Gregor und Mutter von drei Söhnen. Band 12 endet, als Pucki gerade mal 40 Jahre alt ist.



Umsetzung
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Die Pucki-Reihe ist, wie man unschwer den Daten entnehmen kann, inzwischen doch etwas veraltet. Deshalb darf es nicht verwundern, daß die Sprache heute eigentümlich antiquiert klingt. Mit der Zeit gewöhnt man sich daran und es klingt sogar irgendwie gut, jedoch bin ich mir nicht sicher, ob man so etwas heutzutage einem Grundschulkind zumuten kann.

Die Bücher selbst sehen sehr schön aus, weil die ganze Reihe einheitlich aufgemacht ist. Die Umschlaggestaltung ist meines Wissens nach seit den 50er Jahren bis heute unverändert. Ob man die Sprache "modernisiert" hat, ist mir leider nicht bekannt, da ich, wie bereits erwähnt, schon sehr alte Ausgaben besitze.



Zeitgemäßer Inhalt?
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Über Pucki gäbe es ja eine Menge zu erzählen. Während meiner Suche nach den Daten bin ich über eine Internetseite gestolpert, die sehr interessante Texte über Magda Trott und Else Ury (Nesthäkchen) enthält. Wenn es sich jemand genauer ansehen will:

http://st.kramer.bei.t-online.de/trott03.htm

Auf dieser Seite wird auch vieles angesprochen, das mir bereits selbst beim Lesen aufgefallen ist. So nervt es z. B. ab spätestens dem vierten Band wirklich, daß ständig alles wiederholt wird. Immer und immer wieder werden Ereignisse geschildert, die in den vorangegangenen Bänden geschehen waren, ob sie nun in den Zusammenhang passen oder nicht. Viele dieser Wiederholungen sind für das Geschehen völlig irrelevant und dienen eigentlich nur der Ausschmückung des Buches.

Über die Rolle der Frau in den Pucki-Bänden könnte man eine ganze Doktorarbeit verfassen. Auf oben genannter Internetseite erfährt man, daß die Verfasserin Magda Trott nicht nur ausgebildete Kindergärtnerin, sondern auch eine recht radikale Frauenrechtlerin war. Das erklärt zumindest, warum Pucki ebenfalls den Beruf der Kindergärtnerin erlernt und ständig darauf hingewiesen wird, wie gut sie mit Kindern umgehen kann. Es erklärt jedoch nicht, warum es Pucki als ihre heilige Pflicht ansieht, ihren Mann in allem zu gehorchen und praktisch ihr gesamtes Privatleben für Mann und Kinder zu opfern. Ihre Schwester Agnes ist im 12. Band sogar die "Böse", weil sie sich unverschämterweise erlaubt hat, desöfteren zu einer Freundin in die Stadt zu fahren. Die armen Kinder wurden so sehr vernachlässigt, daß die kleine Tochter sogar sterbenskrank wurde.

Obwohl Pucki im letzten Band schon 40 Jahre alt ist, hat es doch sehr lange gedauert, bis sie wenigstens einigermaßen erwachsen wurde. Noch frisch verheiratet treibt sie ihre Streiche weiter und beschädigt durch ihren Leichtsinn sogar das neuerworbene Auto. Im Grunde genommen macht Pucki immer alles falsch, um dann anschließend aus ihren Fehlern zu lernen. Erst als ihre drei Jungs da sind, nehmen die ihr diese Arbeit ab und Pucki kann eine treusorgende Mutter werden.

Daß Pucki sich selbst mit 20 noch wie ein 3jähriges Kind benimmt liegt wohl zum Teil auch daran, daß sie von allen so behandelt wird. Ihr eigener Ehemann belehrt sie dauernd und macht ihr Vorwürfe, wenn sie wieder Mist gebaut hat. Aber anstatt etwas Selbstbewußtsein zu entwickelt, sagt sie zu allem nur ja und Amen und gelobt Besserung.

Dies ist auch ein Grund, warum ich die Bücher für kleine Kinder heute nicht mehr empfehlen würde. Pucki richtet allerhand Unsinn an und erhält als Strafe dafür meist nur ein paar ernste Worte vom "Onkel Oberförster" oder von den Eltern. Haramis. Auf die Folgen würden Kinder beim Lesen bzw. Vorlesen ohnehin kaum achten, denn die Taten allein beinhalten schon eine Menge an Ideen, die das eine oder andere Kind mit Sicherheit gerne nachmachen würde. Genaugenommen sind die Bücher voll mit Anregungen und im Endeffekt wird Pucki trotz all ihrer begangenen Dummheiten eine "liebe, treusorgende Ehefrau", die mit sich und der Welt im Reinen ist. Fazit: Streiche sind erlaubt, sie machen einen zu einem besseren Menschen.



FAZIT
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Wenn man die Bücher liest, hat man das Gefühl, daß sie von einer gemütlichen, älteren Frau geschrieben wurden, die gerne und gut erzählen konnte, von der Schriftstellerei jedoch weniger Ahnung hatte. Fast jedes Ereignis wird im Laufe der Reihe mindestens einmal wieder aufgegriffen und dem Leser erneut ins Gedächtnis gerufen, manchmal sogar so oft, daß man nur noch genervt die Augen verdreht.

Ein gewisses Lernpotential hätte wohl darin enthalten sein sollen, jedoch habe ich das Gefühl, daß genau das Gegenteil damit erreicht wird. Die Streiche, die Pucki anstellt, verleiten zum Nachahmen, die Folgen sind nicht weiter tragisch. Bei Pucki wendet sich immer alles zum Guten, selbst wenn sie noch soviel Unsinn treibt.

Für den erwachsenen Leser kann ich die Pucki-Reihe aber absolut empfehlen, da es eine erfrischende Abwechslung ist und sich auch trotz der veralteten Sprache sehr gut lesen läßt. Außerdem wissen Erwachsene wohl eher, was sie in den Büchern ernst nehmen können und was nicht. Da die Geschichten sehr utopisch geschrieben sind, werden sie heute an einigen Stellen aber eher zum Schmunzeln als zum Nachdenken verleiten...


Viel Spaß beim Lesen!

Eure Haramis.



Bücherliste:
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1. Försters Pucki 1935
2. Puckis erstes Schuljahr 1935
3. Pucki und ihre Freunde 1936
4. Pucki kommt in die höhere Schule 1936
5. Puckis neue Streiche 1937
6. Puckis erster Schritt ins Leben 1937
7. Pucki wird eine glückliche Braut 1937
8. Puckis junge Ehe 1937
9. Puckis Familienglück 1938
10. Pucki und ihre drei Jungen 1938
11. Pucki unser Mütterchen 1939
12. Puckis Lebenssommer 1941

14 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Stellaluna

    13.02.2002, 11:35 Uhr von Stellaluna
    Bewertung: sehr hilfreich

    *hihi* ich fand Pucki immer geuslich, vor allem die Buchcover *fg* aber sehr informativ . . . lg laura