Über Themen mit W Testbericht

ab 47,60
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

Erfahrungsbericht von Indigo

Heißer Herbst: Wildschweine begleiten Schüler auf dem Schulweg

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Wildschweine begleiten Schüler auf dem Schulweg

Seit Jahren häufen sich die Besuche von Wildschweinen in den Randbezirken Berlins und in den umliegenden Gemeinden. Die Wildschweine verwüsten Ziergärten, laufen in der Rotte mit Frischlingen im Morgengrauen durch die Ortschaften. Die Bache wirft die Mülltonnen um, die Frischlinge durchsuchen diese nach Nahrung. Wildschweine schwimmen durch die Seen und flügen Gärten um, die am Wasser liegen, indem sie keine Blumenzwiebel in der Erde lassen. Eltern rufen aufgeregt im Rathaus an, dass sich ihre Kinder nicht zur Schule trauen, weil eine Wildschweinrotte an der Straßenecke steht. Am helligten Tag bevölkern Wildschweine Straßen, Parkplätze und Grünanlagen.

Die Belästigung durch Wildschweine ist einerseits auf die Gesamtpopulation der Wildschweine in Brandenburg und Berlin zurückzuführen, andererseits jedoch auch durch das Verhalten von Bürgerinnen und Bürgern bedingt. Grundstücke sind aufgrund mangelhafter Einfriedungen häufig nicht in notwendigem Umfang gesichert, so dass Wildschweine in Gärten leicht Nahrung finden. Mülltonnen und Gelbe Säcke werden schon am Vorabend der Leerung an die Straße gestellt und bieten ebenfalls eine gelungene Abwechslung. Darüber hinaus deponieren zahlreiche Grundstücksbesitzer ihre Komposthaufen und Küchenabfälle an der Grundstücksgrenze zum Wald, wodurch die Wildschweine zusätzlich angezogen werden. Hundehalter lassen im Wald und am Waldrand ihre Hunde frei laufen, so dass die natürlichen Ruhezonen der Wildschweine beeinträchtigt werden.

Informationen bei den zuständigen Behörden ergeben regelmäßig, dass Wildschweine nicht die natürliche Angewohnheit haben, den Wald zu verlassen und Ortschaften zu besuchen, sondern vielmehr menschliches Verhalten diese Angewohnheit provoziert. Letztendlich ist der Populationsfaktor natürlich nicht zu vernachlässigen, da der Zusammenhang eindeutig ist: je weniger Wildschweine im Wald leben, desto weniger Wildschweine können in den Ort kommen.

Obwohl grundsätzlich festgestellt werden kann, dass in der Regel keine Person durch ein Wildschwein zu Schaden gekommen ist, kann das Empfinden, dass die Sicherheit gefährdet ist, durchaus nachvollzogen werden. Objektiv vertreten die Behörden die Auffassung, dass durch die „Wildschweinbesuche“ an sich die öffentliche Sicherheit nicht in einem besonderen Maße gefährdet wird. Weitergehende Auffassungen positionieren sich sogar derart, dass Wildschweine in Berlin und Brandenburg in Waldrandgemeinden ortstypisch sind. Grundsätzlich sind Wildschweine an sich nicht gefährlicher als z.B. frei laufende Hunde einzuschätzen. In der Regel wird dadurch nicht die öffentliche Sicherheit grundsätzlich gefährdet, sie kann jedoch im Zusammenhang verschiedener Umstände gefährdet werden.

Das individuelle Angstgefühl oder Unwohlsein in der Begegnungssituation begründet diese Gefährdung allein noch nicht. Unstrittig in dem angeführten Beispiel ist die potentielle Ordnungswidrigkeit, die der jeweilige Hundehalter begeht. Hier ist die Übertragung auf Wildschweine jedoch nicht möglich.

Vor diesem Hintergrund stehen die Ordnungs- und Jagdbehörden in engem Kontakt mit den zuständigen Jägern. Teilweise erhalten Jäger in Brandenburg sogar eine innerörtliche Schießerlaubnis. Diese Erlaubnis kann jedoch nur nach sorgfältiger Abwägung und bei geeigneten Rahmenbedingungen durch den Jäger angewendet werden.

Die Jäger sind darüber hinaus auch fachlich in der Lage die Population der Wildschweine realistisch einzuschätzen und durch geeignete Maßnahmen zu beeinflussen. Im vergangenen Jahr wurden nach Auskunft der Jäger doppelt so viele Wildschweine geschossen wie von den Ländern Berlin und Brandenburg vorgegeben.

Kurzfristig erfolgreiche Maßnahmen stehen somit nicht zur Verfügung. Wenn die Besuche der Wildschweine in unseren Ortschaften das Symptom abbilden, dann ist das Verhalten der Bürgerinnen und Bürger die Ursache. Nur die konsequente Handhabung der oben genannten Maßnahmen führt demzufolge letztendlich dazu, dass die Wildschweine innerörtlich keine Nahrung mehr finden und demzufolge den Ort auch nicht mehr aufsuchen.

17 Bewertungen