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Erfahrungsbericht von LillyMarlene

WEINEN - Stärke oder Schwäche?

Pro:

Weinen befreit sie Seele

Kontra:

Weinen wird oft als Schwäche ausgelegt

Empfehlung:

Nein

Warum weinen wir? Wir weinen weil es uns nicht gut geht. Weil wir Schmerzen, körperlicher oder seelischer Art haben? Wir weinen, weil es ein Grundbedürfnis ist, einfach mal alles raus zu lassen. Weil wir uns freuen, denn auch vor Freude kann man weinen.

Weinen ist was ganz natürliches. Aber es wird nicht immer als Natürlichkeit angesehen. Das Erste was wir tun, wenn wir auf die Welt kommen ist weinen. Weinen wir dann, weil wir in es Neues kommen und uns fürchten oder weinen wir dann vor Freude, weil wir auf das Neue was da kommt freuen. Das wird wohl keiner jemals beantworten können. Wir weinen als Baby, weil wir Hunger haben und nur durch Weinen dieses Bedürfnis ausdrücken können. Wir weinen, weil wir Aufmerksamkeit haben wollen, wir weinen, wenn wir uns allein gelassen fühlen. Da letzte, bevor wir diese Welt verlassen ist vielleicht weinen. Wir weinen vielleicht innerlich, weil wir wissen, dass wir gehen müssen. Vielleicht weinen wir auch vor Freude, eben weil wir diese Welt verlassen dürfen.

Als Kind weinen wir, wenn wir uns wehgetan haben, wir weinen, wenn wir unseren Willen nicht bekommen. Wir weinen, weil endlich das bekommen haben, was wir uns schon so lange gewünscht haben. Wir weinen wieder, wenn es uns nicht gut geht.

Als Erwachsener aber dürfen wir nicht mehr weinen. Weil weinen uns dann als Schwäche ausgelegt wird. Man wird als Sensibelchen, als Weichei oder Warmduscher betitelt. Gerade die Männer haben es da schwer. Ihnen wird von kleinauf beigebracht, das Jungen nicht weinen dürfen. Frei nach dem Motto „Indianer kennen keinen Schmerz“. Aber warum nicht? Warum soll nicht auch das „starke“ Geschlecht weinen, wenn ihnen danach ist. Es gibt Ereignisse im Leben, da kann nicht anders als zu weinen. Z. B. die Geburt des Kindes, der Verlust eines geliebten Menschen, ein Ereignis, was uns zu Tränen rührt. Was liegt da näher, als den Tränen den freien Lauf zu lassen. Sich zu befreien, zu befreien von einer Last, die auf einem liegt. Aber gerade die Männer werden dann schief angeschaut, wenn sie tränenüberströmt irgendwo stehen und sich befreien.

Da haben wir Frauen es schon erheblich leichter. Wenn wir weinen, möchte man(n) uns in den Arm nehmen und trösten. Ja wir dürften stundenlang heulen, bei uns wird es teilweise als Stärke angesehen, wenn wir unsere Emotionen zeigen. Wenn wir teilweise nur durch weinen ausdrücken können, wie es gerade in uns aussieht. Ein Mädchen wird in den Arm genommen und getröstet, wenn es weint. Ein Junge dagegen wird ausgelacht. Ein Mädchen darf schwach sein, ein Junge muß stark sein. Ist es wirklich so? Darf nicht auch ein Junge (ein Mann) schwach sein, schwach wenn er sich danach fühlt. Ich denke ja. Denn ist keine Schwäche, wenn man(n) weint, nein es viel mehr, es ist eine Befreiung. Und jeder sollte sich befreien, von dem was ihn quält.

Ist es schön, wenn man zu zweit weinen kann? Egal ob vor Freude oder vor Trauer. Wenn man nach einem Streit sich in die Arme nimmt und weint. Weint über das was man sich gestritten hat, oder weint, weil man sich wieder vertragen hat. Oder man schaut sich einen traurigen Film und weint über das Ende. Und das alles zu zweit. Da ist das weinen nur noch halb so schlimm, weil einer mit weint und versteht.

In diesem Sinne, lasst Euren Tränen freien Lauf, egal ob Ihr Mann oder Frau seit. Denn Weinen kann man nicht als Stärke oder Schwäche auslegen. Weinen gehört zum Leben, so wie das Lachen. Denn wir lachen wird es uns auch nicht als irgendwas ausgelegt. Daher weint wenn Euch danach ist und fragt nicht danach, was andere von Euch denken mögen. Denn weinen ist für mich Natürlichkeit, eine Natürlichkeit die wir ALLE uns bewahren sollten.

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