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Erfahrungsbericht von Mr.Beka

Wuschel ist tot

Pro:

nix

Kontra:

alles

Empfehlung:

Nein

Hallo liebe Leser,

ich bin froh, dass ich mich hier noch mal zu Wort melden kann, hier über Beka\'s Account. Ich bin, nein ich war Wuschel, eine Katze und möchte Euch ein wenig über mich erzählen.

Ich erblickte das Licht der Welt mit meinen vier Geschwistern im Frühsommer 1990. Schnell wurde mir klar, dass ich was besonderes war. Warum? Weil jeder dieser mir damals völlig fremden, zweibeinigen Wesen seine besondere Aufmerksamkeit schenkte. Aber warum nur? Ich dachte mir nix dabei und weil das ganze ziemlich lästig war, habe ich mich meistens allein rumgetrieben und die Welt erforscht. Irgendwann, dachte ich mir, wirst Du es schon erkennen. Was mir aber damals schon auffiel war, dass die Menschen total ausflippen, wenn ich über den Hof stolzierte.

Dann kam der Tag, als mich plötzlich zwei dieser \"Langbeine\" schnappten und in eine Art Kiste packten. Ich kann Euch sagen, ich war vielleicht schockiert. Das eine Langbein, ein Weibchen redete immer auf das Männchen ein. Ich glaube, dass Männchen mochte keine Katzen. Das fängt ja gut an. Als ich endlich wieder aus der Kiste raus durfte, befand ich mich in der \"Wohnung\" der Langbeine. Damals habe ich \"Wohnung\" mit \"Gefängnis\" gleich gesetzt. Hab mich dann aber gut eingelebt.

Die ersten Wochen waren gezeichnet von Auseinandersetzungen mit Beiden. Ich war ja noch jung und, ich gebe es zu, faul. Zu faul, um mich nach meinem Geschäftchen zu putzen. Sie redeten immer auf mich ein, war mir so was von egal. Tja und dann habe ich es doch übertrieben mit dem Männchen. Als er gehen wollte, habe ich ihn kurzerhand als Toilettenpapier benutzt. Oh, ich kann euch sagen, nach diesem Vorfall bekam ich eine Dusche mit Schampoo *grusel* und dann jeden Tag. Nach so 3-4 Wochen habe ich mich dann doch dafür entschieden, meinen Hinter zu putzen.

Was mich in der Zeit geärgert hat war die Schadenfreude der beiden. Lachen sich halb tot, weil ich vom Katzenbaum ins Katzenklo abstürze und auch noch auf den Rücken falle. Ich konnte das halt noch nicht so richtig. Oder als ich diese fremde Katze in der Wohnung angegriffen habe. Hübsch war sie, langes zotteliges Fell, hauptsächlich schwarz aber überall durchsetzt mit anderen Farben. Aua, das hat weh getan, bis ich gelernt habe, was ein Spiegel ist. Und nun habe ich auch das Getue von damals verstanden, denn ich war eine sehr, sehr hübsche Katze. Beka (irgendwann wusste ich dann auch die Namen der beiden) meinte immer, ich sei ganz schön eingebildet. Darf ich doch auch sein, oder?

Als Beka und Tina dann irgendwann meinten, ich sei alt genug, um alleine draußen zu sein (vorher durfte ich nur an der Leine raus, wie ein Hund *schüttel*), zog ich in die weite Welt. Aber ich bin immer wieder zurück gekommen, weil die beiden echt lieb waren. Und es hat auch immer was zu essen gegeben. O.k., manchmal gab es Stress, aber den habe ich meist selbst verursacht. Sie konnten es z.B. nicht verstehen, dass ich ihr Bett mit dem Klo verwechselte. Kann doch mal passieren, oder? Dort draußen gab es auch noch was ganz besonderes. Kater ;-). Aber in der Beziehung bin ich schon etwas wählerisch. Doch dann kam dieser große rote Kater und es war um mich geschehen. Und da ist es auch passiert. Ich hab mich zuerst nicht mehr heimgetraut. Aber nach 4 Wochen hab ich es nicht mehr ausgehalten in meiner Scheune (ja, die beiden haben das wohl gerochen) und bin nach Hause. Und siehe da, auch mein Frauchen erwartete ein Kind.

Wieder zuhause beschäftigte mich die Frage nach dem wo? Beka war sehr erfinderisch und hat mir viele Möglichkeiten in der Wohnung gebaut. Ich habe mich dann letztendlich für den Kleiderhaufen im Schrank entschieden. Im Juli war es dann so weit und ich bekam drei Junge. Und alle waren so verschieden. Tina gab den dreien irgendwann Namen, wenn ich es recht verstanden habe, nach ihren haupsächlichen Aussehens- und Charakterzügen. Da war einmal Garfield. Ein prachtvoller roter Kater mit dichtem langem Fell. Und dann Oskar. Oskar war zwar eine Katze, aber Tina sagte immer \"frech wie Oskar\". Und Benjamin, unser Angsthase. Auch eine Katze, aber die beiden hat es nicht gestört. Wir hatten viel Spass miteinander aber Irgendwann kam der Tag, an dem ich die Wohnung wieder für mich allein haben wollte. Eine schwere Entscheidung für die Beiden und so ganz haben Sie meine Meinung nicht respektiert. Oskar und Garfield mussten gehen aber Benjamin blieb. Ausgerechnet Benjamin, die immer noch meine Milch wollte. Das habe ich dann aber sehr energisch abgestellt und sie in den Jahren immer wieder in Ihre Schranken verwiesen.

Das Leben ging weiter und ich war die ungekrönte Königin im Revier. Keine Angst vor Hunden, vor allem nicht vor den Kleinen. Ha, die haben immer wieder ganz schön was einstecken müssen. Und dann diese riesigen Dinger, in denen sich die Menschen fortbewegen. Autos. Nur keinen Respekt zeigen. Ich hab Sie alle zum Stehen gebracht. Beka sagte mir mal \"Sei froh, dass es ne 30er-Zone ist\", was immer das auch heißen mag. Ich bin immer wieder mal länger fortgeblieben und das hat dann, als ich wiederkam, sehr zu unserem freundschaftlichen Verhältnis beigetragen.

Es gab auch schlechte Zeiten. Kleine und größere Blessuren. Das schlimmste passierte aber wegen einer Unachtsamkeit und meinem Unbändigbahren Drang nach Freiheit. Sie sagten, sie sind nur über den Tag weg und ich hätte einfach nicht versuchen sollen, durch den Fensterspalt nach draußen zu kommen. Ich bin hängen geblieben. Ich weiß nicht mehr, wie lange ich versucht habe, da raus zu kommen. Geholfen hat mir niemand, trotz meines Geschreis. Irgendwann kamen Sie zurück und brachten mich zu einem Doktor. Der meinte, es sieht schlecht aus. Doppelter Beckenbruch. Man kann noch eine Woche abwarten, aber vermutlich wäre es besser, mich einzuschläfern. Mich ! Ich hab\'s ihnen allen gezeigt und auch das überwunden. Schon nach dem zweiten Tag versuchte ich aus der großen Kiste zu kommen, in die sie mich eingebettet hatten. Da haben Sie einen Campingtisch drübergelegt. Den habe ich dann nach einer Woche auch wegbekommen. Aber ich musste mühsam laufen lernen. Und springen. Tina sagte immer zu mir \"Du darfst erst wieder raus, wenn Du vom Boden auf die Sofalehne springen kannst. 4 Monate hat es gedauert. Und sie haben Ihr Versprechen gehalten, ich durfte wieder raus und rumstreunen.

Viele kleine Erinnerungen kommen mir aus der Zeit danach. Beka hat es immer sehr gefreut, wenn ich ihn begleitet habe beim wegbringen seiner Kinder in den Kindergarten. Oder wenn ich sie Sonntags zum spazieren mitgegangen bin. Gelacht haben Sie auch immer, wenn ich mich zu Weihnachten mitten im Baum versteckt habe. Nett fand ich auch, das ich auf Beka schlafen durfte, meistens ;-).

Auch kleine Streitereien gab es. So wollte mich Beka davon überzeugen, dass es noch anderes Katzenfutter-Marken als Wiskas gibt. Es blieb bei dem Versuch, denn ich wäre lieber verhungert, als dass ich was anderes akzeptiere. Oder wenn sie einfach in den Urlaub fahren. Es ist mir egal, ob die Oma zweimal am Tag nach mir guckt, ich fand es einfach blöd, dass sie abgehauen sind. Ich habe dann immer am Tag der Rückkehr mein Klo auf den Badteppich verlegt. Das fanden die dann nicht so lustig. Selber schuld, oder?

Alles in allem war es eine tolle Zeit und es hätte wegen mir noch ewig so weitergehen können, aber dann kam dieser Morgen. Drei Häuser weiter war ein Garten, der mich immer schon gereizt hat. Warum? Einmal war es die Art, wie der Garten gesichert war. Normal hätte ich da gar nicht rein kommen dürfen. Dann waren da die beiden kleinen Hunde, die ich auf der Strasse so gerne geärgert habe. Was haben die immer für ein Spektakel an der Leine gemacht. Wer hätte den geahnt, dass es ausgebildete Jagdhunde sind. Was soll ich sagen, ich hab mich gewehrt, so gut ich konnte. Sie haben noch einiges einstecken dürfen, aber irgendwann....

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Meine kleine Wuschelkatze, wenn ich an Dich denke, habe ich eine Klos im Hals...

Du fehlst mir
Morgens...beim Aufstehen
Mittags...beim Spielen
Abends...beim Kuscheln
Nachts...beim Schlafen

es gibt keinen Ersatz
wird es nicht geben denn
Du warst einzigartig
Du hast meine Liebe zu Katzen geweckt

© 2002 Beka

Nachtrag: Das ganze passierte letztes Jahr Ende Novemeber.

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