Erfahrungsbericht von Jakini
Wenn ein Kind stirbt
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
So fing alles an:
=================
Anfang April erfuhr ich, daß ich endlich wieder schwanger bin, mein Mann und ich wünschten uns sehnlichst ein zweites Kind, doch es wollte einfach nicht klappen. Nach 10 Monaten endlich, war unser Sohn unterwegs, meine Freude entsprechend groß. Doch gleichzeitig war ich betrübt, denn während ich mich über den positiven Schwangerschaftstest freute, schoß mir durch den Kopf: Freu dich nicht, das Kind hast du nicht lange.
Dieser Gedanke verfolgte mich die gesamte Schwangerschaft über, oft hatte ich Angst, das Kind zu verlieren, besonders als ich Streptokoggen am Muttermund hatte. Doch drei Tage vor dem errechneten Stichtag, am 29.11.1997 wurde unser Sohn, lt. Geburtsklinik gesund, geboren.
Da es mein zweites Kind war, und man mich bei dem ersten Kind in der Geburtstklinik wegen dem Stillen wuschig gemacht hatte, ging ich schon am nächsten Mittag, also 12 Stunden nach der Entbindung wieder nach Hause. Schon am Abend kam eine Hebammen, die bei uns die Nachsorge machte.
Mit drei Tagen mußte mein Sohn in ein Kinderkrankenhaus, da die Hebamme vermutete, daß er Fruchtwasser geschluckt haben könnte, außerdem war er gelb, und es sollte kontrolliert werden, ob die Gelbsucht behandelt werden muß.
In der Kinderklinik stellt man lediglich fest, daß mein Sohn, wie auch die erste Tochter, trinkschwach ist. Also mußte ich wieder abpumpen, und zum Aufpäppeln und um die Gelbsucht auszuscheiden, wurde die Milch von mir mit Glucose verdünnt.
Schon am nächsten Tag konnten wir nach Hause gehen, mit meinem Sohn war angeblich alles in Ordnung.
Zu Hause machte ich die Geburtstanzeigen fertig, die etwas lustik klingen sollten. Die Überschrift auf dem Deckblatt lautete:
Die Schröder´s sterben nicht aus.... .
Als ich das in den PC getippt hatte, schoß mir durch den Kopf, daß ich das gar nicht schreiben darf, denn der Kleine würde sterben.
Den Gedanken wischte ich bei Seite, fragte mich aber oft, wo er herkam.
Wir genossen den Advent und Weihnachten, abgesehen davon, daß es nach vier Wochen mit dem Stillen nicht mehr klappte, wo ich damals aber mir die Schuld gab, denn ich hatte einen Magen- und Darmvirus, durch den ich nichts bei mir behalten konnte, und somit auch nicht ausreichend Milch, klappte alles bestens.
Mein Mann hatte die ersten fünf Wochen Urlaub, bzw. konnte er noch einige Überstunden abbummeln, so mußte er erst wieder im neuen Jahr zur Arbeit gehen. Mir graute vor der ersten Woche mit den beiden Kindern alleine, doch sie verlief super, bis auf den letzten Tag, dem 9.1.1998.
Am 9.1.1998 hatte ich die nächste Vorsorge Untersuchung mit meinem Sohn. Er war inzwischen knapp sechs Wochen alt. Schon am Vorabend hatte ich einen Panik Anfall, da mein Sohn schwer atmete. Mein Mann tat das aber ab, weil er gerade geschrien hätte.
Am nächsten Morgen erfuhr ist, daß ich Recht hatte, mein Sohn hatte eine schwere Bronchitis und wurde sofort in die Kinderklinik eingewiesen. Ich hatte noch nicht einmal mehr Zeit, nach Hause zu fahren, um meine Tochter unzubringen und mit Auto selber zu fahren, wir mußten uns ein Taxi rufen.
In der Kinderklinik fand man den Zustand meines Sohnes gar nicht so bedrohlich, man wollte uns sogar nach Hause schicken, in dem Moment war ich ehrlich gesagt sauer auf unsere Kinderärztin, die mich so in Panik versetzt hatte.
Mein Sohn und ich wurden auf ein Zimmer verfrachtet, und dann hieß es warten. Irgendwann kam eine Schwester und holte meinen Sohn ab, sie meinte, ich sollte besser im Zimmer warten, denn man würde ihm nun Blut abnehmen, das sollte ich mir nicht antun,
Schreiend kam mein Sohn wieder, er lies sich kaum beruhigen, und von da an, hatte ich auf einmal ein anderes Kind. Mein Sohn, der vorher recht ruhig und genügsam war, war auf einmal permanent am Schreien!!! Im Krankenhaus hies es, das wären Blähungen.
Auch sein bisher großer Appetit, er trank nun seit einer Woche die Flasche und schaffte mit seinem sechs Wochen schon gut 200 ml, ließ auf einmal nach, und das arg. Wenn er mal 100 ml trank, dann wer er gut.
An dem Wochenende in der Klinik lief mein Sohn zwei Mal blau an, als er schrie, bis ein Arzt kam, vergingen Stunden, da war dieser Anfall dann vorbei, angeblich wäre alles in Ordnung.
Am Montag dann die erste vernünftige Visite, bei der man ein Herznebengeräusch feststellt und der Brustkorb meines Sohnes aussah, wie eine Landkarte. Die Adern waren dunkel blau zu erkennen.
Eine Ultraschalluntersuchung ergab, daß mein Sohn einen Herzfehler hatte, das wußte ich noch ehe, der Arzt es ausgesprochen hatte. Dabei war beim ersten Ultrschall nichts zu sehen, angeblich alles in Ordnung, da mein Sohn aber so sehr geschrien hatte bei der Untersuchung, sollte diese noch einmal Wiederholt werden.
Er hatte eine Aortenstenose (Verengung der Aorta) und der linke Herzmuskel war verdickt. Doch man beruhigte mich damit, daß das Herz das best erforschte Organ des Körpers wäre, ich sollte keine große Angst haben. Aber die hatte ich trotzdem.
Unsere Kinderärztin setzte sich dafür ein, daß wir einen Überwachungsmonitor bekommen, dafür bin ich ihr heute noch dankbar, denn alle anderen, außer mir und der Kinderärztin waren der Meinung, das wäre Unsinn.
Regelmäßig mußten wir nun zu einem Kinderkardiologen, der sehr um unseren Sohn bemüht war und super mit einander gearbeitet haben. So stellten die beiden gemeinsam fest, daß unser Sohn das Kiss Syndrom hat. Hierbei handelt es sich um einen verrenkten Halswirbel. Im Grunde hätte man dies schon viel früher behandelt können, denn:
1. Haben wir wenige Tage vor dem Tod unseres Sohnes
erfahren, daß der Radiologe in der Kinderklinik
dies schon bei seinem Auffenthalt im Januar 1998
festgestellt und intern weitergeleitet hatte. Nur
hatte dies niemand in der Kinderklinik ernst
genommen, und
2. schoß es mir einmal durch den Kopf, als ich meinen
Sohn ansah. Da mich aber alle schon wegen dem Herz-
fehler für verrückt erklärt hatten, habe ich diesen
Gedanken verdrängt, wie ich auch alle Gedanken in
meinem Kopf bezüglich seine Todes verdrängt habe.
Das hätte ich nicht tun sollen, vielleicht würde
mein Sohn heute noch leben, oder zumindest hätte
er in der kurzen Zeit, die er bei uns sein durfte
wenigstens weniger Schmerzen gehabt.
Nach dieser Behandlung durch einen Chiropraktiker, zu dem wir extra von Hamburg nach Eckernförde fahren mußten, war unser Sohn wie ausgewechselt. Was ich erstaunlich fand, am Monitor unseres Sohnes konnte wir erkennen, daß kurz nach dem Einrenken, seine Herzfrequenz etwas absackte, dies hatte der Arzt vorrausgesagt. Endlich schlief mein Sohn mal vier Stunden am Stück, trotzdem mußten wir noch einmal zum Nachrenken.
Innerlich war ich mir sicher, wir haben die Ursache gefunden, warum es meinem Sohn so schlecht ging.
Ende März fuhren wir für eine Woche in den Center Park, den Urlaub hatten wir schon vor der Geburt unseres Sohnes gebucht, ich wollte wegen meinem Sohn den Urlaub absagen, doch die Kinderärztin meinte, es wäre für uns alle sehr wichtig, auch in Soltau gibt es ein Krankenhaus für den Notfall und wir sollten dort zu einem Kinderarzt gehen.
Das haben wir dann auch zwei Mal getan, dieser Arzt machte mir auch sehr viel Hoffnung, denn er meinte: So rot, wie ihr Sohn beim Schreien wird, da kann sein Herzfehler gar nicht schlimm sein.
In diesem Urlaub haben wir eine Zeichnung von unserem Sohn machen lassen, von der selben Zeichnerin, die ein Jahr zuvor in einem anderen Center Parc unsere Tochter gezeichnet hatte.
Diese Zeichnung ist für mich so lebendig, und inzwischen sehe ich sie als Abschiedsgeschenk von unserem Sohn an.
Meine Mutter hat mir den Kleinen viel abgenommen in dieser Woche, so hatte ich auch mal wieder Zeit für meine Tochter, die in den letzten Monaten viel zu kurz gekommen war. Am letzten Urlaubstag freute ich mich doch auf zu Hause, denn ich vermißte mein Sohn ganz schön.
Wieder zu Hause wurde unser Sohn unruhiger, die nächste Bronchtis, angelbich. Als ich meinen Kleinen so schreiend im Arm hatte, schoß mir wieder ein Gedanke durch den Kopf: Vielleicht ist es besser, wenn er stirbt, dann kann er in einem gesunden Körper wiederkommen. Mir machte das Angst und ich haßte mich für diese Gedanken, alle davon habe ich in meinem Bericht nicht erwähnt, doch es waren noch einige, immer wieder die Gedanken, daß mein Sohn sterben würde.
Die Kinderärztin hatte während unseres Urlaubes herausgefunden, daß man schon im Januar festgestellt hatte, daß mit der Wirbelsäule unseres Sohnes etwas nicht stimmt, so stand in dem Bericht aus dem Krankenhaus. Als wir nach Eckerförde fuhren, hatte man uns ausgelacht und den Chiropraktiker als Spinner bezeichnet, einen Tag vor dem ersten Termin war unser Sohn nämlich wieder in der Klinik, da sein Monitor Alarm geschlagen hatte.
Wir bekamen einen Termin für eine Untersuchung bei dem Radiologen, die dann aber nicht mehr gemacht werden konnte, da mein Sohn wenige Stunden vorher starb..... .
So hörte alles auf:
===================
Am Morgen des 2. Aprils weckte mein Sohn mich wie gewohnt, weil er gefüttert werden wollte. Inzwischen schlief er nachts immerhin schon für sechs Stunden, was meinem Körper, der kurz vor dem Zusammenbruch war, sehr gut getan hat.
Ich ging in die Küche, um die Flasche aufzuwärmen, damit mein Sohn nicht so lange schreien muß, hatte ich die Flaschen immer fertig vorbereitet im Kühlschrank stehen und habe sie dann in der Mikrowelle aufgewährmt. Dazu hatte man uns im Kinderkrankenhaus geraten.
Während ich die Flasche warm machte, nahm mein Mann unseren Sohn vom Überwachungsmonitor ab, da er dort nur angschlossen sein brauchte, wenn er schlief, oder nicht im Blickfeld war.
Ich holte den Kleinen und wollte ihm die Flasche geben, doch er drehte nur angewiedert den Kopf bei Seite und verdrehte die Augen. Da merkte ich, das was nicht stimmt, ich rief meinen Mann, der den Kleinen nahm und ging zum Telefon, um den Notarzt zu rufen.
Mein Mann schloss den Kleinen wieder an den Monitor an, und es war kaum noch eine Herzfrequenz mehr vorhanden, ebenfalls die Atmung setzte aus.
Irgendwie hatte ich nach dem Telefonat den Kleinen wieder und legte ihn auf den Boden, um eine HLW zu machen. Ein bisschen was bewirkte die auch, die Herzfrequenz war wieder da, und mein Sohn atmete, doch die ganze Zeit pipte der Monitor.
Als der Notarzt kam, war ich gerade dabei, meinem Sohn den Schleim aus der Nase abzuwischen, der inzwischen dort rauslief, wie ich dazu kam, kann ich nicht sagen, heute komme ich mir dafür sehr dämlich vor.
Wir wurden aus dem Raum geschickt, gingen ins Kinderzimmer, während das Notarzt Team auf unserem Eßtisch versuchte, unserem Sohn das Leben zu retten. Zusammengekauert saßen wir im Kinderzimmer, wo unsere damals 2,5 Jahre alte Tochter schlief, die von dem Ganzen zum Glück nichts mitbekommen hatte, denn obwohl sie sehr zurückstecken mußte, hing sie doch sehr an ihrem Bruder, ihrem JAKINI.
Nach einer Stunde, wo inzwischen zwei Kinderärzte aus der Kinderklinik hinzugerufen wurden, kam unser Sohn in das Kinderkrankenhaus, wir sollten hinterherfahren.
Wir weckten meine Schwiegermutter, die auf unsere Tochter aufpaßte und fuhren dann zur Klinik.
Dort mußten wir auf einem Flur vor der Intensivstation warten, der Chefarzt unterhilt sich mit uns, und meinte ganz klar, daß es für unseren Sohn, der inzwischen nur noch im Koma lag, besser wäre, wenn er stirbt, da sein Gehirn zu lange ohne Sauerstoff war.
Wir sollten entscheiden, ob unser Sohn noch Medikamente bekommen soll, um sein Leben zu retten, oder nicht. Auch durften wir ihn kurz sehen, da sagte meine innere Stimme mir: Du mußt ihn gehen lassen.
Doch so weit war ich noch nicht, mein Mann und ich gingen spazieren, und meinem Mann ging es nun so, wie mir die letzten Monate, wo mir niemand geglaubt hat, daß unser Sohn nicht nur einfach einen Herzfehler hat. Mir war klar, wir würden den Kampf nun entgültig verlieren und ich war wie betäubt, aber irgendwie auch gefaßt.
Gegen meinen Willen kam mein Schwiegervater in die Klinik, mit ihm war ich inzwischen zertritten, da er mir verbieten wollte, mit meinem Sohn weiterhin in die Klinik zu fahren, weil ich angelich spinne und mit dem Kind nur überfordert wäre, unser Sohn hätte gar nichts. Mit diesem Spruch kam er auf der Tauffeier unseres Sohnes, zum Glück hilten die Menschen, die das mitbekommen hatten, wie meine Eltern und befreundete Nachbarn in dem Moment zu mir und stärkten mich, wenn ich es für richtig halte, mit meinem Sohn weiterhin ins Krankenhaus zu fahren.
Als ich nach Hause fahren wollte, weil man sagt, es würde sich in 24 Stunden zeigen, ob mein Sohn auf die Medikamente reagiert, hilt der Chefarzt uns zurück, wir sollten zu unserem Sohn kommen. Ich bekam den Kleinen in den Arm, zum letzten Mal, denn wenige Minuten später er tot.
Heute schäme ich mich, daß ich in dem Moment nach Hause fahren wollte, mir fehlte einfach die Kraft, ich bildete mir ein, wenn ich nach Hause fahre, und schlafe, dann geht es mir besser. Und wenn es mir besser geht, dann geht es auch meinem Sohn besser.
Zu Hause kam mir meine Tochter entgegen gelaufen, natürlich fragte sie nach ihrem Bruder und ich konnte nur noch sagen, daß er tot ist. Ob sie es in dem Moment verstanden hat, das kann ich nicht sagen.
Die Zeit danach:
================
Mit Jannik war ein Teil von mir gestorben, doch für mich stand sofort fest, daß ich noch ein Kind möchte, anders würde ich den Verlust nicht ertragen können. Außerdem bin ich selber ein Einzelkind, und das wollte ich meiner Tochter nicht antun !!!
Am schlimmsten war für mich mein Geburtstag, ich hatte mir zu diesem Geburtstag, der vier Tage nach seinem Tod war, nichts weiter gewünscht, als daß mein Sohn wieder gesund werden würde. Statt dessen war er nun tot.
Um bei ihm sein zu können, fuhren wir zum Krankenhaus, in dem die Obduktion stattfinden sollte. In einem Abschiedsraum durften wir unseren Sohn noch einmal sehen. Meine Mutter kam mit, was mir sehr gut tat, damit zeigte sie mir, daß ihr mein Sohn auch viel bedeutet hat.
Erst 14 Tage später konnte unser Sohn beerdigt werden.
Diese Zeit war besonders hart, und in der Nacht vor der Beerdigung hatte ich da Gefühl, daß mein Großvater mit meinem Sohn auf dem Arm vor mir stand. Immerhin wußte ich nun, daß mein Sohn in besten Händen war, denn oftmals hatte ich das Gefühl, ich muß ihm hinterher, weil er dort, wo er nun ist, doch alleine ist.
Einen Tag vor der Beerdigung haben wir unseren Sohn dann noch einmal gesehen, ihn extra noch mal aufbaren lassen. Außer uns ist leider niemand mitgekommen, meine Mutter war ja schon an meinem Geburtstag mit, und meine Schwiegereltern hatten kein Interesse.
Für mich war dieser Abschied aber sehr wichtig, es tat zwar weh und war hart, den Kleinen, der aussah wie eine Puppe, in seinem kleinen Sarg liegen zu sehen, doch es hat mich in meiner Trauerarbeit ein ganzes Stück weitergebracht.
Die Beerdigung war ein sehr schwerer Gang, und ich hatte im Vorraum das Gefühl, daß ich jedem Moment umkippen würde, doch das Ganze kam mir vor, wie ein Film, es war alles so unwirklich, vorallem dieser kleine weiße Sarg, der da vor uns stand.
Ich hofft, gleich würde der Deckel aufgehen und der Kleine liegt lebendig darin und lacht mich an.
Doch dem war nicht so, leider.
Die Wochen nach der Beerdigung kamen mir vor, wie eine Ewigkeit, war mein Tag vorher immer ausgefüllt, so stand ich nun vor einer Leere, niemand da, außer meine Tochter.
Doch mit ihr konnte ich nicht wirklich etwas anfangen, jeder Fortschritt von ihr, der zeigte mir, was ich mit meinem Sohn nicht erleben darf. In dem Moment trafen sich Freude und Trauer.
Ich war oft beim Arzt, weil ich körperlich und nervlich am Ende war. So wurden wir zu einer Kur geschickt. Die Kur brachte mich wieder zurück ins Leben, gut war aber, daß mein Mann und meine Tochter bei mir waren. So wurden wir wieder eine Familie und ich konnte auch endlich wieder etwas mit meiner Tochter anfangen.
Auch die Verwaisten Eltern waren wir eine sehr große Hilfe, dort haben wir ebenfalls betroffene Eltern gefunden, mit denen wir uns angefreundet haben. Wir haben uns gegenseitig viel helfen können, und haben noch immer Kontakt.
Nur in der Familie, da ist es leider nicht so einfach, über unseren Sohn zu reden. Für meine Eltern ist er immer noch präsent,die kommen sogar im November bei Sturm und Regen mit Bus und Bahn, was eine gute Stunde Fahrt ausmacht, zum Grab rübergefahren, wenn unser Sohn Geburtstag hat, sie stehen uns dann bei. Doch in der Familie meines Mannes wird unser Sohn totgeschwiegen, was ganz schön weh tut.
Wird dieses Thema angefangen, dann werden die Gespräche abgeblockt, man will davon einfach nichts mehr hören, wir sollten doch vergessen.... . Doch vergessen, das können wir nicht, und in unseren Herzen wird unser Sohn ewig leben.
Nun haben wir bald wieder den 2. April, dann ist mein Sohn schon vier Jahre tot, doch als ich diese Zeilen geschrieben habe, kam es mir vor, als wäre all dies erst gestern geschehen, denn so etwas vergißt man einfach nie.
Für mich ist immer noch die schlimmste Zeit der Winter, die Zeit, die ich mit meinem Sohn erlebt habe.
Was mir aber hilft, das ist sein Bäumchen, eine (noch) kleine Japanische Zierkirsche, die hoffentlich in den nächsten Tagen anfängt zu blühen.
Im Frühjahr gibt es normaler Weise neues Leben, so vor fünf Jahren auch meine Schwangerschaft, doch ein Jahr später war alles vorbei.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-03-28 08:04:44 mit dem Titel Wenn Kinder nicht essen wollen
Meine große Tochter ist inzwischen sechs Jahr alt, doch mit ca. 2 Jahren fing bei ihr das Drama an:
"MAG I NICH" das war damals ihr Standartsatz, der mir immer mehr aus den Ohren hing. Sah sie aber Schokolade, dann war sie die erste die danach verlangte. Schokolade wurde somit komplett aus unserem Haus verbannt!!!
Kein Kind verhungert freiwillig, das sollte allen Eltern klar sein, es sei denn, das Kind ist krank.
Daß meine Tochter gesund war, das war eindeutig, denn sie aß ja, nur eben nicht das, was sie essen sollte, nämlich mittags gekochtes und vorallem Obst.
Doch wir waren in dem Punkt hart, auch wenn sie schon immer recht mager war. Allerdings haben wir unsere Tochter mit einbezogen, wenn es um die Essensfrage ging, so habe ich zugesehen, daß ich Dinge gekochte habe, die sie eben mochte. Allen voran sind da natürlich Spaghetti, wie sicher bei allen Kinder. Und keine Angst, Nudeln sind nicht ungesund, im Gegenteil, nimmt man nämlich Vollkornnudeln, dann sind sie sogar sehr gesund. Tomatensoße ist nicht nur lecker, sondern ebenfalls gesund, denn in Tomaten sind Stoffe enthalten, die freie Radikale im Körper bekämpfen, und die somit die Abwehr stärken.
Somit gibt es bei uns immer noch ein bis zwei Mal die Woche Spaghetti oder Nudeln.
Inzwischen hat es sich aber gelegt bei meiner großen Tochter mit ihrer Abneigung gegen alles, was gesund ist. Dafür fängt meine Mittlere nun an, die wurde im Oktober letzten Jahres zwei und hat nun ihre Phase, daß sie nicht mehr alles essen mag. Ein Apfel wird nur einmal angebissen und das war es dann, Apfelsienen sind ihr ein Graus, Gurken hat sie vor einem Jahr noch geliebt, heute Morgen wirft sie die unberührt einfach in den Müll und stellt sich vor den Kühlschrank, verlangt natürlich nach: "Schlade" (Schokolade, wie sich sicher jeder denken kann). Doch auch hier muß ich hart bleiben, denn sonst ißt sie nämlich keine anderen Dinge. Ab und zu mal ein Stück, das gibt es natürlich, aber nicht so häufig, wie sie es verlangt.
Mit dem Obst das haben wir inzwischen anders geregelt, Apfesinen gibt es eben nur noch frisch gepreßt: Eine Apfelsine pressen, ab in die Flasche und mit Wasser auffüllen, so kommt meine Tochter zu Vitaminen und trinkt ausreichend. Inzwischen rennt sie mir auch regelmäßig mit Flasche und Apfelsine in der Hand entgegen, weil sie danach verlangt.
Äpfel ißt sie mal mehr, mal weniger, doch die stehen am Nachmittag immer wie kleine Schiffchen geschnitten auf dem Eßtisch, griffbereit für die Kinder. Ebenso klein geschnittene Gurke und Karotten. So etwas Essen Kinder total gerne, und das naschen sie dann auch zwischendurch mal, so bleibt dann im Bauch natürlich auch nicht viel Platz für andere Dinge, ein üppiges Mittageesen z.B.
Wer also möchte, daß sein Kind vernünftig ißt, der sollte dem in erster Linie ein Vorbild sein. Eltern, die viel Süßes essen, können von den Kindern nicht verlangen, daß sie sich gesund ernähren!!!!
Immer etwas Gesundes stehen haben, wo die Kinder nach Lust und Laune zugreifen, keine Angst, wenn man es so angeboten bekommt, dann essen die Kinder schon. Bei meinen klappt es auf jeden Fall.
Überlegt Euch, was die Kinder über den Tag essen. Manche Eltern meinen nur, ihr Kind ißt gar nichts, dabei gibt es Kinder, die den ganzen Tag essen:
Wenn Mama kocht, wird immer ein bisschen genascht. Meine Tochter steht immer neben mir und nascht z.B. beim Gemüseschneiden Paprika, Karotten etc.
Manche Kinder bekommen aber auch viel zu naschen, da gibt es dann am Vormittag Kekse, ober aber andere Knabbereien wie Salzstangen. Wie kann man da aber bitte erwarten, daß das Kind noch viel ißt?
Meine mittlere Tochter trinkt derzeit sehr viel, im Grunde bin ich froh darüber, denn die große muß ich zum Trinken antreiben. Doch so ist ihr Bauch natürlich gefüllt, besonders wenn es sich um Fruchtsäfte handelt, denn das sind eigentlich keine Getränke, sondern eher Nahrungsmittel!!! Da können die Kinder dann keinen Hunger mehr haben.
Gut, meine Kinder bekommen Fruchtsäfte überwiegend verdünnt, nur eine Portion am Tag Orangensaft (frisch gepresst) pur, ansonsten eben mit Wasser verdünnt als Schorle. Das löscht den Durst und schmeckt sehr gut. Außerdem bekommen die Kinder auf diese Weise über den Tag verteilt Vitamine zugeführt.
Inzwischen essen meine beiden Töchter sehr gut zu Mittag, was aber auch daran liegt, daß meine große fertig aus der Schule kommt und die mittlere eben so lange warten muß, mit dem Mittag. So gibt es am frühen Morgen Frühstück, gegen 10.00 Uhr ein zweites Frühstück und erst gegen 14.00 Uhr wenn wir aus der Schule heim sind, etwas warmes. In der Zeit wo wir zu Fuß unterwegs sind, die große Schwester abholen, schläft meine Mittlere meistens in der Karre und kommt dann frisch und munter an den Essenstisch.
Die Müdigkeit ist bei Kindern oft auch ein Grund, warum sie schlecht essen. Am Wochenende ißt meine mittlere Tochter auch immer schlechter, weil sie dann nämlich meistens keinen Mittagsschlaf gemacht hat und müde ist. Also bei den Kleinen für ausreichend Schlaf sorgen, dann ist das Essen auch angenehmer.
Viel frische Luft ist auch wichtig, Kinder die nur in der Bude hocken, die haben auch keinen Appetit. Also egal wie das Wetter ist, raus mit den Kindern. Etweder einen Spaziergang machen oder auf den Spielplatz gehen. Die Zeit hat man sicher nicht immer, doch eine Stunde am Tag ist wichtig, nicht nur für die Kinder. Wer am Wochenende die Möglichkeit hat, der sollte auch zusehen, daß die Kinder viel raus kommen. Wir machen dann öfter mal Tagesausflüge, sei es im Sommer an die Ostsee, wo wir nach einer Stunde Autofahrt sein können, oder wie letzte Woche einen Tag in den Harz. Da haben meine Kinder auch richtig reingehauen. Klar, im Auto haben sie geschlafen, dann waren wir viel draußen spazieren und so gab es keine Zwischenmalzeiten, die sie schon vorher gesättigt hatten.
Ich hoffe, mein Bericht konnte so einige Eltern beruhigen, was das Essen ihrer Kinder angeht. Viele kleine Portionen sind auf jeden Fall gesünder, als wenige große und wenn ihr mal drauf achtet, Eure Kinder essen bestimmt, es fällt nur nich auf, weil es oft nícht zu den Hauptmahlzeiten ist.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-11 12:12:04 mit dem Titel Weitsichtigkeit bei Kindern
Meine große Tochter kam letzten Sommer in die Grundschule, dazu war eine Untersuchung bei der Schulärztin notwendig. Leider hatte sie an dem Tag überhaupt keine Lust, so daß wir wegen dem Sehtest extra zum Augenarzt gehen mußten. Zum Glück, auch wenn wir damals dafür einen Ferientag haben opfern müssen, doch wer weiß, wann wir sonst herausgefunden hätten, daß unsere Tochter sehr stark weitsichtig ist.
Bei der Kinderärztin hat sie die Sehtest immer sehr gut überstanden, klar, da ging es in erster Linie darum, Bilder in der Ferne zu erkennen. Auch wir haben so nichts bemerkt, dann von weitem erkennt unsere Tochter wirklich eine Menge, wo ich manchmal denke, daß ich blind bin, weil sie so gut sehen kann. Mir kam nie die Idee, daß meine Tochter eigentlich Probleme mit dem Sehen haben könnte.
Wir wohnen in einer recht großen Siedlung mit insgesamt sieben Häusern, in der Mitte liegt eine Spielstraße und ein großer Spielplatz. Die Tiefgaragen zu unserem Haus sind etwa 50 Meter vom Spielplatz entfernt. Wenn wir im Sommer draußen sind, erkennt meine Tochter vom Spielplatz, wenn meine Schwiegermutter aus der Garage kommt. Ich kann sie nicht so schnell erkennen.
Mit der Vorschullehrerin sprachen wir damals einmal über das Höhren, denn unsere Tochter ist oft vertäumt, reagiert sehr schlecht, deswegen haben wir einen Hörtest machen lassen und beim Elternsprechtag die Lehrerin drauf angesprochen. Sie fragte dann mal nebenbei wie es denn mit dem Sehen wäre, ohne konkrete Hinweise. Wir meinten, daß uns da bisher nichts aufgefallen wäre, und die Tests bei der Kinderärztin waren in Ordnung. Auf diese Antwort kam von der Lehrerin kein Einspruch, daß sie das Gefühl hätte, wir sollten es besser vom Augenarzt kontrollieren lassen, sie war mit dieser Auskunft zufrieden, was unsere Meinung, daß unsere Tochter gut sehen kann, bestätigte.
Wir haben auf jeden Fall aus dieser Sache eines gelernt:
Die Kinderärzte sind gar nicht in der Lage im Rahmen der U- Untersuchungen die wirkliche Sehkraft des Kindes zu kontrollieren, besser ist es, sein Kind dem Augenarzt vorzustellen, auch wenn die Sehtest bei der Kinderärztin gut ausfallen.
Mit unseren kleinen Kindern wird es auf jeden Fall so gemacht, vorallem weil der Augenarzt sich damals auch unsere mittlere Tochter angesehen hat und meinte, sie ist auch weitsichtig, allerdings lange nicht so schlimm, wie die große Tochter. Bisher braucht sie noch keine Brille, doch es wird weiterhin kontrolliert.
Aber auch die Große wird natürlich weiterhin untersucht, vielleicht bessern sich die Augen ja auch nocht.
Diese Möglichkeit gibt es nämlich offensichtlich, so habe ich es zumindest von einer Freundin gehört, daß sich Weitsichtigkeit bei Kindern noch verwachsen kann.
Unsere Tochter freute sich zum Glück auf ihre Brille, obwohl sie es bei einer Freundin mitbekommen hatte, daß diese von den Mitschülern gehänselt wurde. Doch ich frage mich ehrlich, wie viele der anderen Kinder vielleicht auch schlecht sehen können, und ob man dies bei den einfachen Sehtest wirklich feststellen kann.
Ich für meinen Teil hoffe für meine Töchter, daß sie durch das frühzeitige Tragen der Brille diese eines Tages beiseite legen können und wirklich gute Augen haben.
Die Untersuchung haben meine Töchter ganz toll mitgemacht. Erst einmal mußten sie in ein Gerät schauen, dabei ganz ruhig sitzen, was meine Töchter immer machen, wenn sie Angst haben. Da hat man dann in den Augen schon gesehen, daß es sich um eine Weitsichtigkeit handelt.
Dann machte die Große noch einen Sehtest, wo die das E in verschiedene Richtungen erkennen und mit einem Stab nachzeigen mußte. Hier hat sie zwar zwei kleine Fehler gemacht, aber dies ansonsten gut erkannt.
Dafür gab es dann arge Probleme bei einem Sehtest, wo sie aus der Nähe etwas erkennen sollte. Genau habe ich das aber nicht mitbekommen, denn da war ich mit meiner Mittleren beschäftigt.
Die Mittlere bekam dann später eine Tafel vorgehalten auf sie eine Katze zeigen sollte, so in der Art wie die Zauberbilder, auf die man sich konzentrieren muß, um die dargestellten Dinge zu sehen. Ich vermute, dies war der Sehtest, bei dem meine große Tochter durchgefallen war, denn das war ja aus der Nähe.
Der Augenarzt hat sich dann die Augen noch einmal angesehen und die Diagnose der Sprechstundenhilfe bestätigt. Meine große Tochter bekam denn Tropfen in die Augen, die die Pupillen erweitern. So kann der Arzt dann die Sehstärke feststellen.
Erst gab es die Tropfen einmal, dann nach 10 Minuten ein zweites Mal und weitere 30 Minuten später wurden die Augen dann wieder untersucht, um die Brillenstärke festzustellen. Der Augenarzt war total verwundert, daß er in der Praxis nicht gehört hat, daß meine Tochter die Tropfen bekommen hat, er meinte, daß andere Kinder dann immer die Praxis zusammenschreien. Aber insgesamt war meine Tochter bei der Untersuchung wirklich tapfer und brav, hat endlich mal alles mitgemacht, obwohl ich sie wegen der Kleinen nicht auf dem Schoß haben konnte. Nächstes Mal muß eben der Papa mit.
Nun waren die Pupillen bis zum nächsten Tag natürlich noch geweitet, meine Tochter war recht müde, denn dies ermüdet leider auch. Gar nicht so einfach, mit einer kleinen Schwester im Nacken am Tage zu schlafen, ein paar Stunden hat sie es dann doch geschafft. Sie sagte zwar, daß sie gut sehen könnte und drängte, daß sie bitte heute noch ihre Brille aussuchen sollte, doch so sicher war ich mir da nicht, daß sie wirklich alles gut erkannt hat.
Inzwischen trägt meine Tochter ihre Brille ein gutes halbes Jahr, das eine Auge muß jeden Tag zugeklebt werden, damit das andere sich angleichen kann. Eine kleine Besserung hat man schon feststellen können, obwohl ich zugeben muß, daß ich das Pflaster manchmal vergessen, vorallem an Tagen wie gestern, wo hier durch einen Brand große Aufregung herrschte.
Ich gebe unten ein sehr schlecht, denn Weitsichtigkeit ist nun mal nicht gut, und die Brille kostet eben einiges an Geld, das Eltern aus eigener Taschen zahlen müssen, trotzdem ist es gut, daß so etwas erkannt und auch behandelt werden kann.
=================
Anfang April erfuhr ich, daß ich endlich wieder schwanger bin, mein Mann und ich wünschten uns sehnlichst ein zweites Kind, doch es wollte einfach nicht klappen. Nach 10 Monaten endlich, war unser Sohn unterwegs, meine Freude entsprechend groß. Doch gleichzeitig war ich betrübt, denn während ich mich über den positiven Schwangerschaftstest freute, schoß mir durch den Kopf: Freu dich nicht, das Kind hast du nicht lange.
Dieser Gedanke verfolgte mich die gesamte Schwangerschaft über, oft hatte ich Angst, das Kind zu verlieren, besonders als ich Streptokoggen am Muttermund hatte. Doch drei Tage vor dem errechneten Stichtag, am 29.11.1997 wurde unser Sohn, lt. Geburtsklinik gesund, geboren.
Da es mein zweites Kind war, und man mich bei dem ersten Kind in der Geburtstklinik wegen dem Stillen wuschig gemacht hatte, ging ich schon am nächsten Mittag, also 12 Stunden nach der Entbindung wieder nach Hause. Schon am Abend kam eine Hebammen, die bei uns die Nachsorge machte.
Mit drei Tagen mußte mein Sohn in ein Kinderkrankenhaus, da die Hebamme vermutete, daß er Fruchtwasser geschluckt haben könnte, außerdem war er gelb, und es sollte kontrolliert werden, ob die Gelbsucht behandelt werden muß.
In der Kinderklinik stellt man lediglich fest, daß mein Sohn, wie auch die erste Tochter, trinkschwach ist. Also mußte ich wieder abpumpen, und zum Aufpäppeln und um die Gelbsucht auszuscheiden, wurde die Milch von mir mit Glucose verdünnt.
Schon am nächsten Tag konnten wir nach Hause gehen, mit meinem Sohn war angeblich alles in Ordnung.
Zu Hause machte ich die Geburtstanzeigen fertig, die etwas lustik klingen sollten. Die Überschrift auf dem Deckblatt lautete:
Die Schröder´s sterben nicht aus.... .
Als ich das in den PC getippt hatte, schoß mir durch den Kopf, daß ich das gar nicht schreiben darf, denn der Kleine würde sterben.
Den Gedanken wischte ich bei Seite, fragte mich aber oft, wo er herkam.
Wir genossen den Advent und Weihnachten, abgesehen davon, daß es nach vier Wochen mit dem Stillen nicht mehr klappte, wo ich damals aber mir die Schuld gab, denn ich hatte einen Magen- und Darmvirus, durch den ich nichts bei mir behalten konnte, und somit auch nicht ausreichend Milch, klappte alles bestens.
Mein Mann hatte die ersten fünf Wochen Urlaub, bzw. konnte er noch einige Überstunden abbummeln, so mußte er erst wieder im neuen Jahr zur Arbeit gehen. Mir graute vor der ersten Woche mit den beiden Kindern alleine, doch sie verlief super, bis auf den letzten Tag, dem 9.1.1998.
Am 9.1.1998 hatte ich die nächste Vorsorge Untersuchung mit meinem Sohn. Er war inzwischen knapp sechs Wochen alt. Schon am Vorabend hatte ich einen Panik Anfall, da mein Sohn schwer atmete. Mein Mann tat das aber ab, weil er gerade geschrien hätte.
Am nächsten Morgen erfuhr ist, daß ich Recht hatte, mein Sohn hatte eine schwere Bronchitis und wurde sofort in die Kinderklinik eingewiesen. Ich hatte noch nicht einmal mehr Zeit, nach Hause zu fahren, um meine Tochter unzubringen und mit Auto selber zu fahren, wir mußten uns ein Taxi rufen.
In der Kinderklinik fand man den Zustand meines Sohnes gar nicht so bedrohlich, man wollte uns sogar nach Hause schicken, in dem Moment war ich ehrlich gesagt sauer auf unsere Kinderärztin, die mich so in Panik versetzt hatte.
Mein Sohn und ich wurden auf ein Zimmer verfrachtet, und dann hieß es warten. Irgendwann kam eine Schwester und holte meinen Sohn ab, sie meinte, ich sollte besser im Zimmer warten, denn man würde ihm nun Blut abnehmen, das sollte ich mir nicht antun,
Schreiend kam mein Sohn wieder, er lies sich kaum beruhigen, und von da an, hatte ich auf einmal ein anderes Kind. Mein Sohn, der vorher recht ruhig und genügsam war, war auf einmal permanent am Schreien!!! Im Krankenhaus hies es, das wären Blähungen.
Auch sein bisher großer Appetit, er trank nun seit einer Woche die Flasche und schaffte mit seinem sechs Wochen schon gut 200 ml, ließ auf einmal nach, und das arg. Wenn er mal 100 ml trank, dann wer er gut.
An dem Wochenende in der Klinik lief mein Sohn zwei Mal blau an, als er schrie, bis ein Arzt kam, vergingen Stunden, da war dieser Anfall dann vorbei, angeblich wäre alles in Ordnung.
Am Montag dann die erste vernünftige Visite, bei der man ein Herznebengeräusch feststellt und der Brustkorb meines Sohnes aussah, wie eine Landkarte. Die Adern waren dunkel blau zu erkennen.
Eine Ultraschalluntersuchung ergab, daß mein Sohn einen Herzfehler hatte, das wußte ich noch ehe, der Arzt es ausgesprochen hatte. Dabei war beim ersten Ultrschall nichts zu sehen, angeblich alles in Ordnung, da mein Sohn aber so sehr geschrien hatte bei der Untersuchung, sollte diese noch einmal Wiederholt werden.
Er hatte eine Aortenstenose (Verengung der Aorta) und der linke Herzmuskel war verdickt. Doch man beruhigte mich damit, daß das Herz das best erforschte Organ des Körpers wäre, ich sollte keine große Angst haben. Aber die hatte ich trotzdem.
Unsere Kinderärztin setzte sich dafür ein, daß wir einen Überwachungsmonitor bekommen, dafür bin ich ihr heute noch dankbar, denn alle anderen, außer mir und der Kinderärztin waren der Meinung, das wäre Unsinn.
Regelmäßig mußten wir nun zu einem Kinderkardiologen, der sehr um unseren Sohn bemüht war und super mit einander gearbeitet haben. So stellten die beiden gemeinsam fest, daß unser Sohn das Kiss Syndrom hat. Hierbei handelt es sich um einen verrenkten Halswirbel. Im Grunde hätte man dies schon viel früher behandelt können, denn:
1. Haben wir wenige Tage vor dem Tod unseres Sohnes
erfahren, daß der Radiologe in der Kinderklinik
dies schon bei seinem Auffenthalt im Januar 1998
festgestellt und intern weitergeleitet hatte. Nur
hatte dies niemand in der Kinderklinik ernst
genommen, und
2. schoß es mir einmal durch den Kopf, als ich meinen
Sohn ansah. Da mich aber alle schon wegen dem Herz-
fehler für verrückt erklärt hatten, habe ich diesen
Gedanken verdrängt, wie ich auch alle Gedanken in
meinem Kopf bezüglich seine Todes verdrängt habe.
Das hätte ich nicht tun sollen, vielleicht würde
mein Sohn heute noch leben, oder zumindest hätte
er in der kurzen Zeit, die er bei uns sein durfte
wenigstens weniger Schmerzen gehabt.
Nach dieser Behandlung durch einen Chiropraktiker, zu dem wir extra von Hamburg nach Eckernförde fahren mußten, war unser Sohn wie ausgewechselt. Was ich erstaunlich fand, am Monitor unseres Sohnes konnte wir erkennen, daß kurz nach dem Einrenken, seine Herzfrequenz etwas absackte, dies hatte der Arzt vorrausgesagt. Endlich schlief mein Sohn mal vier Stunden am Stück, trotzdem mußten wir noch einmal zum Nachrenken.
Innerlich war ich mir sicher, wir haben die Ursache gefunden, warum es meinem Sohn so schlecht ging.
Ende März fuhren wir für eine Woche in den Center Park, den Urlaub hatten wir schon vor der Geburt unseres Sohnes gebucht, ich wollte wegen meinem Sohn den Urlaub absagen, doch die Kinderärztin meinte, es wäre für uns alle sehr wichtig, auch in Soltau gibt es ein Krankenhaus für den Notfall und wir sollten dort zu einem Kinderarzt gehen.
Das haben wir dann auch zwei Mal getan, dieser Arzt machte mir auch sehr viel Hoffnung, denn er meinte: So rot, wie ihr Sohn beim Schreien wird, da kann sein Herzfehler gar nicht schlimm sein.
In diesem Urlaub haben wir eine Zeichnung von unserem Sohn machen lassen, von der selben Zeichnerin, die ein Jahr zuvor in einem anderen Center Parc unsere Tochter gezeichnet hatte.
Diese Zeichnung ist für mich so lebendig, und inzwischen sehe ich sie als Abschiedsgeschenk von unserem Sohn an.
Meine Mutter hat mir den Kleinen viel abgenommen in dieser Woche, so hatte ich auch mal wieder Zeit für meine Tochter, die in den letzten Monaten viel zu kurz gekommen war. Am letzten Urlaubstag freute ich mich doch auf zu Hause, denn ich vermißte mein Sohn ganz schön.
Wieder zu Hause wurde unser Sohn unruhiger, die nächste Bronchtis, angelbich. Als ich meinen Kleinen so schreiend im Arm hatte, schoß mir wieder ein Gedanke durch den Kopf: Vielleicht ist es besser, wenn er stirbt, dann kann er in einem gesunden Körper wiederkommen. Mir machte das Angst und ich haßte mich für diese Gedanken, alle davon habe ich in meinem Bericht nicht erwähnt, doch es waren noch einige, immer wieder die Gedanken, daß mein Sohn sterben würde.
Die Kinderärztin hatte während unseres Urlaubes herausgefunden, daß man schon im Januar festgestellt hatte, daß mit der Wirbelsäule unseres Sohnes etwas nicht stimmt, so stand in dem Bericht aus dem Krankenhaus. Als wir nach Eckerförde fuhren, hatte man uns ausgelacht und den Chiropraktiker als Spinner bezeichnet, einen Tag vor dem ersten Termin war unser Sohn nämlich wieder in der Klinik, da sein Monitor Alarm geschlagen hatte.
Wir bekamen einen Termin für eine Untersuchung bei dem Radiologen, die dann aber nicht mehr gemacht werden konnte, da mein Sohn wenige Stunden vorher starb..... .
So hörte alles auf:
===================
Am Morgen des 2. Aprils weckte mein Sohn mich wie gewohnt, weil er gefüttert werden wollte. Inzwischen schlief er nachts immerhin schon für sechs Stunden, was meinem Körper, der kurz vor dem Zusammenbruch war, sehr gut getan hat.
Ich ging in die Küche, um die Flasche aufzuwärmen, damit mein Sohn nicht so lange schreien muß, hatte ich die Flaschen immer fertig vorbereitet im Kühlschrank stehen und habe sie dann in der Mikrowelle aufgewährmt. Dazu hatte man uns im Kinderkrankenhaus geraten.
Während ich die Flasche warm machte, nahm mein Mann unseren Sohn vom Überwachungsmonitor ab, da er dort nur angschlossen sein brauchte, wenn er schlief, oder nicht im Blickfeld war.
Ich holte den Kleinen und wollte ihm die Flasche geben, doch er drehte nur angewiedert den Kopf bei Seite und verdrehte die Augen. Da merkte ich, das was nicht stimmt, ich rief meinen Mann, der den Kleinen nahm und ging zum Telefon, um den Notarzt zu rufen.
Mein Mann schloss den Kleinen wieder an den Monitor an, und es war kaum noch eine Herzfrequenz mehr vorhanden, ebenfalls die Atmung setzte aus.
Irgendwie hatte ich nach dem Telefonat den Kleinen wieder und legte ihn auf den Boden, um eine HLW zu machen. Ein bisschen was bewirkte die auch, die Herzfrequenz war wieder da, und mein Sohn atmete, doch die ganze Zeit pipte der Monitor.
Als der Notarzt kam, war ich gerade dabei, meinem Sohn den Schleim aus der Nase abzuwischen, der inzwischen dort rauslief, wie ich dazu kam, kann ich nicht sagen, heute komme ich mir dafür sehr dämlich vor.
Wir wurden aus dem Raum geschickt, gingen ins Kinderzimmer, während das Notarzt Team auf unserem Eßtisch versuchte, unserem Sohn das Leben zu retten. Zusammengekauert saßen wir im Kinderzimmer, wo unsere damals 2,5 Jahre alte Tochter schlief, die von dem Ganzen zum Glück nichts mitbekommen hatte, denn obwohl sie sehr zurückstecken mußte, hing sie doch sehr an ihrem Bruder, ihrem JAKINI.
Nach einer Stunde, wo inzwischen zwei Kinderärzte aus der Kinderklinik hinzugerufen wurden, kam unser Sohn in das Kinderkrankenhaus, wir sollten hinterherfahren.
Wir weckten meine Schwiegermutter, die auf unsere Tochter aufpaßte und fuhren dann zur Klinik.
Dort mußten wir auf einem Flur vor der Intensivstation warten, der Chefarzt unterhilt sich mit uns, und meinte ganz klar, daß es für unseren Sohn, der inzwischen nur noch im Koma lag, besser wäre, wenn er stirbt, da sein Gehirn zu lange ohne Sauerstoff war.
Wir sollten entscheiden, ob unser Sohn noch Medikamente bekommen soll, um sein Leben zu retten, oder nicht. Auch durften wir ihn kurz sehen, da sagte meine innere Stimme mir: Du mußt ihn gehen lassen.
Doch so weit war ich noch nicht, mein Mann und ich gingen spazieren, und meinem Mann ging es nun so, wie mir die letzten Monate, wo mir niemand geglaubt hat, daß unser Sohn nicht nur einfach einen Herzfehler hat. Mir war klar, wir würden den Kampf nun entgültig verlieren und ich war wie betäubt, aber irgendwie auch gefaßt.
Gegen meinen Willen kam mein Schwiegervater in die Klinik, mit ihm war ich inzwischen zertritten, da er mir verbieten wollte, mit meinem Sohn weiterhin in die Klinik zu fahren, weil ich angelich spinne und mit dem Kind nur überfordert wäre, unser Sohn hätte gar nichts. Mit diesem Spruch kam er auf der Tauffeier unseres Sohnes, zum Glück hilten die Menschen, die das mitbekommen hatten, wie meine Eltern und befreundete Nachbarn in dem Moment zu mir und stärkten mich, wenn ich es für richtig halte, mit meinem Sohn weiterhin ins Krankenhaus zu fahren.
Als ich nach Hause fahren wollte, weil man sagt, es würde sich in 24 Stunden zeigen, ob mein Sohn auf die Medikamente reagiert, hilt der Chefarzt uns zurück, wir sollten zu unserem Sohn kommen. Ich bekam den Kleinen in den Arm, zum letzten Mal, denn wenige Minuten später er tot.
Heute schäme ich mich, daß ich in dem Moment nach Hause fahren wollte, mir fehlte einfach die Kraft, ich bildete mir ein, wenn ich nach Hause fahre, und schlafe, dann geht es mir besser. Und wenn es mir besser geht, dann geht es auch meinem Sohn besser.
Zu Hause kam mir meine Tochter entgegen gelaufen, natürlich fragte sie nach ihrem Bruder und ich konnte nur noch sagen, daß er tot ist. Ob sie es in dem Moment verstanden hat, das kann ich nicht sagen.
Die Zeit danach:
================
Mit Jannik war ein Teil von mir gestorben, doch für mich stand sofort fest, daß ich noch ein Kind möchte, anders würde ich den Verlust nicht ertragen können. Außerdem bin ich selber ein Einzelkind, und das wollte ich meiner Tochter nicht antun !!!
Am schlimmsten war für mich mein Geburtstag, ich hatte mir zu diesem Geburtstag, der vier Tage nach seinem Tod war, nichts weiter gewünscht, als daß mein Sohn wieder gesund werden würde. Statt dessen war er nun tot.
Um bei ihm sein zu können, fuhren wir zum Krankenhaus, in dem die Obduktion stattfinden sollte. In einem Abschiedsraum durften wir unseren Sohn noch einmal sehen. Meine Mutter kam mit, was mir sehr gut tat, damit zeigte sie mir, daß ihr mein Sohn auch viel bedeutet hat.
Erst 14 Tage später konnte unser Sohn beerdigt werden.
Diese Zeit war besonders hart, und in der Nacht vor der Beerdigung hatte ich da Gefühl, daß mein Großvater mit meinem Sohn auf dem Arm vor mir stand. Immerhin wußte ich nun, daß mein Sohn in besten Händen war, denn oftmals hatte ich das Gefühl, ich muß ihm hinterher, weil er dort, wo er nun ist, doch alleine ist.
Einen Tag vor der Beerdigung haben wir unseren Sohn dann noch einmal gesehen, ihn extra noch mal aufbaren lassen. Außer uns ist leider niemand mitgekommen, meine Mutter war ja schon an meinem Geburtstag mit, und meine Schwiegereltern hatten kein Interesse.
Für mich war dieser Abschied aber sehr wichtig, es tat zwar weh und war hart, den Kleinen, der aussah wie eine Puppe, in seinem kleinen Sarg liegen zu sehen, doch es hat mich in meiner Trauerarbeit ein ganzes Stück weitergebracht.
Die Beerdigung war ein sehr schwerer Gang, und ich hatte im Vorraum das Gefühl, daß ich jedem Moment umkippen würde, doch das Ganze kam mir vor, wie ein Film, es war alles so unwirklich, vorallem dieser kleine weiße Sarg, der da vor uns stand.
Ich hofft, gleich würde der Deckel aufgehen und der Kleine liegt lebendig darin und lacht mich an.
Doch dem war nicht so, leider.
Die Wochen nach der Beerdigung kamen mir vor, wie eine Ewigkeit, war mein Tag vorher immer ausgefüllt, so stand ich nun vor einer Leere, niemand da, außer meine Tochter.
Doch mit ihr konnte ich nicht wirklich etwas anfangen, jeder Fortschritt von ihr, der zeigte mir, was ich mit meinem Sohn nicht erleben darf. In dem Moment trafen sich Freude und Trauer.
Ich war oft beim Arzt, weil ich körperlich und nervlich am Ende war. So wurden wir zu einer Kur geschickt. Die Kur brachte mich wieder zurück ins Leben, gut war aber, daß mein Mann und meine Tochter bei mir waren. So wurden wir wieder eine Familie und ich konnte auch endlich wieder etwas mit meiner Tochter anfangen.
Auch die Verwaisten Eltern waren wir eine sehr große Hilfe, dort haben wir ebenfalls betroffene Eltern gefunden, mit denen wir uns angefreundet haben. Wir haben uns gegenseitig viel helfen können, und haben noch immer Kontakt.
Nur in der Familie, da ist es leider nicht so einfach, über unseren Sohn zu reden. Für meine Eltern ist er immer noch präsent,die kommen sogar im November bei Sturm und Regen mit Bus und Bahn, was eine gute Stunde Fahrt ausmacht, zum Grab rübergefahren, wenn unser Sohn Geburtstag hat, sie stehen uns dann bei. Doch in der Familie meines Mannes wird unser Sohn totgeschwiegen, was ganz schön weh tut.
Wird dieses Thema angefangen, dann werden die Gespräche abgeblockt, man will davon einfach nichts mehr hören, wir sollten doch vergessen.... . Doch vergessen, das können wir nicht, und in unseren Herzen wird unser Sohn ewig leben.
Nun haben wir bald wieder den 2. April, dann ist mein Sohn schon vier Jahre tot, doch als ich diese Zeilen geschrieben habe, kam es mir vor, als wäre all dies erst gestern geschehen, denn so etwas vergißt man einfach nie.
Für mich ist immer noch die schlimmste Zeit der Winter, die Zeit, die ich mit meinem Sohn erlebt habe.
Was mir aber hilft, das ist sein Bäumchen, eine (noch) kleine Japanische Zierkirsche, die hoffentlich in den nächsten Tagen anfängt zu blühen.
Im Frühjahr gibt es normaler Weise neues Leben, so vor fünf Jahren auch meine Schwangerschaft, doch ein Jahr später war alles vorbei.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-03-28 08:04:44 mit dem Titel Wenn Kinder nicht essen wollen
Meine große Tochter ist inzwischen sechs Jahr alt, doch mit ca. 2 Jahren fing bei ihr das Drama an:
"MAG I NICH" das war damals ihr Standartsatz, der mir immer mehr aus den Ohren hing. Sah sie aber Schokolade, dann war sie die erste die danach verlangte. Schokolade wurde somit komplett aus unserem Haus verbannt!!!
Kein Kind verhungert freiwillig, das sollte allen Eltern klar sein, es sei denn, das Kind ist krank.
Daß meine Tochter gesund war, das war eindeutig, denn sie aß ja, nur eben nicht das, was sie essen sollte, nämlich mittags gekochtes und vorallem Obst.
Doch wir waren in dem Punkt hart, auch wenn sie schon immer recht mager war. Allerdings haben wir unsere Tochter mit einbezogen, wenn es um die Essensfrage ging, so habe ich zugesehen, daß ich Dinge gekochte habe, die sie eben mochte. Allen voran sind da natürlich Spaghetti, wie sicher bei allen Kinder. Und keine Angst, Nudeln sind nicht ungesund, im Gegenteil, nimmt man nämlich Vollkornnudeln, dann sind sie sogar sehr gesund. Tomatensoße ist nicht nur lecker, sondern ebenfalls gesund, denn in Tomaten sind Stoffe enthalten, die freie Radikale im Körper bekämpfen, und die somit die Abwehr stärken.
Somit gibt es bei uns immer noch ein bis zwei Mal die Woche Spaghetti oder Nudeln.
Inzwischen hat es sich aber gelegt bei meiner großen Tochter mit ihrer Abneigung gegen alles, was gesund ist. Dafür fängt meine Mittlere nun an, die wurde im Oktober letzten Jahres zwei und hat nun ihre Phase, daß sie nicht mehr alles essen mag. Ein Apfel wird nur einmal angebissen und das war es dann, Apfelsienen sind ihr ein Graus, Gurken hat sie vor einem Jahr noch geliebt, heute Morgen wirft sie die unberührt einfach in den Müll und stellt sich vor den Kühlschrank, verlangt natürlich nach: "Schlade" (Schokolade, wie sich sicher jeder denken kann). Doch auch hier muß ich hart bleiben, denn sonst ißt sie nämlich keine anderen Dinge. Ab und zu mal ein Stück, das gibt es natürlich, aber nicht so häufig, wie sie es verlangt.
Mit dem Obst das haben wir inzwischen anders geregelt, Apfesinen gibt es eben nur noch frisch gepreßt: Eine Apfelsine pressen, ab in die Flasche und mit Wasser auffüllen, so kommt meine Tochter zu Vitaminen und trinkt ausreichend. Inzwischen rennt sie mir auch regelmäßig mit Flasche und Apfelsine in der Hand entgegen, weil sie danach verlangt.
Äpfel ißt sie mal mehr, mal weniger, doch die stehen am Nachmittag immer wie kleine Schiffchen geschnitten auf dem Eßtisch, griffbereit für die Kinder. Ebenso klein geschnittene Gurke und Karotten. So etwas Essen Kinder total gerne, und das naschen sie dann auch zwischendurch mal, so bleibt dann im Bauch natürlich auch nicht viel Platz für andere Dinge, ein üppiges Mittageesen z.B.
Wer also möchte, daß sein Kind vernünftig ißt, der sollte dem in erster Linie ein Vorbild sein. Eltern, die viel Süßes essen, können von den Kindern nicht verlangen, daß sie sich gesund ernähren!!!!
Immer etwas Gesundes stehen haben, wo die Kinder nach Lust und Laune zugreifen, keine Angst, wenn man es so angeboten bekommt, dann essen die Kinder schon. Bei meinen klappt es auf jeden Fall.
Überlegt Euch, was die Kinder über den Tag essen. Manche Eltern meinen nur, ihr Kind ißt gar nichts, dabei gibt es Kinder, die den ganzen Tag essen:
Wenn Mama kocht, wird immer ein bisschen genascht. Meine Tochter steht immer neben mir und nascht z.B. beim Gemüseschneiden Paprika, Karotten etc.
Manche Kinder bekommen aber auch viel zu naschen, da gibt es dann am Vormittag Kekse, ober aber andere Knabbereien wie Salzstangen. Wie kann man da aber bitte erwarten, daß das Kind noch viel ißt?
Meine mittlere Tochter trinkt derzeit sehr viel, im Grunde bin ich froh darüber, denn die große muß ich zum Trinken antreiben. Doch so ist ihr Bauch natürlich gefüllt, besonders wenn es sich um Fruchtsäfte handelt, denn das sind eigentlich keine Getränke, sondern eher Nahrungsmittel!!! Da können die Kinder dann keinen Hunger mehr haben.
Gut, meine Kinder bekommen Fruchtsäfte überwiegend verdünnt, nur eine Portion am Tag Orangensaft (frisch gepresst) pur, ansonsten eben mit Wasser verdünnt als Schorle. Das löscht den Durst und schmeckt sehr gut. Außerdem bekommen die Kinder auf diese Weise über den Tag verteilt Vitamine zugeführt.
Inzwischen essen meine beiden Töchter sehr gut zu Mittag, was aber auch daran liegt, daß meine große fertig aus der Schule kommt und die mittlere eben so lange warten muß, mit dem Mittag. So gibt es am frühen Morgen Frühstück, gegen 10.00 Uhr ein zweites Frühstück und erst gegen 14.00 Uhr wenn wir aus der Schule heim sind, etwas warmes. In der Zeit wo wir zu Fuß unterwegs sind, die große Schwester abholen, schläft meine Mittlere meistens in der Karre und kommt dann frisch und munter an den Essenstisch.
Die Müdigkeit ist bei Kindern oft auch ein Grund, warum sie schlecht essen. Am Wochenende ißt meine mittlere Tochter auch immer schlechter, weil sie dann nämlich meistens keinen Mittagsschlaf gemacht hat und müde ist. Also bei den Kleinen für ausreichend Schlaf sorgen, dann ist das Essen auch angenehmer.
Viel frische Luft ist auch wichtig, Kinder die nur in der Bude hocken, die haben auch keinen Appetit. Also egal wie das Wetter ist, raus mit den Kindern. Etweder einen Spaziergang machen oder auf den Spielplatz gehen. Die Zeit hat man sicher nicht immer, doch eine Stunde am Tag ist wichtig, nicht nur für die Kinder. Wer am Wochenende die Möglichkeit hat, der sollte auch zusehen, daß die Kinder viel raus kommen. Wir machen dann öfter mal Tagesausflüge, sei es im Sommer an die Ostsee, wo wir nach einer Stunde Autofahrt sein können, oder wie letzte Woche einen Tag in den Harz. Da haben meine Kinder auch richtig reingehauen. Klar, im Auto haben sie geschlafen, dann waren wir viel draußen spazieren und so gab es keine Zwischenmalzeiten, die sie schon vorher gesättigt hatten.
Ich hoffe, mein Bericht konnte so einige Eltern beruhigen, was das Essen ihrer Kinder angeht. Viele kleine Portionen sind auf jeden Fall gesünder, als wenige große und wenn ihr mal drauf achtet, Eure Kinder essen bestimmt, es fällt nur nich auf, weil es oft nícht zu den Hauptmahlzeiten ist.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-11 12:12:04 mit dem Titel Weitsichtigkeit bei Kindern
Meine große Tochter kam letzten Sommer in die Grundschule, dazu war eine Untersuchung bei der Schulärztin notwendig. Leider hatte sie an dem Tag überhaupt keine Lust, so daß wir wegen dem Sehtest extra zum Augenarzt gehen mußten. Zum Glück, auch wenn wir damals dafür einen Ferientag haben opfern müssen, doch wer weiß, wann wir sonst herausgefunden hätten, daß unsere Tochter sehr stark weitsichtig ist.
Bei der Kinderärztin hat sie die Sehtest immer sehr gut überstanden, klar, da ging es in erster Linie darum, Bilder in der Ferne zu erkennen. Auch wir haben so nichts bemerkt, dann von weitem erkennt unsere Tochter wirklich eine Menge, wo ich manchmal denke, daß ich blind bin, weil sie so gut sehen kann. Mir kam nie die Idee, daß meine Tochter eigentlich Probleme mit dem Sehen haben könnte.
Wir wohnen in einer recht großen Siedlung mit insgesamt sieben Häusern, in der Mitte liegt eine Spielstraße und ein großer Spielplatz. Die Tiefgaragen zu unserem Haus sind etwa 50 Meter vom Spielplatz entfernt. Wenn wir im Sommer draußen sind, erkennt meine Tochter vom Spielplatz, wenn meine Schwiegermutter aus der Garage kommt. Ich kann sie nicht so schnell erkennen.
Mit der Vorschullehrerin sprachen wir damals einmal über das Höhren, denn unsere Tochter ist oft vertäumt, reagiert sehr schlecht, deswegen haben wir einen Hörtest machen lassen und beim Elternsprechtag die Lehrerin drauf angesprochen. Sie fragte dann mal nebenbei wie es denn mit dem Sehen wäre, ohne konkrete Hinweise. Wir meinten, daß uns da bisher nichts aufgefallen wäre, und die Tests bei der Kinderärztin waren in Ordnung. Auf diese Antwort kam von der Lehrerin kein Einspruch, daß sie das Gefühl hätte, wir sollten es besser vom Augenarzt kontrollieren lassen, sie war mit dieser Auskunft zufrieden, was unsere Meinung, daß unsere Tochter gut sehen kann, bestätigte.
Wir haben auf jeden Fall aus dieser Sache eines gelernt:
Die Kinderärzte sind gar nicht in der Lage im Rahmen der U- Untersuchungen die wirkliche Sehkraft des Kindes zu kontrollieren, besser ist es, sein Kind dem Augenarzt vorzustellen, auch wenn die Sehtest bei der Kinderärztin gut ausfallen.
Mit unseren kleinen Kindern wird es auf jeden Fall so gemacht, vorallem weil der Augenarzt sich damals auch unsere mittlere Tochter angesehen hat und meinte, sie ist auch weitsichtig, allerdings lange nicht so schlimm, wie die große Tochter. Bisher braucht sie noch keine Brille, doch es wird weiterhin kontrolliert.
Aber auch die Große wird natürlich weiterhin untersucht, vielleicht bessern sich die Augen ja auch nocht.
Diese Möglichkeit gibt es nämlich offensichtlich, so habe ich es zumindest von einer Freundin gehört, daß sich Weitsichtigkeit bei Kindern noch verwachsen kann.
Unsere Tochter freute sich zum Glück auf ihre Brille, obwohl sie es bei einer Freundin mitbekommen hatte, daß diese von den Mitschülern gehänselt wurde. Doch ich frage mich ehrlich, wie viele der anderen Kinder vielleicht auch schlecht sehen können, und ob man dies bei den einfachen Sehtest wirklich feststellen kann.
Ich für meinen Teil hoffe für meine Töchter, daß sie durch das frühzeitige Tragen der Brille diese eines Tages beiseite legen können und wirklich gute Augen haben.
Die Untersuchung haben meine Töchter ganz toll mitgemacht. Erst einmal mußten sie in ein Gerät schauen, dabei ganz ruhig sitzen, was meine Töchter immer machen, wenn sie Angst haben. Da hat man dann in den Augen schon gesehen, daß es sich um eine Weitsichtigkeit handelt.
Dann machte die Große noch einen Sehtest, wo die das E in verschiedene Richtungen erkennen und mit einem Stab nachzeigen mußte. Hier hat sie zwar zwei kleine Fehler gemacht, aber dies ansonsten gut erkannt.
Dafür gab es dann arge Probleme bei einem Sehtest, wo sie aus der Nähe etwas erkennen sollte. Genau habe ich das aber nicht mitbekommen, denn da war ich mit meiner Mittleren beschäftigt.
Die Mittlere bekam dann später eine Tafel vorgehalten auf sie eine Katze zeigen sollte, so in der Art wie die Zauberbilder, auf die man sich konzentrieren muß, um die dargestellten Dinge zu sehen. Ich vermute, dies war der Sehtest, bei dem meine große Tochter durchgefallen war, denn das war ja aus der Nähe.
Der Augenarzt hat sich dann die Augen noch einmal angesehen und die Diagnose der Sprechstundenhilfe bestätigt. Meine große Tochter bekam denn Tropfen in die Augen, die die Pupillen erweitern. So kann der Arzt dann die Sehstärke feststellen.
Erst gab es die Tropfen einmal, dann nach 10 Minuten ein zweites Mal und weitere 30 Minuten später wurden die Augen dann wieder untersucht, um die Brillenstärke festzustellen. Der Augenarzt war total verwundert, daß er in der Praxis nicht gehört hat, daß meine Tochter die Tropfen bekommen hat, er meinte, daß andere Kinder dann immer die Praxis zusammenschreien. Aber insgesamt war meine Tochter bei der Untersuchung wirklich tapfer und brav, hat endlich mal alles mitgemacht, obwohl ich sie wegen der Kleinen nicht auf dem Schoß haben konnte. Nächstes Mal muß eben der Papa mit.
Nun waren die Pupillen bis zum nächsten Tag natürlich noch geweitet, meine Tochter war recht müde, denn dies ermüdet leider auch. Gar nicht so einfach, mit einer kleinen Schwester im Nacken am Tage zu schlafen, ein paar Stunden hat sie es dann doch geschafft. Sie sagte zwar, daß sie gut sehen könnte und drängte, daß sie bitte heute noch ihre Brille aussuchen sollte, doch so sicher war ich mir da nicht, daß sie wirklich alles gut erkannt hat.
Inzwischen trägt meine Tochter ihre Brille ein gutes halbes Jahr, das eine Auge muß jeden Tag zugeklebt werden, damit das andere sich angleichen kann. Eine kleine Besserung hat man schon feststellen können, obwohl ich zugeben muß, daß ich das Pflaster manchmal vergessen, vorallem an Tagen wie gestern, wo hier durch einen Brand große Aufregung herrschte.
Ich gebe unten ein sehr schlecht, denn Weitsichtigkeit ist nun mal nicht gut, und die Brille kostet eben einiges an Geld, das Eltern aus eigener Taschen zahlen müssen, trotzdem ist es gut, daß so etwas erkannt und auch behandelt werden kann.




Bewerten / Kommentar schreiben