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Erfahrungsbericht von romy84

Mein Jahr 2002

Pro:

wir bekommen Nachwuchs

Kontra:

zuviele schreckliche Dinge geschahen

Empfehlung:

Nein

°~. Vorwort .~°

Hallo, ich habe ja nun lange nichts mehr von mir hören lassen und viele von euch haben schon nachgefragt wie es mir (uns) geht. Um diese Frage kurz zu beantworten uns geht es soweit recht gut. Wir haben Höhen und Tiefen aber das Baby wächst gesund heran und das ist ja nun das Wichtigste.

Nun möchte ich hier aber nicht zu weit ausholen sondern eine Zusammenfassung über mein Jahr 2002 schreiben. Es ist soviel passiert dieses Jahr, das meiste werde ich wohl niemals vergessen, aber nun fangen wir erstmal an.


°~. Silvester 2002 .~°

Nun der Jahreswechsel war sehr unspektakulär. Ich sass wie so oft vor Fernseher und sah mir an wie die Leute in Berlin vor Brandenburger Tor sich auf den Jahreswechsel freuten, oder wie die Menschen in den anderen Ländern ihren Jahreswechsel vollführten.

Ich muss hier sagen ich bin kein großer Freund von Silvester, ich werde dann immer so sentimental und alle Ereignisse des Jahres gehen mir durch den Kopf. Aber nun ja dann war es soweit und wir begannen das Jahr 2002. Wieder das übliche Spiel: Man will allen Freunden ein frohes neues wünschen aber die Handynetze sind überlastet.


°~. Ereignisse des Jahres .~°

Nun ja das wichtigste war sicher das ich in meiner Ausbildung stecke und endlich den Schritt zum einem selbstständigem Leben wage. Dieses Jahr wurde ich 18. Oh man ich hatte mir soviel vorgenommen mit 18. Ich wollte von zu Hause ausziehen etc. Das sagt man so leicht wenn man jünger ist, aber es kommt doch alles anders.

Etwas sehr wichtiges geschah für mich dieses Jahr: Ich wagte es mich gegen meinen „Erzeuger“ zu stellen. Er hat mir meine Jugend zerstört ach was, er hatte mein Leben zerstört. Damals bis sich meine Mutter zu einer Trennung entschloss bekam ich ständig Schläge. Ich wünsche das keinem. Dieses Jahr nahm ich all meinen Mut zusammen und sagte ihm meine Meinung, meine Gefühle.

Er ist so ein Schwein (verzeiht das Wort). Meine Mutter behandelt er heute noch wie die Letzte. Das war auch der Auslöser das ich ein Gespräch mit ihm wagte. Ich sagte ihm erst ruhig das er einfach sein Unterhalt zahlen soll und uns in Ruhe lassen soll. Er wurde aufmüpfig und ich wurde lauter. Dann kam es dazu das ich ihm an den Kopf warf das er schon genug Mist gemacht hat. Seine Antwort darauf: „So? Was denn?“ Ich schrie ihn total verheult an, das er das ganz genau wisse. Er hat auf dumm gestellt. Ich war in diesem Moment kurz vorm Nervenzusammenbruch.

Aus diesem Telefonat folgte dann das er mit Absicht meinen Geburtstag vergass. Worauf ich aber inzwischen absolut keinen Wert mehr lege. Soll er machen was er will. So des weiteren wäre zu erwähnen das dieses Jahr soviele Katastrophen geschahen. Sicher, jedes Jahr passieren welche. Aber dieses Jahr waren sie 1. zu heftig und 2. nahm ich sie das erste Mal richtig wahr.

ÄHHHM, das war 2001. Ich war leicht durcheinander verzeiht. Aber ihr könnt es ja trotzdem lesen denn diese ganzen Gedanken kamen wir an dem Tag dieses Jahr wieder hoch. Da hätten wir zum einen den 11. September. Diesen Tag werde ich mein Leben nicht mehr vergessen. Ich weiss noch ganz genau wie ich meine Wohnung betrat es war nachmittags und wir Radio hörten. Meine Mitbewohnerin erzählte dann irgendwas von New York aber ich begriff nicht was sie meinte und hörte nicht weiter hin.

Erst als sie das Radio lauter drehte wurde uns klar was geschah. Wir waren fassungslos, geschockt. Wie kann das sein? Erst nach 1 Stunde kamen wir auf die Idee den Fernseher anzumachen und was ich dann sah hatte mich so geschockt das ich diese Bilder nie vergessen werde. Es schien so hollywoodreif, das kann nicht wahr sein. Ich habe es versucht zu verdrängen. In mir stiegen soviele Gefühle auf.

Und dann stürzten den Türme zusammen. Ich konnte nicht mehr atmen. Es war so schrecklich, so unfassbar. Ich fühle so sehr mit den Menschen die das alles mit gemacht haben. Ich kann meine Gefühle gar nicht in Worte fassen. Ich hatte auf einmal panische Angst. Angst vorm Terror, Angst nirgends mehr sicher zu sein.

Und genau diese Ängste bestätigten sich dann ja leider auch. Zich andere Terroranschläge folgten. Ich bin erschüttert über diese Menschen die das tun. Ich kann es einfach nicht verstehen. Nun ist es schwer eine Überleitung zu finden aber ich versuche es dennoch.

Dieses Jahr war ich Erstwähler. Man habe ich mich verrückt gemacht. Mich mit den Parteien auseinander gesetzt um auch ja ganz sicher zu sein was ich wähle. Dann kam der Tag und nach 2 Minuten war alles vorbei. Der ganze Stress fiel von mir ab. Dann die spannende Auszählung. Oh man ich war so nervös.

Regte mich gleichzeitig über die Äusserungen von Herrn Stoiber auf: „Wir haben gewonnen.“ Hach ich hätte ihn in diesem Moment treten können. Verzeiht! Nun ja dann war es raus und die SPD hatte gewonnen, naja und nun haben wir das Finanzloch. Aber ich möchte es auf keinen Fall auf Herr Schröder schieben. Ich denke selbst Herr Stoiber hätte dies nicht verhindern können. Sicher hätte man den Wähler davon erzählen müssen aber nun ist es zu spät also warum noch drüber aufregen.

Deutschland hat sich Jahre lang nur weiter verschuldet und das liegt nicht nur an der SPD, nein das Gleiche war doch auch als die CDU noch am regieren war. Aber gut lassen wir das Thema ich hoffe einfach das wir irgendwie einen einigermassen akzeptablen Weg aus dieser Misere finden.

Das nächst wichtigste Ereignis dieses Jahr war mit Sicherheit der Moment als ich erfuhr das ich schwanger bin. Lauter Selbstzweifel folgten, würde man sich das zutrauen etc. Ich habe mich für das Kind entschieden und ich freue mich wahnsinnig. Mein Freund machte mir darauf dann einen Heiratsantrag und somit sind wir nun verlobt :-).

Dieses Jahr waren auch noch einige schwere familiäre Probleme aber über die möchte ich hier nicht reden denn irgendwo hört meine Offenheit dann auf. Ich habe mit Sicherheit einiges vergessen aber sollte mir noch etwas einfallen, ich werde es dazu schreiben.

Die Flut dieses Jahr, ja wie konnte ich sie vergessen. Wir waren zum Glück nicht betroffen aber ich habe mit den Menschen gelitten und ich habe gespendet. Ich hoffe das sie bald wieder eine akzeptable Existenz vorfinden.

Wie ich dieses Silvester verbringe weiss ich leider noch nicht, ich habe nicht wirklich Lust auf eine Feier aber ich wurde zu einer eingeladen, eventuell nehmen wir diese Einladung an. Wer weiss.

Ich wünsche nun auf jeden Fall allen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

© by Romy 2002

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