Erfahrungsbericht von Ruhollah
Alkoholismus
Pro:
Alkohol hat kein Pro!
Kontra:
teuer, macht krank
Empfehlung:
Nein
Der Alkoholismus hier in Deutschland ist recht schlimm. Am schlimmsten ist es aber in meiner Gegend: Vorpommern. Auch wenn die Bayern als die Biertrinker Nummer 1 in der BRD gelten, so trinken die ollen Pommern doch insgesamt mehr Alkohol, da hier Hochprozentiges seinen Stammplatz in der Nahrungskette hat.
Wer dem Arbeitsmarkt die Schuld am Alkoholismus gibt, der hat einfach zu kurz gedacht. Hier in Pommern wird der meiste Alkohol getrunken und hier ist auch die höchste Arbeitslosigkeit (in meinem Landkreis fast 30%). Aber zu DDR-Zeiten wurde schon genausoviel gesoffen, obwohl jeder Arbeit hatte. Da kann man die Arbeitslosigkeit als Grund vergessen.
Wo man hier hinschaut, sieht man das Elend. Ich kann mich noch an meine Kindergartenzeit erinnern. Manchmal lag der Dorftrunkenbold 10 m vom Kindergarten entfernt neben dem Gehweg. Die Schüler trinken sich auch an jedem Wochenende um den Verstand. Und als ich mein Betriebspraktikum gemacht habe (für das Abitur unbedingt notwendig), da feierte die Belegschaft Jubiläum und der Chef war betrunken, zumindest hat er immer eine Flasche Alkohol in der Hand, als er fotografiert wurde. Egal ob jemand arbeitet oder nicht, getrunken wird so oder so. Der gemeine Pommer wächst damit auf und trinkt später auch. Ein Wunder, dass ich Antialkoholiker bin.
Nun, ich halte Alkohol für eine sehr gefährliche Droge. Fast jeder darf sie konsumieren und die Gesellschaft toleriert es; sie fördert es sogar. Abgesehen davon, dass Alkohol Nieren und Leber schädigen, Impotenz fördert, die Wahrscheinlichkeit von behinderten Nachwuchs erhöht und die Verkehrsunfälle vermehrt. Das Herzinfarktrisiko wird natürlich auch erhöht und und und... Nahezu alles im Organismus klappt bei übermäßigen Alkoholgenuss nicht mehr.
Ich habe geschrieben, dass die Gesellschaft den Alkoholismus fördert. So ist es auch. Im Fernsehen gibt‘s keine Feier, ohne dass jemand mit einer Flasche Wein oder Schnaps daherkommt. Die Fernsehwerbung suggeriert, wie fein Biergenuss unter Jugendlichen ist. Und für die Welthener Goldkrone wird schon im Nachmittagsprogramm geworben. Selbst „Vorbilder" wie Sportler trinken sich regelmäßig um den Verstand (z. B. Effenberg, Basler) und Möller musste ja unbedingt beim Sieg der Champions League 1997 auf dem Spielfeld sich mit Alkohol volllaufen lassen. Irgendwas läuft verkehrt in der Gesellschaft.
Zum einen belehrt man die Jugendlichen und man selbst gibt ein schlechtes Vorbild ab. Das ist ja das gefährliche am Alkohol; seine Gefährlichkeit wird heruntergespielt. Weniger schlimmer Drogen werden verboten und man lässt einen Schwarzmarkt aufblühen und die Jugendlichen verschulden sich sogar, aber ein Flachmann kostet weniger als ein Laib Brot.
Am schlimmsten finde ich, wenn man vor seinen Kindern den Alkoholgenuss vorlebt. Einmal war ich mit Freunden an einer Würstchenbude an einem Provinzbahnhof und da kam ein Vater, mit der kleinen Tochter auf den Schultern und verlangte mit halbversoffener Sprache einen Küstennebel. Oder mir passierte es in einem Supermarkt. Vor mir eine Mutter mit Kind. Die Mutter stellte den „Kleinen Feigling" auf das Band und die das Kind sagte dann „kleiner Feigling", obwohl es so jung war und gar nicht lesen konnte.
Da liegt der Sprengstoff dieser Droge Alkohol. Diese Droge ist so tief verwurzelt, dass die Folgen gerne unterschätzt werden. Wenn sogar halbwegs vernünftige Menschen dieser Droge unterliegen, so ist dies das deutlichste Indiz für diese schleichende Gefahr. Wie gesagt, hier in Pommern ist dies besonders schlimm und es ist nahezu ein Wunder, dass ich hier Antialkoholiker bin.
Wer dem Arbeitsmarkt die Schuld am Alkoholismus gibt, der hat einfach zu kurz gedacht. Hier in Pommern wird der meiste Alkohol getrunken und hier ist auch die höchste Arbeitslosigkeit (in meinem Landkreis fast 30%). Aber zu DDR-Zeiten wurde schon genausoviel gesoffen, obwohl jeder Arbeit hatte. Da kann man die Arbeitslosigkeit als Grund vergessen.
Wo man hier hinschaut, sieht man das Elend. Ich kann mich noch an meine Kindergartenzeit erinnern. Manchmal lag der Dorftrunkenbold 10 m vom Kindergarten entfernt neben dem Gehweg. Die Schüler trinken sich auch an jedem Wochenende um den Verstand. Und als ich mein Betriebspraktikum gemacht habe (für das Abitur unbedingt notwendig), da feierte die Belegschaft Jubiläum und der Chef war betrunken, zumindest hat er immer eine Flasche Alkohol in der Hand, als er fotografiert wurde. Egal ob jemand arbeitet oder nicht, getrunken wird so oder so. Der gemeine Pommer wächst damit auf und trinkt später auch. Ein Wunder, dass ich Antialkoholiker bin.
Nun, ich halte Alkohol für eine sehr gefährliche Droge. Fast jeder darf sie konsumieren und die Gesellschaft toleriert es; sie fördert es sogar. Abgesehen davon, dass Alkohol Nieren und Leber schädigen, Impotenz fördert, die Wahrscheinlichkeit von behinderten Nachwuchs erhöht und die Verkehrsunfälle vermehrt. Das Herzinfarktrisiko wird natürlich auch erhöht und und und... Nahezu alles im Organismus klappt bei übermäßigen Alkoholgenuss nicht mehr.
Ich habe geschrieben, dass die Gesellschaft den Alkoholismus fördert. So ist es auch. Im Fernsehen gibt‘s keine Feier, ohne dass jemand mit einer Flasche Wein oder Schnaps daherkommt. Die Fernsehwerbung suggeriert, wie fein Biergenuss unter Jugendlichen ist. Und für die Welthener Goldkrone wird schon im Nachmittagsprogramm geworben. Selbst „Vorbilder" wie Sportler trinken sich regelmäßig um den Verstand (z. B. Effenberg, Basler) und Möller musste ja unbedingt beim Sieg der Champions League 1997 auf dem Spielfeld sich mit Alkohol volllaufen lassen. Irgendwas läuft verkehrt in der Gesellschaft.
Zum einen belehrt man die Jugendlichen und man selbst gibt ein schlechtes Vorbild ab. Das ist ja das gefährliche am Alkohol; seine Gefährlichkeit wird heruntergespielt. Weniger schlimmer Drogen werden verboten und man lässt einen Schwarzmarkt aufblühen und die Jugendlichen verschulden sich sogar, aber ein Flachmann kostet weniger als ein Laib Brot.
Am schlimmsten finde ich, wenn man vor seinen Kindern den Alkoholgenuss vorlebt. Einmal war ich mit Freunden an einer Würstchenbude an einem Provinzbahnhof und da kam ein Vater, mit der kleinen Tochter auf den Schultern und verlangte mit halbversoffener Sprache einen Küstennebel. Oder mir passierte es in einem Supermarkt. Vor mir eine Mutter mit Kind. Die Mutter stellte den „Kleinen Feigling" auf das Band und die das Kind sagte dann „kleiner Feigling", obwohl es so jung war und gar nicht lesen konnte.
Da liegt der Sprengstoff dieser Droge Alkohol. Diese Droge ist so tief verwurzelt, dass die Folgen gerne unterschätzt werden. Wenn sogar halbwegs vernünftige Menschen dieser Droge unterliegen, so ist dies das deutlichste Indiz für diese schleichende Gefahr. Wie gesagt, hier in Pommern ist dies besonders schlimm und es ist nahezu ein Wunder, dass ich hier Antialkoholiker bin.




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