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Erfahrungsbericht von Tini15

Wasserschutzpolizei

Pro:

s.o.

Kontra:

s.o.

Empfehlung:

Nein

Hallo ihr Lieben, ich hatte in meinem letzten Bericht schon von meinem Praktikum bei der Polizei berichtet, das ich vor 2 Jahren absolviert habe. Da man bei einem Polizeipraktikum eine Menge Dienststellen durchlaufen muss, und somit auch eine Menge vor allem interessanter Dinge kennenlernt-Polizei ist ein äußerst vielseitiger Beruf-, möchte ich euch heute von einer weiteren sehr interessanten Dienststelle berichten. Der Wasserschutzpolizei. Hier mein Praktikumsbericht, den ich damals angefertigt habe und in dem alles Wissenswerte drin steht:



Heute waren wir bei der Wasserschutzpolizei im Essener Stadthafen. Wir waren einiger der einzigen Praktikanten, die dort hinkommen durften. Als wir dort angekommen sind, sind wir mit einem der Mitarbeiter auf einem der Polizeiboote hinausgefahren, wo er uns dann wöhrend der Fahrt eine Menge über die Schiffsfahrt und dem Beruf Wasserschutzpolizist erzählt hat. Die Essener Dienststelle ist eine der größten Dienststellen in ganz NRW und es arbeiten hier 20 Mitarbeiter, jedoch nur Männer, keine Frauen. Die Arbeitszeit ist in 3 Schichten aufgeteilt, in die Frühschicht, von 06.00-14.00 Uhr, die Mittagsschicht von 14.00-22.00 Uhr und die Spätschicht von 22.00-06.00 Uhr (die Spätschicht teilen sich die Beamten jedoch mit der WSP aus Datteln). Hier am Essener Stadthafen hat die Polizei insgesamt 2 Polizeiboote, ausserdem liegt noch ein weiteres am Baldeneysee, das jedoch nur im Sommer benutzt wird. Das besondere an den Booten ist, das sie komplett aus Aluminium gebaut sind, nur 60 Zentimeter Tiefgang haben und einen Eckschutz besitzen (deshalb sind sie auch sehr teuer). Die Boote sind 12-15 Jahre alt (ebenso wie das Büro und die Wache der WSP) und sind dafür noch sehr gut in Schuss. Es wird auch immer sehr auf die Sauberkeit und auch auf die Funktionstüchtigkeit geachtet. Hier bei uns in NRW können Schiffe fahren, die höchstens 185 m lang und 11 m breit sind, und die einen Tiefgang von etwa 2,80 m haben. Der Beamte hat uns eine ganze Menge Schiffe gezeigt, die hier üblich sind: Tankschiffe, Kohleschiffe etc., wobei er uns eine ganze Menge über deren Funktion und Bau erklärt hat.
Der Schwerpunkt des Dienstbereich eines WSP liegt hier bei den Stahlerzeugnissen, Kohle, Futtermittel und Mineralölprodukten, die auf den jeweiligen Schiffen transportiert werden. Über Funk kann der WSP zu allen Schiffen, sei es Kohleschiff, Tankschiff oder sonstiges Schiff, Kontakt aufnehmen. Es ist Pflicht, dass jedes Schiff 2 Funkgeräte hat. Von Funk aus regelt der WSP alles. Ausserdem gibt es wie bei LKW-Fahrern auch für Schiffsfahrer bestimmte Lenkzeiten: die Tagesfahrt beinhaltet 14 Std., die halbständige Fahrt 18 Std. und die ständige Fahrt 24 Std.! Der WSP muss folgendes tun:
1. Kontrolle der Sozialvorschriften (beispielsweise ist bei jeweiliger Lenkzeit eine gewisse Anzahl an Personal Pflicht).
2. Gefahrgutkontrolle und Umweltschutz (manche Schiffe transportieren hochgiftige Produkte wie Naphter, die das halbe Ruhrgebiet auslöschen könnten)

Die Polizisten müssen für diesen Beruf hochqualifiziert sein, das heißt sie brauchen eine vollständige Ausbildung als Polizist, neben ihrer fünfjährigen Ausbildung als WSP. Der WSP kann den Strafvorgang selbst bearbeiten, bis zur Abgabe an die Staatsanwaltschaft hin und auch da hat er einen Vorteil: er darf selbst mit der Staatsanwaltschaft sprechen. Die Bearbeitung wird meist sogar noch an Bord durchgeführt; unter dem Tisch des Schiffes ist jeweils das gesamte Büro vorhanden: Laptop etc. An Bord finden also mitunter die Vernehmung statt, die Fundberichte werden geschrieben etc. Das ist auch noch ein wichtiger Punkt bei diesem Beruf:: womit viele Polizisten ein Problem haben: das ausführliche Schreiben eines Berichtes. Das einzige, was die WSP nicht selbst macht ist die Sachbearbeitung. Ebenfalls ist wichtig, das auf dem Boot immer mindestens zu zweit gefahren wird, die Schichten werden jeweils immer zu dritt abgehalten.
Zum Umweltschutz gehört die Reinhaltung des Wassers, Transport von Gefahrgütern und auch Transport von Abafall. Die Kontrolle der Abfalltransporte ist deshalb wichtig, weil bei Abfall oft betrogen und gefuscht wird. Jede Arbeit wird an Bord und während der Fahrt gemacht. Ausserdem ist auch noch wichtig, das die WSP Einzelkämpfer sind, d.h. da gibt es niemanden der ihnen vorschreibt was sie zu tun haben, wie an Land, sondern sie müssen sich ihre Arbeit \"selber suchen\".
Ebenfalls gehört zu ihren Tätigkeiten, auf die Sportfahrer \"aufzupassen\", da sie gerne Mist machen, ausserdem müssen sie ständig auf Alkohol überprüft werden. Dann müssen sie noch auf die Freizeitnutzer an Land achten, also das nicht gegrillt wird, oder Autofahrer am Ufer entlangfahren!

Voraussetzungen und Ausbildung:
Die Ausbildung sieht so aus:
Nach Abschluss der allgemeinen Polizeiausbildung gehen die Auszubildenen erstmal ein Jahr zur WSP, wo sie entscheiden können, ob sie diesen Beruf wirklich erlernen wollen oder nicht, ebenso kann aber auch die Dienststelle nach Interesse und Fähigkeit \"aussortieren\". Also ist das erste Jahr im Grunde ein \"Beschnupperungsjahr\". In diesem Ausbildungsjahr werden sie entsprechend vorbereitet; Essen gilt als eine der besten Ausbildungplätze in ganz NRW. Nach diesem Jahr müssen die Auszubildenden 3 Monate nach Hamburg, wo sie nach entsprechender Ausbildung ein Funksprechzeugnis und ein Binnschifffahrtszeugnis durch jeweilige Prüfungen erwerben müssen. Da die Personen das Jahr zuvor so intensiv ausgebildet wurden, sind die 3 Monate in Hamburg eher eine Wiederholung, und die Leute aus NRW zählen bei den Prüfungen meist zu den Besten. Danach müssen die Personen 3 Jahre auf Probe auf einem Ausbildungsschiff fahren und ein Radarpatent sowie ein Maschinenpatent erhalten. Ausserdem müssen sie redegewandt sein, logisch denken können, Konflikte erfolgreich austragen können, sich durchsetzen können, etc.! Er muss die \"Schiffssprache (als eigene Berufssprache) erlernen, d.h. er muss jedes einzelne Teil eines Schiffes benennen können, die Kommandos kennen, etc.!
Es ist wichtig, das der WSP genauestens über die Benutzung und Deutung eines Radargerätes informiert ist, da der Radar sehr wichtig ist, vor allem wenn man null Sicht hat. Ausserdem wurde uns erklärt, das ein WSP genauestens über die Baupläne und Rohrleitungen in einem Tank-bzw. Transportschiff informiert sein muss, um 1. bei Notfällen helfen zu können, und bei Kontrolle dem Schifffahrer genauestens beweisen zu können,,was er gemacht hat.
Am Ende unserer Fahrt durften wir alle einmal selbst das Boot lenken. Es war äußerst schwierig, obwohl es sehr leicht aussieht. Da das Schiff bei Linksdrehung oder von mir aus auch Rechtsdrehung des Lenkrades, oder auch beim Bremsen oder Rückwärtsrichten immer seine Zeit braucht, um zu reagieren, muss man sehr gut aufpassen und auch Zeit einschätzen können.

So, dies zur Wasserschutzpolizei! Der Beruf Polizei birgt eine unglaubliche Fülle an interessanten Möglichkéiten!! Vielen Dank für das Lesen und Bewerten dieser Meinung!

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