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Erfahrungsbericht von Hoernchen16

Jugendarbeit

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Zur Zeit bin ich immer noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz und habe dieser tage eine Menge Vorstellungsgespräche. Mit gerunzelter Stirn und zwei fragezeichen anstatt Augen schauen mich die Herrschaften Personalchefs jetzt immer an und fragen mich, was dieses Wort "Jugendarbeit" in meinem Lebenslauf, nämlich unter der Rubrik "Hobbies", bedeutet.

Nun ja. Natürlich reicht Jugendarbeit über ein sehr breites Spektrum. Hausmeister im Kindergarten oder in der Schule leisten sie irgendwie genauso wie Tagesmütter oder Diakone. Und dochwird der BEgriff in dieser Form immer wieder mit den kleinen, ehrenamtlichen (also unbezahlten) und oft belächelten Mitarbeitern in der Kirchengemeinde in verbindung gebracht.

Hier zunächst einmal MEINE Einsatzgebiete in der Gemeinde:

- Konfirmandenseminar:

Das sind Wochenenden, an denen Konfirmanden und Konfirmandinnen im Gemeindehaus übernachten und dort zwei Tage lang eine Art Projektarbeit leisten. Meine Jobs sind dort Anleitungen, Organisation, Nachtwache, Hilfe, Aufsicht und Vorbereitung. Diese Wochenenden laufen sehr abgeklärt ab, da sie vom Inhalt her jedes Jahr gleich sind. Man muss sich nur auf die Gruppe neu einstellen. Das Alter ist bei den höhrern Jahrgängen oft schwierig, da viele mit 13 Jahren nicht wissen, ob sie nun denn schon erwachsen oder doch noch kind sind. in Wirklichkeit sind sie nichts von beiden. Sie haben auf gewisse Weise "Angst" voreinander und schotten sich in der typischen Teenie-Coolness ab. Nicht einfach!

. Konfirmandenseminar:

Eine Ausfahrt in die Nähe der Gedenkstätte Bergen-Belsen. Das Thema Nationalsozialismus mit Anne Frank wird durch Spiele angeleitet, in denen einer immer der Arsch ist. zum Beispiel "Die Reise nach Jerusalem". Also dieses Spiel, wo ein Spieler immer keinen Stuhl bekommt. Die menschliche Kälte und Grausamkeit sowie Egoismus und das "Ich-war-es-ja-nicht-der-andere-ist-Schuld" - Denken wird durchlecuhtet und vor Augen geführt. Meistens sehr erfolgreich, da wir einen ganz tollen und erfahrenen Diakon haben und das Programm fast immer identisch und bewährt ist Sehr eindrucksvoll. Und die Gruppen sind immer gut drauf. Das Ganze hat etwas Klassenfahrts-Charakter.

- Zeltlager:

Eine zweiwöchige Fahrt nach Dänemark (Nordsee), wo wir uns mit etwa 30 Leuten ein kleines Zeltdorf aufbauen. Dor haben wir bestimmte Rituale wir eine gemeinsame Abschlussrunde, bei der alle ihre Gedanken austauschen (erstaunlich erfolgreich!!!). Das Lager steht immer unter einem bestimmten Motto, das dann in Fahrradtouren, Unternehmungen, Spiele und so weiter aufgegriffen wird. Allerdings steht hier die Pädagogik nicht im Vordergrund, da es ja schliesslich auch jede Mange Spass machen soll (tut es auch!). Absolute Kultveranstaltung und fast immer ausgebucht! Alter: 11-15 Jahre. Sehr kräfteraubend, vorbereitungsintensiv aber spassig!

- Internet(t)gruppe:

Mein eigenes kleines Jugendgrüppchen ab 11 Jahren. Diesen Leuten bringe ich die Basics des Internets bei. Was kann man im Web machen? Was sollte man besser lassen? Natürlich werden Dinge wie die Suchmaschine oder Bildungsseiten auch nicht vergessen. Jedoch steht aber auch hier der Spass absolut im Vordergrund! Zum Schluss steht die Gestaltung einer eigenen Homepage nur so zum Spass. Diese Gruppe ist früher ziemlich erfolgreich gewesen und ich starte sie demnächst wieder neu. Bin mal gespannt, wie das läuft. letztes Mal wars echt super. Es war ein fester kern von leutchen, die sich vorher teilweise gar nicht kannten und vom Alter her auch weit auseinander lagen. Aber alle haben sich toll verstanden!

Naja und dann gibt es natürlich noch sooo viel mehr. Zum Beispiel ein einwöchiges Zeltlager für jüngere teilnehmer, eine Kindergruppe, eine Jugendgruppe, riesige Camps und Treffen auf Sprengelebene. Ein Sprengel ist ein VErband aus mehreren Kirchenkreisen, die wiederum aus einigen Gemeinden bestehen. Alles super Aktionen, die Spass und Sinn amchen, wo man nette Leute trifft, sich selbst verwirklichen und erfahren kann. und zwar als Teilnehmer UND als Leiter!

Einsteigen kann jeder Christ in seiner Gemeinde ab etwa 14 Jahren. Möglichkeiten zum reinschnuppern sind die konfirmandenwochenenden und kleinen Aktionen, das Zeltlager nicht! Für einiges braucht man die Gruppenleiterausbildung, die man für ein mehrtägiges Seminar und einen Erste-Hilfe-Kurs bekommt. Dort lernt man wichtige Grundlagen der Jugendarbeit, lernt Regeln zur Leitung, Gesetzlagen und erwirbt jugendamtliche Unterstützung. Sehr zu empfehlen!

Viele Leute belächeln wie gesagt die Jugendarbeit. Weil so viele zur Zeit aus der Kirche austreten. Weil Konfirmanden oft nur noch zum Unterricht gehen, weil sie auf das Geld scharf sind. Weil die Arbeit nicht bezahlt wird. Und weil viele einfach kein Feingefühl dafür aufbringen WOLLEN, was dort gemacht wird. Wer allerdings einmal dabei ist, bleibt es auch meistens. Denn man erfährt eine aus der Ellenbogengesellschaft eher unbekannte Nähe, Wärme und Offenheit zu anderen Menschen, die sehr angenehm ist und absolut begeistert. Man findet immer ein offenes Ohr und kann selbst eines bieten. Es gibt viele Möglcihkeiten, seine eigenen Fähigkeiten, Interessen und Ideen einzubringen. Wer noch Fragen dazu hat oder seine Meinung dazu kundtun möchte, schreibe mir doch bitte einen kommentar! Ich würde mich freuen!

14 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Kranich

    25.03.2006, 02:43 Uhr von Kranich
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh - *lg und danke für gute rückbewertungen* :-))