Erfahrungsbericht von Jadefeuer
Zum Fest der Liebe Freude schenken
Pro:
wunderschöne Aktion, siehe Text
Kontra:
nichts
Empfehlung:
Ja
Für alle, die mit damit erstmal noch gar nichts anfangen können, hier eine grobe Einführung. „Weihnachten im Schuhkarton“ ist eine Aktion der christlichen Vereinigung „Geschenke der Hoffnung e.V.“ mit Sitz in Berlin (trägt das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen, ist Mitglied im Deutschen Spendenrat und führt das Prüfzertifikat der Deutschen Evangelischen Allianz). „Geschenke der Hoffnung“ führt seit zehn Jahren diese Aktion in Deutschland durch, durch die Organisation „Samaritans purse“ wird die Aktion weltweit durchgeführt.
Doch worum geht’s eigentlich bei dieser Aktion und wie komme ich überhaupt auf dieses Thema?
Vor drei Jahren bin ich durch eine Fernsehwerbung auf die Aktion aufmerksam geworden. Es geht bei der Aktion darum einen Schuhkarton schön in Geschenkpapier einzupacken (Ober- und Unterteil einzeln, damit er einfach geöffnet und geschlossen werden kann) und in den Schuhkarton Geschenke für ein notleidendes Kind zu packen. Man kann sich dabei entscheiden, ob man den Karton für einen Jungen oder ein Mädchen packt und außerdem für eine der drei Altersgruppen. Hierfür gibt es extra Aufkleber bzw. Zettel, die man auf die Kartons klebt, damit nachher nicht ein 12-jähriges Kind einen Pullover bekommt, der einer 4-Jährigen passt. Bis Mitte November gibt man dieses Geschenk in einer sogenannten Sammelstelle ab und durch die Organisation „Geschenke der Hoffnung“ wird der Schuhkarton schließlich in Länder wie Polen, Bulgarien, Moldawien, Pakistan, Rumänien, Serbien, Thailand, Weißrussland, Südafrika, Kroatien usw. transportiert, um da einem Kind zu Weihnachten eine Freude zu machen. Doch leider hab ich vor drei Jahren diesen Fernsehspot zu spät gesehen und die Aktion vor schon fast vorbei, so dass ich keinen Schuhkarton mehr packen konnte.
Vor zwei Jahren habe ich diesen Termin dann nicht mehr verpasst. Ich habe meine ersten drei Schuhkartons in Geschenkpapier verpackt, schöne Sachen für die Kinder gekauft, Weihnachtskarten mit meiner Adresse beigelegt (in der Hoffnung, dass vielleicht ein Kind zurückschreibt) und mit ganz viel Freude die Kartons im November zur Sammelstelle gebracht. Eine riesige Überraschung war für mich allerdings, als ich dann im Mai des folgenden Jahres einen Brief aus Israel bekommen habe. Dieser Brief war von einem kleinen Jungen, der eben einen Schuhkarton von mir bekommen hatte. Das war für mich einfach umwerfend. Nicht nur, dass man sich so nun wirklich sicher sein konnte, dass der Karton auch angekommen war, nein, man bekam auch direkt die Dankbarkeit des Kindes zu spüren. Einfach wunderschön.
Vor allem an diesem Erlebnis lag es dann, dass ich im letzten Jahr dann selbst Sammelstelle für die Schuhkartons in meiner Umgebung war. Bevor es da richtig mit der Aktion losgeht erfährt man erstmal auf einem Partnertreffen, was man als Sammelstelle mit den Schuhkartons zu tun hat. So muss man sie auf den richtigen Inhalt kontrollieren (mehr dazu später), mit Klebestreifen verschließen, damit sie beim Transport nichts vom Inhalt verlieren und schließlich in große Transportkartons packen. Außerdem kann man sich natürlich weiter engagieren, indem man bei Firmen Sachspenden oder Werbegeschenke erfragt und möglichst viele Leute für die Aktion begeistert. Die Zusammenarbeit mit der örtlichen Presse ist dabei besonders wichtig. So kam es dann, dass ich letztes Jahr 280 Schuhkartons zum Ende der Aktion im Keller stehen hatte, die ich dann sorgfältig verpackt in den Transportkartons an die Organisation weitergeben konnte.
Aber was gehört nun eigentlich in den schon so oft erwähnten Schuhkarton?
Man könnte in etwa den Satz benutzen „Was zum Spielen, was zum Naschen, was zum Anziehen, was zum Waschen“. Geeignete Gegenstände für den Schuhkarton sind folglich so einfache Dinge wie Hygieneartikel (Zahnbürste, Zahnpaste, Shampoo, Waschlappen, Handtuch, Haarbürste), Kleidung (Mützen, Pullover, T-Shirts, Unterwäsche) ebenso wie Schulmaterial (Schulhefte, Stifte, Lineal, Malblock), Spielzeug (Puppe, Ball, Auto, Kreisel, Jojo, Murmeln, Puzzle, Springseil, Kuscheltier) und Süßigkeiten (Schokolade, Lutscher, Bonbons). Das hört sich erstmal ganz einfach an, wird allerdings noch etwas komplizierter. Zum einen müssen die Gegenstände alle neu sein. Bei gebrauchten Gegenständen müssten die Schuhkartons erst alle vor der Einfuhr in ein anderes Land desinfiziert werden, was zum einen sehr teuer ist und zum anderen würden dadurch Süßigkeiten ungenießbar. Zum anderen muss man sich an gewisse Einschränkungen halten, also gewisse Dinge dürfen nicht in einen Schuhkarton. Dazu gehören zum Beispiel Kekse oder Schokolade mit Nüssen oder Früchten, Gummibärchen oder andere gelatinehaltige Lutscher oder Bonbons, da diese in bestimmte Länder nicht eingeführt werden dürfen. Also nur normale Vollmilch oder Nougatschokolade, einfache Lollis oder Bonbons nehmen. Genauso dürfen normale Lebensmittel wie Zucker, Mehl, Marmelade usw. nicht in einen Schuhkarton. Vitamintabletten zählen als Medikamente und dürfen auch nicht dazu gepackt werden. Außerdem darf nichts Zerbrechliches in den Schuhkarton wie Tassen oder Schneekugeln, da diese beim Transport zerbrechen könnten und dann wäre das Kind, das diesen Schuhkarton bekommt, sicher sehr traurig. Sonst gibt’s eigentlich nicht mehr viele Einschränkungen. Beim Spielzeug sollte man darauf achten, nichts zu kaufen was mit Hexerei zu tun hat oder was den Kindern, die meistens schlimme Sachen erlebt haben, Angst machen kann, wie z.B. Harry Potter Artikel, YuGiOh, Pokemon oder Kriegsspielzeug. Bücher eignen sich ebenfalls nicht, da man ja vorher nicht weiß, in welches Land der Schuhkarton gebracht wird und ob das Kind das Buch lesen kann.
Wenn man sich überlegt, einen Schuhkarton für ein notleidendes Kind zu packen, wird es gern gesehen, wenn man dazu noch eine Spende von 6 Euro abgibt. Diese 6 Euro sind quasi das Geld für den Transport des Schuhkartons von der Sammelstelle zum Zentrallager in Berlin und von dort in das jeweilige Land zum jeweiligen Kind. Diese 6 Euro zu bezahlen ist keine Verpflichtung, doch andererseits tun einem diese 6 Euro auch nicht weh und schließlich möchte man ja auch, dass der Karton ankommt … und ohne Geld wird die Aktion sonst nicht mehr viele Jahre funktionieren können.
Aber warum schreibe ich euch jetzt hier eigentlich soviel davon, vor allem wo es doch bis Weihnachten noch eine ganze Weile hin ist? Ich muss sagen, ich bin einfach hin und weg von dieser Aktion. Ich finde es wahnsinnig toll, dass man nicht stur Geld überweist und eigentlich gar nicht weiß, ob es ankommt oder was damit getan wird. Hier kauft man selbst im Geschäft ein, was man möchte und bei was man denkt, dass sich ein Kind darüber freut. Dabei muss man auch nicht unbedingt wahnsinnig viel Geld ausgeben. Schulartikel bei Aldi oder Lidl z.B. sind günstig haben aber trotzdem eine gute Qualität, ebenso ist es mit Hygieneartikeln und Kleidung. Wenn man bedenkt, dass diese Kinder vorher noch nie etwas so Schönes geschenkt bekommen haben, dann muss man keine Markenartikel kaufen, sondern packt vielleicht lieber ein Teil mehr in den Karton. Ich hab mir außerdem Wolle besorgt und hab dann Schals, Mützen und Pullover selbst gestrickt für die Kartons. Im letzten Jahr haben in meiner Gegend auch Schulen an dieser Aktion teilgenommen. Da haben die Schulkinder dann die Kartons bemalt und auch Kleinigkeiten für die Empfängerkinder gebastelt. Außerdem hat jedes Schulkind etwas Geld gespendet (bzw. die Eltern) wovon dann Schulsachen und Hygieneartikel dazugekauft wurden. Das gab auch richtig viele und vor allem schöne Schuhkartons. Ich verfolge auch zum Beispiel immer die Reklame in Tageszeitungen. Wenn irgendwo ein Schlussverkauf ist kann man schon mal Schnäppchen machen, oder wenn bestimmte Dinge bei Aldi oder Lidl im Angebot sind schlage ich auch schon mal zu und horte die Sachen dann im Keller bis es wieder Zeit zum Schuhkartons packen ist. Ein weniger schöner Teil für mich als Sammelstelle war es zu sehen, dass manche Menschen Schuhkartons gepackt hatten mit eigentlich nur „Müll“ drin. Gebrauchte Kleidung sogar mit Flecken, ein Paket Taschentücher und abgebrochene, benutzte Buntstifte. Das macht einen doch etwas traurig, und ich verstehe nicht ganz, warum manche Leute so etwas tun. Entweder ich möchte doch helfen und opfere dafür auch etwas von meinem Geld, oder ich lasse es ganz sein. So ist jedenfalls meine Meinung. Solche Kartons sortiert man als Sammelstelle natürlich auf und Kartons mit wenig Inhalt werden von der Sammelstelle aufgefüllt (z.B. durch Sachspenden und Werbegeschenke), so dass sich nachher jedes Kind über einen schönen Schuhkarton freuen kann. Schöne Erlebnisse als Sammelstelle (und die haben eindeutig überwogen) waren manche Schuhkartons, denen man wirklich ansah, mit wie viel Liebe sie gepackt worden waren. Schuhkartons von Familien mit Kindern, die Fotos beigelegt hatten, selbst gebastelte Weihnachtskarten beigelegt hatten oder auch Kartons mit wirklich wunderschönem Spielzeug oder richtig süßer Kleidung. Ein ganz spezieller Karton enthielt mal eine große Babypuppe, die beinahe den ganzen Karton füllte. Dabei lag ein Brief von einer älteren Frau, selbst Oma von zwei Kindern, und an der Puppe war ein Schildchen mit der „Produktbezeichnung Baby Anabell“. So etwas vergisst man einfach nicht. Noch heute überlegt man manchmal, welches Kind in welchem Land wohl dieses Baby Anabell bekommen hat.
Wahrscheinlich fällt mir beim späteren Überlesen des Textes noch ganz viel ein, was ich vergessen habe oder was noch erklärt werden müsste, aber im Moment komme ich mir doch sehr „leergeschrieben“ vor. Ich hoffe jedenfalls, dass ich vielleicht den ein oder anderen auch für diese Aktion begeistern kann und freue mich natürlich jederzeit über Fragen, Kommentare oder Verbesserungsvorschläge von euch.
56 Bewertungen, 28 Kommentare
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30.08.2006, 14:58 Uhr von superlativ
Bewertung: sehr hilfreichliebe grüße!
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13.07.2006, 23:44 Uhr von tanja2003
Bewertung: sehr hilfreichEine tolle Sache! LG Tanja
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28.06.2006, 10:59 Uhr von honeymaus
Bewertung: sehr hilfreichSH & LG, Manuela
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22.06.2006, 12:06 Uhr von Sommergirl
Bewertung: sehr hilfreichtoller Bericht
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16.06.2006, 15:36 Uhr von panico
Bewertung: sehr hilfreichSH + LG panico :-)
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13.06.2006, 23:15 Uhr von misscindy
Bewertung: sehr hilfreichKlasse geschrieben, lg Sylvia
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08.06.2006, 14:40 Uhr von kaloo
Bewertung: sehr hilfreich.•:*¨¨*:•. SEHR HILFREICH .•:*¨¨*:•. Wo kann ich erfahren, wo ich die Schuhkartons abgeben kann? LG Silvia
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04.06.2006, 00:51 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsh! ..... LG, Marianne ;o)
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01.06.2006, 23:14 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsh :o)
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27.05.2006, 01:44 Uhr von Zuckermaus29
Bewertung: sehr hilfreich"sh" von mir für Dich :o) Viele Grüße Jeanny
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24.05.2006, 16:20 Uhr von samatweb
Bewertung: sehr hilfreich+++ SH +++ und einen Gruß von mir
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24.05.2006, 12:45 Uhr von Gorg7
Bewertung: sehr hilfreichein sehr schöner und ausführlicher Bericht
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23.05.2006, 21:18 Uhr von SuicideToday
Bewertung: sehr hilfreichsh und lg
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22.05.2006, 10:02 Uhr von miezie030386
Bewertung: sehr hilfreich@@ LG sagt miezie030386 @@
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20.05.2006, 13:04 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsh, LG Birgit :-)
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20.05.2006, 02:17 Uhr von Django006
Bewertung: sehr hilfreichsh & *lg* Alan :>))))
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19.05.2006, 23:27 Uhr von schnekuesschen
Bewertung: sehr hilfreichKlasse Bericht...LG Sandy :-)))
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19.05.2006, 22:05 Uhr von Estha
Bewertung: sehr hilfreichklasse geschrieben ;o) ... SH...lg susi -->--->---{@
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19.05.2006, 21:57 Uhr von Vicky
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich - Vic
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19.05.2006, 21:46 Uhr von topware2002
Bewertung: sehr hilfreichSH-------oOO--(_)--OOo----------
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19.05.2006, 21:42 Uhr von blackangel63
Bewertung: sehr hilfreich°°°°SEHR HILFREICH°°°°LG°°°°ANJA°°°°
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19.05.2006, 21:33 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichLieben Gruss, Manuela :o)
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19.05.2006, 21:20 Uhr von iii
Bewertung: sehr hilfreich+++ sehr hilfreich +++
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19.05.2006, 21:12 Uhr von Andreas1501
Bewertung: sehr hilfreichWichtige Anregung! LG Andreas
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19.05.2006, 21:11 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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19.05.2006, 21:10 Uhr von topfmops
Bewertung: sehr hilfreichIch hab’ ja nicht übel Lust, mit den Worten des Sachsenkönigs August, des III, zu reagieren, der mit dem Satz zurücktrat: „Macht doch Euren Dreck alleene!“ Aber NEIN, jetzt wird bewertet, was mir unter die Tastenuhr kommt und mag es noch so elend und/oder
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19.05.2006, 21:08 Uhr von Schattenesserin
Bewertung: sehr hilfreich♪♫ SH :o) ♫♪
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19.05.2006, 21:06 Uhr von krissi1983
Bewertung: sehr hilfreich"SEHR HILFREICH"






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