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Erfahrungsbericht von mila_star

Das Busfahren - Und wenn sie nicht gestorben sind warten sie noch heute

Pro:

Der Hof stellt so gut wie alles selber her

Kontra:

Pure Geldmacherei, schlechte Qualität der Lebensmittel

Empfehlung:

Nein

Als Schüler bleibt mir kaum etwas anderes als das Busfahren übrig. Und im Prinzip kommt man ja auch (fast) überall hin, mal braucht nur genügend Geduld.
Eine kostenlose Schülerbuskarte kriege ich nicht mehr zur Verfügung gestellt, die Zeiten sind vorbei. Deswegen bin ich auf die U-21 Karte (kostet 13 EUR) umgestiegen. Man erhält diese nur als unter 21jähriger und sie gilt nur an Sonn-, und Feiertagen und in den Ferien ganztägig, sonst erst ab 14 Uhr. Für Schulfahrten ist sie somit ungeeignet. Aber ich komme damit im gesamten Verbundtarif Braunschweig (also bis zu 50km darüber hinaus) mit Zügen, U-Bahnen, S-Bahnen und Bussen herum. Ansonsten wäre das ganze preislich auch nicht mehr tragbar und ich würde sicherlich nicht mehr soviel fahren.

Wie bereits erwähnt ist das ganze eine Geduldssache. Um Freunde im Umkreis von 20km zu besuchen, bin ich schon bis zu 1 ½ Stunden unterwegs. Gerade am Wochenende, das heißt Samstag Nachmittag und Sonntag sind die Fahrpläne sehr lückenhaft. Aber auch schon Freitag Abend nach dem Discobesuch ist die Haltestelle tot.

Die Busverbindungen fallen unterschiedlich günstig aus. Mal hockt man da ne ganze Weile bis der Anschlussbus kommt und manchmal kann die Fahrt nach optimalen 5 min weitergehen. Das hängt natürlich davon ab, wie groß die Stadt ist in der das jeweilige Busunternehmen arbeitet. In großen Städten ist Busfahren am angenehmsten ,es fahren alle paar Minuten welche und man braucht sich einfach nur an die Haltestelle zu begeben ohne vorher einen Busplan studieren zu müssen.

Manchmal stelle ich mir aber wirklich die Frage ob die Busunternehmen überhaupt nachdenken bei ihrer Planung. Da werden zu Schulschlusszeiten und Schichtwechsel die kleinsten Busse eingesetzt, obwohl diese am vollsten sind. Und volle Busse tut ja jeder lieben, besonders wenn es warm ist. Am meisten tun mir jedoch Mütter mit Kinderwagen und Leute mit vielen Einkaufstüten leid. Sich mit mords Gepäck aus dem Bus zu drängen grenzt manchmal schon an ein kleines Kunststück.

Pünktlichkeit?
Naja, da kann man ja nicht direkt den Bussen die Schuld geben, das liegt an der jeweiligen Verkehrslage. Besonders im Winter bei Glatteis kann man Pünktlichkeit vergessen.
Aber mit den üblichen Verspätungen von 2 Minuten kann wohl noch jeder leben.
Ärgerlich ist es nur (was mir irgendwie so ziemlich jedesmal passiert) wenn man noch einen Zug erreichen möchte, und eigentlich noch 10 min Aufenthalt auf dem Bahnhof hätte, es bei Ankunft auf dem Bahnhof allerdings –13 sind.

Fazit: Busse fahren, aber nun mal nicht 24 Stunden am Tag. Sie bringen einen zwar überall hin, sind aber nicht 100 % zuverlässig.


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-21 20:44:31 mit dem Titel Frisch vom Biohof - Nein Danke...

Heute möchte ich mal über meine Erfahrungen während eines Landwirtschaftspraktikums schreiben, bei dem ich, was Bioprodukte betrifft, noch ganz andere Zweifel bekam als solche wie beim Nitrofen-Skandal.
Machen musste ich das Praktikum von der Schule aus. Die ganze Klasse (damals neunte) wurde in kleinen Gruppen auf Biohöfe in ganz Deutschland, teilweise auch Frankreich verteilt.
Ich landete mit drei Freundinnen auf dem Adolfshof in der Nähe von Hannover.
Die Freude begann mit der Besichtigung unseres Zimmers: Weit ab von Haupthaus des Hofes, befand sich das sogenannte Lehrlingshaus, in dem sich unser zugestaubtes, zugiges Zimmer befand, ausgerüstet mit einem Bett und drei (Stroh-)Matratzen. Die Einrichtung bestand aus einem Tisch, einem Stuhl und einem Ofen. Aber Fernseher war da (Heizung wäre im Oktober besser gewesen)!
An unserem Ankunftsabend bestand das Abendessen aus einer trockenen Scheibe Brot, weil weder frisches Brot noch Aufstrich vorhanden war, mal abgesehen von einem Glas Honig, in dem Wespen klebten.

Als Praktikanten bekamen wir natürlich die allerletzten Arbeiten, aber darauf möchte ich hier nur am Rande eingehen. Viel mehr geht es mir darum, die Zustände auf diesem Hof mal näher zu beschreiben:

Die Gebäude waren alle sehr alt. Unter allen Fenstern das selbe Bild: Das Holz soweit verzogen, das zentimeterhohe Lücken entstanden waren.
Aber ein Biohof hat ja bekanntlich wenig Geld, also erst recht keines für Reperaturarbeiten. Leider wurde auch an ganz anderen Ecken gesparrt.
Das Essen bestand meistens aus Resten, besser man würgte sie gleich runter, bevor sie am folgenden Tag noch mal auf dem Tisch standen. Vielleicht hätten sich die Schweine darüber gefreut. Aber die hatten es ja in sofern schon besser, dass sie trockene Brötchen bekamen und wir nur trockenes Brot.
Hygienezustände waren teilweise auch unter alle Sau, der Kuhstall (jeden Tag frisches Stroh) erschien mir manchmal sauberer als die Küche.

Richtig schlimm wurde es aber nach und nach bei den Arbeitsaufträgen. Erst ging es nur darum den Quark in Verkaufsschälchen zu füllen und mit Etikett mit Haltbarkeitsstempel zu versehen, später nur noch darum, dass Etikett zu überkleben und mit neuem Haltbarkeitsdatum zu versehen, da das alte schon abgelaufen war.
Unmittelbar nach dem Stallausmisten wurde in die noch abzutransportierende Milch gefasst.
Bei der Apfelernte für die Mosterei sollten auch die schon völlig fauligen Äpfel mit eingesammelten werden. ‚Merkt dann ja eh keiner mehr‘ war der einzige Kommentar dazu.
Dann sollten wirdie alten Apfelsaftflaschen auswaschen, die von innen völlig verklebt und morastig waren. Allerdings sollten wir sie nur kurz einweichen und durchspülen, sonst würden wir in zwei Tagen nicht fertig werden mit diesem Berg von Flaschen. Das die Flaschen so nicht sauber wurden schien niemanden zu interessieren. Wirklich ein Glück kann ich nur sagen, dass sie Mosterei sich geweigert hat die Flaschen anzunehmen.
Zwei Tage Arbeit umsonst, aber immerhin eine kleine Lehre für den Hof; hoffe ich.

Welche Sparmaßnahmen ein Hof für seine eigenen Leute anwendet bleibt ihm überlassen, wir wußten ja schließlich auch bald was wir essen konnten und was nicht (mehr). Aber was die Kunden betrifft, so können einem diese wirklich leid tun, denn die können ja nicht wissen was sie kaufen und ob es überhaupt noch gut ist.

Es war wirklich beruhigend nach Ende des Praktikums von allen anderen Klassenkameraden zu hören, dass es ihnen wesentlich besser ergangen ist und es den anderen Höfen nicht bloß um Gewinn um jeden Preis ging, sie alle hatten positive Erfahrungen gemacht.

9 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Luckybrina

    27.06.2002, 22:43 Uhr von Luckybrina
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schön, daß wenigstens die anderen bessere Erfahrungen gemacht zu haben scheinen.