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Erfahrungsbericht von FredOnly

Wandleistenheizung

Pro:

Fast "unsichtbar", gesund, billig und behaglich

Kontra:

Wenig bekanntes System

Empfehlung:

Nein

Wenn ich noch lange warte über Heizungskörper zu berichten, dann kommt die Sommerzeit und kein Hahn kräht dann danach, wie warm und kuschelig es in der Wohnung sein könnte.

Doch ist es gerade diese Jahreszeit, die es gestattet, Um-, An- und Einbauten im Heim für die unweigerlich zurückkehrenden Herbst-, Winter- und Frühjahrsmonate auszuführen. Ich selbst hatte mir vor ein paar Jahren ein Häuschen gekauft und liess noch einen grossen Raum als künftiges Wohnzimmer anbauen. Da stand ich dann vor der Entscheidung, welche Heizkörper ich mit der Stadtgaz-Energie füttere.

Ich hatte mitbekommen, dass sich viele Bewohner über ungesundes Raumklima, ungleiche Verteilung der Heizewärme und über lästige Zugluft, dort wo man behaglich sitzen möchte, beklagen. Experten machen den hohen Anteil an Konvektion mit zirkulierender Raumluft dafür verantwortlich, dass Wohlbehagen in konventionell beheizten Räumen nicht so richtig aufkommen will.

1994, schon lange her, stiess ich bereits auf einen Bericht in der Zeitschrift ZuHauseWohnen, in dem auf ein Wandheizungssystem, das sich in den USA schon seit Jahrzehnten bewährt hat, hingewiesen wurde. Trotz aller Vorteile konnte sich diese Heizungsart bei uns noch nicht so richtig durchsetzen. Fortschrittlich und neugierig, wie ich von Natur aus bin, begann ich mehr Infos zu sammeln, wagte es und bestellte in einem Fachgeschäft die Wandleistenheizung.

Statt der üblichen Konvektoren wurden in meinem künftigen Wohnzimmer an den Aussenwänden dicht über dem Fussboden eine 20 Zentimeter hohe und 7 Zentimeter tiefe Verkleidung aus weiss lackiertem Stahlblech montiert. Sie umhüllt ein Kupferrohr mit aufgesetzten Aluminium-Lamellen, das mit dem Heizkessel verbunden ist und wie ein Radiator warme Luft erzeugt. Ein speziell geformter Schlitz in der Heizleiste lässt die ca. 30 Grad warme Luft als dünnen Film an der Aussenwand im Innern des Raumes aufsteigen.

Der Effekt war verblüffend: Schon nach kurzer Zeit begann die Wand über der Heizleiste die Wärme abzustrahlen und erzeugt seitdem im Raum -ähnlich wie ein Kachelofen- ein angenehmes Klima, obgleich die Lufttemperatur nur etwa 19 Grad beträgt!

Ein Fachmann berechnete mir seinerzeit vor der Montage den Wärmebedarf des Wohnzimmers und legte anhand des Ergebnisses die Länge der Heizleisten fest. In der Regel reichen dafür die Aussenwände. Dort wird nämlich ein wichtiger Nebeneffekt der Heizleisten wirksam: Die Mauer trocknet durch die permanente Erwärmung aus und verbessert dadurch ihre Dämm-Eigenschaften: Ein Prozent weniger Feuchte verringert den Wärmeverlust jeweils um ca. fünf Prozent, hab ich mich aufklären lassen! Auf diese Weise können, je nach Beschaffenheit der Bausubstanz, bis zum 30 Prozent der Heizkosten eingespart werden!

Ich hatte mir zusätzlich noch ein gutes, teueres Thermostat angeschafft, das die Temperatur automatisch regelt. Nachträglich stellte ich fest, dass ich mir diesen Apparat eigentlich hätte sparen können. Denn der Schlitz in der Heizleiste hat eine Klappe, die per Hand vergrössert und verkleinert werden kann.

Die Montage war unkompliziert. Die Kosten dementsprechend gering. Mein Wohnzimmer ist ein hoher Raum. Da kam der Vorteil dieser Wandleistenheizung noch mehr zur Geltung, weil sich die Wärme nicht wie bei der Zentralheizung unter der Zimmerdecke staut, sondern sich gleichmässig im Raum verteilt. Ich erhielt ein ausgeglichenes und gesundes Klima; gesund deshalb, weil bei dieser Art von Heizung nachweislich sehr viel weniger Staub durch die Luft wirbelt als in meinem Schlafzimmer zum Beispiel, das noch mit einem herkömmlichen Heizsystem ausgestattet ist, wenn auch nicht mehr lange......

Ich hatte mich seinerzeit zur Blechverkleidung entschlossen, weil es besser zum gewählten Wohnzimmer-Stil passte; Verkleidung aus verleimtem Kiefernholz erfüllt denselben Zweck und passt so vielleicht besser zum jeweiligen Wohnstil. Auch beim Möbelstellen (übrigens stelle ich mindestens ein Mal im Jahr um, damit keine Langeweile aufkommt...) hindert kein Heizkörper im herkömmlichen Sinn daran!

---- Und für die Tüftler, die der Sache bis auf den Grund gehen wollen, noch diese Vergleichs-Info:
Mit gleichem Energieeinsatz ist die Raumtemperatur bei einer Konvektionsheizung ungleich verteilt: oben stauen sich 22 Grad und in der Fussbodengegend sind es nur noch 18 bis 19 Grad.--
Bei einer Fussbodenheizung verteilt sich die Wärme bereits besser: an der Decke misst man 19 Grad, am Fussboden sogar 26 Grad! Also immer noch nicht optimal wie bei der Wandheizung mit Fussleisten.--
Dort werden nämlich in der Nähe des Bodens 20 Grad gemessen, unter der Zimmerdecke 19 Grad.--
Bei Konvektion wären mindestens 23 Grad notwendig, um diesselbe (aber immer noch nicht so gesunde) Behaglichkeit zu erreichen. --------

Ich stelle hier noch eine Recherchen-Erbnis bzgl. der Kosten zur Komplettierung meines Erfahrungsberichtes zur Verfügung: Auf mein Ersuchen erhielt ich gestern folgende Daten von einem der erfahrenen, spezialisierten Anbieter, der Firma VarioTherm in Österreich, aktualisiert:

"Wir haben vier Standardtypen zu je zwei Verkleidungsvarianten- macht 8 Typen, welche je nach Situation (Platzbedarf, Heizwassertemperaturen usw.) eingesetzt werden können.- Grundsätzlich hier die Daten für ein Wohnzimmer (ca. 35 m2), zwei gut isolierte Aussenwände):
Billigste Variante = jene, wenn der Bauherr selbst mit Holz verkleidet:
z.B. 6,5 lfm Heizleiste = ca. 270,- EURO ----
Mit fertiger Aluminiumverkleidung, weiss, pulverbeschichtet:
z.B. 6,5 lfm Heizleiste = ca. 620,- EURO ----
....zuzüglich Ventile (wie bei Heizkörpern), Montage und Mehrwertsteuer."

------ Ich jedenfalls sitze nicht da: Nur oben oder unten warm, mit einer kalten Nasenspitze....

18 Bewertungen, 1 Kommentar

  • bavariangirl

    17.04.2002, 12:17 Uhr von bavariangirl
    Bewertung: sehr hilfreich

    Kannt ich noch gar nicht...man lernt hier sogar noch dazu, Gruesse Susanne